Schlagwort: Twitter

  • Soziale Medien auf dem Smartphone

    Immer wieder höre ich, dass die klassische Nutzung eines Computers über einen Desktop-PC oder Laptop immer mehr an Bedeutung verliert. Und ohne das jetzt statistisch nachgeprüft zu haben, könnte da schon etwas dran sein. Der „Smartphone-Markt“ ist in aller Munde, insbesondere auch wenn es um das Internet und das World Wide Web geht. Als ich mich zum Beispiel über Themes für diesen WordPress-Blog informiert habe, konnte ich quasi nicht darum herumkommen, auch über die mobile Darstellung dieser Seite nachzudenken.

    Manchmal wünschte ich, ich könnte das. Denn ich persönlich fühle mich zum Beispiel wohler, wenn ich einen klassischen Computer für meine täglichen Aufgaben verwenden kann. Hier habe ich was das Betriebssystem, die Software-Ausstattung und in Teilen auch die Hardware angeht, wesentlich mehr Kontrolle als auf einem mobilen Endgerät.

    Aber natürlich lässt sich anhand einer persönlichen Vorliebe nicht abstreiten, dass mobile Plattformen heute auch ziemlich wichtig geworden sind. Sowohl für viele Nutzerinnen und Nutzer der Geräte, als auch für die Firmen, die mit den oder gegen die Nutzer Geld verdienen möchten. Egal ob auf Android oder iOS: Soziale Medien sind auf den Smartphones für viele Menschen wohl nicht mehr wegzudenken.

    Ich habe hier meine ganz eigene Perspektive: Als ich noch Instagram und Twitter verwendet habe, landeten auch die mobilen „Apps“ auf meinem Smartphone. Bei Instagram zum Beispiel waren damals auch viele Funktionen nur über die Smartphone-Anwendung verfügbar. Wie das heute ist, weiß ich nicht, aber vermutlich wird sich da nicht viel geändert haben. Twitter nutze ich heute ebenso wenig wie Instagram, aber das war seinerzeit auch voll und ganz über einen Laptop oder Desktop-PC nutzbar.

    Heute verwende ich primär die sozialen Netzwerke aus dem Fediverse, ferner habe ich auch noch Zugänge zu Reddit und Tumblr, aber die verwende ich derzeit auch nicht so oft. Was das Fediverse angeht, nutze ich momentan vor allem Mastodon. Und wer einige der letzten oder noch ältere Beiträge in diesem Blog verfolgt hat weiß: Ich mache mir sehr gern Gedanken über die einzelnen Aspekte des Fediverse.

    Aber heute möchte ich mich ein bisschen zusammenreißen; hier soll es ja schließlich um soziale Netzwerke auf mobilen Endgeräten gehen. Jetzt, da ihr wisst, in welchen sozialen Netzwerken ich zur Zeit aktiv bin, möchte ich eine erste wichtige Unterscheidung treffen: Die zwischen mobilen Clients und offiziellen „Apps“.

    Netzwerke wie Instagram, Twitter oder Facebook werden oft mit der analogie des „Walled Gardens“ beschrieben. Dieser Vergleich meint im Wesentlichen nur, dass die Nutzer dieser Plattformen von denen anderer Netzwerke abgekapselt sind. Konzerne wie Meta oder X konkurrieren nun einmal miteinander, und Geld machen diese Firmen mit den Daten ihrer Nutzer, die sich dann Werbung ansehen sollen.

    Die großen sozialen Netzwerke sind geschlossene Systeme – und genau zu diesem Prinzip passen auch die offiziellen Anwendungen, die diese Firmen für mobile Plattformen zur Verfügung stellen: Die Apps für Twitter oder Instagram zum Beispiel sind genauso geschlossen, wie man es von diesen Diensten erwarten würde. Sie laufen als ein einzelnes Programm, obwohl das Netzwerk selbst ja über eine Webseite aufgerufen werden könnte.

    Anders sieht das bei den dezentralen Diensten aus dem Fediverse-Umfeld aus, die sich häufig entweder direkt über die Webseite oder auch über einen sogenannten Client auf mobilen Endgeräten nutzen lassen. Für Mastodon zum Beispiel exisiteren ganz verschiedene Programme, die sich in der Aufmachung und im Funktionsumfang unterscheiden können. Ein solches System ist offen, wie ich das vom Fediverse kenne und liebe.

    Ein Streitthema bleiben die Netzwerke, die einst mit Clients genutzt werden konnten, aber sich seitdem dagegen wehren. Neben Twitter ist hier wohl auch Reddit ein sehr aktuelles Beispiel. Nach dem das Unternehmen hinter dieser Internetikone den Preis für die Datenschnittstelle der Seite (die API) angehoben hat, mussten viele Drittanbieter-Apps ihre Entwicklung einstellen oder Nutzungsgebühren einführen. Denn wo einst jeder Daten die Daten aus dem Netzwerk abrufen und in einer App darstellen konnte, hat das Unternehmen nun eine Paywall gebaut. Die Auswahlmöglichkeiten bei den Clients sind so natürlich kleiner oder weniger attraktiv geworden und Reddit ist jetzt vielleicht ein bisschen mehr wie ein eingezäunter Garten.

    So sieht die Lage eben aus: Für große Unternehmen ist es anscheinend oft sehr vorteilhaft, eine eigene App anzubieten. Dadurch können sie mehr Kontrolle auf dem mobilen Markt erlangen, als wenn sie ein Client-System zulassen. Clients ohne Werbung lassen sich über einen API-Preis ganz einfach ausschalten. Und schon müssen sich Nutzer entweder mit einer womöglich schlecht mobil-optimierten Webseite abfinden oder Werbung in einer Herstellerapp sehen.

    Am Computer habe ich solche Probleme nicht: Hier kann ich über meinen Browser und etwaige Adblocker als Add-Ons immer noch mehr Kontrolle ausüben über die Darstellung meiner angesteuerten Seiten. Natürlich können mobile Apps Vorteile bergen, beim Microblogging vielleicht, oder wenn es um spontane Fotos geht.

    Die Apps der Unternehmen hinter den kommerziellen sozialen Netzwerken sind aber oft vor allem eines: Anstrengend. Hier muss ich also die Chance nutzen und eine weitere Lanze für das Fediverse und ferner auch seine mobilen Clients brechen. Naja, vom Computer kann man mich ja auch nicht fernhalten. 🙂

  • Gedankenspiele zu Microblogs

    Als ich vor ein paar Tagen „einfach so“ nach dem Begriff Microblogging gesucht habe, wusste ich, dass ich mich wieder einmal auf ein Thema eingeschossen habe: Das Konzept eines Microblogs. Dieses Phänomen habe ich schon in einem zurückliegenden Blogartikel angesprochen. Heute möchte ich ein wenig darüber schreiben, was mir da eigentlich so durch den Kopf gegangen ist.

    Was ist Microblogging für mich?

    Microblogging heißt für mich, kurze Beiträge etwa in der Länge von üblichen Textnachrichten abzusetzen. Dabei können die Beiträge entweder in sich geschlossen oder in einem Thread miteinander verknüpft werden, um den Inhalt zu transportieren. Grundlegend ist Microblogging also irgendwie, als würde man einen klassischen Blogartikel nehmen und ihn zu einem Extrakt einkochen: Aus einem umfangreichen Text kann beim Microblogging die Essenz herausgefiltert werden.

    Früher habe ich gedacht, dass Microblogs damit immer zu reduziert sein würden, und zwanghaft kreative Freiheit und den Raum zur Information einschränken würden. Ich finde diesen Gedankengang noch immer nachvollziehbar, allerdings möchte ich ihn ein wenig relativieren. Denn wo Plattformen wie Twitter oder Mastodon das Zeichenlimit krass einschränken, regen sie ja ein Stück weit auch dazu an, den verbliebenen „Platz“ bestmöglich zu nutzen. Sprachliche Kniffe zum Beispiel würde ich heute nicht mehr ganz ausschließen wollen. Stattdessen funktionieren derartige Gestaltungsmittel im Konzept Microblogging wohl einfach ein bisschen anders.

    Für mich ist der Gedanke hinter einem Microblog wieder interessant geworden, als ich mir die Vorteile davon vor Augen geführt habe. Zum Beispiel, dass Kommunikation und Austausch sehr direkt ablaufen und soziale Netzwerkaspekte schneller und einfacher implementiert und genutzt werden können. Damit stellt sich natürlich auch die Frage, wofür sich ein Microblog eignet und wofür keineswegs – womöglich liegt es in der Natur der Sache, dass sich einige Inhalte besser für einen Microblog aufbereiten lassen. Wo ich deshalb vor einiger Zeit noch den Microblog als solches schuldig gesprochen habe, bin ich heute eher geneigt, diesen Umstand als Herausforderung zu sehen.

    Wie ich micro-blogge

    Ihr wisst ja, dass die Fediverse-Plattformen meine primär genutzten sozialen Netzwerke sind. Derzeit verwende ich dabei meistens Mastodon. Interessanterweise mag das auch mit diesem Blog zusammenhängen. Denn seitdem ich Gedankengänge hier in voller Länge ausführen kann, ist es für mich mittlerweile weniger entscheidend, wie viele Zeichen mir in einem sozialen Netzwerk zur Verfügung stehen. Das war vor ein paar Monaten noch anders. Ich kann mich so gesehen darauf einlassen, in einem sozialen Netzwerk nur kurze Beiträge abzusetzen.

    Trotzdem muss ich mich damit ersteinmal einspielen. Denn auch wenn ich Vorteile und Potential hinter dem Konzept eines Microblogs sehe, kann eine derartige Veröffentlichungsform meiner Ansicht nach keineswegs lange Texte, also auch keinen klassischen Blog ersetzen. Dafür ist ein Microblog aber wohl auch nicht gedacht. Ich versuche daher eher, das ganze als eine Ergänzung und gleichzeitig auch als eine für sich eigenständige Lösung zu sehen. Für mich steht ein Microblog derzeit eher für einen zusätzlichen digitalen Raum. Nur bisher wusste ich manchmal nicht so ganz, wie ich diesen füllen möchte.

    Vielleicht habe ich mir auch zu viele Gedanken gemacht, wie ich einen Microblog bespielen sollte. Vielleicht sollte ich mich einfach mal mehr darauf einlassen. Jetzt, da ich mich irgendwie dazu motivieren kann. Wenn ich Artikel für diesen Blog schreibe, freue ich mich oft, dass ich meiner Kreativität auch was die Zeichenanzahl angeht freien Lauf lassen kann. Das wird sich wohl auch nicht ändern.

    Kreativ micro-bloggen

    In den letzten Tagen habe ich ein bisschen darüber nachgedacht, wie man kreativer micro-bloggen könnte. Oder zumindest, wie man dieses Format auch unkonventionell nutzen könnte. Eine Idee, die mir dabei im Kopf herumschwirrt ist die des „Kuratierens“. Diesen Begriff habe ich in diesem Zusammenhang mal unter einem Beitrag zu Tumblr aufgeschnappt und fand ihn sehr faszinierend. Denn so eine Art Themenblog im Micro-Format würde ich schon sehr spannend finden. Und so etwas könnte ich mir dann auch als eine Art Ressource vorstellen, die sich thematisch abschließen ließe.

    Das ist nur eine Idee, aber meine Gedanken schweifen bei soetwas schnell ein bisschen ab. Ich möchte nur sagen: Ich kann mich gerade dazu motivieren, die Vorteile im Microblogging zu sehen – vielleicht sollte ich dahingehend einfach nicht so stur sein.

  • Ein Satz mit X

    Manchmal kann ich einfach nicht von einem bestimmten Thema ablassen. Dann muss ich mich die ganze Zeit damit beschäftigen oder kehre früher oder später dazu zurück, selbst wenn ich mich ablenke. Das hat manchmal schon ein bisschen was von einer gewissen Obsession. Ein Beispiel hierfür wäre mein Interesse am Konzept Microblogging.

    Ich habe mich heute zum Beispiel schon wieder dabei ertappt, nur nach diesem Stichwort gesucht zu haben. Einfach um zu sehen, wie andere den Begriff für sich oder Mitmenschen definieren. Ich habe das öfter, dass ich mich aus welchen Gründen auch immer in ein Thema einschieße. Ein anderes Beispiel wäre mein plötzliches Interesse an Schriftarten, dass vor einiger Zeit noch stärker als zuvor erwacht ist. Ich kann mir das ja selbst nicht erklären. Aber irgendwie muss ich dann nach solchen Themen recherchieren.

    Das kommt mir manchmal so richtig „abegenerdet“ vor, einfach weil ich das selbst nicht immer von mir erwarte. Aber naja, lehrreich ist das in jedem Fall. Denn nur bei genauerem Hinsehen ist es bei bestimmten Themen überhaupt möglich, dahinter zu steigen. Vermutlich hat das was mit „intrinsischer Motivation“ zu tun. Kennt ihr vergleichbare Themen, bei denen euch das ähnlich geht?

    Heute habe ich jedenfalls wieder einmal nach dem Begriff „Microblogging“ gesucht. Weil Twitter mal wieder Schlagzeilen gemacht hat. Meine Güte, da kann man sich so einfach darüber auslassen, dass ist der Wahnsinn. Twitter wird jetzt anschweinend zu „X“ – Mann, ist das kreativ! Ich denke, man kann die Ironie zwischen den Zeilen herauslesen. Twitter wird zu „X“. Und in China ist erneut ein Sack Reis umgefallen. Langsam habe ich das Gefühl, dass Musk nur noch versucht, diese Plattform in die Bedeutungslosigkeit zu führen, nichts weiter.

    Spaß beiseite: „Twitter“ ist vielen Internetnutzern wohl eher ein Begriff, als ein einzelner Buchstabe, der für sonstetwas stehen könnte. Twitter wurde schon vermarktet, beworben und ist zu einer gewissen Bekanntheit gelangt. Über Jahre, die sowohl die Plattform als das Unternehmen dahinter bestanden haben. „X“ – naja, wie man das vermarkten möchte… „X.com“ wäre vielleicht schon etwas anderes, aber trotzdem: Manchmal ich das Gefühl, dass Musk, der die Domain x.com gekauft hat, irgendeinen Verwendungszweck dafür sucht.

    Klar: Die Gerüchte, dass Twitter und X irgendwie etwas miteinander zu tun haben sollen, in irgendeiner Zukunft, gibt es schon länger. Zumindest habe ich davon bereits etwas gehört, als die Domain x.com noch zu einem einsamen X geführt haben muss. Heute ist der blaue Vogel, dass Logo und Maskottchen von Twitter, von der Seite verschwunden. Und für mich scheinen auch die Tage für den Namen „Twitter“ gezählt zu sein. Auf Mastodon können wir dabei eigentlich nur lachen:

    „Ein Satz mit X: Das war wohl nix.“

    Irgendein Tröt heute, mit Sicherheit.
  • Tumblr im Twitter-Kleid

    Die Blogging-Plattform Tumblr ist irgendwie besonders, irgendwie ganz eigen, irgendwie ganz speziell und für mich deswegen umso spannender. Tumblr ist Tumblr – aber im Jahr 2023 ist Tumblr den meisten wohl einfach egal. Die Tumblr-Nutzerzahlen sind in den letzten Jahren massiv gesunken. Das hat sich auch in der wirtschaftlichen Bedeutung von Tumblr als Unternehmen niedergeschlagen. Für mich ändert das aber eigentlich wenig: Ich finde Tumblr als eine Plattform interessant und wegen der Nutzerdynamiken, die sich durch den Wegfall einer großen Bedeutung im Mainstream gefühlt noch verstärkt haben.

    Tumblr hat für mich einen gewissen Charme, den ich als Blogger sehr interessant finde. Und ähnlich wie im Fediverse kommt auch bei Tumblr hin und wieder das Gefühl auf, dass man in dieser kleinen Nische mit einigen Leuten, die aus denselben Gründen da sind, allein oder unter sich ist. Aber das sollte man nicht falsch verstehen: Weder das Fediverse noch Tumblr sind in irgendeiner Weise geschlossen, wenn es um die öffentliche Zugänglichkeit dieser Dienste geht. Ich versuche nur auszudrücken: Sowohl im Fediverse als auch auf Tumblr kann sich jeder in Sekunden ein Profil erstellen und loslegen – mit den Tätigkeiten, die man auf solchen Plattformen eben unternimmt.

    Und genau da wird es schon so herrlich ungenau: Tumblr legt sich nicht so wirklich fest, was Nutzer auf der Plattform eigentlich anstellen sollten. Stattdessen geht es bei Tumblr zumindest immer im Hintergrund um dieses eine Konzept, dass ich so spannend finde: Das Prinzip des Tumble-Logs, also einem losen Gedankenstrom. Ungeordnet, völlig durcheinander und genau deswegen interessant. Tumblr lebt für mich auch stark von dem Eindruck, den ich immer wieder von den Leuten dort bekomme – von denjenigen also, die Tumblr anzieht.

    In der Vergangenheit hat Tumblr schon oft den Inhaber gewechselt. Zu diesem Thema gibt es sicherlich viele interessante Texte in den weiten des Internets zu finden. Interessantere und akuratere Texte als diesen jedenfalls. Ich habe gerade keine Zeit dazu, die Geschichte von Tumblr in Gänze aufzuarbeiten – auch wenn mich das Thema ziemlich fasziniert. Denn irgendwie habe ich auch oftmals das Gefühl, dass sich anhand dieser Plattform auch ein Stück weit die Vergangenheit des Webs nachvollziehen lässt. Tumblr ist groß geworden und wieder geschrumpft. Aber dabei ist Tumblr scheinbar immer Tumblr geblieben.

    Vor kurzem hat Tumblr das „Dashboard“, also die Startseite die jeder angemeldete Nutzer auf der Plattform zu sehen bekommt, wenn er auf der Seite unterwegs ist, umgestaltet. Kurz gesagt: Tumblr wirkt jetzt sehr wie ein Twitter-Klon. Im weiteren Sinne könnte man das neue Layout auch mit Mastodon vergleichen, aber das wirkt ja selbst an so vielen Stellen wie ein Twitter-Nachbau. Hier ist ein Screenshot von Tumblr vor dem Redesign:

    Aus Tumblr-alt…

    Man beachte hier vor allem die charakteristische Leiste zum Erstellen von Beiträgen in der oberen Mitte der Seite. Und vielleicht auch die wirklich ziemlich leeren Seitenbereiche. Behaltet das alte Layout im Hinterkopf. Hier ist ein Bildschirmfoto des neuen Designs der Blogging-Plattform:

    …mach Tumblr-neu.

    Um die Änderungen mal zusammenzufassen: Die Einstellungsmenüs sind von der oberen rechten Ecke an die linke Seite des Dashboards gerückt. Die klassische Suchleiste links oben ist jetzt über den vorgeschlagenen Blog rechts neben den Beiträgen und damit wesentlich schmaler. Die verschiedenen Timelines werden zwar immer noch in einer Zeile dargestellt; da diese jetzt aber mittig am Seitenkopf prangt, wirkt sie prominenter.

    Interessanterweise ist uns die klassische Leiste zum erstellen der Beiträge erhalten geblieben. Der zweite Knopf zum Öffnen des Editors ist jetzt auch beschriftet und findet sich nicht mehr rechts oben sondern links unten.

    Vor allem die Auflistung der Einstellungen links, der „Erstellen“-Button unten links und die Suche oben rechts erinnern mich sehr stark an das Twitter-Layout, dass ich mir zum Vergleich in fremden Screenshots angesehen habe. Ihr wisst ja: Ich habe meinen Twitter-Account seit der Übernahme der Plattform durch Elon Musk gelöscht. Deswegen kann ich hier auch kein eigenes Bildmaterial zum Vergleich liefern. Tumblr wirkt jetzt jedenfalls viel mehr wie ein zweites Twitter. Mit ein paar ganz eigenen Feinheiten natürlich, aber trotzdem: Diese Ähnlichkeit ist schon zu erkennen.

    Ich brauche hier ja gar nicht so lange um den heißen Brei herumschreiben: Für mich ist es ziemlich klar, dass die Tumblr-Entwickler mit dem neuen Layout ehemalige Twitter-Nutzer ansprechen möchten. Doch mich würde es eben auch zu sehr interessieren, wie diese Änderungen von den Nutzern aufgenommen wird, die Tumblr über die Jahre treu geblieben sind. Was haltet ihr vom neuen Dashboard?

  • Twitter: Schiffbruch

    Twitter: Schiffbruch

    Als Elon Musk angekündigt hat, Twitter kaufen zu wollen, habe ich meinen ehemaligen Account auf dieser Plattform binnen weniger Tage deaktivieren, und somit löschen lassen. Seitdem Musk Twitter übernommen hat, nutze ich die Plattform nicht mehr – und habe meine sozialen Internetaktivitäten noch mehr ins Fediverse verlagert. Trotz meiner Affinität für das Fediverse ist es interessant, das sinkende Schiff Twitter beim Untergehen zu beobachten. Als Außenstehender mit einem Interesse an digitalen Medien und sozialen Netzwerken kann die ehemalige Social-Media-Größe heute schon sehr lächerlich wirken. Irgendwie ist es sehr unterhaltsam zu sehen, wie Elon Musk das sinkende Schiff immer weiter in den Abgrund treibt – und nun schon anstalten macht, mit dem letzten Rettungsboot abhauen zu wollen. Unter Musk hat sich Twitter mehr und mehr lächerlich gemacht und natürlich auch an der Größe verloren, die es einst hatte. Twitter hat wortwörtlich einen Vogel und Elon Musk hat den Vogel komplett abgeschossen

    Ich beobachte Twitter aus dem Fediverse heraus, ich urteile anhand dessen, was mir die üblichen Nachrichtenquellen zugänglich machen: Twitter befindet sich im rapiden Sinkflug, das lässt sich wohl nicht mehr abstreiten. Das, was einmal eine feste Größe in der Welt der sozialen Netzwerke war, verliert jetzt nicht nur an Werbepartnern, sondern auch an Popularität. Für mich sind diese Entwicklungen irgendwie spannend, irgendwie ist es faszinierend, wie eine Einzelperson so ein großes Unternehmen binnen wenigen Monaten vollkommen gegen die Wand fahren kann. Andererseits hat das auch etwas erschreckendes, Tag für Tag. Twitter, Facebook, Instagram und die anderen großen „sozialen“ Netzwerke verkaufen ihr Produkt nicht an ihre Nutzer. Stattdessen verkaufen sie Werbefläche an Werbetreibende, die Nutzer werden bekanntlich zu den eigentlichen Produkten. Dass eine Einzelperson mit zu viel Geld einen derartigen Schaden an digitaler, und irgendwie auch öffentlicher Infrastruktur anrichten kann, macht mir Sorgen.

    Natürlich kann man über diese sagenhafte Geldverschwendung lachen – und weinen will zumindest ich dabei auch ein bisschen: Was hätte man mit den Millionen, die Musk in Twitter versenkt hat, alles umsetzen können? Ich möchte gar nicht an all die sozialen und gemeinnützigen Projekte, Initiativen, Vereine und Organisationen denken, denen dieses Geld nicht zu gute gekommen ist. Nein, stattdessen musste Musk aus einer Laune heraus ein Stück digitaler Infrastruktur kaufen. Ich habe meine Meinung zu diesem Thema schon klar dargelegt. Unter anderem in dem oben verlinkten Artikel, den ich seinerzeit relativ aktuell verfasst habe. Doch je länger ich über die dahinterstehende Diskussion und die neuen Meldungen diesbezüglich denke, desto mehr muss ich dem Thema hinterhergrübeln: Dass sich Twitter mal vertraglich, mal aus willkürlichem Gusto nicht an Moderationsverpflichtungen oder -abmachungen hält, hat etwas Bezeichnendes. In erster Linie ist es aber traurig, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Dass „unser“ Wirtschaftssystem für eine so fragwürdige Situation Platz geschaffen hat.

    Für mich ist es unglaublich schwer, die Situation zu beurteilen: Ja, ich interessiere mich für soziale Medien, auch aus einer ganz persönlichen Perspektive. Aber ich bin kein Wirtschaftsverständer. Ich kann nur beschreiben, dass ich mehr und mehr hinterfragen muss, ob politisch bisher genug getan wurde, um eine solche Machtausnutzung im digitalen Raum zu verhindern. Natürlich kommen dabei auch Fragen digitaler Abhängigkeit auf. Und natürlich lässt sich bei dieser Gelegenheit auch einmal mehr hinterfragen, ob soziale Netzwerke wirklich so „sozial“ sind, wie sie sich gern geben. Ich habe Twitter selbst über zwei oder drei Jahre genutzt – und ehrlich gesagt bin ich froh, das jetzt nicht mehr zu tun. Die Diskussion rund um dieses Thema kann schnell sehr persönlich werden: Selbst, wenn man zu dem Schluss kommt, dass sich die kommerziellen Netzwerke nicht für sozialen Austausch eignen, werden sie doch von vielen dafür genutzt. Hier liegt der Knackpunkt, hier wird privates Eigentum zu einer wirklich öffentlichen Infrastruktur im Digitalen, und genau hier offenbart sich irgendwie auch die Verantwortung, die den Betreibern sozialer Netzwerke zukommt.

    Ich bin in dieser Thematik zu einem Beobachter geworden – und hinterfrage in dieser Position immer mehr das, was ich zu diesem Thema mitbekomme. Ich bin als Fediverse-Nutzer froh, nicht von dieser Form der Willkür betroffen zu sein. Doch vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich so sehr dafür interessiere, wie das sinkende Schiff Twitter weiter und weiter, immer weiter untergeht. Wie seht ihr die Thematik?

  • Elon Musk hat den Vogel komplett abgeschossen

    Nachdem Elon Musk Twitter ein Angebot gemacht zu haben scheint, was sie nicht ausschlagen können (wollen?), ist Twitter verloren. Was soll schon schiefgehen, wenn der reichste Mensch des Planeten einen Webdienst besitzt, der die politische Debatte im Netz maßgeblich geprägt hat? {Ironie: off;} Twitter ist eigentlich vollkommen ungeeignet für jedes Maß an Diskussion. Gerade die Debatten und Argumente einer komplexen wie komplizierten Gesellschaft lassen sich nicht in 240 Zeichen abbilden.

    Twitter ist vollkommen toxisch; bei einem Eigentümer, der unterm Strich ein unglaublich arroganter, nervenaufreibender, rechter Troll ist, wird sich das nicht ändern. Bisher war Twitter ein Spielball der Börse, jetzt ist der Dienst der persönliche Spielball von Musk.

    Musk hat in den letzten Tagen allerdings auch für eine positive Entwicklung gesorgt: Twitter schrumpft zu Gunsten von Mastodon – dem arroganten Verhalten Musks sei dank. Ich kann nur hoffen, das die Suchbewegung, die momentan über das geliebte Fediverse rollt, zu einer Bewegung von Findenden wird: Natürlich ist das Fediverse nicht die bedingungslose Antwort auf alle netzpolitischen Fragen zum Thema Social Media. Während andere soziale Netwerke eher asoziale Netzwerke genannt werden sollten, ist Mastodon im Moment das freundliche Gesicht des Fediverse. Diese Position möchte ich Mastodon ausdrücklich gönnen.

    Natürlich wechseln viele Leute momentan wegen Musk von Twitter zu Mastodon – wie lange das anhält, bleibt zunächst einmal abzuwarten (Daumen drücken!); zum anderen wechseln viele eben (noch) nicht wegen der Aspekte freier Software, das wäre zwar schon jetzt nötig und gut, kann ja noch werden.