Schlagwort: Schreiben

  • Spaß mit „Twenty Fifteen“

    Ich habe das Webseiten-Thema geändert. Schon wieder. Dieses Mal habe ich mich für das Standard-WordPress-Thema aus dem Jahr 2015 entschieden, was den entsprechenden Namen trägt. In diesem Zuge habe ich die Webseite und vor allem die Seitenleiste gleich einmal ein bisschen weiter aufgeräumt.

    Meiner Ansicht nach ist „Twenty Fifteen“ eines der zugänglichsten und lesbarsten WP-Themen. Die Schriften sind schön groß, die Kontraste lassen sich gut einstellen, die Seite wirkt insgesamt übersichtlich und doch nicht zu sehr wie eine „Bleiwüste“. Dafür sorgen vor allem der konfigurierbare Hintergrund und die farblichen Anpassungsmöglichkeiten. Dementsprechend habe ich als Hintergrundbild das gestern bereits angesprochene „Headerbild“ verwendet. Dieses stellt jetzt den Hintergrund der Beitrags-Liste in der Desktop-Ansicht.

    Auf mobilen Geräten wird die Seite etwas mehr zusammengelegt. So lassen sich über ein Menü sowohl die Menüpunkte als auch die Elemente der Seitenleiste einblenden. Damit dieses Gesamt-Menü nicht zu sehr überläuft, habe ich gleich mal ein paar Widgets entfernt bzw. zusammengelegt. In der Hoffnung, dass nicht wichtiges auf der Strecke geblieben ist, bin ich ziemlich zufrieden mit dem Theme.

  • Tagebücher schreiben?

    Ich schreibe sehr gerne und bringe momentan einen Großteil meiner Freizeit damit zu: Mit dem Schreiben lade ich ab, was mich beschäftigt. Mit der Zeit habe ich aber festgestellt, dass sich meine Texte fast ausschließlich um bestimmte Themen drehen: Meine Interessen. Grundsätzlich habe ich daran auch nichts auszusetzen, immerhin kommt es mir so noch am ehesten vor, als hätte nicht nur ich einen Mehrwert durch die Blogeinträge. Andererseits spiele ich auch immer wieder mit dem Gedanken, Blogartikel persönlicher zu verfassen oder zumindest persönlichere Themen zu beschreiben. Manchmal denke ich sogar darüber nach, mit dem Schreiben eines Tagebuchs anzufangen.

    Bisher habe ich derartige Ideen eigentlich immer sehr, sehr schnell wieder verworfen: Einerseits habe ich nicht immer genug Zeit, mich einem „Journal“ zu widmen. Andererseits fällt es mir auch oft schwer, einzuschätzen, was „nur“ persönlich und was schon zu „privat“ ist. Die einfache Lösung für so ein Problem ist es dann meistens, einfach gar keinen persönlichen Text zu schreiben, sich wieder mit einem Thema zu beschäftigen und anderweitig mit den persönlichen Problemen des Alltags umzugehen.

    Tatsächlich sehe ich auch die Vorteile, die ein Journal mit sich bringen könnte. Immerhin stellt so etwas ja einen dedizierten Ort da, an dem man die eigenen Gedanken erst einmal abladen kann. Und das kann manchmal helfen, vor allem, wenn man sich auf irgendetwas anderes konzentrieren will – oder muss. Momentan weiß ich wirklich nicht, wie ich an die Sache herangehen soll. Einerseits denke ich, dass mir eine Art Tagebuch schon weiterhelfen könnte, andererseits denke ich, dass so etwas sein volles „Potential“ nur bei einer gewissen Regelmäßigkeit bietet. Und diese Regelmäßigkeit braucht irgendwie auch Disziplin, von der ich nicht weiß, ob ich mich zu ihr motivieren kann.

  • Mein Groll auf Rich-Text

    In letzter Zeit habe ich mich etwas ausführlicher mit Markdown und Textformatierung im Allgemeinen beschäftigt. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich über die Zeit einen ziemlichen Groll gegenüber Richt-Text-Formatierungen entwickelt habe – also der Art von Formatierung, die beispielsweise in LibreOffice genutzt wird. Da ich die letzten Texte für diesen Blog mit Markdown verfasse, habe ich mich immer mehr von der „klassischen“ Vorgehensweise beim Formatieren entfernt. Das liegt aber interessanter Weise nicht nur daran, dass Markdown einfach sehr praktisch, schnell editierbar und übersichtlich ist – sicherlich ist das ein Teilgrund, aber nicht der einzige. Mir ist auch aufgefallen, wie anstrengend es sein kann mit Richt-Text zu arbeiten.

    Ich meine hier aber nicht nur, dass sich der „Workflow“, also das eigentliche Schreiben und die Vorgehensweise beim Formatieren unterscheidet. Das mag seinen Teil zu meiner Unzufriedenheit beitragen. Vielmehr stört mich aber der absolute Mangel an allgemeingültigen Standards bei den klassischen Formatierungs-Optionen. Wenn ich einen Text aus LibreOffice beispielsweise in ein Web-CMS kopieren möchte, muss ich teils höllisch aufpassen, dass mir die Formatierungen nicht das gesamte Beitrags-Layout zerschießen. Ich habe aber ehrlich gesagt auch keine Lust mehr darauf, Texte kategorisch unformatiert einzufügen, nur um sie dann, manchmal sogar noch einmal, mit gestalterischen Mitteln zu versehen – mit Markdown kann ich mir diesen unnötigen Arbeitsschritt sparen, da ich ja dann nur angebe, wie der Text „gerendert“ werden soll. Bei Markdown geht es also um die angedachte Darstellung, und nicht um die augenblickliche Formatierung. Bei einem guten Texteditor gibt es meist auch die Möglichkeit, die Formatierungen bei Markdown zumindest hervorzuheben, so dass die vollständige grafische Darstellung eigentlich noch unnötiger wird. Wenn ich einen Text z.B. in LibreOffice fertig stelle und diesen in das unter anderem von GNU/Linux.ch verwendete CMS „Bludit“ einfügen möchte, darf ich entweder den kompletten Text umformatieren, die Absätze neu setzen (da sich die Zeilen-Abstände ansonsten unterscheiden), alles neu formatieren – und manchmal, weil es so viel Spaß auch gleich alles gleichzeitig. Und schuld ist nur das WYSIWYG-Prinzip.

    Es ist schon wieder so demotivierend, sich darüber aufzuregen, ja auch nur darüber nachzudenken. Meine Güte, einigt euch doch mal auf Standards, nutzt Markdown!

  • Blogging-Phasen

    Mit seinem Archiv-Widget bietet mir WordPress eine erstaunlich interessante Möglichkeit, meine eigenen Blogging-Gewohnheiten nachzuvollziehen. Wenn ich so auf das Archiv schaue, fällt mir einmal mehr auf, wie zyklisch ich blogge oder schreibe – um diesen Artikel ein wenig allgemeiner zu fassen. In manchen Monaten schreibe ich zum Beispiel sehr wenig oder fast nichts. In anderen Monaten möchte ich gar nicht mehr aufhören. Sicherlich hat das auch etwas damit zu tun, dass ich teils andere Dinge zu tun habe – oder einfach Texte verwerfe, die ich eigentlich nicht verwerfen müsste. Aber ich kann, wenn ich so darüber nachdenke, auch feststellen, dass ich sehr zyklisch motiviert bin, gar richtige „Motivationsschübe“ haben kann.

    In den letzten Tagen habe ich mich zum Beispiel stark mit WordPress auseinandergesetzt, und meinen „Entdeckungsprozess“ in diesem Blog festgehalten. Allein heute habe ich außerdem schon vier Texte veröffentlich, das hier ist gerade der fünfte. Meine Motivation zu schreiben hängt also auch davon ab, ob ich Themen habe, die mich ausreichend interessieren. Ein klassisches Tagebuch habe zum Beispiel noch nicht über einen Blog umgesetzt. Gestern Abend habe ich etwa MicroOS Desktop installiert – und heute habe ich viel darüber geschrieben. Mir ist dabei auch aufgefallen, dass Themen in sich eine teilweise sehr unterschiedliche „Hemmschwelle“ für mich bieten. Zu freier Software zu schreiben fällt mir beispielsweise sehr leicht, da ich mich dabei an technischen Details, gewissen Funktionen oder auch philosophischen Aspekten der jeweiligen Software oder Software-Gemeinschaft orientieren kann und an eben diesen Aspekten eigene Gedanken anknüpfen kann. Besonders angenehm gestalten lassen sich natürlich weniger formelle Artikel gestalten – zum Beispiel jene Texte in diesem Blog. Je mehr inhaltliche und formelle Verantwortung ich in einen Beitrag legen möchte oder muss, umso mehr durchdenke oder überdenke ich den jeweiligen Text.

    Wenn ich also einen politischen Text schreiben möchte, lastet eine höhere inhaltliche Verantwortung auf dem eigentlichen Prozess des Schreibens. Diese lege ich mir zugegebener Maßen zum Großteil selbst auf. Übrigens nehme ich bei politischen Texten auch wesentlich schneller nachträgliche Änderungen an inhaltlichen Aspekten, Ausdrucksweisen oder Formulierungen vor. Nicht etwa, weil ich Leser in die Irre führen möchte, sondern weil ich solche Artikel noch wesentlich länger im Nachhinein überdenke und mich wesentlich schneller an etwaigen oder tatsächlichen Missverständnissen stoße. Damit einhergehend ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich im Nachhinein noch zu einem Thema diskutiere wesentlich höher, wenn es um politische Inhalte geht. Ich denke, das ist auch in gewisser Weise nachvollziehbar. Das Ende „vom Lied“ ist dann aber nicht selten auch, dass ich wesentlich weniger politische oder gesellschaftskritische Texte schreibe. Angesichts der aktuellen politischen (und informationellen) Gesamtlage halte ich vorschnelle Positionierungen, gerade bei meinen Artikeln, für überdurchschnittlich wahrscheinlich. Dann schreibe ich teils lieber darüber, dass ich das schwierig finde – es wird also wieder einmal Zeit dazu, ein bisschen kontroverser zu schreiben. 😉

    Vermutlich werden hier auch in Zukunft noch einige Texte zu derartigen Themen erscheinen – davon kann und will ich mich einfach nicht lossagen. 🙂

  • WordPress: Spaß mit Markdown in Gutenberg

    Gerade habe ich gelesen, dass der Gutenberg-Editor Markdown automatisch erkennen können soll: Grund genug, das einfach einmal selbst auszutesten. Zum Editieren dieses Beitrags nutze ich übrigens „Zettler“, einen Markdown-Editor der neben dem eigentlichen Schreiben auch als Zettelkasten, Notizbuch oder allgemeine Schreibumgebung dienen kann. Mal schauen, wann ich dazu einen Text schreibe. 😀

    Jetzt aber zu meinem Markdown-Test: Dieser Satz sollte Fett dargestellt werden. Zumindest, wenn Gutenberg das hält, was mir von dritter Seite versprochen wurde. Hier mal ein Link zu besagtem Artikel. Darin habe ich jedenfalls auch gelesen, dass Markdown zwar zu großen Teilen, aber noch nicht in voller Gänze unterstützt werden solle. Andererseits wurde der verlinkte Blogeintrag auch schon Ende 2020 verfasst – es bleibt also zu hoffen, dass sich da noch etwas geändert haben könnte.

    Für mich wäre es schon sehr interessant, die „Kaffeediffusion“ einfach mit einem Markdown-Editor herausschreiben zu können. Damit ließe sich nämlich die Arbeit auf der lokalen Festplatte sammeln, in einem Verzeichnis und mit einer gewissen Übersichtlichkeit. Sicher macht es Spaß, direkt in Gutenberg zu schreiben, eine Offline-Funktionalität gibt es da aber natürlich nicht. Und was den Schreibfluss angeht, sind Anwendungen wie Zettlr oder Apostrophe einfach sehr gut auf die speziellen Nutzungsanforderungen von Autoren mit einer Liebe zu Markdown angepasst.

    Ich selbst nutze Markdown sehr gerne. Das liegt hauptsächlich an der Einfachheit, der Allgemeingültigkeit und der Portabilität dieser Auszeichnungssprache. Writefreely setzt beispielsweise ebenfalls auf Markdown, was mir bei den Anfängen der Kaffeediffusion sehr zu gute kam. Markdown ist sehr einfach zu erlernen und zu verstehen. Wenn man die wichtigsten Auszeichnungskürzel einmal im Kopf hat, bleiben sie eigentlich auch da, zumindest der größte Teil.

    In letzter Zeit habe ich mich außerdem etwas eingehender mit freien Markdown- und Autoren-Editoren beschäftigt. Ich war sozusagen auf der Suche nach einer persönlichen „integrierten Schreib-Umgebung“. Anwendungen wie Gnomes „Apostrophe“ oder KDEs „Ghostwriter“ finde ich zum Beispiel sehr interessant. Auch Zettlr hatte ich mir schon einmal angeschaut, aber seiner Zeit wegen der Nutzung des Elektron-Frameworks zur Seite geschoben.

    Mittlerweile habe ich mich mit Elektron abgefunden und weiß es ganz nebenbei auch ein bisschen zu schätzen, dass es scheinbar maßgeblich zu einer einfacheren Plattformunahängigkeit diverser Anwendungen beiträgt. Am Ende des Tages ist Elektron auch freie Software, was für mich ohnehin das wichtigste Auswahl-Kriterium darstellt. Ich muss schon sagen: Zettlr scheint doch einige interessante Funktionen zu bieten, die es sowohl als einen Editoren, als auch als ein Schreibprogramm, als auch als eine Notiz-Anwendung interessant machen. Alles in allem würde es mich freuen, Zettlr in meinen „Autoren“-Alltag integrieren zu können. Später werde ich Zettlr dann vermutlich noch einen dedizierten Beitrag widmen.

    Bis dahin: Happy Bloggin‘!

    Update: Das Kopieren aus Zettlr scheint tadellos geklappt zu haben. Ob das jetzt daran lag, dass Zettlr Markdown zumindest in Teilen herausrendert, oder ob es auf die Stärken von Gutenberg hinweist, muss ich noch herausfinden. 🙂

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  • WordPress: Doch eine Lanze für Gutenberg brechen? Aber sicher!

    Im letzten Blogeintrag habe ich ein paar erste Gedanken zu Gutenberg und dem klassischen Editor zusammengetragen. Und nachdem ich, wie versprochen ein wenig herumprobiert habe, kann ich tatsächlich feststellen: Das ist alles Gewohnheitssache.

    Das sich der klassische Editor auf den ersten Blick schneller anfühlt, ist, denke ich, nachvollziehbar. Allerdings muss auch dazu gesagt werden, dass die Nutzerführung sich in Gutenberg vollkommen von einer klassischen Nutzerführung unterscheidet. Beide Ansätze haben meiner Meinung nach ihre Vorteile: Der klassische Editor hält grundlegend, was er verspricht, Gutenberg überrascht mit neuen Funktionen. Und um ehrlich zu sein, bin ich viel zu motiviert und begeistert von dieser ganzen bunten WordPress-Welt, die sich mir momentan auftut, als dass ich meine Finger von Gutenberg lassen könnte.

    Mit dem klassischen Editor habe ich schon gearbeitet — und ja, der hält, was er verspricht. Mit Gutenberg macht das Schreiben aber auch Spaß, wie ich es bereits im vergangenen Eintrag thematisiert habe. Wenn ich aber länger über das Thema nachdenke, beschleicht mich ein wenig der Gedanke, dass ich Gutenberg womöglich vorschnell als eine moderne Webentwicklung abgetan habe, die nichts für einen eher klassischen Anwendungszweck als Blogger bietet. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr denke ich, dass für meinen Anwendungszweck durchaus Vorteile gibt, die mir der klassische Editor nicht bietet. Was zum Beispiel, wenn ich einen Text umstrukturieren möchte? Was, wenn ich doch einmal auf die Idee kommen sollte, ein gewisses Layout anlegen zu wollen?

    Was die Nutzerführung angeht, muss ich Gutenberg schon dafür loben, dass es Fortschritt bringt, ohne Bestehendes umzuwerfen. Immerhin ist der klassische Editor ja als Plugin verfügbar, immerhin kann man darauf umschalten — so man denn will. Ich denke, hier sollte am Ende des Tages jeder für sich selbst testen, was denn besser passt.

    Im letzten Beitrag habe ich auch den speziellen Anwendungsfall der taz Blogs skizziert. Jetzt, da ich mir den Gedanken noch einmal durch den Kopf gehen lasse, beschleicht mich der Verdacht, dass Gutenberg doch ein reales Problem löst und verhindert, dass sich derartige Schwierigkeiten in Zukunft auftun: Das Layout der taz Blogs ist sehr strukturiert, dadurch aber auch von einem bestimmten Artikelschema abhängig geworden. Das muss nicht negativ interpretiert werden, bringt es doch auch eine gewisse Form der Kontinuität. Dennoch muss es auch nicht nur Vorteile bringen, immerhin ermöglicht Gutenberg in WordPress auch ein größeres Maß an Selbstverwirklichung. Dafür muss ich WordPress wirklich loben.

    Das ist zwar ein Thema für einen anderen Beitrag, hier aber auch einmal ganz kurz: Ich habe, und da bin ich mir erstaunlich einig mit mir selbst, dass Gefühl, dass klassische Blogs, Text im Allgemeinen und insbesondere im Internet viel zu sehr unterschätzt wird. Für mich ist Text und klassisches Blogging sehr wichtig geworden, und eben auch zu einer wunderbaren Möglichkeit, mich selbst ohne eine verkopfte Abstraktionsebene ausdrücken zu können, in einer kreativen Form.

    Text ist direkt, ohne zu direkt zu sein. Text ist diskret genug, um überdacht werden zu können und Text ist natürlich auch sehr flexibel, was ihn für mich persönlich ideal macht. Und der Witz ist: Gutenberg erleichtert zwar das Arbeiten mit multimedialen Inhalten, doch der Text fällt keines Falls „hinten ‚runter“. In WordPress ändert sich auch mit Gutenberg nicht, dass es sehr gut (aber nicht nur) für klassische Blogs geeignet ist. Gutenberg erleichtert hier vieles, gerade wenn es um die Ergänzung des Textes geht. Ich habe jetzt, da ich diesen Text in Gutenberg schreibe, nicht das Gefühl, dass es WordPress um eine Verschiebung des inhaltlichen bzw. medialen Fokus innerhalb des Systems gehe: WordPress ist für mich auch mit, in Zukunft vielleicht auch wegen Gutenberg noch immer WordPress.

    Die Arbeit, die aus meiner Perspektive in Gutenberg erkennbar ist, lässt sich nicht herunterspielen. Gutenberg vereinfacht die Handhabung des CMS‘ bei der Beitragserstellung doch sehr angenehm — und kommt damit interessanter Weise wieder auf den klassischen Text zurück, als eine Konstante, die vermutlich auch konstant bleibt.

    Im nächsten Beitrag möchte ich meine Erfahrungen mit dem Block-Editor auf Widget-Ebene darlegen.

  • WordPress: Gutenberg oder TinyMCE

    Während ich mich in den letzten Tagen eingehender mit WordPress und dessen Plugin-System beschäftigt habe, bin ich immer wieder über die verschiedenen Standardeditoren gestolpert, die WordPress mehr oder weniger offiziell unterstützt. Standardmäßig liefert WordPress den Block-Editor „Gutenberg“ aus, mit dem sich nicht nur Beiträge sondern mittlerweile auch ganze Blogs oder Webseiten erstellen lassen. Gutenberg arbeitet dabei mit dem Prinzip der Modularisierung von Seiteninhalten — jeder Absatz und jedes Bild, oder allgemein: jeder Teil eines Blogeintrags, bekommt einen eigenen „Block“ zugewiesen. Diese Blöcke lassen sich dann durch die Gegend ziehen, kreativ anordnen, gruppieren und bearbeiten.

    Ein Beitrag wird dadurch also in seine Einzelteile zerstückelt, um eine leichtere Feinanpassung im Layout zu ermöglichen, auch ohne CSS- und Webdesign-Kenntnisse.

    Man kann von diesem Konzept halten was man möchte, für mich scheint allenfalls unbestreitbar, dass WordPress so mit der Zeit gehen möchte und sich auch den allgemeinen Trends im Web anzupassen versucht: Heute sind klassische Blogs mit viel Text und teils chronischer Bildverweigerung eher aus der Mode gekommen. Stattdessen sieht man — wenn man den „Mainstream“ des Internets und des Webs nutzt — fast täglich irgendwelche Business-Webseiten, die wenig Inhalt auf viel Raum zerren. Mit dem Scrollen kommt man dann manchmal gar nicht mehr hinterher.

    Von meinem politischen Blog „other society“ bin ich aber einen eher klassischen Editor gewohnt, auf den taz Blogs scheint Gutenberg offenbar deaktiviert worden zu sein. Ich habe hier in einem anderen Artikel schon einmal beschrieben, dass mir das gar nicht so wirklich aufgefallen ist. Immerhin habe ich bei „other society“ oftmals nur einen bereits in LibreOffice Writer fertiggestellten Text in den dafür vorgesehenen Textkasten eingefügt. Dazu muss aber auch gesagt sein, dass das Layout der taz Blogs doch ein sehr eigenes ist: Jeder Artikel wird standardmäßig immer mit einem eigenen Beitragsbild versehen, außerdem sind eine Themenzeile über dem eigentlichen Titel sowie ein Textabriss in wenigen Sätzen im Layout selbst eingeplant: Das passt nicht ganz zu Gutenberg, der auf WordPress sehr viel Individualität zulässt.

    Schade ist indes, dass es keine einfache Möglichkeit zu geben scheint, schnell zwischen den beiden offiziellen Editoren hin- und herzuschalten. Der klassische Editor wird nämlich als ein Plugin ausgeliefert, das ein Blogger bei Bedarf manuell installieren darf oder muss — so er denn einen klassischen Editor bevorzugt.

    Diesen Text schreibe ich momentan im klassischen WordPress-Editor, das gerade benannte Plugin ist hier also derzeit aktiviert. Deutlich wird: Der klassische Editor ist zwar um einiges starrer, oder auch traditioneller. Aber er fühlt sich eben auch etwas schneller, agiler an. Das mag vielleicht daran liegen, dass Gutenberg so weit ich weiß einige Animationen verwendet und dessen Handhabung wesentlich dynamischer daherkommt und daherkommen soll. Für mich stellt sich somit einmal mehr die Frage, ob ich die Funktionalität, die modernen Errungenschaften von Gutenberg wirklich brauche.

    Das mag vielleicht angestaubt klingen, aber ich veröffentliche in diversen Blogs eigentlich primär und auch am liebsten Text. Ganz. Normalen. Text.

    Mit Gutenberg macht das Ganze natürlich auch Spaß, aber die Herangehensweise ist schon eine andere: Der klassische Editor hingegen ähnelt eher einem klassischen, einfachen Textverarbeitungsprogramm und vermittelt dank seines traditionellen Aufbaus ein vertrautes Gefühl: Das ist für mich Blogging, natürlich auch nur, weil ich das so gewohnt bin.

    Klar ist mir aber auch: Ich arbeite mich erst noch in meine WordPress-Installation ein, ich muss mich noch ein bisschen umschauen, und irgendwie ist es ja auch interessant, abzuwägen, welcher Editor denn besser zu dem passt, was ich eigentlich veröffentlichen möchte. Ich werde also — schon aus Neugier — nicht darum herumkommen, in der nächsten Zeit ein bisschen auszuprobieren.

    Glücklicherweise läuft dieser Blog auf einem sehr klassisch gehaltenen Theme, dem Standardtheme aus dem Jahr 2011, als von Gutenberg wohl noch nicht die Rede war. Daher sollte es, so vermute ich, wohl zu keinen größeren Problemen beim Wechsel zwischen Gutenberg und dem klassischen Editor kommen. Ich hoffe jedenfalls auf das beste. 😉

  • LibreOffice ist und bleibt gut

    In letzter Zeit habe ich mich viel mit ablenkungsfreien Editoren oder Textverarbeitungsprogrammen beschäftigt. Beispiele für derartige Programme wären etwa der „FocusWriter“ oder der Markdown-Editor „Ghostwriter“ aus dem KDE-Umfeld. Doch während ich mich mit diesen Anwendungen beschäftigt habe, ist mir aufgefallen, dass ich mich selbst durch die Funktionsweise, die ich ja erkunden wollte, ablenken lassen habe.

    Diesen Text schreibe ich wieder in LibreOffice Writer, ja, hier gibt es zwar eine Vielzahl an Knöpfen mehr, die Frage, ob man diese braucht, stellt sich weiterhin. Aber: LibreOffice stellt für mich eine sehr vertraute Schreibumgebung dar, und gerade diese Vertrautheit hilft dabei, sich konzentrieren zu können. Jede Software braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit, jede Software möchte anfangs erkundet werden, doch wenn man diesen Prozess einmal hinter sich hat, ist es besonders leicht, einfach daran kleben zu bleiben.

    LibreOffice ist für mich zu einem universalen Werkzeug geworden: Ich schreibe hier gerne Texte, bin für Präsentationen darauf angewiesen und nutze auch LibreOffice Draw für das Bearbeiten und Ergänzen von PDF-Dateien. LibreOffice ist eine richtige Büro-Suite und am Ende des Tages so vollständig, dass kaum Wünsche ausbleiben. Bevor ich GNU/Linux genutzt habe, habe ich Windows-bedingt auch Word benutzt, damit haben wir schon in der Grundschule einfache Dokumente verfasst, in der weiterführenden Schule ging es dann in dieser Richtung weiter. Doch als ich mich mit GNU/Linux auseinandergesetzt habe, viel mir der Übergang zu LibreOffice wirklich nicht schwer. Das ist eigentlich erstaunlich, gerade, wenn man die unterschiedliche Menüführung der einzelnen Büro-Suiten bedenkt.

    Mittlerweile habe ich die standardmäßige Menüführung von LibreOffice derartige verinnerlicht, dass ich andere Anwendungen zu gern damit vergleiche. Word scheint mir mit seinen Registerkarten wahnsinnig umständlich. Hier mal ein Beispiel: Ich habe meinen Eltern ihr LibreOffice mit der Registerkarten-Ansicht konfiguriert, um ihnen den Einstieg ein bisschen zu erleichtern. Als ich dann aber gefragt wurde, wie man Sache XY umsetzt, habe ich mich schlicht und ergreifend selbst nicht reingefunden und schnell auf die Standardansicht zurückgestellt.

    Mittlerweile bin ich so sehr an diese Ansicht gewöhnt, dass sie mich nicht mehr wirklich ablenkt. Mittlerweile weiß ich, wo die Funktionen sind, die ich tatsächliche brauche und welche ich dann doch ignorieren kann, sollte, aber nicht unbedingt muss. Libreoffice ist eben eine Textverarbeitungssoftware, und das ist auch kein Problem.

  • Föderation, Ruhe und Danke

    Über die Zeit, in der ich diesen kleinen Blog hier geschrieben habe, ist er mir mehr und mehr ans Herz gewachsen. Anders als auf anderen Plattformen oder Blogs, in denen ich mich gezwungen sehe, auch mal sinnvolle Texte zu schreiben, habe ich diesen Blog bisher immer gut als einen gewissen Ausgleichsfaktor nutzen können.

    Gerade bei politischen Inhalten bin ich sehr vorsichtig geworden, bevor ich einen Text veröffentliche, schlicht und ergreifend weil viele politische Themen mittlerweile eine extrem differenzierte Auseinandersetzung zu fordern scheinen, die ich nicht immer gewährleisten kann, wenn ich mich aufrege, wütend, traurig, enttäuscht, hoffnungsvoll oder euphorisch bin.

    Dieser Blog hier hingegen kommt mir wesentlich persönlicher vor, wesentlich ruhiger, viel entspannender. Die ‚Kaffeediffusion‘ ist zu einem persönlichen Gedankentagebuch geworden. Doch obwohl, oder vielleicht gerade weil es so motivierend für mich sein kann, hier Texte zu veröffentlichen, Frage ich mich wieder und wieder, ob ich nicht doch die Fediverse-Föderation anschalten sollte, ich bin mir sehr sicher, dass die Texte hier dann tendenziell mehr Leuten angezeigt werden würden (da ich den Blog dann über mein Friendica-Profil spiegeln würde).

    Die Frage ist aber: Will ich das wirklich? Möchte ich wirklich mehr gelesen werden? Momentan verlinke ich in meinem Mastodon- und Friendica-Profil auf den Blog, teile aber keine Beiträge, wodurch wesentlich weniger Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden dürfte — natürlich wären die Neuansichten auch mit einem solchen Teilen nicht wirklich viel höher, aber doch bemerkbar für mich.

    Bevor ich auf diese Instanz umgezogen bin, habe ich meinen writefreely-Blog unter blog.fedi.tech auch föderiert und gespiegelt, und tatsächlich immer wieder Kommentare dazu bekommen. Mal abgesehen davon, dass diese ausnahmslos sehr nett und auf das Thema bezogen waren, frage ich mich, ob ich das mit diesem Blog hier wieder tun möchte.

    Momentan denke ich, dass ich die Föderationsfunktion ersteinmal nicht anschalten, konkret also keine einzelnen Artikel über Micro- oder Macrobloggingdienste teilen werde. Am Ende des Tages ist das einfach nicht sonderlich wichtig für mich, ich benutze diesen Blog hier primär, um mir das von der Seele zu schreiben, was ich auf anderen Plattformen und Blogs nicht loswerden will oder kann — und dafür eignet sich das ruhige writefreely-Umfeld wirklich sehr gut.

    Ich weiß nicht, ob es am integrierten Markdown-Editor, der Plattform an sich, der Gemeinschaft dahinter oder irgendeiner persönlichen Wahrnehmung liegt, aber: Wenn ich hier Texte schreibe, kann ich mich auf irgendeine Art und Weise entspannen und eine Auszeit nehmen von der Ernsthaftigkeit, die viele Teile des heutigen Webs einzunehmen scheint, die ich aber nicht immer adäquat ausfüllen kann und möchte.

    An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal ein großes Danke an Jan richten — danke für die erstklassige Moderation dieser writefreely-Instanz: Danke, dass ich hier in ruhe schreiben darf, und das nicht in mitten von Spamartikeln sondern zwischen interessanten anderen öffentlichen Blogeinträgen und Texten dieser Instanz. Auch dafür möchte ich mich bedanken, ich freue mich immer wieder über die Texte im Reader.

    Danke also an alle Beteiligten. 🙂

    Hinweis: Dieser Artikel wurde von writefreely importiert. Einige inhaltliche Aspekte beziehen sich auf diese Plattform.