Schlagwort: Schreiben

  • 9. Juni 2023

    9. Juni 2023

    Ich beschäftige mich gern mit den verschiedenen Aspekten rund um das Bloggen. Dabei stoße ich bei meinen Internetrecherchen teils auf sehr verschiedene, und manchmal irgendwie auch bizarre Inhalte. Bei meinem ausgiebigen Surfen durch das Netz habe ich bisher schon sehr viel über das Betreiben eines Blogs, den Aufbau, die Gestaltung und vieles mehr lernen können. Ob und wie sich diese Erkenntnisse hier niederschlagen, kann ich zwar nur schwer messen. Doch es sollte schon klar sein, dass jeder durch das beeinflusst wird, was er selbst sieht, lernt und versteht.

    Bei manchen Konzepten und Ideen bin ich aber froh, nicht immer hörig zu sein: Ich meine hier natürlich genau diese bizarren Inhalte, die ich bereits angesprochen habe. Mir ist bei meinen Recherchen ein sehr interessanter, aber zugleich auch beängstigender Trend aufgefallen: Heute scheint das Bloggen für sehr viele nur eine weitere Einnahmequelle zu sein – mehr nicht. Ich habe das Gefühl, das vielen Internet-Gurus die kreative Seite am Bloggen verloren gegangen ist. Für mich ist das Bloggen eine Form der Selbstverwirklichung und Reflexion. Und ganz nebenbei lerne ich über das Schreiben auch sehr viel mehr über die Themen, die mich interessieren. Ich habe Spaß am Schreiben dieses Blogs. Doch bei anderen scheint dieser Spaß entweder verschwunden, oder nie da gewesen zu sein.

    Was bei der Suchmaschinenoptimierung anfängt und bei unzähligen Werbebannern auf einer Seite endet, ist das, was mich immer ein wenig mulmig stimmt. Für mich war und ist das Bloggen auch immer ein Ausweg und ein Zufluchtsort gegenüber der schnellen Welt der Selbstdarstellung im Internet. Ich weiß nicht, ob ich diesbezüglich überreagiere. Doch gerade bei Tutorial-Videos und Anleitungen habe ich nur zu oft das Gefühl, es gehe eigentlich nur um das große Geld. Und das möchte ich nicht hinnehmen. Ich kann natürlich verstehen, dass Menschen mit ihren Texten und Beiträgen Geld verdienen möchten. Doch dann stellt sich auch die Frage, ob die Texte oder das Geld im Vordergrund stehen. Ich weiß, das ist eine persönliche Frage. Doch für mich ist es derzeit schlichtweg unvorstellbar, so über diesen Blog nachzudenken. Ich habe schon einmal davon geschrieben, zum „Selbstzweck“ zu bloggen. Ganz nebenbei macht es mir auch viel Mut, in den Kommentaren oder im Fediverse von Gleichgesinnten mitzubekommen.

    Doch wenn ich mich über das Bloggen informiere, frage ich mich, wie es um die Mehrheitsverhältnisse in diesem Bereich steht: Ist das Bloggen heute für die meisten eher mit Selbstdarstellung oder doch mit Selbstverwirklichung zu vergleichen? Ja, ich werfe hier Fragen zusammen. Ja, wirklich differenziert kann man diesen Blogeintrag nicht nennen. Aber ich möchte trotzdem dazu stehen: Dieses Gefühl, dass es vielen nicht um das eigentliche Erstellen von Beiträgen geht, werde ich nicht mehr los. Vielleicht sollte ich mich auch einfach damit abfinden. Wenn Menschen derartig auf ihr digitales Geschäft konzentriert sind – na dann soll es ihnen doch gegönnt sein. Zum Glück erwartet ja niemand von mir, derartige Texte gut zu finden.

    Ich muss es nochmals festhalten: Zwischen den Videos die ich mir angeschaut habe und den Texten die ich gelesen habe, waren die oben beschriebenen Blogger vermutlich ausnahmen. Es wirkt ja fast schon stereotyp, und ehrlich gesagt auch ein bisschen überzeichnet, wie ich diese Charaktere gerade gezeichnet habe. Es bleibt wohl doch eine Wahrnehmung, das, was ich hier beschrieben habe. Ist diese Wahrnehmung aus der Luft gegriffen? Ich würde mich freuen, eure Einschätzungen dazu zu hören.

  • 8. Juni 2023

    8. Juni 2023

    Ich habe schon in meinem Blogeintrag zu meinen Alltagshelfern angesprochen, dass ich mich von Zeit zu Zeit durch verschiedene RSS-Programme und andere Optionen zur persönlichen Nachrichten-Aggregation teste. Egal mit welchen Programmen man versucht, Nachrichten für sich selbst zugänglich zu machen: Jeder verarbeitet tagtäglich eine Flut an Nachrichten, vielleicht bewusst, vielleicht unbewusst. Doch den Nachrichtenstrom zu händeln kann manchmal gar nicht so einfach sein. Auch dazu habe ich schon einen Text geschrieben. Software-Programme hin oder her finde ich aber auch die Frage spannend, die hinter den RSS-Anwendungen, Diensten zur Speicherung interessanter Artikel und all der anderen Software in diesem Bereich steht.

    Für mich würde es sich eigentlich sehr anbieten, endlich einen Nachrichtenstrom mit interessanten Quellen anzulegen. Doch so oft ich das bisher auch versucht habe, bisher ist es mir nicht wirklich gelungen. Sicher würde mir das einiges an Zeit ersparen, doch bisher konnte ich noch keinen großen RSS-Feed in meinen Alltag integrieren. Ich bin also ein Surfer geblieben, selbst wenn es darum geht, Quellen aus erster Hand zu hören. Eigentlich kann ich das nicht so stehen lassen, finde ich zumindest. Sicher, auch ich vereinfache mir das Arbeiten mit der Nachrichtenflut, indem ich themenspezifische „Planeten“, also Zusammenschlüsse verschiedener Feeds auf einer Webseite, lese. Auch soziale Nachrichtenaggregatoren wie Reddit oder Lemmy im Fediverse finde ich sehr interessant – und hier und da auch hilfreich. Selbst über soziale Medien wie Mastodon und Friendica bekomme ich einige interessante Informationen mit. Es ist also nicht so, als würde ich stets erst nach Quellen suchen, die mir dabei helfen könnten, am Ende des Tages doch irgendetwas zu finden.

    Ein RSS-Feed würde sich hier sicherlich anbieten. Während das (kostenfreie) Angebot an RSS-Diensten im Netz alles andere als rosig aussieht, stünde mir am Rechner eigentlich nichts im Wege. Desktopprogramme wie Liferea sind frei lizenziert und eignen sich entsprechend einiger Testläufe auch gut zum „Nachrichten-Sammeln“ an sich. Klar, mit einer Internet-basierten Synchronisation hört es dann schon schnell auf. An Serverprogramme zum selbst Hosten traue ich mich wegen mangelnder Erfahrung (noch) nicht heran. Auch die Firefox-Erweiterung „FeedBro“ wurde mir empfohlen. Ich zögere noch ein wenig, einen Blick darauf zu werfen, da mir die Lizenzsituation des AddOns noch nicht ganz schmeckt. Aber vielleicht muss ich mich auch nur noch ein wenig weiter damit beschäftigen. Doch egal, welche Möglichkeit ich hier beschreibe: Vollkommen zufrieden stellt mich derzeit eigentlich keine. Das Interessante ist, dass das nicht nur an den Lösungen selbst. Ich könnte mich zum Beispiel tierisch darüber aufregen, dass manche RSS-Feeds Texte nur gekürzt ausliefern, andere in voller Länge. Manche RSS-Vertreiber heißen selbst bei großen Medien manchmal einfach nur „Neue Nachrichten“, oder sind ähnlich uneindeutig. Derartige Tatsachen trüben meine RSS-Nutzung doch sehr: Hier einen Browser öffnen, dort herausfinden, welches Portal hinter einem Artikel steckt; das macht auf Dauer keinen Spaß.

    Bei sozialen Nachrichten-Aggregatoren kommt neben dem reinen Sammlungs- und Ballungseffekt, den derartige Dienste bieten können, auch eine Diskurskomponente hinzu. Natürlich hängt diese auch immer davon ab, wer sich in einer betreffenden Gemeinschaft oder Subkultur im Internet bewegt – doch ingesamt halte ich das für einen spannenden Faktoren. RSS kann – und will – etwas derartiges vermutlich nicht bieten. Vielleicht muss ich mich auch noch einmal neu in RSS einarbeiten und einen eigenen Weg finden, derartige Feeds für meine Zwecke zu nutzen. Ich habe zum Beispiel überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre, den eigentlichen Reader nur für die Überschriften zu nutzen und dann standardmäßig jeden Text im Browser zu öffnen.

    Hinzu kommt natürlich auch ein ganz banaler Fakt: So ein RSS-Feed will aufgebaut, gepflegt und gewartet werden. Was wenn Seiten ihren Feed zerschießen, umziehen oder schlicht nicht mehr bespielen? Für mich stellt sich dann oft die Frage, was ich überhaupt in meinem Feed bündeln möchte. Und von Kategorien und ähnlichen Verwaltungswerkzeugen möchte ich da noch gar nicht reden. Für mich jedenfalls würde es momentan einiges an Arbeit bedeuten, einen Feed weiter und weiter an meine Bedürfnisse anzupassen, da ich mir selbst teils unsicher bin, wo diese genau liegen. Klar, ich sehe welche Vorteile mir ein gebündelter Feed bieten könnte – und wenn dieser einmal steht, muss er vielleicht auch nicht weiter verwaltet werden. Trotzdem stellen sich dann Fragen: Wie würde ich zum Beispiel neue Seiten finden, wenn ich den ganzen Tag nur in denen lese, die ich ohnehin bereits kenne.

    Ich finde RSS sehr spannend, sowohl von der Idee her, aber auch was die standardmäßige Verbreitung dieses offenen Standards angeht. Ich möchte auch nicht davon ablassen. Vielleicht muss ich meine Suche nach einer halbwegs perfekten (man beachte das Oxymoron 😉 ) Lösung für dieses Problem fortsetzen. Wie regelt ihr euren Nachrichtenstrom? Lasst ihr euch treiben oder surft ihr auf diesen Wellen? Nutzt ihr RSS, und wenn ja: Wie?

  • 7. Juni 2023

    7. Juni 2023

    Heute ist wieder einer dieser Tage, an dem mir partout keine gute Textidee einfallen möchte. Wo ich manchmal nur Sekunden nachzudenken brauche, gab es heute leider keine dieser zündenden Ideen, die wohl jeder Blogger liebt. Auch wenn ich zu einem großen Teil für das Schreiben und Bloggen an sich Texte auf dieser Seite veröffentliche, so freue ich mich doch, wenn ich damit Menschen erreiche kann. Ich freue mich, wenn Leute mich im Fediverse finden und unter einem der Links zu diesen Beiträgen hier kommentieren. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich einen konstruktiven Kommentar zu einem Blogeintrag bekomme. Für diese Ergänzungen bin ich mittlerweile sehr dankbar. Bevor ich diesen Blog mit WordPress betrieben habe und bevor ich diese Texte vermehrt im Fediverse gepostet habe, sah auch für mich das was ich „Bloggen“ genannt habe anders aus.

    Für mich ist das Bloggen mittlerweile sehr viel interaktiver geworden. Einerseits ist es noch immer der selbst gefundene (digitale) Zufluchtsort, an dem ich einfach drauf losschreiben kann. Andererseits weiß ich mittlerweile, dass ich nicht der einzige bin. Und vermutlich auch nicht der einzige mit einer so speziellen Motivation eigene Texte auf diese Art und Weise zu teilen. Große Reichweite ist nicht das Thema, doch den Austausch möchte ich auch nicht mehr missen. Bevor ich zu WordPress gewechselt bin, konnte ich meine Artikel über writefreely zwar in das Fediverse teilen, und auch die automatische Spiegelung über Friendica konnte ich anschalten. Doch eine Kommentarsektion wie hier gab es zum Beispiel nicht. Insgesamt bin ich mit meiner Entscheidung für WordPress im Moment sehr zufrieden. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich mir schon ein-, zweimal die Haare wegen diesem Blogsystem gerauft habe, möchte ich derzeit nicht weg. Die Vorteile und irgendwie auch den Komfort, den WordPress bietet, möchte ich nicht mehr missen.

    Ich weiß natürlich nicht so ganz, wie dieser Blog von Leserinnen und Lesern wahrgenommen wird. Hier und da frage ich vielleicht in die Richtung – doch am Ende hängt das ja auch von der eigenen Wahrnehmung des Einzelnen ab. Ich kann nur für mich sagen, dass ich sehr froh bin, auch an diesem Blog drangeblieben zu sein. Während dieser Blog vor meinem WordPress wechsel nur sporadisch irgendwelche Einträge erhalten hat, sieht das momentan bekanntlich anders aus, und darüber bin ich froh. Ich muss auch gestehen, dass ich mich immer mehr mit dem Gedanken eines persönlichen Blogs angefreundet habe. Wo ich unlängst eher weniger mit dem Begriff anzufangen wusste, habe ich jetzt das Gefühl, meine eigene Beziehung dazu gefunden zu haben. Ich kann mich momentan gut in den Texten, die ich hier veröffentliche, wiederfinden. Woran das genau liegt? Gute Frage.

    Vielleicht ist es meine Herangehensweise, vielleicht liegt es noch viel mehr an den Rückmeldungen, die ich ohnehin schätze. Vielleicht liegt es daran, dass es über einen gewissen Zeitraum irgendwie funktioniert hat, und ich deswegen in eine Art Routine gelangt bin. Ich weiß es nicht, aber vielleicht erkenne ich das ja noch. Vielleicht bekomme ich irgendwann mit, woran es denn gelegen haben könnte. Allein schon der Umstand, dass ich heute ohne irgendeine konkrete Idee einen weiteren Text geschrieben habe, kann motivieren. Manchmal denke ich, dass ich sehr durchschaubar ticke – hin und wieder, unter manchen Umständen, in manchen Lebenssituationen. Und in einem anderen Moment verstehe ich mich selbst und eigene spontane Entscheidungen nach Minuten nicht mehr. Das zu erklären… Ich denke darüber könnte ich noch ein paar Texte schreiben.

  • Überdenken

    Überdenken

    Im Englischen gibt es den Begriff des „Overthinkings“; so populär wie dieser im Deutschen wird, man könnte ihn schon fast als neudeutsch bezeichnen. Sich zu sehr über etwas Gedanken machen – das kann man als eine Form der Paranoia interpretieren, der überhöhten Vor- oder vielleicht auch der übertriebenen Nachsicht ansehen. Doch so eine richtige Übersetzung habe ich für diesen Anglizismus bisher noch nicht gefunden. Ich weiß nicht so wirklich, wie ich das ganze im Deutschen nennen würde. Doch eigentlich tut das auch nicht so sehr zur Sache, immerhin geht es um das Prinzip. Dass ich mir selbst zu viel über Kleinigkeiten den Kopf zerbreche – das kenne ich auch ohne eine passende Vokabel nur zu gut. Auch ohne ein direktes deutsches Wort dafür komme ich mir selbst oft wie ein „Overthinker“ vor.

    Versteht mich nicht falsch. Ich habe schon oft genug Entscheidungen getroffen, die ich so ziemlich Sekunden später bereits bereut habe. Da hätte mir ein weiteres Überdenken – sozusagen das Overthinking im Wortsinne – vielleicht gut getan. Doch zu lernen, nicht sofort ja, und vielleicht auch einmal nein sagen zu können – das ist das eine. Doch das Nachdenken über Probleme, die sich so auch nicht lösen, das ist für mich etwas anderes. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mein Bauchgefühl zwar oft genug bereue, doch dann auch feststellen kann, dass ich es gar nicht hätte bereuen müssen. Hin und wieder sind Termine, denen man vorschnell zusagt, auch nicht so schlimm, wie man sie sich ausmalt. Und wo da vielleicht ein weiterer Gedanke im Voraus sinnvoll gewesen wäre, da hat ein panischer Gedanke im Gewusel auch nicht viel beigetragen. Zumindest geht es mir manchmal so.

    Für mich ist es nicht immer leicht, die schwere eigener Entscheidungen rechtzeitig einzuschätzen. Manchmal überschätze ich Probleme und bin im Nachhinein erleichtert – manchmal unterschätze ich Herausforderungen oder rede mir das zumindest so ein. Doch selbst dann muss ich ja irgendwie damit umgehen. Irgendwann gibt es oft diesen Moment, an dem ich einfach nicht mehr herum komme um das, was ich mir schrecklich vorstelle. Wenn es dann gar nicht so schlimm ist – umso besser. Wenn es wie erwartet abläuft, naja – selbst dann geht der Moment vorbei. Selbst dann weiß ich, dass ich mich irgendwann an diesen Moment zurückerinnern werde. Der Gedanke, dass dieses „Irgendwann“ auch näher rückt, kann doch ein bisschen unter die Arme greifen, wo man das braucht.

    Auch ein gutes Gespräch kann dabei helfen, irgendwie mit einer Situation klar zu kommen. Ich jedenfalls denke oft, dass ich mich schon hier und da darin verliere, was ich selbst als ein „Nachdenken“ ansehen würde. Wenn die Probleme scheinbar immer größer werden, je länger man darüber nachdenkt, dann kann ein gutes Gespräch auch sehr hilfreich sein. Ein guter Zuhörer weiß oft schon deswegen zu helfen, weil er in einer Situation auch außen stehen kann – und das ist manchmal ein großer Vorteil, finde ich. Wenn ich mit guten Freunden über Dinge Rede, die mich bewegen, dann bin ich hinterher oft froh, doch einmal losgelassen zu haben. Losgelassen zu haben, was mir zuvor oftmals als zu privat, zu intim, irgendwie zu kompliziert oder auch zu banal vorgekommen ist. Ich denke, dass man sich schnell selbst in eine Sache hineinfressen kann, ohne zu merken, wann man damit besser aufhören sollte. Vielleicht ist vorheriges Nachdenken besser als verzweifeltes Überdenken im Nachhinein. Doch das ist oft natürlich auch einfacher, schneller und leichter gesagt, als getan. Sich selbst dazu bewegen zu können, auch einmal hinnehmen zu können. Vielleicht ist es das, wonach ich mit diesem Text suche.

  • Fortschritte mit zehn Fingern

    Fortschritte mit zehn Fingern

    Vor ziemlich genau zwei Wochen habe ich angefangen, mit den Programmen KTouch und vor allem Tipp10 das Zehn-Finger-Schreibsystem zu erlernen. Wo ich am Anfang noch sehr unsicher war mit diesem unvertrauten System, kann ich mittlerweile eine sehr starke Verbesserung feststellen. Anfangs hatte ich wirklich bedenken, ob das Vorhaben wirklich funktionieren könnte. Doch ähnlich wie mit meinem täglichen Schreibziel hat das Üben mit Tipp10 erstaunlich gut geklappt. Nach zwei Wochen bin ich mittlerweile schon wesentlich sicherer geworden – und zwar so sehr, dass ich das Zehnfingersystem mittlerweile täglich verwenden kann. Ich habe mittlerweile nicht mehr das Bedürfnis, zu meinem alten System zurück zu wechseln, da mich das Tippen mit allen Fingern mittlerweile nicht mehr aufhält.

    Nach zwei Wochen sehen die Fortschritte so aus: Ich habe alle Lernlektionen abgeschlossen und mehrfach wiederholt. Ich konnte dabei täglich Verbesserungen feststellen. Auch die Punktwertungen, die Tipp10 vergibt, haben sich über die Zeit immer weiter verbessert. So konnte ich in den meisten Lektionen Punktwertungen über 20 erreichen, was etwa einem fortgeschrittenen Lernstand entspricht. Jetzt, da ich zu den Textlektionen übergegangen bin, schaffe ich oftmals sogar 40 oder mehr Punkte. Hier ein Screenshot meiner letzten Textübung, zu einem Sachtext über Tsunamis:

    Mein Tipp10-Fortschritt bei einem Sachtext über Tsunamis liegt bei 280 Anschlägen pro Minute und 71 Tippfehlern bei einer Zeichenzahl von 2369.

    Ich kann also halbwegs sicher sagen: Das Ziel rückt in greifbare Nähe. Noch habe ich vor allem mit den Zahlen und ferner auch mit einigen Sonderzeichen zu kämpfen, aber ich bin da mal guter Dinge. Selbst die konsequente Nutzung der zweiten Umschalttaste habe ich mir in den vergangenen zwei Wochen angewöhnen können. Als das das erste mal von mir verlangt wurde, war ich mir wirklich unsicher ob ich mich daran gewöhnen könnte.

    Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass ich bei weiteren Übungen gut mit dem Schreibmaschinensystem zurechtkommen werde. Die Motivation weiterzumachen, hat Tipp10 in den letzten Wochen wirklich gut erhalten. Selbst wo mir das Zehnfingersystem derzeit noch etwas ungewohnt vorkommt, kann ich einfach daran zurückdenken, dass ich am Anfang noch gar nicht damit klar gekommen bin. Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf tippt es sich schon viel leichter. So lässt sich das Ziel ziemlich gut vor Augen halten. Ihr merkt: Ich freue mich sehr über das, was ich bisher schon erreichen konnte. Solltet ihr noch zögern, ob ihr mit dem Lernen anfangen solltet, kann ich hier nur versuchen, zu motivieren: Das wird schon! Wenn selbst ich mich derartig umgewöhnen kann, schafft ihr das auch. Frohes Tippen!

  • Tägliches Bloggen: Ein Rückblick

    Tägliches Bloggen: Ein Rückblick

    Ich habe tatsächlich den gesamten Monat lang täglich Texte auf diesem Blog veröffentlicht. Ich habe das Ziel, das ich mir vor mehr als vier Wochen gestellt habe, erreicht. Das ist ein schönes Gefühl! Vor einem Monat wusste ich noch nicht, ob ich da so konsequent dranbleiben würde. Ich habe vor allem bezweifelt, dass ich jeden Tag Zeit dafür finden könnte. Doch scheinbar hat das funktioniert. Scheinbar habe ich irgendetwas richtig gemacht, so dass ich mein Ziel erreichen konnte. Schon gestern habe dazu geschrieben, dass es wohl die beste Entscheidung überhaupt war, die Grenzen dieser Herausforderung nicht so eng zu stecken. Während ich Tag für Tag mindestens einen Text geschrieben habe, habe ich bemerkt, wie gut mir das tut. Gestern habe ich außerdem vom sogenannten „Flow“-Zustand gehört, wenn Menschen sich so sehr in eine bestimmte Aufgabe vertiefen, dass sie sich vollkommen darauf konzentrieren und sich ihrer vollkommen annehmen können: Genau das ist das Gefühl, welches mir das tägliche Bloggen wieder und wieder vermittelt hat. Oft ist die Zeit, in der ich Beiträge geschrieben habe, einfach an mir vorbeigezogen – aber nicht, weil sie mir durch die Finger geronnen ist. Nein, ich habe mein offenes Ziel erreicht, kein Ziel erreichen zu müssen.

    Das tägliche Bloggen ist für mich mehr geworden, als die Herausforderung, die es anfangs einmal war. Ich würde sogar so weit gehen, dass das tägliche Schreiben eher zu einem kreativen Spielraum geworden ist, den ich jeden Tag nutzen konnte, weil ich ihn nutzen wollte. Über die Zeit hat das ganze den Charackter eines trotzigen Experiments verloren: Wo ich anfangs noch dachte, dass ich das nur einmal ausprobieren wollen würde, weiß ich jetzt, dass ich es fast schon ausprobieren musste. Getrieben von der Motivation, die mir die Migration dieses Blogs zu WordPress gegeben hat, habe ich einfach weitergeschrieben. Die 30 Texte, die ich unbedingt veröffentlichen wollte, waren für mich zu Beginn schon eine ziemliche Hausnummer. Vielleicht habe ich mich selbst unterschätzt – oder aber die Herausforderung überschätzt. In den letzten Wochen habe ich einfach weitergeschrieben. Diesen Monat habe ich bereits 45 Texte veröffentlicht, also wesentlich mehr, als ich mich selbst herausgefordert habe.

    Ich bin selbst ein kleines bisschen beeindruckt, wie gut der letzte Monat in dieser Hinsicht verlaufen ist. Ich hätte selbst eher erwartet, dass ich von der selbst-gestellten Aufgabe überfordert gewesen wäre. Stattdessen habe ich, ohne es zu bemerken, eher das Gegenteil bewirkt: Ich war nicht überfordert mit dem täglichen Schreiben – ich habe es vielmehr genossen, schreiben zu können, wenn ich überfordert war. Vielleicht war es die Möglichkeit, auf andere Gedanken zu kommen. Vielleicht war es die Möglichkeit, andere Gedanken teilen zu können. Doch egal, woran es gelegen haben mag: Ich habe es genossen, täglich zu schreiben. Und genau darüber war ich vor einem Monat noch sehr unsicher. Auch vor diesem besonderen Monat habe ich sehr gern geschrieben, jetzt aber weiß ich noch mehr, warum eigentlich.

    Wenn ich an die letzten Wochen zurückdenke, scheinen sie wie im Flug vorbeigezogen zu sein. Doch mit den Texten, die ich hier veröffentlicht habe, weiß ich jetzt auch, dass der letzte Monat nicht ereignislos war. Ich weiß, dass ich keinen Monat hinter mir habe, in dem ich nur vor mich hingelebt habe. Die hier erschienen Blogartikel sind für mich auch ein kleiner Beweis, dass ich mich über die letzten Wochen nicht ständig im Kreis gedreht habe. Ich weiß nicht, ob eine derartige Herausforderung für andere ebenso gut funktionieren würde. Für mich war das aber so. Ich glaube auch nicht, dass ich das ausschweifend begründen muss. Doch je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr freue ich mich über das, was ich im letzten Monat auf diesem Blog erreicht habe, ohne es erreichen zu wollen.

    Der Weg war in den letzten Wochen also wirklich das Ziel auf diesem Blog. Und genau das ist es, was mich so sehr am persönlichen Bloggen fasziniert. Die Möglichkeit, einer Tätigkeit nachgehen zu können, bei der der Weg das Ziel ist – das finde ich irgendwie beeindruckend. Ich möchte es wirklich nicht mehr missen, diesen kleinen digitalen Ort für meine Gedanken gefunden zu haben. Die Schlussfolgerung, dass andere das unbedingt ebenfalls ausprobieren sollten, liegt mir gerade sehr, sehr nahe. Doch ich weiß nicht, ob das wirklich der Fall wäre. Vermutlich motivieren sich andere ganz anders als ich – und das ist vollkommen in Ordnung. Ich möchte trotzdem ein wenig ermuntern: Lasst euch bitte nicht davon entmutigen, dass manch ein kreatives Projekt zu ambitioniert wirkt. Ich bin froh, mich hier nicht ständig selbst festlegen zu müssen. Und ich merke Tag für Tag, dass es so umso besser funktioniert. Vielleicht wollt ihr auch einfach einmal mit einem kreativen Raum ohne zu viele Vorgaben experimentieren? Vielleicht wisst ihr auch ganz genau, warum euch nichts ferner liegen würde.

    Wenn ich einen Text in diese Richtung schreibe, frage ich mich manchmal, ob sich andere überhaupt für das hier behandelte Thema interessieren. Einerseits ist das kein privates Thema. Aber im allgemeinen Interesse steht es glaube ich auch nicht. Trotzdem bin ich daran interessiert, dieses Thema zu behandeln – so ausführlich wie nötig, vielleicht auch so ausführlich wie nötig. Ich bin jedenfalls froh, dass ich die Möglichkeit dazu habe. Und jetzt könnt ihr euch die Frage stellen: Habt ihr diese Möglichkeit nicht auch? Vielleicht wollt ihr sie nutzen, vielleicht auch nicht. Auf den nächsten Monat, auf die nächsten Texte. 🙂

  • Wah, wah – Multimedia!

    Wah, wah – Multimedia!

    Lange Zeit habe ich diesen Blog ohne jegliche Bilder ganz einfach auf den Text ausgerichtet. Seitdem mich Gutenberg mehr und mehr dazu verleitet, macht es mir aber auch viel Spaß, mit multimedialen Inhalten auf diesem Blog herum zu experimentieren. Dabei ergeben sich manchmal sehr spannende Problemstellungen, mit denen ich als Autor gar nicht gerechnet hätte: In einem WordPress-Theme werden Bilder viel zu überdimensional dargestellt, dort sind sie nicht richtig ausgerichtet, da scheint die Bildgröße nicht zu stimmen. Ich weiß manchmal gar nicht, wo ich anfangen soll, um es allen Bildern auf diesem Blog „recht zu machen“. Klar gefallen auch mir die multimedialen Inhalte auf dieser Seite, und ich denke auch, dass sie den Inhalt hier und da veranschaulichen können. Vermutlich bringen manche Bilder sogar eine Art „Mehrwert“ mit sich – doch wenn ich immer so basteln muss, muss ich manchmal ganz schön nach den Vorteilen suchen. Ich weiß ja selbst nicht, wie ich mit den Bildern auf diesem Blog umgehen soll. Mit diesem Beitrag möchte ich auch nichts schlecht reden, das hier ist nur eine Feststellung. Und vielleicht merkt man mir auch die Verwirrung an, die mich manchmal überkommt, wenn ich mit Bildern auf diesem Blog umgehen soll – oder vielmehr möchte.

  • Tägliche Routinen

    Tägliche Routinen

    Manchmal muss ich mich wirklich selbst disziplinieren, wenn ich etwas schaffen möchte. Selbst, wenn ich ein Ziel den ganzen Tag nicht aus den Augen verlieren möchte, kann es doch schnell sein, dass ich mir unbewusst Zeit nehme, die ich mir nicht nehmen wollte. Versteht mich nicht falsch: Vermutlich ist es wichtig, nicht immer dem hinterherzurennen, von dem man glaubt, es erreichen zu müssen. Doch manchmal steckt dahinter auch eine gewisse Berechtigung. Manchmal möchte ich Zielen hinterherrennen, egal wie weit entfernt sie scheinen. Ich kann mich manchmal ziemlich über mich selbst ärgern: Wenn ich mir selbst gesteckte Ziele nicht erreiche, gebe ich mir schnell selbst die Schuld. Jeder ist sich wohl selbst am nähesten – vielleicht kann man sich daher so schnell selbst verurteilen.

    In den letzten Wochen habe ich hier und da tägliche Routinen in meinen Alltag eingebaut. Und als hätte ich das so gewollt, kann ich bis heute meiner Routine, täglich einen Text zu schreiben, folgen. Als hätte ich das so geplant, habe ich in den letzten Tagen täglich das Zehnfingersystem geübt. Natürlich habe ich das gewollt. Doch die täglichen Routinen haben mich auch daran gehindert, ständig abzuwägen, ob ich dieses Ziel wirklich ausreichend erreichen möchte. Weil ich mir selbst die Routine, täglich zu schreiben, auferlegt habe, ist sie jetzt Teil meines Alltags geworden. Wäre das nicht der Fall, würde ich jetzt vielleicht nicht diesen Text schreiben. Für mich scheinen gewisse Routinen, die auch in sich einen gewissen Spielraum erlauben, gut zu funktionieren: Ich möchte ja nicht zu streng mit mir sein. Also habe ich mir kein Ziel gesetzt, wie lange ich schreiben, oder tippen üben möchte. Die Offenheit meiner Routinen und der Interpretationsraum dieser macht sie für mich umso effektiver.

    Vielleicht hat das schon etwas von einer Art Selbstfindungstendenz. Je länger ich darüber nachdenke, desto stärker bemerke ich, wie sich meine Routinen bei einer bestimmten Ausprägung einpendeln – obwohl ich diese zu Anfang eben nicht festgelegt habe. Während ich versucht habe, meinen Alltag ein wenig umzugestalten, habe ich bemerkt, wie ich das am günstigsten umsetzen kann. Und das vollkommen ohne eine theoretische Überlegung im Hinterkopf. Die Gedanken die ich hier gerade zu diesem Thema aufschreibe, sind also vielmehr Feststellungen. Ich habe mir nicht im Voraus ein (unerreichbares) Ziel gesetzt, sondern nur einen Plan angelegt und das Ziel offen gelassen. Ich hätte auch vor einem Monat nicht gedacht, dass ich diesen Plan wirklich zu einer Gewohnheit machen könnte. Vor ein paar Monaten habe ich Menschen bewundert, die täglich Texte geschrieben haben. Jetzt weiß ich, dass ich das nur einmal selbst ausprobieren musste, um festzustellen, wie gut mir das tun kann.

    Am Ende eines solchen Blogartikels erwartet mancher vielleicht eine Handlungsaufforderung. Aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie ich diese formulieren sollte. Vielleicht sollten wir uns alle nur einen Plan setzen und die ungefähre Richtung festlegen, zu der wir hinsteuern? Vielleicht funktioniert diese Methode auch nur für mich. Und vielleicht war dieser Text nur eine verkorkste Wahrnung dessen, was andere Disziplin nennen würden? Ich bin froh, mich selbst vor einem Monat herausgefordert zu haben, täglich zu schreiben. Und umso mehr freue ich mich, nunmehr täglich Texte veröffentlicht zu haben. Morgen ist der letzte Tag im Mai 2023 – also auch der Tag, an dem ich voraussichtlich den gesamten Mai „durchgeschrieben“ werden habe. Wie genau ich dieses Experiment bewerte, werde ich also morgen aufschreiben. Doch schon heute kann ich festhalten: Ich möchte versuchen, auch über den Mai hinaus weiter täglich Texte zu schreiben.

  • 25. Mai 2023

    25. Mai 2023

    Manchmal habe ich das Gefühl, Dinge und Umstände, Probleme und Fragen, Diskussionen und Alltägliches etwas zu ernst zu nehmen. Oft denke ich, dass sich so vieles ins Negative entwickelt – und weiß am Ende des Tages nicht ganz damit umzugehen. Nicht, dass das die Regel wäre. Nicht, dass ich bei mir irgendein psychisches Problem vermuten würde. Ich habe nur festgestellt, dass ich manchmal eine sehr negative Sicht auf die (eigene) Zukunft einnehme. Hin und wieder bin ich dann selbst davon überrascht, dass doch nicht alles schlecht ist. Hier und da kommt dann nach Tagen an denen ich von mir selbst denke, nicht ganz „auf der Höhe“ sondern eher neben der Spur zu sein doch irgendetwas positives heraus. Und genau dann frage ich mich, wie auch heute, ob die Negativität wirklich gerechtfertigt war.

    Das ist das eine. Denn natürlich gibt es auch negative Tatsachen – Tatsachen, die sich schlicht nicht umkehren lassen. Ich mache mir häufig Gedanken um die Aussagen, die ich einst getätigt und die Dinge, die ich einst in die Tat umgesetzt habe. Das, was ich hier jetzt als „einst“ abstempele hat oft auch direkte Auswirkungen auf die Situationen, mit denen ich in der Gegenwart umgehen muss. Und so denke ich auch, dass das meine Zukunft beeinflussen kann. Das ist nicht egoistisch gemeint. Denn die eigene Zukunft ist immer auch zu einem Teil die Zukunft des eigenen Umfelds. „Die Welt ist klein“, vielleicht auch nicht. Aber in jedem Fall ist die Welt vernetzt, hängt zusammen und ist abhängig von denen, die sie ausmachen.

    Manchmal fällt es mir schwer, kurzfristig eine Entscheidung zu treffen – manchmal muss ich das aber und kann mich dann auch irgendwie überwinden. Noch viel schwieriger ist es für mich hingegen, ehemalige Entscheidungen vor mir selbst zu rechtfertigen. Im Nachhinein hinterfrage ich mich sehr oft selbst, dann kommen auch selbst Zweifel auf. Damit ist vielleicht auch klar, warum ich hin und wieder überrascht bin von den Tatsachen, die irgendwann die Realität stellen.

    Ich möchte es weniger verkopft ausdrücken: Manchmal weiß ich nicht sofort, wie ich mit Erlebtem umgehen soll. Auch wenn ich das könnte, wäge ich oft für und wider ab. Manchmal fällt es mir schwer, das was geschehen ist, Vergangenheit sein zu lassen. Diejenigen, die mit sich selbst im Reinen sind, haben meine absolute Bewunderung – weil ich es so oft nicht bin.