Schlagwort: Schreiben

  • Tägliches Bloggen: Zwei Monate

    Wieder ist ein Monat vergangen – wieder habe ich jeden Tag geschrieben. Das, was Ende Mai dieses Jahres als eine Herausforderung gestartet ist, ist mittlerweile Alltag geworden. Ich bin froh, mich an mein ursprüngliches Ziel gehalten zu haben. Diese Feststellung habe ich auch schon sehr oft auf diesem Blog beschrieben. Heute möchte ich mich deswegen auf einen anderen Aspekt konzentrieren: Nach zwei Monaten des täglichen Schreibens fällt es mir wesentlich leichter, neue Texte zu beginnen. Zuvor hatte ich dabei oft eine gewisse Hürde, die ich überwinden musste: Mir kam es dann so vor, als könnte der Text, an dem ich mich versuchen wollte, ohnehin nicht das werden, was ich in ihm sehen wollte. Nachdem ich mir die Herausforderung gestellt habe, doch täglich zu schreiben, konnte ich vieles über meine Herangehensweise an das Schreiben lernen. Nach zwei Monaten habe ich bemerkt, dass ich oft einfach nur an einem Text dranbleiben muss, um mich mit ihm anzufreunden. Wie bei einer Malerei, die am Anfang unfassbar scheußlich wirkt, füllt sich auch auf meinem Blog die digitale Leinwand.

    Ist das ein Zwang? Ist das ein Muss? Vermutlich nicht. Und vermutlich wird es mir auch nicht auf Dauer möglich sein, so viel zu schreiben, wie ich das gerne möchte. Denn ich möchte so oft wie möglich schreiben, weil ich das gern habe. Ich habe das Gefühl, dass mir das Schreiben insgesamt weiterhelfen kann – und liebgewonnen habe ich es ja so oder so schon. Ich freue mich immer, wenn ich einen Text fertigstellen kann, der nicht nur aus losen Worten und leeren Phrasen besteht. Natürlich kann es auch motivieren, anderen mit Texten weiterhelfen zu können, zu informieren oder zu diskutieren. Auch wenn ich einmal beschrieben habe, dass ich „zum Selbstzweck“ blogge, muss das das Schreiben für andere nicht ausschließen. Statt Zwang und Muss würde ich also eher von einer gewissen Motivation ausgehen, die bei mir schon länger besteht. Schon bevor ich mehr und mehr geschrieben habe, über die letzten zwei Monate, habe ich mich darüber freuen können. Aber es war wohl eine sehr richtige Entscheidung, sich doch öfter daran zu setzen.

    Zwischenzeitlich hatte ich sogar schon vor, noch einen Schritt weiter zu gehen und meine eigenen Texte zu analysieren. Ich möchte auch herausfinden wo und wie ich meinen Schreibstil verbessern kann. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, diese Idee in die Tat umzusetzen. Ich bin mir einfach nicht ganz sicher, wie ich eine solche Analyse angehen soll. Fremde Texte unter die Lupe zu nehmen ist das eine, über die eigenen zu urteilen schon etwas anderes. Aber rückblickend ging es mir auch mit der Regelmäßigkeit so, bevor ich angefangen habe, täglich zu schreiben: Ich habe einfach diese eigene Zielsetzung gebraucht, um den Weg dahin langfristig verfolgen zu können. Vielleicht gilt das auch für die Untersuchung der Texte selbst. Bisher habe ich mir zum Beispiel eher selten Blogartikel der Kaffeediffusion vorgenommen, um sie zu redigieren. In einem etwas professionellerem Kontext sah das zwar schon etwas anders aus – aber der Punkt wird sicherlich klar. Anfangen und dranbleiben, so könnte man die Idee wohl zusammenfassen.

    Ich freue mich, dass ich mein Ziel, einen Monat lang täglich zu schreiben, bereits übertreffen konnte. Leider bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich zwischen dem 2. und 7. Juli eine stabile Internetverbindung haben werde. Daher kann ich auch nicht garantieren, dass ich in dieser Zeit Texte auf diesem Blog hochladen werde – weil es schlicht nicht möglich sein könnte. Allerdings möchte ich mich dadurch nicht von meinem Ziel abringen lassen. Stattdessen denke ich, dass diese Woche eine gute Gelegenheit wäre, dass Vorschreiben von Blogartikel per Hand wieder einmal auszuprobieren. Sobald ich wieder Texte hochladen kann, möchte ich diese Entwürfe in den Blog einpflegen, vermutlich auch mit dem passenden Datum. Meine Motivation, täglich zu schreiben, bleibt also auch nach zwei Monaten ungebrochen. Schade ist zwar, dass ich an manchen Tagen erst spät dazu komme, für diesen Blog zu schreiben. Allerdings verfasse ich ja auch weitere Texte, zum Beispiel für GNU/Linux.ch.

    Bis dahin und auf die nächsten Monate: Happy Bloggin’!

  • Spaß mit Artikelserien

    Habe ich mich auf diesem Blog eigentlich schoneinmal über das Konzept von Artikelserien gefreut? Noch nicht wirklich, oder? Ich finde aber, dass es heute an der Zeit dazu ist. Doch so sehr mir dieses Thema auch gefällt, irgendwie ist es ein bisschen schwierig, diesen Artikel zu beginnen. Vielleicht wäre es ersteinmal interessant, was ich hier überhaupt meine: Unter einer Artikelserie verstehe ich eine relativ lose Sammlung von Texten, die ein Thema behandeln. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist meine Definition. Diese wirkt eventuell etwas zu lose, zu undefiniert, aber genau das macht sie für mich auch ein Stück weit aus. Für mich stellen die Artikelserien einen tollen Weg dar, ein Thema zu erkunden. So fällt es mir innerhalb einer Artikelserie leichter, komplexe Ideen aufzuarbeiten oder halbwegs sinnvoll darzulegen: In einer Artikelserie kann jeder Text auch im Zusammenhang mit den anderen aus eben jener Reihe gesehen werden. Damit ergibt sich für mich zumindest gefühlt seltener das Dilemma, ob und wie viel Vorwissen ich bei einem Leser voraussetzen kann, oder nicht. Manchmal bieten sich die Artikelserien regelrecht an, um Zusammenhänge darzustellen.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich auch meine eigene Herangehensweise an ein Thema: Wenn ich eine Textidee finde, konzentriere ich mich meist auf diese eine Frage, die mir dabei im Kopf herumschwirrt. Das hilft vermutlich auch dabei, den Artikel in einem verständlichen Rahmen zu halten. Und genau hier offenbart sich vielleicht auch schon das Potential, welches Artikelreihen bergen können: Bei diesen Serien kann der Rahmen anders, und viel themenspezifischer gesteckt werden – das funktioniert mit meiner offenen Definition natürlich noch besser. Wie genau eine Serie auszusehen hat, braucht man daher gar nicht so strikt festzulegen, finde ich. Ich denke, dass sich das auch über die Zeit entwickeln kann. Und was die Entwicklung einer Artikelserie angeht, gibt es wohl auch einen weiteren strukturellen Vorteil: Wenn ich eine Serie starte, oder mich an einer beteiligen möchte, habe ich vielleicht eine ungefähre Idee, wo die Reise hingehen soll. Aber um zu einer Textreihe beitragen zu können, ist es oft auch nötig, ein Thema von verschiedenen Seiten aus zu sehen. Die nötigen Zusammenhänge ergeben sich dann manchmal schon aus dem Gesamtkontext – und womöglich auch aus dem Willen heraus, die Serie weiterzuführen.

    Auf GNU/Linux.ch starten wir zum Beispiel regelmäßig Artikelserien. Auch auf der Kaffeediffusion habe ich schon in diese Richtung experimentiert, auch wenn die gewollten Limitationen meiner damaligen Blogplattform writefreely mich da etwas ausgebremst haben. Ich möchte für diesen Text am Beispiel GNU/Linux.ch bleiben: Dort zum Beispiel gleicht nicht wirklich einer Serie der anderen. Und das ist meiner Meinung nach auch wirklich gut so. Stattdessen habe ich manchmal sogar das Gefühl, dass sich Artikelserien dort ein wenig verselbstständigen können. Das klingt vielleicht negativ, aber das ist es überhaupt nicht. GNU/Linux.ch ist ein Gemeinschaftsprojekt. Wenn sich also eine Serie selbstständig macht, geht das eben auch mit weiteren Autorinnen und Autoren, und neuen Ideen einher. Genau dann kann eine Artikelserie auch ein größeres Ziel erreichen. Zum Beispiel, was die Vollständigkeit oder die Ausgewogenheit der Darstellung angeht.

    Für mich sind Artikelserien zu einem sehr interessanten und kreativ herausfordernden Weg geworden, mich mit einem Thema auseinanderzusetzen, zu dem ich sonst vielleicht weniger recherchiert hätte. So wie sich in einem Text hin und wieder zwischen den Zeilen lesen lässt, kann man vielleicht auch zwischen den Beiträgen einer Serie die Zusammenhänge besser erkennen.

  • Gedanken zu LibreOffice

    Heute ist auf GNU/Linux.ch ein erster Eintrag in unserer neuen Artikelserie zu LibreOffice erschienen. Ich freue mich sehr, dass diese Idee scheinbar gut von der Community angenommen wird, zumindest wenn man den Statistiken auf Mastodon Glauben schenken darf. Auf der Kaffeediffusion habe ich schon einmal Gedankengänge zu LibreOffice aufgeschrieben. Damals habe ich vor allem versucht, auszudrücken, dass ich LibreOffice immer mehr schätzen gelernt habe, über die Zeit. Das hat sich auch heute nicht geändert. Noch immer arbeite ich sehr gern und auch sehr oft im Alltag mit der freien Bürosuite.

    Wo ich früher auf Microsoft-Produkte genutzt habe, bin ich heute froh, alle meine Office-Dokumente mit LibreOffice zu bearbeiten. Natürlich hat es seine Zeit gedauert, bis ich einmal so wirklich mit der Software warm geworden bin. Ich kann mich auch noch gut an die Dokumente erinnern, die ich zumindest teilweise neu formatieren musste – weil LibreOffice und Word seinerzeit nicht gut miteinander konnten. Heute verwende ich in den allermeisten Fällen ohnehin LibreOffice und muss mich damit auch nicht mehr mit nervtötenden Kompatibilitätsfragen herumschlagen. Übrigens: Auch was die Handhabung angeht, würde ich LibreOffice heute stets der Microsoft-Konkurrenz vorziehen. Ich kannte es aber vor ein paar Jahren einfach noch anders.

    Langfristig ist LibreOffice übrigens auch eine wesentlich sicherere Bank, da das verwendete „Open Document“-Format offen liegt. Damit bin ich bei LibreOffice auch nicht von einer ganz bestimmten Version der Bürosoftware abhängig. So ist das aber leider relativ oft bei den diversen proprietären Dateiformaten, die sich im schlimmsten Fall einfach nicht mehr entschlüsseln lassen, falls das Format aus der Mode kommt.

    Die Idee zur LibreOffice-Serie stammt nicht von mir, auch wenn ich den heute veröffentlichten Artikel zur Serienidee ausformuliert habe. Ich bin allenfalls sehr froh darüber, die Serie nicht direkt unter den Tisch fallen gelassen zu haben. Denn während ich die ersten Artikel für die Reihe geschrieben habe, konnte ich schon viel über LibreOffice lernen. Wenn ich für GNU/Linux.ch schreibe, freue ich mich auch immer über Themen schreiben zu können, die mir besonders am Herzen liegen. Oder über Themen die mir wichtig sind. Oder über Inhalte, die ich teilen, beurteilen oder einschätzen möchte. Bei LibreOffice kommen einige dieser Aspekte zusammen: Ich mag LibreOffice und setze die Software selbst gern ein. Ich möchte anderen die Software näher bringen und teilen, was sie für mich so besonders macht. Wenn ich dabei noch etwas Neues lernen kann, ist das doch umso besser. Ist das hier jetzt ein weiterer, nur verkappt formulierter Beitrag für unsere Artikelserie? Nicht wirklich. Ich möchte aber trotzdem noch einmal darauf hinweisen, dass wir uns bei GNU/Linux.ch über jede Artikeleinreichung freuen. 🙂

    LibreOffice jedenfalls ist über die Zeit zu einem festen Begleiter in meinem digitalen Alltag geworden. Und auch wenn ich mich manchmal frage, warum diese Einstellung so gehandhabt, oder jene Option so versteckt ist, möchte ich LibreOffice auf keinen Fall mehr missen. Schon unter Windows wollte ich einmal LibreOffice verwenden. Durch eine Verwechslung landete dann aber OpenOffice auf der Platte. Die beiden Bürosuites teilen zwar einen gleichen Ursprung, haben sich aber in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt. Heute jedenfalls würde ich LibreOffice mit Sicherheit nicht mehr mit OpenOffice durcheinanderbringen. Ich habe LibreOffice spätestens seitdem ich GNU/Linux nutze absolut für mich entdeckt, und darüber bin ich ziemlich glücklich.

  • LibreOffice: Kompatible Absätze

    Seit Wochen habe ich nach der einen Einstellungsmöglichkeit gesucht, mit der sich in LibreOffice Leerraum nach den Absätzen einfügen lässt. Gemeint ist hierbei die kleine Leerzeile, die zum Beispiel Microsoft Word standardmäßig unter jedem Absatz einfügt, ohne diese Leerzeile beschreibbar zu machen. Bei LibreOffice ist das normalerweise anders eingestellt: Eigentlich fügt LibreOffice einen neuen Absatz nur auf einer eigenen, folgenden Zeile ein. Wenn man die eigenen Absätze aber visuell trennen möchte, muss entsprechend eine weitere leere Zeile eingefügt werden – und das frisst im schlimmsten Falle den verfügbaren Platz auf der Seite auf. Außerdem ist das nicht wirklich mit den Programmen kompatibel, die auf den Leerraum unter den Absätzen setzen. Das Ziel lässt sich also so veranschaulichen:

    Beim betätigen der Enter-Taste soll LibreOffice einen neuen Absatz anlegen, und gleichzeitig ein wenig Abstand unter den vorherigen anhängen. Wenn die Enter-Taste in Kombination mit der Umschalttaste gedrückt wird, soll LibreOffice die Zeile umbrechen, also keinen optisch getrennten Absatz erstellen: Das ist der Plan, und seit Wochen der Plan gewesen. Heute habe ich dank ein wenig weiterem Stöbern im Netz eine gute englischsprachige Anleitung im LibreOffice-Forum gefunden. Da ich mich so darüber gefreut habe, möchte ich diese hier auf deutsch neu verfassen. Ansonsten würde dieses Wissen womöglich nur auf englisch zugänglich bleiben, was schade wäre. Das hier ist auch keine Übersetzung, sondern meine eigene Erklärung zu den Schritten, die im Forum vorgeschlagen wurden.

    Schritt 1: Kompatibilität einschalten

    Um das hier vorgestellte Ziel erreichen zu können, muss zunächst eine weitere Kompatibilitätsoption in LibreOffice eingeschalten werden, die „Word-kompatible nachgesetzte Leerzeichen“ heißt. Ich finde die Bezeichnung ein wenig ungünstig gewählt oder übersetzt, da es hier ja eher um eine Leerzeile als nur Leerzeichen geht. Die Einstellungsmöglichkeit findet ihr allenfalls im Optionen-Fenster. Dieses kann über den Menüpunkt „Extras“ geöffnet werden. Die Tastenkombination Alt+F12 ist vermutlich aber schneller.

    Im Fenster angekommen, müsst ihr den die Liste mit den Konfigurationen für den LibreOffice Writer ausklappen. Dort findet sich auch der Punkt „Kompatibilität“, welcher wiederum eine Liste offenbart in der sich schlussendlich auch die benötigte Option für die angedachte Leerzeilenkompatibilität findet. Dort setzt ihr einen Haken und wendet die neue Konfiguration als Standard an. Am unteren Fensterrand solltet ihr dann auf „Anwenden“ und „OK“ klicken.

    Mit dieser Vorgehensweise legt ihr die erste Grundlage für die nächsten Schritte. Der Klick auf „Als Standard verwenden“ ist sehr wichtig, da die Einstellung sonst nur für die aktuelle Sitzung gilt.

    Schritt 2: Absatzvorlage bearbeiten

    Sobald euer Writer kompatibel geworden ist, könnt ihr über einen Rechtsklick auf den Randbereich die Absatzeinstellungen ansteuern:

    Hier sollte dann der Unterpunkt „Absatzvorlage bearbeiten…“ gewählt werden. Theoretisch ließen sich die folgenden Einstellungen auch über den Punkt „Absatz…“ vornehmen, aber dann gelten sie nur für den Absatz, an dem ihr in LibreOffice gerade werkelt.

    Im Einstellungsfenster angekommen könnt ihr dann festlegen, wie viel Abstand unter den Absätzen hinzugefügt werden soll. Ich habe nicht nachgemessen oder recherchiert, wie viel Abstand Programme wie Word hier einfügen. Meine Writer-Einstellungen sehen derzeit 0,20 cm vor, das finde ich angemessen. Diese Konfiguration solltet ihr dann anwenden und mit „OK“ quittieren.

    Schritt 3: Formatvorlage anlegen

    Mittlerweile sollte eure Writer-Sitzung bereits nach dem vorgesehenen Bedienschema funktionieren. Um diese Änderungen aber permanent festzulegen, muss eine Seitenvorlage angelegt werden. Dazu schlägt die Anleitung aus dem Forum zunächst das Speichern der Formatvorlage vor, diese findet ihr in der Seitenleiste, welche über den grauen Kasten mit Pfeilspitze rechts im Writer-Fenster ein- und ausgeblendet werden kann. Dort findet ihr im Reiter mit dem Blatt-und-Pinsel-Symbol die beschriebenen Formatvorlagen. Hier sollte basierend auf der Standard-Vorlage eine neue angelegt werden. Das geht über einen Rechtsklick auf „Standard“, im Menü solltet ihr dann „Neu…“ auswählen:

    Diese neue Formatvorlage trägt dann die aktuellen Konfigurationen der Writer-Sitzung, die Voreinstellungen sind sicher. Über das Fenster, was sich nun öffnen sollte, kann die neue Vorlage sehr intuitiv angelegt werden:

    Nach einem Klick auf „Anwenden“ habt ihr euer Ziel schon beinahe erreicht, es fehlt nur noch der eine entscheide Schritt, mit dem ihr die bisherigen Änderungen dauerhaft anwenden könnt.

    Schritt 4: Dokumentvorlage anlegen

    Nach der Formatvorlage müsst ihr zu guter Letzt nur noch eine Seitenvorlage anlegen. Dazu öffnet ihr einfach das Aufklappmenü „Datei“ und sucht dort nach dem Abschnitt „Dokumentvorlagen“, wo sich wiederum die Möglichkeit zum Speichern eigener Dokumentvorlagen versteckt:

    Beim Klick auf diesen Menüpunkt öffnet sich ein einfaches Fenster, mit dem ihr die Dokumentvorlage einrichtet. Beachtet dabei aber, dass alle Zeichen und Einstellungen, die ihr im entsprechenden Dokument eingegeben und getroffen habt, für die Vorlage übernommen werden. Besonders nützlich ist die Option, die Vorlage direkt als Standard zu setzen:

    Es biete sich laut dem Forenpost daher auch an, das hier geöffnete Dokument zusätzlich zu speichern, um daraus gegebenenfalls neue und angepasste Vorlagen erstellen zu können. Dazu müssen dann nämlich nicht alle beschriebenen Schritte erneut ausgeführt werden. Das ist aber optional und kann somit weggelassen werden. Sobald die Vorlage für neue Dokumente angelegt ist, habt ihr euer Ziel erreicht.

    Ob man die vorgestellte Konfiguration nun im Alltag braucht oder nicht, sei dahingestellt. Ich hoffe jedenfalls, dass ich den englischen Forenpost mit meinen ausführlicheren Erklärungen und Screenshots etwas zugänglicher machen konnte.

    Forenbeitrag: https://ask.libreoffice.org/t/how-do-i-change-the-default-spacing-below-paragraphs/55511/3

  • Etherpad: Einfach zusammen schreiben

    Eine Software, die ich wirklich nicht mehr missen möchte, kann vielleicht als der Klassiker unter den Web-basierten Texteditoren angesehen werden: Das Etherpad ist einfach toll. Wer schon einmal mit Google Docs arbeiten musste, und die kollaborativen Funktionen halbwegs gut fand, der ist beim Etherpad wirklich gut aufgehoben. Wie die proprietäre Konkurrenz ermöglicht auch diese freie Software das gemeinsame Editieren eines Dokuments über den Webbrowser – und das in Echtzeit. Dabei bekommen alle Co-Autoren eine eigene Farbe zugewiesen und können sogar über eine integrierte Chat-Funktion miteinander schreiben.

    Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das Etherpad entdeckt habe. Aber seitdem ich es kenne, finde ich es wirklich super. Und da scheine ich nicht allein zu sein. Wenn es beispielsweise daran geht, kooperativ einen Vortrag oder eine Präsentation auszuarbeiten, lässt sich die Materialsammlung wunderbar über einen Etherpad-Tab lösen. Und bisher hat noch jede und jeder, der von mir ein Etherpad vor die Nase gesetzt bekommen hat, sofort mit der Software losschreiben können: Das funktioniert so intuitiv, dass es fast schon ein bisschen erschreckend wirkt. Vielleicht liegt das an der Verbreitung von Diensten wie Google Docs, die gemeinsames Schreiben über den Browser schon von Haus aus mitbringen? Womöglich kann sich das auch das intuitive Design des Etherpad einstreichen – immerhin kommt diese Web-Anwendung wie ein ganz gewöhnlicher und einfacher Texteditor daher.

    Auch wenn die Anwendung zu Beginn keinesfalls überfordert, fallen beim genaueren Hinsehen doch einige interessante Funktionen auf. Neben Formatierungsoptionen für Fettschrift, kursiven, unter- und durchgestrichenenen Text, finden sich auch Knöpfe zum Anlegen von Listen oder dem Ein- und Ausrücken von Text. Außerdem können die Zeilennummerierung, die Autorenfarben oder auch die Kommentare ein und ausgeblendet werden. Ja, richtig gelesen, selbst Textkommentare unterstützt das Etherpad. Auch die Schriftart und die Pad-Sprache lassen sich konfigurieren. Desweiteren stehen einige Funktionen zur Bearbeitungsgeschichte bereit. An Funktionalität für ein einfaches Kooperieren im Web fehlt es also wirklich nicht. Wenn man dann fertig ist, seine Gedanken aufzuschreiben, kann das Pad auch in verschiedenen Formaten exportiert, über einen Link mit vollem oder eingeschränktem Zugriff geteilt und somit einfach an andere weitergegeben werden. Natürlich lässt sich so ein Pad auch einfach auf einer eigenen Seite einbetten. Das funktioniert ganz einfach über einen IFrame.

    Ihr merkt es mir sicherlich an: Das Etherpad begeistert mich. Sonst würde ich es ja auch nicht so regelmäßig und gerne nutzen. Meiner Meinung nach steht mit dem Etherpad eine tolle einfache und verständliche freie Software bereit, die sich beim gemeinsamen Sammeln von Ideen und Worten wirklich nicht in den Weg der Autoren stellt. Wenn ihr mir das nicht glauben wollt, ist das auch nicht so schlimm. Immerhin könnt ihr euch einfach auf einem der vielen öffentlich zugänglichen Etherpad-Servern mit der Software anfreunden. Bei Seiten wie pad.riseup.net oder yopad.eu lassen sich Etherpads mit unterschiedlichen Verfallsdaten, also mit einer Haltbarkeit von einem Tag, einem Monat oder auch einem Jahr anlegen. Diese werden gelöscht, sobald im angegebenen Zeitraum keine Bearbeitungen mehr stattgefunden haben. Man sollte nebenbei aber im Hinterkopf behalten, dass sich der Funktionsumfang je nach Server etwas unterscheiden kann, die Grundfunktionen gibt es aber immer. Die Instanz pad.riseup.net ist etwas einfacher, während die Instanz yopad.eu ein paar Funktionen mehr bietet. Spielt doch einfach mal damit, ihr werdet das Etherpad vermutlich ebenfalls lieben lernen.

    Bild: Screenshot von yopad.eu.

  • Schriftarten lieben lernen

    Ja ja, ich weiß: So lange habe ich mich mit ablenkungsfreien Editoren beschäftigt – und dann das. Jetzt schreibe ich tatsächlich einen Text über Schriftarten. Lasse ich mich damit jetzt auch vollends ablenken? Von etwas, was eigentlich keine Rolle spielt? Naja, wenn es um Schriftarten geht, finde ich das gar nicht mal so schrecklich. Immerhin kann man sich da ja einfach den kleinen aber feinen Favoriten aussuchen, und diesen dann ewig weiternutzen. Aber es stimmt schon: In die Auswahl von Schriftarten kann man ziemlich viel Zeit hineinstecken. Ich finde das Thema aber sehr interessant und habe ehrlich gesagt auch großen Spaß daran, über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Schriftfamilien nachzudenken.

    Ich bin ein großer Freund von Serifen. Auch wenn ich in der letzten Zeit hier und da versucht habe, ohne sie auszukommen: Ich möchte die kleinen Striche an den Buchstaben nicht missen. Für mich tragen diese viel zum Charakter einer Schrift bei. Vielleicht bin ich es auch einfach nur gewohnt, Serifen in meinen Texten zu sehen. Besonders schön finde ich dabei die Ausgeglichenheit der „Times New Roman“ – doch diese Schrift möchte ich trotzdem nicht nutzen. Das liegt daran, dass sie sehr restriktiv lizenziert und nur beim Abnicken einer Endnutzerlizenz verfügbar ist. Daher nutze ich eine freie Alternative, die zu den sogenannten „TeX Gyre“-Schriften gehört. Ich meine hierbei die „TeX Gyre Termes“-Schriftart, welche der „Times“ wirklich nahe kommt und vielleicht sogar noch besser aussieht.

    Ja, ich muss es zugeben: Ich habe mich vor kurzem zwischen all den tollen, frei lizenzierten und damit auch frei zugänglichen Schriften ein bisschen verloren. Aus meiner amateurhaften Perspektive wirkt dieses Thema einfach sehr spannend, weil es doch nachvollziehbar ist. Jede Schrift wirkt ein bisschen anders, mit jeder Schriftart kann etwas anderes ausgesagt werden. Und selbst wenn nur ich diesen Text in der „Termes“-Schriftart sehe, kann ich mich doch daran freuen. Diese Schriftart wirkt übrigens auch viel weniger kastenhaft als die bei LibreOffice voreingestellte „Liberation Serif“, das ist sogar mir aufgefallen. Für mich stellt diese Schrift eine sehr interessante Balance her, die ich gerne ein wenig mehr erkunden möchte.

    Mittlerweile habe ich den Standard in meinen Schreibanwendungen, also in LibreOffice und FocusWriter auf die TeX-Gyre-Schrift umgestellt. In Libreoffice setze ich die Überschriften mit der Schriftart „TeX Gyre Heros“, einer Helvetica-ähnlichen Font, die für diesen Zweck ziemlich gut zu passen scheint.

    Mag sein, dass ich mir über dieses Thema nicht in diesem Ausmaß Gedanken machen müsste. Aber es ist so interessant, und ich kann einfach nicht davon ablassen. Wie seht ihr das? Wie steht ihr dazu? Apropos sehen: Auf diesem Blog habe ich mich noch nicht ganz festgelegt, ob ich die Seite in einer serifenbetonten oder serifenlosen Schrift anzeigen lassen möchte. Mal schauen. Dazu muss ich mir noch Gedanken machen.

    Lesen, denn lesen ist gut: https://tug.org/FontCatalogue/texgyretermes/

    Ich komme nicht umhin, mich hier noch einmal zu ergänzen: Auch wenn ich diesen Text hier schon veröffentlicht habe, bin ich natürlich noch nicht fertig mit meinen Experimenten mit den vielen tollen Schriftarten. Momentan spiele ich zum Beispiel mit der „DejaVu“-Familie, die auf der „Bitstream Vera“ aufbaut. Auch hier gibt es sowohl Schriften mit, als auch ohne Serifen. Im Gegensatz zu den Times-ähnlichen wirken die Serifenschriften hier aber eher funktional. Das erinnert mich ein wenig an Liberation. Aber genauso wie diese Schrift finde ich nun einmal auch die DejaVu-Schriften sehr interessant. 🙂

  • 16. Juni 2023

    In den letzten Tagen habe ich oft über Themen geschrieben, die sich eigentlich nicht so wirklich umreißen lassen. Ich habe das Gefühl, dass meine Texte in den letzten Tagen ein bisschen verschwommener waren, als sonst. So wirklich weiß ich auch noch nicht, woran das liegen könnte. Für mich ist es jedenfalls sehr interessant zu beobachten, wie sich meine Schreibe immer wieder hin und her entwickelt. Das meine ich weder positiv, noch negativ. Ich finde es nur spannend zu bemerken, wie sich meine Herangehensweise ändern kann.


    Ich habe gelernt: Einen Text über bloße Umstände zu schreiben, kann nicht ausreichen. Mir wurde beigebracht, dass eine Geschichte erst dann interessant wird, wenn darin Menschen vorkommen. Ich finde das sehr nachvollziehbar. Und irgendwie ist es doch auch schön zu hören, dass wir Menschen es interessanter finden, die Perspektiven von anderen zu hören, als nur die Umstände, die diese Ausmachen. Vor allem in politischen Diskussionen fällt schnell auch die ein oder andere Parole rund um eine „menschliche Politik“, oder einer Politik für die Menschen. Ich kann solche Formulierungen nachvollziehen. Ich würde sogar sagen, dass ich mich politisch damit anfreunden könnte.

    Im Stillen denke ich aber auch ein bisschen, dass das nicht an der eigentlichen Parole liegen könnte: Man kann Wahlsprüchen und Streitphrasen viel unterstellen, aber meistens stellt sich doch in erster Linie die Frage, ob dort überhaupt noch Inhalt drinsteckt. Mal ehrlich: Wenn wir von menschlicher Politik reden, geht es doch eigentlich um etwas anderes. Die Politik, die ich bisher kennengelernt habe, scheint eher aktiv gegen die Menschheit zu arbeiten. Zwischen Klimakrise und immer größeren werdenden sozialen Problemen ist diese vermeintlich „menschliche“ Politik, die man sich idealistisch ausmalen kann, doch manchmal auch ein kleiner Hoffnungsschimmer. Habe ich mich damit gerade wieder einmal vor mir selbst gerechtfertigt? Vielleicht. 🙂


    Kennt ihr noch die „Theme-Sage“, in der ich zu Beginn dieses WordPress-Blogs kleinlich dokumentiert habe, wenn ich das Theme der Seite angepasst habe? Irgendwann habe ich mich darauf festgelegt, die Theme-Sage wenn überhaupt, nur noch unter ein bisschen sinnvolleren Texten fortzuführen: Ich bin mal wieder zum „Twenty Thirteen“-Theme gewechselt, dass ich schon einmal verwendet habe. Ich kann mich einfach ziemlich schlecht festlegen. Vielleicht sollte ich mich in Zukunft eindringlicher daran erinnern.


    Schon seit geraumer Zeit nutze ich für diesen Blog kein Statistiken-Plugin mehr. Nachdem ich mich von Matomo getrennt habe, habe ich mich nicht mehr über die Aufrufzahlen dieser Seite informiert. Und wo ich mir seinerzeit schon recht sicher war, dass ich das eigentlich nicht brauche, kann ich hier noch eine kleine Bestätigung geben: Sicherlich mag es manchmal interessant sein, ein bisschen mehr über diejenigen zu lernen, die einen digital besuchen. Aber andererseits muss ich das auch nicht wissen. Und das ist wohl auch gut so.


    Vielleicht kann man mir anmerken, dass ich momentan etwas erschöpft bin. Das mag daran liegen, dass heute wieder viel passiert ist. Das mag daran liegen, dass es spät ist. Aber egal woran es liegt: Es ist nun einmal so. Vielleicht muss ich mich doch einmal, nur für einen Moment, nur für eine Ellipse, kürzer fassen: Gute Nacht. 🙂

  • 14. Juni 2023

    Hurra, ich schreibe noch! Aber wie ich in einem vorherigen Blogartikel bereits ausgeführt habe, habe ich in den letzten Tagen nicht nur geschrieben. Die Podcast-Aufnahme für GNU/Linux.ch ist mittlerweile längst im Kasten und sogar schon auf der Webseite veröffentlicht: Zum Glück scheinen niemandem wegen der Audioqulität die Ohren ab- oder wegen unsinnigem Mumpitz den ich hätte erzählen können die Kinnlade heruntergefallen zu sein. Ihr könnt die neue Podcastfolge jetzt unter diesem Link nachhören. Das Thema waren neben unzähligen Hausmitteilungen auch die Neuerungen der Nextcloud-Version „Hub 5“. In dieser Veröffentlichung der freien Cloud hat sich einiges um das Thema der künstlichen Intelligenz gedreht. Darum scheint heute einfach keine Firma mehr herum zukommen. Davon kann man halten, was man möchte; genau Details hat Ralf in diesem Artikel aufgeschrieben.

    Jetzt, da ich den ersten Absatz fertig geschrieben habe, bemerke ich erst, wie gut sich dieser im Wochenrückblick für GNU/Linux.ch machen würde. Mal schauen, ob ich da ganz dreist meine eigenen Texte kopiere oder nicht. Wie dem auch sei: Das hier ist nicht der Wochenrückblick, sondern ein ganz eigener Text, auf diesem Blog. Gestern habe ich mich dazu mit einem Freund unterhalten, der sich meinen Artikel „Überdenken“ durchgelesen hat. Seine Bemerkung, dass ich selbst im Artikel über die Aussagen des vorherigen Satzes nachgedacht hätte, haben mich kurz nachdenken lassen – aber das stimmt schon irgendwie. Für mich heißt das Erstellen eigener Inhalte, gerade im Internet, auch, sich selbst zu reflektieren. Ich würde sogar behaupten, dass das eine meiner wichtigsten Motivationen ist. Sich selbst einschätzen zu können, das ist nicht immer leicht. Aber vermutlich ist es auch notwendig um sich psychologisch nicht ständig im Kreis zu drehen.

    Hatte das jetzt schon etwas von einer Selbstreflektion? Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß ist, dass ich gerade unglaublich gern vom Thema abschweifen möchte: Es ist nicht nur spannend über die „eigene“ Persönlichkeit nachzudenken. Nein, die menschliche Psyche ist als ganzes ziemlich spannend. Nicht, dass ich mich je tiefer damit beschäftigt hätte. Nein, mir ist nur aufgefallen, wie pseudo-tiefgehend ich darüber nachdenken kann, nur um anschließend festzustellen, dass ich bestenfalls kein Psychologe werden sollte. Denn dann würde der erste Patient wohl erst nach zwei Jahren die Praxis verlassen und wäre immer noch nicht behandelt. Ist ja auch egal, ich hatte das ohnehin nicht vor.

    Übrigens habe ich auch weiter mit den WordPress-Themes für diese Webseite experimentiert. Ich bin mittlerweile im Themes-Verzeichnis auf WordPress.org auf den Reiter für Community-Themes gestoßen. Nachdem ich mich in den letzten Wochen stundenlang durch viele, viele Themes gewühlt habe, die manchmal gar nicht mehr aktualisiert werden, hat es mir dieser Abschnitt des Verzeichnis‘ sehr angetan. Die Themes dort sind allesamt ziemlich gut gewartet, gut bewertet und eignen sich oftmals auch für traditionelles Bloggen. Was will man mehr? Gut, so viel Auswahl wie im gesamten Repositorium gibt es dort nicht. Das, was aber dort liegt, ist mit Sicherheit einen Blick wert.

  • Schreiben mit dem Mousepad

    Ich habe vor kurzem die neue Debian-Version „Bookworm“ installiert. Frisch, als diese herausgekommen ist; ich konnte mich einfach nicht mehr gedulden. Wie in meinem Artikel zu den ersten Eindrücken und erfahrungen mit dieser grandiosen neuen Version beschrieben, habe ich wieder mit dem Desktop der Herzen, Xfce, installiert. Mit Xfce wird standardmäßig der Texteditor „Mousepad“ ausgeliefert. Da konnte ich einfach nicht wiederstehen und habe mit dem Programm herumexperimentiert. In diesem Artikel möchte ich die Schreibumgebung beschreiben, die bei diesen Experimenten herausgekommen ist. Ihr müsst im Hinterkopf behalten: Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit verschiedenen Programmen, die ich als meine Schreibumgebung nutzen könnte. Von klassische Textverarbeitungsprogrammen bis zu einfachen Texteditoren habe ich schon vieles gesehen. Von LibreOffice bis Vim habe ich einiges ausprobiert.

    Auch das Mousepad von Xfce lässt sich eher zu den leichtgewichtigen Programmen einordnen. Die Anwendung startet Xfce-typisch wahnsinnig schnell und standardmäßig in einer sehr einfachen Vorkonfiguration. Eine Statusleiste oben, das Textfeld unten: Das ist Mousepad, wie es aus der Tüte fällt. Schon in diesem Werkszustand ist Mousepad sehr angenehm zu nutzen, zumindest meiner Meinung nach. Ablenkungsfreier – das kann man sich an diesem Punkt vielleicht schon schwer vorstellen. Doch der Xfce-Editor wartet mit unzähligen Einstellungsmöglichkeiten auf, die diesen von einer klitzekleinen IDE bis hin zu einer Schreibumgebung zu wirklich vielen Anwendungszwecken passen lassen. Ich finde schon die Standardeinstellungen sehr gelungen, habe aber noch ein bisschen gebastelt und herumkonfiguriert.

    Meine Schreibumgebung sieht derzeit so aus: Das Mousepad starte ich im Vollbildmodus, in dem die Statusleiste und zusätzlich die Tab-Reihe und eine Informationszeile unten im Fenster angezeigt werden. Dank den Einstellungen habe ich den Editor so konfiguriert, dass die zuletzt geöffneten Dateien bei jedem Neustart wiederhergestellt werden. Dabei behalte mit den Tabs die Übersicht über die Dateien, die ich gerade editiere. Ich brauche mich bei der Nutzung des Editors eigentlich nur um das Speichern zu sorgen – und natürlich das Schreiben selbst. Da ich den Gedanken hinter dieser Konfiguration noch ein wenig weiter durchsetzen wollte, habe ich mein Xfce jetzt auch so eingestellt, dass die Desktop-Sitzung beim Abmelden gespeichert und bei einer Neuanmeldung wiederhergestellt wird. Daher kann ich Mousepad nun auch einfach auf der vierten Arbeitsfläche ruhen lassen und weiß immer, wo mein Editor geduldig auf mich wartet. Mit der Tastenkombination ‚Strg‘ + ‚Alt‘ + Pfeiltasten kann ich jederzeit die Arbeitsfläche wechseln. Dadurch kann ich mich im Editor selbst auf den Text konzentrieren, sitze aber nicht „darin fest“.

    Auch was das Farbschema angeht, habe ich mir Gedanken gemacht. Mousepad bringt als grafischer Editor einige vorkonfigurierte Farbprofile mit. Da ich die Anwendung derzeit nur im Vollbildmodus nutze, habe ich das dunkelblaue „Kobalt“-Schema gewählt. Dieses bietet meiner Meinung nach sehr gute Kontraste. Es ist aber nicht grell und blendet nicht, wie das die hellen Farbschemen, die ich sonst nutze, im Vollbildmodus tun würden. Stattdessen blicke ich derzeit auf einen mehr oder weniger mehrheitlich dunkelblauen Bildschirm. Die aktuelle Zeile – man könnte in diesem Fall auch vom aktuellen Absatz sprechen – lasse ich dabei hervorheben, wodurch diese etwas heller unterlegt wird. Insgesamt gefällt mir das Kobalt-Schema wirklich gut.

    Man merkt es mir vielleicht schon an: Der Mousepad-Editor hat es mir wirklich angetan, und ich bin gespannt, inwiefern ich die beschriebenen Einstellungen im Alltag nutzen werde. Momentan finde ich die wirklich richtig klasse, auch wenn es hier und da noch ein bisschen zu schrauben gibt: Zum Beispiel würde ich gerne die Zahl der Zeichen mit Leerzeichen in der unteren Informationsleiste anzeigen lassen. Die entsprechende Einstellungsmöglichkeit habe ich bisher aber leider noch nicht gefunden. Auch an die Zeilen, die sich über die ganze Bildschirmbreite erstrecken, muss ich mich erst noch gewöhnen. Wobei ich zugeben muss, dass ich zum Ende dieses Artikels feststellen kann, dass das wirklich nicht so tragisch ist, wie erwartet. Insgesamt ist das Mousepad ein Editor ohne Schnick-Schnack, genau das gefällt mir. Ohne auf Funktionen wie eine Rechtschreibprüfung oder Syntax-Hervorhebungen verzichten zu müssen, konnte ich mir mit dem Programm in kurzer Zeit eine sehr angenehme Schreibumgebung zusammenstellen. Das macht Spaß und motiviert auch, das „Mousepad“ weiterhin zu verwenden.