Schlagwort: Schreiben

  • Ist WordPress eigentlich noch ein Blog-System?

    Dieser Blog läuft seit fünf Monaten auf dem weit verbreiteten Content-Management-System WordPress. Als ich die Kaffeediffusion im April von der Fediverse-Bloggingplattform writefreely zu WordPress umgezogen habe, war ich sehr gespannt auf die vielen technischen Möglichkeiten und Funktionen, die dieses CMS bietet. WordPress ist wohl nicht ohne Grund die absolute Nummer eins im Web, wenn es um das Betreiben von Webseiten oder Blogs geht. Sofern ich mich da richtig erinnere, sprechen die WordPress-Entwickler selbst von einem Marktanteil von etwa 40 Prozent im Web. Ist das nicht beeindruckend?

    Ja na klar sind diese Zahlen wirklich eindrucksvoll. Allein die Vorstellung, dass statistisch jede zweite Seite, die ich ansteuere auf WordPress fußt, finde ich krass. Eine solche Verbreitung lässt meiner Meinung nach auch Rückschlüsse auf die Qualität von WordPress insgesamt zu, denn diese Verbreitungswerte erarbeitet man sich natürlich nicht von heute auf morgen. Aber eine Frage muss ich mir hier doch erlauben: War WordPress nicht ursprünglich als ein Blog-System gedacht?

    Ein Blog lässt sich mit WordPress heute natürlich noch immer betreiben. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass insbesondere auch die starke Verbreitung des CMS dazu führt, dass sich diese eigentlich kleine Zielgruppe doch immer mehr ausweitet: WordPress kann mit Plugins und Themes in alle möglichen Richtungen erweitert werden – und das lässt natürlich einen ziemlichen Spielraum für kreative und vielleicht auch ziemlich profitorientierte Ideen.

    Die Grundfunktionalität von WordPress spricht mich als Blogger durchaus an. Ich benutze auch nicht viele Plugins, und im Grunde bleibt WordPress bei mir ganz klar ein Blogsystem. Aber wenn ich mir so die Themes im WP-Themeverzeichnis anschaue, oder darauf achte, wie viele mit Plugins, Layouts und ähnlichem Geld zu verdienen versuchen – da frage ich mich schon, an wen sich WordPress heute eigentlich mehr richtet. Geht es hier primär um Blogger, oder doch um Unternehmenswebseiten?

    Ich vermute, dass 40 Prozent der Seiten im Web nicht allesamt Blogs sind, sondern zu einem großen Anteil eben Webauftritte von Unternehmen, Projekten oder auch andere Nachrichten- oder allgemein Inhaltsportale. Dass die Entwickler der verschiedenen Plugins sich hier eher an eine andere Anwenderklientel wenden, kann ich in der Hinsicht auch nachvollziehen. Man könnte natürlich auch so argumentieren, dass WordPress schon im Kern die wichtigsten Grundfunktionen abdeckt, die Blogger sich wünschen könnten. Mit WordPress zu bloggen, erfordert schon ein bisschen Einarbeitung. Aber wenn man es einmal verstanden hat, kann das System eigentlich ein guter Begleiter für Webautoren sein.

  • Vier Monate tägliches Bloggen

    Ende April dieses Jahres habe ich eine Herausforderung an mich selbst gestellt: Ich wollte einen Monat lang jeden Tag einen Text für diesen Blog schreiben. Als ich diese Idee einen Monat lang umsetzen konnte, war ich doch selbst von mir überrascht. An diesem Punkt hätte ich das einfach nicht erwartet. Denn zuvor habe ich mich eigentlich eher gefragt, wie andere es schaffen, viel zu schreiben in einem vielleicht ohnehin schon stressigen Alltag. Aber als ich den einen Monat durchgehalten habe, war das Eis gebrochen. Und aus dem einen wurden doch ziemlich schnell vier ganze Monate.

    Vier Monate lang habe ich jeden Tag einen Artikel für diesen Blog geschrieben. Dieser Text markiert den letzten Tag im vierten Monat – und irgendwie ist das schon für mich selbst beeindruckend. Nachdem ich mir einmal angewöhnt habe, täglich zu schreiben, habe ich diesen gewissen Rhythmus einfach beibehalten. Und weitergemacht. Länger, als ich das ursprünglich gedacht hätte. Mein Ziel war eigentlich, meinen Schreibstil zu verbessern – ich denke, das hat auch ganz gut funktioniert. Aber natürlich hat das Schreiben selbst auch eine ziemlich therapierende Wirkung. Es macht Spaß und es motiviert. Zumindest für mich hat das Schreiben als solches viele positive Eigenschaften, und auch diese konnte ich in den letzten Monaten des täglichen Bloggens nachvollziehen.

    Über die Zeit hat sich meine Herangehensweise an meine täglichen Artikel aber ein wenig gewandelt. Während ich im ersten Monat eigentlich so schnell wie irgend möglich die vielen Ideen aufschreiben wollte, habe ich mich zuletzt eher selbst daran erinnern müssen. Denn nach einer gewissen Zeit sind einige Ideen eben schon verbraucht und wollen weitergedacht werden. Und das mit diesem stark frequentierten Veröffentlichungszyklus zu verbinden, ist gar nicht einmal so einfach.

    Im Monat August wollte ich eigentlich wieder mehr auf Artikelserien setzen und diese stärker in den Blog etablieren. Aber ich habe es einfach nicht so recht geschafft. Das finde ich schade, aber ich befürchte, dass das auch von meinem Veröffentlichungszyklus herrühren könnte. Denn wenn mir an einem Tag noch keine Idee für eine Artikelserie gekommen war, habe ich diese gut und gerne mit einem anderen Text aufgeschoben. Ein völlig neues Thema anzugehen oder ein altes neu zu interpretieren war dann schlicht einfacher, als ein größeres Konzept auszuarbeiten. Diese Prokrastination nach vorn finde ich schade, und irgendwie bedenklich.

    Schon gestern habe ich anklingen lassen, dass es womöglich an der Zeit ist, sich ein wenig vom täglichen Veröffentlichungszyklus zu lösen. Vielleicht kommt es da genau richtig, dass der August ein Ende findet – und der September Gelegenheit bietet, diesen Blog neu zu denken. Im April habe ich übrigens noch nicht täglich geschrieben, aber dennoch 31 Texte veröffentlicht. Gut, manche waren sicherlich ziemlich kurz, aber trotzdem muss eine leichte Abkehr vom täglichen Schreiben nicht bedeuten, weniger oder schlechter zu schreiben. Ich denke, dass es meinen Texten vielleicht auch nicht so schlecht bekommen könnte, ein bisschen mehr durchdacht und ausgearbeitet zu werden.

    Ich habe mir in den vergangenen vier Monaten selbst bewiesen, dass ich auch im Alltag ziemlich viel schreiben kann, wenn ich das nur möchte. Mein ursprüngliches Ziel, an meinen Schreibstil auszufeilen, habe ich meinem Gefühl nach auch erreicht. Klar, sich selbst ein Ziel zu stecken, kann motivieren – aber auf Dauer eben auch ein wenig einschränken. Ich vermute, dass ich es bereits geschafft habe, das Schreiben in meinen Alltag zu integrieren. Deswegen möchte ich in der kommenden Zeit eher darauf achten, wie ich mich in dieser Hinsicht weiterentwickeln kann: Ohne Druck und ohne einen selbstauferlegten Pseudo-Zwang.

    Für mich war es in jedem Fall eine sehr spannende Erfahrung, über einen doch so langen Zeitraum täglich zu schreiben. Ich kann euch das auch weiterempfehlen – auch wenn es vielleicht nicht gleich vier Monate sein müssen. Mir macht es noch immer Spaß, die Kaffeediffusion mit Inhalten zu füllen. Und diese Freude möchte ich mir auch weiterhin erhalten – und nicht durch eine implizit sehr hoch gelegte Messlatte nehmen lassen: Happy bloggin‘!

  • 30. August 2023

    Es gibt Tage, an denen weiß ich nicht so genau, über was ich für diesen Blog schreiben sollte. Dann kommen natürlich schnell Gedanken auf, ob ich nicht doch von meiner Selbstverpflichtung, täglich einen Blogartikel zu schreiben, abrücken sollte. Denn wenn ich einfach nur sinnlos um den heißen Brei herumschreibe, wird dieser am Ende eben trotzdem kalt. Klar, ich schreibe hier auch zu einem maßgeblichen Teil für mich selbst und immer, weil ich das so möchte. Aber hin und wieder frage ich mich, ob ich meinen eigenen Ansprüchen mit Blogartikel gerecht werde, die ich mir manchmal kurz bevor ich sie schreibe noch nicht vorstellen kann.

    Das hat natürlich schon etwas Spontanes, Ungezwungenes und natürlich auch offenes. Es tut mir einfach gut zu wissen, dass es mit diesem Blog einen Ort gibt, an dem ich schreiben kann, wann immer ich möchte. An dem eigentlich nur ich selbst über meine Texte urteile – einen Ort also, an dem ich mehr oder minder nur selbst mit meiner sprachlichen Arbeit zufrieden sein muss.

    Hier sollte ich vielleicht aber auch eines zugeben: So ungezwungen, wie ich mir das zu Beginn meines täglichen Bloggens vorgestellt habe, ist es heute nicht mehr. Das kann man natürlich positiv wie negativ auslegen, aber am Ende des Tages bleiben da eben doch diese gewissen Maßstäbe, die ich auch bei meinen Artikeln auf der Kaffeediffusion anlege. Ist euch schon aufgefallen, dass die allermeisten meiner Texte aus den letzten Wochen nicht weniger als 500 Wörter und oftmals noch mehr zählen? Das liegt maßgeblich daran, dass ich selbst den Wortzähler im Auge behalte. Klar, ich könnte auch einen Text mit wesentlich weniger Worten veröffentlichen – aber da ich ja sonst auch oft längere Beiträge formuliert habe, hat sich da ein bestimmter Selbstanspruch entwickelt.

    Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, ob derartige Selbstansprüche für den Blog insgesamt, aber vor allem auch für meine Haltung ihmgegenüber so positiv sind. Nicht ohne Grund habe ich mich zu Beginn meines täglichen Schreibens dazu entschieden, keine Vorgaben zu setzen. Oder zumindest möglichst wenige. Aber über die Zeit haben sie sich scheinbar eben doch entwickelt. Ein bisschen schade finde ich das schon, denn es trübt die Vorstellung von diesem Schreibplatz ohne Grenzen und ohne Einschränkungen doch. Und genau diese ist es, die ich an meinem Blog so sehr schätzen gelernt habe.

    Für mich war es schon lange ein Traum, einen eigenen Blog zu schreiben. Das habe ich bestimmt schon einmal erwähnt, aber hier passt es ja auch ganz gut. Irgendwann habe ich diesen Traum, dieses Wunschdenken dann in die Tat umgesetzt. Viele der Hoffnungen und Erwartungen, die ich an die Kaffeediffusion habe, insbesondere seitdem ich sie zu WordPress umgezogen habe, sind auch in Erfüllung gegangen. Wäre es da nicht irgendwie schade, wenn ich diese Freude einigermaßen selbstverschuldet trübe? Ich möchte hier ja auch nicht zu negativ rüberkommen. Schlussendlich wäre es für mich natürlich einfach, die Kaffeediffusion anders weiterzuführen. Aber darüber muss ich wohl nocheinmal genauer grübeln. Dieser Text kratzt jedenfalls schon wieder an der 500-Wortmarke. Vielleicht ist das der richtige Zeitpunkt, für heute zu einem Schluss zu kommen. Vielleicht auch nicht.

  • 28. August 2023

    Mein Schlafrhythmus, Teil 3

    Kann man eigentlich von einem „Tagebuch“ reden, wenn man über das Thema Schlaf schreibt? Ist das dann nicht eher ein Nacht-Buch? Ja gut, das klingt furchtbar. Aber hier geht es immerhin um meinen Schlafrhythmus – und eigentlich wollte ich mir ja abgewöhnen, die Nacht zum Tag zu machen. Tja, manchmal nimmt man sich eben viel vor. Und während man an manchen Tagen nicht weiß, wo man anfangen soll, weiß man an anderen nicht, wo man aufhören müsste. Oder vielmehr: Wann. Ich schreibe jetzt schon zum dritten Mal über meinen Schlafrhythmus. Irgendwie finde ich den Gedanken nicht schlecht, das ganze ein bisschen zu begleiten.

    Der Tenor der letzten Artikel zu diesem Thema war ja eigentlich, dass ich zumindest auf eine gewisse Regelmäßigkeit hinarbeiten möchte. Sieben Stunden Schlaf, regelmäßig und wenn möglich ohne Ausnahmen – das ist gar nicht so einfach für mich. Das ist wohl einfach Gewohnheitssache. Aber wenn ich jetzt schon wieder auf die Uhr schaue, wird mir mal wieder bewusst, wie stark so eine Gewohnheit eigentlich sein kann. Für andere mag diese Penibilität vielleicht albern klingen; aber darum komme ich gerade irgendwie nicht umhin. Ich muss mich sozusagen selbst daran erinnern, auf die Uhr zu schauen.

    Vielleicht ist es ein gewisser Tatendrang, oder das Gefühl, immer noch irgendetwas erledigen zu müssen: Irgendetwas hält mich nachts oft munter. Nicht, als dass ich nicht müde wäre. Aber manchmal möchte ich mir einfach Zeit nehmen, die ich mir vielleicht nicht nehmen sollte – zu bestimmten Uhrzeiten, im Alltag versteht sich. Wie auch immer: Darüber zu schreiben ist vielleicht gar keine so schlechte Idee, und Spaß kann das ja auch machen.

    Wie steht es um die Kaffeediffusion?

    Der August neigt sich schon wieder dem Ende zu. Dabei habe ich das Gefühl, er hätte eigentlich gerade erst angefangen. Ich kann mich noch gut an meinen Artikel zum Monatswechsel erinnern – und jetzt steht schon der nächste an. Meine Güte, dabei wollte ich doch eigentlich noch ein bisschen mit Artikelserien experimentieren. Und dann sind da ja noch diese drei Texte, die ich eigentlich mal abtippen wollte. Gut, dass die sich nicht auf aktuelle Themen beziehen, sonst wären sie ja schon lange Schnee von vorgestern.

    Eigentlich hatte ich mir so einiges für diesen Blog vorgenommen – aber so wirklich bin ich eben noch nicht zur Umsetzung meiner Ideen gekommen. Ich habe zwar den ganzen Monat geschrieben, aber nicht zu den Vorschlägen, die ich mir zum Augustbeginn selbst gemacht habe. Eigentlich brauche ich mir hier ja keine Vorwürfe machen. Aber ein bisschen merkwürdig finde ich das schon. Jetzt habe ich wieder einen Monat lang täglich gebloggt und dann noch nicht einmal dazu, worüber ich eigentlich schreiben wollte. Jetzt bin ich eigentlich schon wieder an einem Punkt, wo ich meine Ideen wieder nachlesen müsste. Naja, positiv betrachtet habe ich dann ja für später noch ein Thema. Mal schauen, vielleicht schreibe ich ja in den kommenden Tagen noch ein bisschen dazu. Wir werden sehen, oder schreiben? Oder lesen? Na, ihr wisst schon: Happy bloggin‘!

  • 24. August 2023

    Ich denke heute schon eine ganze Weile über ein sinnvolles Thema für meinen heutigen Blogartikel nach. Aber bis jetzt ist mir noch kein wirklich interessanter Aufhänger eingefallen – keine wirklich spannende Frage, mit der ich mich heute auseinandersetzen möchte. Gut, mir sind schon Dinge eingefallen, aber ich war mit diesen Ansätzen eben noch nicht so wirklich zufrieden. Irgendwie zu vage, irgendwie zu unkonkret und irgendwie insgesamt nicht geeignet. Vielleicht setze ich mich später mit diesen Themen auseinander – aber heute wohl eher nicht.

    Dieses Gefühl, einfach keine spannende Textidee zu finden, kann ganz schön nerven. Wenn man eigentlich schreiben möchte, aber man weiß nicht so ganz, über was. Und dann setzt das Nachdenken ein: Wenn ich jetzt über dieses oder jenes Thema schreibe, ohne das wirklich zu wollen – führt der Text dann nicht in die Irre. Ich habe mit der Kaffeediffusion so betrachtet ja eigentlich auch einen ziemlich eigenen inhaltlichen Anspruch: Nicht zu privat, halbwegs persönlich, aber bestenfalls doch noch einigermaßen sachbezogen – das macht die Suche nach einem passenden Thema doch schon ein wenig schwieriger.

    Aus der Motivation heraus, dass mir einfach kein passendes Thema eingefallen ist, wollte ich schon über die Langeweile als Solches schreiben – aber diese Idee habe ich jetzt doch wieder verworfen. Wäre es nicht ein bisschen ironisch, wenn mein Text über die Langeweile selbst langweilig wäre? Würde es sich dann wirklich lohnen, darüber zu schreiben? Ja, ich möchte mich mit bestimmten Themen auseinandersetzen. Aber manchmal ist es einfach nicht so leicht wie vielleicht erhofft, eine Idee wirklich umzusetzen. Manchmal muss ich erst ein bisschen über eine Artikelidee grübeln, um herauszufinden, wie ich diese wirklich angehen könnte.

    Textideen zu finden ist für mich als Blogger also ganz grundlegend wichtig. Selbst wenn mir welche einfallen, habe ich aber eine gewisse Tendenz entwickelt, diese gründlich zu überdenken. Man könnte fast sagen, dass ich ein bisschen vorsichtiger geworden bin, bevor ich zu einem Thema schreibe, darüber informiere oder auch Stellung beziehe. Es ist eben nicht immer leicht, wirklich hinter die eigentlichen Sachzusammenhänge zu steigen. Und das selbst dann nicht, wenn man sich eigentlich für diese interessiert.

    Auf meinem politischen Blog „other society“ bei den taz-Blogs ging es mir eine Zeit lang sehr ähnlich: Ich wollte eigentlich mehr Inhalte für diesen Blog schreiben – aber ich war eben sehr kritisch gegenüber meinen eigenen Ideen und habe sie oft verworfen. Das hat am Ende des Tages dazu geführt, dass ich bei einer neuen Textidee fast schon nach einem Grund gesucht habe, sie nicht umzusetzen. Über die Zeit hat mich das ziemlich frustriert, denn eigentlich wollte ich ja schreiben – und zwar über Themen die ich am laufenden Band ausgeschlossen habe. Mittlerweile liegt der letzte Text, den ich für „other society“ verfasst habe, wieder beinahe vier Monate zurück. Das finde ich wirklich schade, denn ich freue mich ja auch selbst wenn ich einen Beitrag dort veröffentlichen kann. Über einen gewissen Zeitraum habe ich mich sozusagen selbst demotiviert – obwohl ich das gar nicht wollte. Jetzt fällt es mir schwer, wieder mit dem politischen Schreiben zu starten, wie ich es einst getan habe.

    Allerdings muss ich auch dazu sagen: Während es auf „other society“ über die letzten Monate hinweg beängstigend stillt geworden ist, habe ich natürlich nicht aufgehört zu schreiben. Im Gegenteil verfasse ich momentan wohl deutlich mehr Texte im Monat als zu Zeiten in denen ich meinem Polit-Blog mehr Aufmerksamkeit geschenkt habe. Ich habe auch nicht damit aufgehört, mich über die Nachrichtenlage zu informieren und unpolitisch bin ich auch nicht geworden. Aber es kann eben doch demotivierend wirken, wenn man jedes eigene Wort auf die Goldwage legen möchte, weil man sich fragt, wie es von den Lesern aufgenommen wird. Vielleicht ändert sich das ja in Zukunft wieder. Ich bin momentan jedenfalls froh, dass ich mit der Kaffeediffusion auch einen Platz habe, um genau diese Gedanken zu teilen.

  • Steckt das klassische Bloggen in einer Nische fest?

    Ich schreibe viel, ich blogge gerne: Die Kaffeediffusion gehört mittlerweile zu meinem Alltag. Warum ich so gerne texte, habe ich schon in meinem gestrigen Blogeintrag beschrieben. Doch während ich mich dabei vorwiegend auf meine eigene Perspektive und meine Motivationen gestützt habe, möchte ich das Thema bloggen heute noch etwas anders angehen. Ich stelle mir nämlich schon länger eine Frage: Warum hat sich das Konzept des persönlichen Blogs nicht weiter durchgesetzt im Internet, wie wir es heute kennen?

    In meinem Umfeld nutzen viele ganz unterschiedliche soziale Netzwerke. Die meisten verwenden einen Instagram-Account, andere sind auch auf TikTok, vereinzelt findet man ein paar sporadische Twitter-Nutzer. YouTube kennt auch jeder. Ein paar wenige wissen auch vom dezentralen Fediverse – da habe ich vielleicht auch ein bisschen Mitschuld dran. 😉 Auf all diesen Plattformen gibt es die Möglichkeit, eigene Inhalte hochzuladen. Manche nutzen diese auch, vielleicht nicht gleich alle. Aber wenn ich genauer darüber nachdenke, wundert es mich schon, warum niemand einen eigenen Blog betreibt – außer mir.

    Ich kenne in meinem Bekannten- und Freundeskreis keinen aktiven Blogger. Natürlich sind Blogs im Netz nicht unüblich, aber zumindest in meinem Umfeld aus dem „realen Leben“ doch eine Seltenheit: Soziale Netzwerke zumindest zum Konsumieren anderer Inhalte zu verwenden, ist für die meisten selbstverständlich. Doch auch wenn es gewisse Parallelen gibt, zwischen einem klassischen Blog und bestimmten sozialen Netzwerken, ist die erstgenannte Möglichkeit für viele scheinbar einfach keine Option. Ich frage mich, woran das liegen könnte.

    Versteht mich hier nicht falsch: Im Internet habe ich schon viele interessante Blogs gefunden, zu ganz unterschiedlichen Themen. Mir geht es hier eher um einen direkten Vergleich der Nutzerzahlen, auch wenn dieser bei mir natürlich subjektiv geprägt ist: In meinem Umfeld bin ich gefühlt der einzige aktive Blogger – und das wundert mich ein bisschen, weil ich das so gern mache. Ich könnte mir bei manchen Leuten aus meinem Freundeskreis gut vorstellen, dass sie auch selbst schreiben könnten. Vielleicht wollen sie es ja auch und trauen sich nicht? Aber woran könnte es liegen, dass das klassische Bloggen scheinbar im Schatten der großen sozialen Netzwerke steht – und sich immer ein klein wenig nach Nische anfühlt?

    Diese Fragen und das Thema als solches lassen sich natürlich nicht mit einem einzigen Text ausführlich genug beleuchten. Zumindest denke ich das und habe da so ein Gefühl. Aber trotzdem würde ich meine Gedanken dazu gern auf drei Faktoren herunterbrechen:

    • Das Bloggen erfordert eine eigene Motivation.
    • Zu bloggen braucht Zeit und ein bisschen Hingabe.
    • Um in die Blogosphäre einzusteigen, muss man von ihr wissen.

    Das sind die drei Aspekte, die mir beim erneuten Nachdenken in den Kopf gekommen sind. Natürlich sind diese drei Punkte nur Vermutungen – wir können darüber gern in den Kommentaren diskutieren. Zuvor möchte ich aber ein bisschen erklären, wie ich überhaupt zu diesem Schluss gekommen bin. Bitte bedenkt, dass ich das Bloggen hier mit den großen sozialen Netzwerken in Relation setzen möchte.

    Der erste wichtige Faktor ist für mich die Frage nach der Motivation: Wo soziale Netzwerke die immer Möglichkeit bieten, fremde Inhalte zu sehen, lebt ein Blog von eigenen Inhalten. Hier auf der Kaffeediffusion kann es zwar auch soziale Interaktionen geben, zum Beispiel in der Kommentarsektion. Aber am Ende liefere ich mit meinen Texten ja die Diskussionsfragen, Themen oder Denkanstöße, die hier dann diskutiert werden können. Im Grunde liegt das Augenmerk beim Bloggen darauf, auch wirklich eigene Inhalte veröffentlichen, oder zumindest sichern zu wollen. Und damit Eigenes entsteht, braucht es eben eine gewisse Motivation – die soziale Netzwerke im Gegensatz einfach nicht immer voraussetzen.

    Was die Hingabe und den Zeitfaktor angeht, können wir uns natürlich wieder streiten: Ich selbst habe mittlerweile ziemlich viele Stunden in diesen Blog gesteckt – und kümmere mich gerne weiterhin um ihn. Natürlich muss man nicht täglich bloggen, auch nicht wöchentlich. Man braucht gar keinen Rhythmus, man kann einfach schreiben, wann man möchte. Aber im Grunde lebt ein Blog in meinen Augen erst dann richtig, wenn er auch befüllt und gepflegt wird. Wenn nun manche diese Zeit und Widmung nicht aufbringen wollen, kann ich das irgendwie auch verstehen.

    Auch der Einstieg in die Blogosphäre ist für mich ein wichtiger Punkt. Denn wo die großen sozialen Netzwerke schon bekannt sind, gibt es in der Blogosphäre einfach nicht diese eine zentrale Anlaufstelle. Ich selbst finde das nicht schlimm. Aber wenn andere nicht durch irgendeinen Blog auf das Konzept aufmerksam werden – wer soll es ihnen da verübeln, es für sich selbst nicht in Betracht zu ziehen. Klar, hin und wieder stößt man im Netz auf verschiedene Blogs. Aber wenn man wirklich welche finden möchte, die persönlich interessant sein könnten, muss man anfangs wohl etwas suchen. Nach diesem Einstieg wird es vielleicht leichter, durch Verweise und Nennungen neuen Lesestoff zu finden. Auch ein Austausch zwischen Bloggern ist dann hilfreich und für mich sehr interessant. Allerdings sind die ersten Schritte in der Blogosphäre vielleicht nicht so leicht getan, wie in den sozialen Medien.

    Bevor ich nun die Kommentarsektion eröffne und mich auf eure Meinungen freue, hier noch ein paar abschließende Worte zum Thema: Ich würde mich freuen, wenn andere das Bloggen für sich entdecken würden. Denn mir selbst macht es wirklich viel Spaß. Zu sehen, wie mein Blog erreichbar ist und tatsächlich auch hin und wieder gelesen wird, freut mich. Der Gedanke daran, dass ich die Kaffeediffusion ja irgendwie selbst so gestaltet habe, wie sie ist, macht mich glücklich. Einen eigenen Blog zu betreiben, war schon lange Zeit mein Traum – und der ist mittlerweile in Erfüllung gegangen.

  • Warum schreibe ich?

    Manchmal frage ich mich, ob ich im Alltag wirklich genug Zeit habe, täglich für diesen Blog zu schreiben. Mir macht das viel Spaß, keine Frage. Sonst würde ich das auch nicht schon seit Wochen, oder Monaten machen. Immer wieder. Aber ich frage mich doch, ob es das wirklich wert ist. Ich habe angefangen, täglich zu schreiben, weil ich meinen Schreibstil verbessern wollte. Weil ich mir aneignen wollte, gut mit Worten umgehen zu können. Aber hin und wieder fällt es eben schwer, das zu beurteilen. Ich bin sehr kritisch gegenüber mir selbst, wenn es um meinen Schreibstil geht. Inhaltliche Aspekte sind da noch etwas anderes. Ich bin allerdings mit der Motivation an das tägliche Schreiben herangegangen, verständlicher zu schreiben. Weniger verkopft.

    Früher wurde mir oft gesagt, dass ich zu komplizierte Sätze bauen würde. Zu viele Kommas, zu viele Einschübe, gerne auch mit Gedankenstrichen und allem, was die Grammatik herzugeben hatte. Ich hoffe, dass ich dieses Problem heute nicht mehr habe. Ich hoffe, dass mein Schreibstil nicht zu einer Barriere wird, die man überwinden muss, um den Inhalt zu verstehen. Hier muss ich eben auch zugeben: So wirklich nachvollziehen, warum ich damals so geschrieben habe, kann ich selbst nicht. Ich erkenne Bandwurmsätze, wenn ich sie tippe. Und auch damals sind sie mir aufgefallen. Aber wo ich mich heute eher daran störe, waren sie mir vor einiger Zeit gleichgültig.

    Mir war es beinahe egal, wie schwer mein Text zu lesen war. Frei nach dem Motto: Wenn ich das verstehe, schaffen das auch andere. Dass ich damit nur unnötige Mauern um das Textverständnis aufgebaut habe, ist mir erst später bewusst geworden. Irgendwann habe ich darüber nachgedacht, wie ich selbst schreiben möchte. Da bin ich rückblickend wohl zu einem besonders wichtigen Schluss gekommen: Sprache ist für Kommunikation da – und bei Texten ist das nicht anders. Natürlich kann man auch für sich selbst schreiben. Aber mittlerweile wirkt es auf mich fast ein bisschen abgehoben, zu umständlich zu formulieren.

    Das, was ich sagen möchte, sollte auch für sich sprechen können. Wenn ich schreibe, möchte ich damit etwas zu Papier bringen, festhalten. Ist es nicht irgendwie ein bisschen elitär, da ständig die volle Konzentration vom Leser abzuverlangen? Manchmal scheint ein Schreibstil mit einem Schachtelsatz nach dem anderen genau die zu Erfordern: Aufmerksamkeit. Irgendwie einen gewissen Willen, sich auch wirklich mit dem Text auseinanderzusetzen. Dabei geht es einigen vielleicht vielmehr um den Inhalt.

    Da kommt mir ein Gedanke: Sollte sich ein idealer Schreibstil nicht eigentlich eher im Hintergrund bewegen? Wortwiederholungen fallen auf und lenken vom Inhalt ab. Also sollten sie vermieden werden. Ein Wald von Kommata schafft Verwirrung. Und die kann man beim Versuch, einen Text zu verstehen, nicht gebrauchen. Also sollte man unnötig viele Hypotaxen vermeiden. Viele Ellipsen, also unvollständige Sätze, wirken zerstückelt und abgehackt. Unvermeidlich. Zwangsläufig. Zweifellos. Sollte man sie da nicht besser vermeiden?

    Klar, es kommt im Endeffekt darauf an, wo ein Artikel, Beitrag oder Kommentar erscheinen soll. Welche Leser er erreichen soll. Aber ganz grundlegend denke ich, dass es keinen Sinn macht, extravagant zu schreiben – nur damit man extravagant schreibt. Ich möchte für mich selbst einen ausgewogenen Schreibstil finden, den ich im Alltag nutzen kann. Und in meinem Alltag gehören Texte eben dazu. Ich mag es, mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ich mag es, über das Schreiben zu schreiben. Ich mag es mit Worten zu spielen und sehe sie doch manchmal einfach als Werkzeug der Kommunikation.

    Natürlich kann ich beim Formulieren bestimmte Absichten im Hinterkopf behalten. Für wen ich schreiben möchte. Ob mein Schreibstil zum Thema passt. Oder ob ich den richtigen Ton treffe, obwohl ich ihn nicht kenne. Aber ein Stück weit schreibt man doch immer auch für sich selbst. Wenn ich einen Text mehr verfasse und dazu eine Rückmeldung erhalte, kann mir diese auch beim nächsten helfen. Ich veröffentliche meine Texte und freue mich, wenn sie gelesen werden. Dabei denke ich aber eben auch daran, wie ich doch für mich selbst übe. Irgendwie.

    Wenn ich für meinen Blog schreibe, nehme ich oft kaum Änderungen an den Texten vor, nachdem ich sie fertigstelle. Wenn mir also zum Beispiel ein Rechtschreibfehler nicht während des Schreibens auffällt, korrigiere ich ihn vielleicht auch nicht. Manchmal schon, aber womöglich auch nur als nachträgliche Änderung.

    Ich schreibe, weil ich das gerne mache. Ich schreibe, weil ich etwas beschreiben möchte, erklären oder analysieren – um es anderen näher zu bringen oder Themen aufzugreifen, die Menschen bewegen. Ich schreibe gerne, und ich schreibe gerne viel. Wenn ich dazu keine Zeit finden würde, fände ich das sehr schade. Deswegen muss ich mir die Zeit vielleicht auch einfach nehmen, weiterhin.

  • Trete ich inhaltlich auf der Stelle?

    Seit Monaten schreibe ich täglich Artikel für diesen Blog, ich mache das richtig gerne. Für mich ist das unbestritten zu einer Routine geworden – und ablegen möchte ich sie nicht. Mir macht es wirklich viel Spaß, diesen Blog mit Inhalten zu befüllen und mit Leserinnen und Lesern in den Austausch kommen zu können. Über die Wochen und Monate habe ich oft über meine Herangehensweise an diesen persönlichen Weblog nachgedacht – und hier und da unterschiedliche Schlüsse gezogen.

    Ich finde es ganz logisch, dass sich die eigene Motivation mit der Zeit wandelt, man selbst vielleicht manche Themen lieber beleuchten möchte, als andere. Für meinen Blog habe ich mir deswegen bewusst keine inhaltlichen Richtlinien gesetzt – egal ob bei der Textlänge, dem Inhalt, der Aufmachung oder sonstigen Aspekten. Gerade für den Anfang fand ich das auch unglaublich wichtig, da es mir sonst wohl viel schwerer gefallen wäre, das Bloggen konsistent in meinen Alltag zu integrieren.

    Auf der „Kaffeediffusion“ habe ich schon ganz verschiedene Themen behandelt, und jedes hat hier irgendwie seinen Platz gefunden. Ich bin sehr dankbar über die inhaltliche Freiheit, die mir dieser Blog bietet. Noch immer sehe ich diesen als einen digitalen Raum, den ich selbst befüllen kann – ohne, dass mir jemand dabei reinredet, und ohne dass ich mich an bestimmten Standards messen müsste. Ich gebe zu: Natürlich habe ich selbst gewisse Erwartungen an mich. Immerhin ist dieser Blog öffentlich und unmittelbar mit mir als Autor verbunden. Da fühle ich mich auch für meinen Inhalt verantwortlich – ich würde es komisch finden, falls das nicht so wäre.

    Meine Texte müssen am Ende des Tages meinen eigenen Ansprüchen genügen; das geht vermutlich den meisten Autoren so. Klar, manchmal bin ich mit meinen Texten mehr zufrieden als bei anderen. Aber das gehört für mich dazu; mir geht es eher um dieses grundlegende Mindestmaß an Erwartungen, die ich an mich selbst stelle. Das möchte und werde ich auch in Zukunft nicht ablegen.

    Ich möchte sagen: Auch, wenn ich mir auf diesem Blog bisher weniger strenge Vorschriften gesetzt habe, war ich nie ganz frei von dieser Betrachtung aus einem ganz bestimmten Blickwinkel: Meinem eigenen. Momentan bin ich mir aber wirklich unsicher, ob es dafür nicht doch einmal an der Zeit wäre. Denn an manchen Tagen habe ich schlicht das Gefühl, ein bisschen auf der Stelle zu treten. Immer wieder die selben Gedanken aufzuschreiben, vielleicht nur unter anderen Gesichtspunkten oder gar Umständen betrachtet.

    Ich weiß nicht, ob es nicht doch besser wäre, mich inhaltlich auf diesem Blog etwas mehr festzulegen – damit ich vielleicht nicht mehr nur an der Oberfläche der Themen kratze, für die ich mich begeistern kann. Ich habe eigentlich Lust darauf, mich tiefer in eine bestimmte Materie einzuarbeiten und Themen anstatt einfach nur wiederholt, anders, tiefer und weiter zu denken. Allerdings bietet es natürlich auch Vorteile, sich inhaltlich weniger zu präzisieren – denn dann bleibt man eben doch thematisch flexibler. Ich habe in einem anderen Artikel bereits mit dem Gedanken gespielt, in den kommenden Tagen und Wochen wieder etwas mehr mit serienartigen Inhalten zu arbeiten. Vielleicht wäre das ein guter Kompromiss – vielleicht kann ich mich so auf ein Thema konzentrieren, so lange ich möchte, ohne mich direkt darauf zu beschränken. Vielleicht ist das einen Versuch wert.

  • 7. August 2023

    Es gibt Tage, da weiß ich einfach nicht, über was ich auf diesem Blog schreiben soll. Nicht etwa, weil mir keine Textideen einfallen würden. Nein – im Gegenteil habe ich manchmal auch einfach so viele Ideen und Gedanken, Meinungen oder auch Sorgen, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Dieser Beitrag hier entsteht etwa schon in meinem dritten Anlauf, meinen heutigen Blogeintrag zu verfassen.

    Ja, manchmal fällt mir nichts ein und manchmal stellen sich Themen, die ich gern bearbeiten würde überraschend als doch weniger spannend heraus. Manchmal habe ich auch das Gefühl, die Meinung, die ich zu bestimmten Themen in die Tastatur hämmern würde, hätten andere schon längst gesagt. Vielleicht früher, vielleicht präziser, vielleicht sachlicher oder energischer. Das kann dann schon ein bisschen demotivierend wirken. Immerhin denke ich bei diesen Gelegenheiten oft von einem Kritikpunkt zum nächsten oder sehe nur dass, worüber ich mir womöglich gar nicht so viele Gedanken machen sollte.

    Hin und wieder sitze ich vor der Tastatur und halte die Backspace-Taste auf Anschlag, weil ich gerade dabei bin, einen Satz oder gar Text zu verwerfen. Manchmal schließe ich einfach resigniert einen Editor – ohne zu speichern. Doch bei manchen Texten passiert mir auch das Gegenteil: Denn es kann eben auch vorkommen, dass gerade die Themen, von denen man selbst zunächst wenig hält, interessante Texte abgeben. Woran das liegen könnte? Ich weiß es nicht.

    Das kann eben ein schmaler Grad sein: Einfach drauf los zu schreiben, kann sehr gut tun. Aber natürlich wird diese Herangehensweise manchen Themen auch einfach nicht gerecht. Und wenn mir diese Zweifel einmal in den Sinn kommen… Tja, dann muss ich mich schon wirklich auf ein Thema eingeschossen haben, um weiterzuschreiben. Wie gesagt: Das kann richtig frustrieren. Wo ich gerade so darüber nachdenke, scheint es auch eine gute Idee zu sein, solche Textideen einfach einmal aufzuschreiben. Ohne den Zwang, sie irgendwann umsetzen zu müssen. Ganz unverbindlich, nur damit man sie nicht ganz vergisst.

    Denn wenn ich einen Text einmal verwerfe, liegt es doch auch nahe, dass ich mich ablenke. Und wenn ich mich ablenke, verliere ich vielleicht auch einen Gedanken zu wenig an das digitale Äquivalent zum zerknüllten Entwurf im Papierkorb. Und wieder hervorkramen kann ich solche Ideen dann natürlich auch nicht: Was für ein Wunder der Technik. Heute habe ich zum Beispiel überlegt, ob ich einen Text zur aktuellen politischen Lage mit Blick auf die (erschreckende) Popularität der AfD schreiben sollte. Andererseits erfordert ein solches Thema gründliche Recherche, will überlegt behandelt und nicht vorschnell von der Leber weg geschrieben werden. Außerdem habe ich daran gedacht, ob sich nicht ganz allgemein ein Artikel zu historischen Umständen – und insbesondere meinen persönlichen Bezügen dazu – lohnen würde.

    Diese Themen klingen für mich eigentlich noch immer interessant, gerade letzteres verspricht auch, zum Konzept dieses Blogs zu passen. Irgendwie. Nicht, dass ich den anderen Beitrag nicht auch angehen wollen würde – ich weiß nur nicht wie. Und dieser wäre sicherlich auch eher für meinen politischen Blog „other society“ geeignet. Naja, mal sehen: Vielleicht wird ja doch noch etwas daraus. Eventuell.