Schlagwort: Nachrichten

8. Juni 2023

Ich habe schon in meinem Blogeintrag zu meinen Alltagshelfern angesprochen, dass ich mich von Zeit zu Zeit durch verschiedene RSS-Programme und andere Optionen zur persönlichen Nachrichten-Aggregation teste. Egal mit welchen Programmen man versucht, Nachrichten für sich selbst zugänglich zu machen: Jeder verarbeitet tagtäglich eine Flut an Nachrichten, vielleicht bewusst, vielleicht unbewusst. Doch den Nachrichtenstrom zu händeln kann manchmal gar nicht so einfach sein. Auch dazu habe ich schon einen Text geschrieben. Software-Programme hin oder her finde ich aber auch die Frage spannend, die hinter den RSS-Anwendungen, Diensten zur Speicherung interessanter Artikel und all der anderen Software in diesem Bereich steht.

Für mich würde es sich eigentlich sehr anbieten, endlich einen Nachrichtenstrom mit interessanten Quellen anzulegen. Doch so oft ich das bisher auch versucht habe, bisher ist es mir nicht wirklich gelungen. Sicher würde mir das einiges an Zeit ersparen, doch bisher konnte ich noch keinen großen RSS-Feed in meinen Alltag integrieren. Ich bin also ein Surfer geblieben, selbst wenn es darum geht, Quellen aus erster Hand zu hören. Eigentlich kann ich das nicht so stehen lassen, finde ich zumindest. Sicher, auch ich vereinfache mir das Arbeiten mit der Nachrichtenflut, indem ich themenspezifische „Planeten“, also Zusammenschlüsse verschiedener Feeds auf einer Webseite, lese. Auch soziale Nachrichtenaggregatoren wie Reddit oder Lemmy im Fediverse finde ich sehr interessant – und hier und da auch hilfreich. Selbst über soziale Medien wie Mastodon und Friendica bekomme ich einige interessante Informationen mit. Es ist also nicht so, als würde ich stets erst nach Quellen suchen, die mir dabei helfen könnten, am Ende des Tages doch irgendetwas zu finden.

Ein RSS-Feed würde sich hier sicherlich anbieten. Während das (kostenfreie) Angebot an RSS-Diensten im Netz alles andere als rosig aussieht, stünde mir am Rechner eigentlich nichts im Wege. Desktopprogramme wie Liferea sind frei lizenziert und eignen sich entsprechend einiger Testläufe auch gut zum „Nachrichten-Sammeln“ an sich. Klar, mit einer Internet-basierten Synchronisation hört es dann schon schnell auf. An Serverprogramme zum selbst Hosten traue ich mich wegen mangelnder Erfahrung (noch) nicht heran. Auch die Firefox-Erweiterung „FeedBro“ wurde mir empfohlen. Ich zögere noch ein wenig, einen Blick darauf zu werfen, da mir die Lizenzsituation des AddOns noch nicht ganz schmeckt. Aber vielleicht muss ich mich auch nur noch ein wenig weiter damit beschäftigen. Doch egal, welche Möglichkeit ich hier beschreibe: Vollkommen zufrieden stellt mich derzeit eigentlich keine. Das Interessante ist, dass das nicht nur an den Lösungen selbst. Ich könnte mich zum Beispiel tierisch darüber aufregen, dass manche RSS-Feeds Texte nur gekürzt ausliefern, andere in voller Länge. Manche RSS-Vertreiber heißen selbst bei großen Medien manchmal einfach nur „Neue Nachrichten“, oder sind ähnlich uneindeutig. Derartige Tatsachen trüben meine RSS-Nutzung doch sehr: Hier einen Browser öffnen, dort herausfinden, welches Portal hinter einem Artikel steckt; das macht auf Dauer keinen Spaß.

Bei sozialen Nachrichten-Aggregatoren kommt neben dem reinen Sammlungs- und Ballungseffekt, den derartige Dienste bieten können, auch eine Diskurskomponente hinzu. Natürlich hängt diese auch immer davon ab, wer sich in einer betreffenden Gemeinschaft oder Subkultur im Internet bewegt – doch ingesamt halte ich das für einen spannenden Faktoren. RSS kann – und will – etwas derartiges vermutlich nicht bieten. Vielleicht muss ich mich auch noch einmal neu in RSS einarbeiten und einen eigenen Weg finden, derartige Feeds für meine Zwecke zu nutzen. Ich habe zum Beispiel überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre, den eigentlichen Reader nur für die Überschriften zu nutzen und dann standardmäßig jeden Text im Browser zu öffnen.

Hinzu kommt natürlich auch ein ganz banaler Fakt: So ein RSS-Feed will aufgebaut, gepflegt und gewartet werden. Was wenn Seiten ihren Feed zerschießen, umziehen oder schlicht nicht mehr bespielen? Für mich stellt sich dann oft die Frage, was ich überhaupt in meinem Feed bündeln möchte. Und von Kategorien und ähnlichen Verwaltungswerkzeugen möchte ich da noch gar nicht reden. Für mich jedenfalls würde es momentan einiges an Arbeit bedeuten, einen Feed weiter und weiter an meine Bedürfnisse anzupassen, da ich mir selbst teils unsicher bin, wo diese genau liegen. Klar, ich sehe welche Vorteile mir ein gebündelter Feed bieten könnte – und wenn dieser einmal steht, muss er vielleicht auch nicht weiter verwaltet werden. Trotzdem stellen sich dann Fragen: Wie würde ich zum Beispiel neue Seiten finden, wenn ich den ganzen Tag nur in denen lese, die ich ohnehin bereits kenne.

Ich finde RSS sehr spannend, sowohl von der Idee her, aber auch was die standardmäßige Verbreitung dieses offenen Standards angeht. Ich möchte auch nicht davon ablassen. Vielleicht muss ich meine Suche nach einer halbwegs perfekten (man beachte das Oxymoron 😉 ) Lösung für dieses Problem fortsetzen. Wie regelt ihr euren Nachrichtenstrom? Lasst ihr euch treiben oder surft ihr auf diesen Wellen? Nutzt ihr RSS, und wenn ja: Wie?

3. Mai 2023

Wer kennt sie denn nicht, die Nachrichtenflut, die manchmal auf uns einprasselt? Ich selbst möchte mich gern auf dem Laufenden halten. Manchmal komme ich aber einfach nicht dazu, dass zuverlässig im Alltag umzusetzen. Manchmal habe ich das Gefühl, nach einem stressigen Tag nicht noch mehr Negativität in meinen Alltag lassen zu wollen: Nachrichten können negativ sein. Und in einer Welt, in der so viel schief läuft, wie in unserer ist das leider keine Seltenheit. Auch wenn es weniger anstrengen mag, nicht immer auf dem neuesten Stand zu sein: Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich aus Versehen oder absichtlich hin und wieder ausblende, was um mich herum geschieht. Manchmal möchte ich nicht noch einmal daran erinnert werden, wie negativ die Welt sein kann und ist – Tag für Tag.

Andererseits ist natürlich auch klar: Ein ständiges Ignorieren hilf nicht. Immerhin bin ich auch ein Teil dieser Welt, die mir hin und wieder zu anstrengend und zu negativ wird. „Zu negativ“ – was heißt das überhaupt? Hat es nicht auch etwas negatives, alles auszublenden? Sicher, das mag bequemer sein. Nur darf man dann auch nicht erwarten, zu verstehen woran das alles liegen könnte. Wenn ich mich für etwas nicht interessiere, wird es für mich mit der Zeit irrelevant. Doch Nachrichten sind ja nicht negativ, weil sie das wollen: Nachrichten sind negativ, weil sie das oft müssen. Müssten wir daraus nicht schließen, dass Nachrichten das zu oft müssen?

Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Umwelt vollkommen ausblende. Dabei geht es mir nicht notwendigerweise nur um die sozialen Bindungen und Beziehungen zu anderen. Es geht auch, vor allem, darum, andere Lebensrealitäten anzuerkennen. Einerseits ist das eine Frage der Toleranz. Andererseits eine Frage des Zusammenlebens als solches. Wo es für mich auf einer persönlichen oder vielmehr privaten Ebene manchmal schwierig ist, auf Menschen zuzugehen, habe ich bei einer sachlichen Ebene eigentlich keine wirklichen Probleme: Vielleicht bin ich eher an den Fragen die Menschen bewegen, und dabei nicht sofort an deren Privatleben interessiert? Manchmal habe ich das Gefühl, soziale Beziehungen zu oft nicht richtig einschätzen zu können. Andererseits stelle ich eine gewisse Neugier fest, nach der ich auch kein Problem habe, auf Menschen zuzugehen.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich Gesellschaft und Politik um mich herum lange, zu lange ausblende. Hin und wieder beschleicht mich eine gewisse Selbstanklage. Dann denke ich, dass so ein Verhalten auf Dauer sehr ignorant wäre. Hätte man mich vor ein paar Monaten gefragt, was ich von politischen Desinteresse halte – meine Antwort wäre klar gewesen. Doch mit der Zeit habe ich auch festgestellt, dass eine Nicht-Positionierung in sich eine Positionierung sein kann. Natürlich sind wir dauerhaft von unzähligen Medien umgeben – ich würde auch behaupten, dass das zu einem Großteil meines Lebens bisher nicht anders gewesen ist. Sich zielgerichtet durch das Informationszeitalter zu lotsen bleibt trotzdem eine tägliche Aufgabe. Aber ich bin viel zu neugierig, als das ich diese Aufgabe nicht als Herausforderung annehmen wollte. 🙂

Die Nachrichtenflut, Teil 1

Es ist schwer, mit der täglichen Nachrichtenflut angemessen umzugehen: Einerseits möchte ich besser nichts verpassen, andererseits fehlen mir manchmal schlicht und ziemlich ergreifend Zeit und Energie, mich mit der gesamten Nachrichtenlage auseinanderzusetzen — in einem Maße, nach dem ich nicht nur mit Halbwissen um mich werfen könnte, würde ich einmal danach gefragt werden.

Eine naheliegende Lösung für dieses Problem scheinen mir RSS-Feeds und -Reader zu sein, immerhin sind meine Anforderungen nicht sonderlich hoch: Einige Feeds sollen sich möglichst nach frei wählbaren Kategorien sortieren und chronologisch anzeigen lassen, so weit, so trivial. Doch wenn es um einen Web-Zugriff, Speicherfunktionen und das Lesen im Feed-Reader selbst geht, scheinen sich zumindest die kostenfreien Angebote der bekannten Dienstleister immer um durch den einen Wehrmutstropfen, die eine Beschränkung selbst auszuschließen.

Am Desktop habe ich kein Problem mit irgendwelchen Feedreadern: Liferea und Akregator bieten mir alles, was ich mir nur wünschen könnte, sind aber nicht Web-basiert. Sprich: Von einem dritten Gerät darauf zuzugreifen, kann ich mir zumindest mit diesen Optionen schoneinmal abschminken.

Die kommerziellen Feedreader im Web bewerben gerade heutzutage oftmals ihre Premium-Pläne mit fehlenden Funktionen der Testversionen: Die Suche wird dadurch natürlich alles andere als einfacher.