Schlagwort: Motivation

20. September 2023

An manchen Tagen finde ich einfach nicht dieses eine richtige Thema, über das ich in diesem Blog schreiben könnte. Wenn das der Fall ist, setzt bei mir schnell eine ganz eigenartige Form der Demotivation ein. Denn ich beginne dann, über jede Idee, die mir in den Kopf kommt, noch kritischer zu betrachten. Am Ende lande ich dann wieder in einer Situation, in der ich Gedanken als Themen für Texte verwerfe, obwohl ich das vielleicht gar nicht sollte. Noch schlimmer wird dieses Gefühl, wenn ich einen Absatz schreibe und dann doch abbreche, den Text fertig zu schreiben. Dann habe ich das Gefühl, es versucht und doch nichts erreicht zu haben – also einer Idee nachgegangen zu sein, der ich womöglich weniger Zeit hätte schenken sollen.

Das Problem bleibt in jedem Falle, dass mich dieser Umgang mit Ideen nicht gerade dazu verleitet, offener über die Texte nachzudenken, die ich auf diesem Blog veröffentliche. Im Gegenteil überdenke ich manche Einfälle gar und mache sie damit zumindest gefühlt ungeeignet für einen Beitrag. Beitrag. In diesem Zusammenhang ist das eine ironische Formulierung, denn ich habe bei derartigen Textversuchen den Eindruck, eben keinen Beitrag leisten zu können. Natürlich müsste ich nicht immer einen Beitrag leisten. Aber ich neige eben dazu, dass was ich über die Zeit so anstelle, vor mir selbst rechtfertigen zu wollen.

Wenn ich in der Schule ein Bild zeichnen oder malen musste, wurde dieses bisher nie besser, indem ich es verworfen habe. Manchmal wirkte es eher, als ob man nur nicht aufgeben müsste bei einem Versuch, um der eigenen Vorstellung näher zu kommen. Gut, natürlich macht das irgendwie Sinn. Aber der Gedanke daran ist schneller gedacht, und eine solche Aussage ist schneller gemacht als umgesetzt. Bei meinen Texten geht es mir ähnlich; nur das mir meine Texte wohl mehr bedeuten als Bilder, die ich bisher im Kunstunterricht zeichnen musste sollte. Ständig an den eigenen Vorstößen zu zweifeln, kann wirklich demotivieren. Aber auf der anderen Seite kann man so auch für die Zukunft lernen. Einseitig betrachten lässt sich dieses Thema wahrscheinlich wieder einmal nicht.

Stress und Zeit

In der nunmehr fast vergangenen Woche hatte ich wieder einiges zu tun. Solche Situationen regen mich in den freien Minuten, die mir in diesen Wochen bleiben, oft auch zum Nachdenken an: Was bedeutet es eigentlich für mich, Stress zu haben. Wie sehr besteht mein Alltag eigentlich aus Stress – und wo kommt dieser her. Immer wieder habe ich gehört und manchmal sogar behauptet, dass man sich selbst ebenso viel Stress machen kann. Und dieser Ansicht würde ich auch weiterhin zustimmen. Wer sich selbst anspornt, merkt manchmal vielleicht gar nicht, wie sehr der Bogen der eigenen Belastungsfähigkeit überspannt ist. Ich selbst habe auch hier und da das Gefühl, irgendetwas nicht zu schaffen, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Doch in solchen Situationen stehe zumindest ich auch ein bisschen, vielleicht nicht immer, aber hin und wieder ein wenig neben der Spur. Dann daran zu denken, dass man ja eigentlich nur darauf zu achten hätte, die eigene Zeit „besser“ einzuteilen, das macht die Lage dann auch nicht immer besser.

Vermutlich muss man mit Stress manchmal auch einfach klarkommen. Ich möchte hier keine psychologische Diskussion vom Zaun brechen; da könnte ich vermutlich gar nicht so viel beitragen. Trotzdem stellt sich oft die Frage, ob Stress in bestimmten Situationen wirklich „gerechtfertigt“ ist. Aber diese Frage ist ja nicht die einzige. Es geht doch auch darum, wo der Stress eigentlich herkommt. Natürlich kann man über positiven, irgendwie motivierenden und negativen, also belastenden Stress diskutieren. Ich denke aber, dass das im Grunde eine Frage der eigenen Einschätzung bleibt. Um das hier noch einmal deutlicher zu formulieren: Der Selbstreflexion.

Auf die Schnelle zumindest fällt mir so etwas nicht immer leicht. Und das ist vielleicht auch irgendwie nachvollziehbar, oder? Wenn man immer daran denkt, wie eine Situation aufgebaut und ein Problem gelöst werden kann, vergisst man vielleicht auch schnell, dass man selbst in diesen Lebenslagen steckt. Kommunikation, Austausch, Kontakte: Das ist ja keine Einbahnstraße. Aber in manchen Situationen wird das vielleicht nicht sofort deutlich. Dann einen Schritt zurück zu gehen, und von Ferne auf das eigene Handeln zu schauen, ist nicht so einfach. Zumindest empfinde ich das so. Nicht immer, aber manchmal. Und auch wenn man sich manchmal fragt, wie Leute ihr Handeln wohl vor sich selbst rechtfertigen können: Wann habe ich mich eigentlich zuletzt vor mir selbst gerechtfertigt?

Momentan habe ich das Gefühl, dass ich zumindest weiß, warum ich manchmal ein bisschen Stress habe. Und für mich ist genau das einer der wichtigsten Punkte, ohne den ich mit manchen Situationen viel schwerer umgehen könnte. Das ist wohl eine Frage der eigenen Ziele. Wenn man diese im Hinterkopf behält, weiß man vielleicht auch schneller wieder von dem großen „Warum?“. Momentan kann ich dank der Ziele, die ich mir selbst gesteckt habe, auch ein bisschen besser an etwas dran bleiben. Mich jetzt zu den Begriffen „Überforderung“ und „Herausforderung“ auszulassen, halte ich für übertrieben: Ich habe manchmal ein bisschen Stress, manchmal mehr und manchmal weniger Zeit. Aber irgendwie versuche ich damit umzugehen. Das mag nicht immer leicht sein. Aber vielleicht sollte ich mir dahingehend einfach keinen Stress machen.

Blogging-Phasen

Mit seinem Archiv-Widget bietet mir WordPress eine erstaunlich interessante Möglichkeit, meine eigenen Blogging-Gewohnheiten nachzuvollziehen. Wenn ich so auf das Archiv schaue, fällt mir einmal mehr auf, wie zyklisch ich blogge oder schreibe – um diesen Artikel ein wenig allgemeiner zu fassen. In manchen Monaten schreibe ich zum Beispiel sehr wenig oder fast nichts. In anderen Monaten möchte ich gar nicht mehr aufhören. Sicherlich hat das auch etwas damit zu tun, dass ich teils andere Dinge zu tun habe – oder einfach Texte verwerfe, die ich eigentlich nicht verwerfen müsste. Aber ich kann, wenn ich so darüber nachdenke, auch feststellen, dass ich sehr zyklisch motiviert bin, gar richtige „Motivationsschübe“ haben kann.

In den letzten Tagen habe ich mich zum Beispiel stark mit WordPress auseinandergesetzt, und meinen „Entdeckungsprozess“ in diesem Blog festgehalten. Allein heute habe ich außerdem schon vier Texte veröffentlich, das hier ist gerade der fünfte. Meine Motivation zu schreiben hängt also auch davon ab, ob ich Themen habe, die mich ausreichend interessieren. Ein klassisches Tagebuch habe zum Beispiel noch nicht über einen Blog umgesetzt. Gestern Abend habe ich etwa MicroOS Desktop installiert – und heute habe ich viel darüber geschrieben. Mir ist dabei auch aufgefallen, dass Themen in sich eine teilweise sehr unterschiedliche „Hemmschwelle“ für mich bieten. Zu freier Software zu schreiben fällt mir beispielsweise sehr leicht, da ich mich dabei an technischen Details, gewissen Funktionen oder auch philosophischen Aspekten der jeweiligen Software oder Software-Gemeinschaft orientieren kann und an eben diesen Aspekten eigene Gedanken anknüpfen kann. Besonders angenehm gestalten lassen sich natürlich weniger formelle Artikel gestalten – zum Beispiel jene Texte in diesem Blog. Je mehr inhaltliche und formelle Verantwortung ich in einen Beitrag legen möchte oder muss, umso mehr durchdenke oder überdenke ich den jeweiligen Text.

Wenn ich also einen politischen Text schreiben möchte, lastet eine höhere inhaltliche Verantwortung auf dem eigentlichen Prozess des Schreibens. Diese lege ich mir zugegebener Maßen zum Großteil selbst auf. Übrigens nehme ich bei politischen Texten auch wesentlich schneller nachträgliche Änderungen an inhaltlichen Aspekten, Ausdrucksweisen oder Formulierungen vor. Nicht etwa, weil ich Leser in die Irre führen möchte, sondern weil ich solche Artikel noch wesentlich länger im Nachhinein überdenke und mich wesentlich schneller an etwaigen oder tatsächlichen Missverständnissen stoße. Damit einhergehend ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich im Nachhinein noch zu einem Thema diskutiere wesentlich höher, wenn es um politische Inhalte geht. Ich denke, das ist auch in gewisser Weise nachvollziehbar. Das Ende „vom Lied“ ist dann aber nicht selten auch, dass ich wesentlich weniger politische oder gesellschaftskritische Texte schreibe. Angesichts der aktuellen politischen (und informationellen) Gesamtlage halte ich vorschnelle Positionierungen, gerade bei meinen Artikeln, für überdurchschnittlich wahrscheinlich. Dann schreibe ich teils lieber darüber, dass ich das schwierig finde – es wird also wieder einmal Zeit dazu, ein bisschen kontroverser zu schreiben. 😉

Vermutlich werden hier auch in Zukunft noch einige Texte zu derartigen Themen erscheinen – davon kann und will ich mich einfach nicht lossagen. 🙂