Ich schreibe sehr gern über freie soziale Netzwerke, die zum dezentralen Fediverse gehören. Heute möchte ich aber etwas allgemeiner werden. Bei all den Fragen und Texten zu Fediverse-Diensten ist es für mich auch interessant, zu beobachten, wie ich soziale Medien eigentlich genau nutze. Bei mir schwankt mein Verhalten in diese Richtung relativ oft. Mal geht meine Nutzungstendenz eher zu einem bestimmten Dienst, mal schreibe ich mehr in die sozialen Netzwerke – und manchmal verzichte ich auch ganz darauf. Mein Verhältnis zu Social Media wechselt sich also häufiger, aber interessant finde ich diese Netzwerke immer. Meiner Ansicht nach spiegelt sich in den Diensten die viele Menschen Tag für Tag nutzen immer auch die Position der vielen zum Internet und dem Web wider.
Eindeutig ist wohl, dass das Fediverse meine erste Wahl ist, wenn es um soziale Medien geht. Das liegt einerseits daran, dass mir das Konzept der Dezentralität gefällt. Andererseits habe ich auch festgestellt, dass ich dort thematisch am ehesten zu hause bin. Auf Twitter haben sich meine Erwartungen von der Plattform seinerzeit nur selten erfüllt. Im Fediverse ist das anders, und zwar sowohl auf Mastodon als auch auf Friendica. Das sind die Fedi-Dienste, die ich wohl am meisten nutze. Momentan veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken hauptsächlich das, über was ich sonst im Netz schreibe. Das sind derzeit insbesondere die Artikel auf diesem Blog. Ich freue mich immer wie ein Schneekönig, wenn ich einen Kommentar zu einem Text bekomme, da ist Social Media schon eine feine Sache.
Allerdings muss ich auch sagen, dass soziale Netzwerke noch immer recht schnelllebig sind. Das habe ich schon einmal beobachtet, geändert hat sich in dieser Wahrnehmung also nichts. Ich habe manchmal das Gefühl, dass der stets aktuelle Tröt-Strom auf Mastodon auch eine gewisse Hektik mit sich bringt. Genau so etwas lässt sich zum Beispiel mit einem Blog wie diesem hier vermeiden. Hier kann ich mir selbst Ziele stecken, wann ich veröffentlichen möchte – hier sehe ich eben nicht die schnellen Statusupdates von anderen. Versteht mich nicht falsch: Ich finde das ja interessant. Sonst würde ich die sozialen Netzwerke ja auch nicht nutzen. Allerdings kommt manchmal das Gefühl auf, mithalten zu müssen. Wenn man sich davon nicht lossagen kann, mag dieser Eindruck sich nicht wirklich positiv auswirken.
Abschließend lässt sich also sagen: Mein Verhältnis zu den sozialen Netzwerken wird sich auch in Zukunft wandeln und wechseln. Ich habe aber auch Spaß daran gefunden, etwas mehr mit dem Mastodon-Account von GNU/Linux.ch zu arbeiten. Soziale Netzwerke, also auch das Fediverse, bleiben wohl doch irgendwie vom eigenen Blickwinkel abhängig. Wie seht ihr das?
In den vergangenen Wochen haben viele der großen Social-Media-Unternehmen angekündigt, in Zukunft am Fediverse teilnehmen zu wollen. Angefangen mit Tumblr gehen diese Bestrebungen heute schon bis zum Facebook-Konzern „Meta“. Wie genau diese Entwicklungen für das Fediverse selbst einzuschätzen sind, bleibt eine diskussionswürdige Frage. Dazu ist gestern ein sehr lesenswerter Artikel auf Netzpolitik.org erschienen, der das strittige Thema sehr verständlich zusammenfasst. Ich kann euch nur empfehlen, diesen Text zu lesen, sonst könnten auch meine hier geäußerten Gedanken etwas zusammenhanglos wirken. Denn das Fediverse zu beurteilen ist wirklich nicht immer einfach. Wer sich schoneinmal mit dem dezentralen sozialen Netzwerk beschäftigt hat, wird sicher vieles festgestellt haben. Zum Beispiel scheinen unfassbar viele Nutzer am Konzept des Fediverse zu hängen, so positiv wie das nur geht. Mir geht es ja ähnlich: Das Fediverse ist für viele wohl das Licht am Ende des Tunnels „Social Media“. Deswegen kann ich es nachvollziehen, wenn Menschen hoffen, dass das Fediverse bestehen bleibt, so wie sie es kennengelernt haben.
Interessanterweise wird dieser Aspekt auch im Netzpolitik.org-Artikel angesprochen. Dabei wird vor allem auf die unterschiedlichen Positionen von Fediverse-Neulingen und den alt Eingesessenen hingewiesen. Ob man diese Generalisierung so einfach treffen kann, kann ich nicht beurteilen. Statistische Daten fehlen hier sicherlich, aber trotzdem lässt sich wohl schon aus einem allgemeinen Eindruck eine Tendenz ablesen. Wie auch immer: Die unterschiedlichen Positionen zur Diskussionsfrage werden mit Sicherheit vertreten, egal von wem und warum. Grundlegend beschreibt Markus Reuter in seinem Artikel, dass sich zwei Lager zu bilden scheinen: Eines, das die Großkonzerne und vor allem Meta ablehnt, und ein zweites, das mit diesen teils sogar zusammenarbeiten könnte. Außerdem wird richtig erwähnt, dass das Fediverse schon viele Jahre besteht. In welcher Form, das mag dabei erst einmal nebensächlich sein: Die unterschiedlichen Positionen sind vorhanden, und sie alle stammen aus einer ähnlichen Motivation. Das Fediverse soll florieren und funktionieren. Doch wo die einen den Beitritt großer sozialer Medien gutheißen, weil dieser ein Wachstum der Plattform bedeuten könnte, gibt es eben auch die berechtigt gegenteiligen Meinungen. Unter dem Einfluss der großen Unternehmen könnte sich das Fediverse auch mehr in die Richtung der kommerziellen Netzwerke entwickeln. Genau vor diesen Strukturen sind viele Fediverse-Nutzerinnen und -nutzer aber geflohen.
Ich selbst sitze wieder einmal zwischen den Stühlen: Ich bin bereits vor den großen Fluchtbewegungen weg von Twitter und Konsorten auf das Fediverse gestoßen. Ich bin aber auch nicht seit dem Beginn des Fediverse dabei. Konkret habe ich mir im April 2021 einen ersten Account auf Mastodon angelegt, nachdem ich zuvor ein wenig mit Diaspora herumgespielt habe. Das war mein Einstieg ins Fediverse, das ich seitdem lieben gelernt habe. Wie so viele andere auch. Damit bin ich wohl kein „alter Hase“ aber eben auch nicht ganz neu mit dabei. Meine Position kann also zwischen den Extremen angesehen werden, die sich aus der eigenen Perspektive zum Fediverse gebildet haben. Denn darum geht es doch insgesamt: Wenn Nutzer schöne Erfahrungen mit dem Fediverse gesammelt haben, ist es doch nur nachvollziehbar, diese auch anderen zu wünschen. Dass das Fediverse damit an Verbreitung gewinnen müsste, wirft eben diese unsäglich kontroverse Frage auf, die nur streitbar sein konnte. Im Prinzip stehen sich hier zwei Extreme gegenüber, die einen sehr ähnlichen Ausgangspunkt haben. Und vielleicht auch ein ähnliches Ziel. Trotzdem möchte ich mir ein Urteil erlauben: Wer das Fediverse aus eigener Motivation entdeckt hat, weiß es vielleicht auf eine ganz eigene Weise zu schätzen. Wer das Fediverse aus einer Unzufriedenheit mit bekannten Plattformen heraus entdeckt hat, der sucht vielleicht eher nach einem Ersatz. Oder eben nach dem, was er in den großen, kommerziellen sozialen Medien nicht gefunden haben mag. Diese Position habe ich auch schon in anderen Texten zum Fediverse vertreten. Aber ich denke, dass sie angesichts der aktuellen Debatte wieder relevant geworden sein könnte.
Wenn wir darüber reden, wie sich der Anschluss der Großkonzerne an das Fediverse auswirken könnte, sollten wir auch einen Blick auf die Motivation dieser Unternehmen werfen. Im Netzpolitik-Artikel wird bereits angesprochen, dass die kommerziell betriebenen Plattformen gegebenenfalls eine „Extend, Embrace, Extinguish“-Strategie (EEE) fahren könnten. Also den Plan, das Fediverse erst zu „umarmen“ um es am Ende aus dem Weg zu räumen. Ich denke, dass es hier erforderlich ist, zwischen den Zeilen zu lesen: Warum sollte ein kommerzielles Unternehmen die eigene, und in aller Regel nicht kommerzielle Konkurrenz befödern. Ganz ohne sich selbst einen Vorteil auszumalen? Meta ist kein Wohlfahrtsverein, das sollte heute doch klar sein. Ich denke, dass wir mit dem heutigen Wissen über die großen Social-Media-Firmen nicht mehr davon ausgehen sollten, dass diese wirklich etwas gutes leisten wollen. Das klingt jetzt wie eine Beleidigung, und so kann der Satz auch gesehen werden. Aber im Grunde bleibt es eine Feststellung: Dieses Verhalten würde nicht zu den kapitalistischen Wirtschaftsstrukturen passen, in denen sich die hier gemeinten Großkonzerne bewegen.
Natürlich bleibt es aber auch abzuwarten, wie sich die Situation wirklich entwickelt. Natürlich kommt es jetzt darauf an, wie sich die einzelnen Instanzen verhalten. Und die Frage, wie Nutzer eigentlich in die Entscheidungsfindung eingebunden werden sollten, bleibt wohl auch zukünftig offen. Fakt ist: Die Fediverse-Protokolle sind offene Standards, und auf dieser Offenheit basiert das gesamte Fediverse. Wo die Reise damit hingeht, liegt also nicht an den vermeintlichen Urvätern des Fediverse, sondern vielmehr an denjenigen, die Instanzen moderieren oder anderweitig Einfluss auf das Fediverse haben. Und ehrlich gesagt ist auch eine Abstimmung mit den Füßen, gut heute vielmehr mit den Accounts, denkbar. Welche Instanz ein Nutzer verwendet, das liegt an ihm. Und spätestens da kommen auch uns „einfachen“ Nutzern gewisse Verantwortungen zu.
Wohin sich das Fediverse entwickelt, bleibt auch für mich eine spannende Frage. Immerhin hänge ich nicht weniger als manch anderer an dem dezentralen sozialen Netzwerk, weil ich gewisse Hoffnungen darauf setze. Ausgeschlossen ist bisher wohl nur, dass die großen Unternehmen überhaupt keine Rolle im Fediverse spielen – selbst wenn sie von allen Seiten blockiert werden sollten. Ja, auch die rechtsextremen Netzwerke Gab und TruthSocial setzen auf dezentrale Architektur, die wir eigentlich aus dem so freundlichen Fediverse kennen. Und ja, auch hier hat sich das Fediverse wie wir es kennen gegen die rechtsextremen Gefahren behaupten können. Nichtsdestotrotz sind Netzwerke in der Größe von Instagram und Facebook noch eine ganz andere Hausnummer, mit der wohl auch anders umgegangen werden wird. Wie genau, das ist eine gute Frage.
Als Elon Musk angekündigt hat, Twitter kaufen zu wollen, habe ich meinen ehemaligen Account auf dieser Plattform binnen weniger Tage deaktivieren, und somit löschen lassen. Seitdem Musk Twitter übernommen hat, nutze ich die Plattform nicht mehr – und habe meine sozialen Internetaktivitäten noch mehr ins Fediverse verlagert. Trotz meiner Affinität für das Fediverse ist es interessant, das sinkende Schiff Twitter beim Untergehen zu beobachten. Als Außenstehender mit einem Interesse an digitalen Medien und sozialen Netzwerken kann die ehemalige Social-Media-Größe heute schon sehr lächerlich wirken. Irgendwie ist es sehr unterhaltsam zu sehen, wie Elon Musk das sinkende Schiff immer weiter in den Abgrund treibt – und nun schon anstalten macht, mit dem letzten Rettungsboot abhauen zu wollen. Unter Musk hat sich Twitter mehr und mehr lächerlich gemacht und natürlich auch an der Größe verloren, die es einst hatte. Twitter hat wortwörtlich einen Vogel und Elon Musk hat den Vogel komplett abgeschossen
Ich beobachte Twitter aus dem Fediverse heraus, ich urteile anhand dessen, was mir die üblichen Nachrichtenquellen zugänglich machen: Twitter befindet sich im rapiden Sinkflug, das lässt sich wohl nicht mehr abstreiten. Das, was einmal eine feste Größe in der Welt der sozialen Netzwerke war, verliert jetzt nicht nur an Werbepartnern, sondern auch an Popularität. Für mich sind diese Entwicklungen irgendwie spannend, irgendwie ist es faszinierend, wie eine Einzelperson so ein großes Unternehmen binnen wenigen Monaten vollkommen gegen die Wand fahren kann. Andererseits hat das auch etwas erschreckendes, Tag für Tag. Twitter, Facebook, Instagram und die anderen großen „sozialen“ Netzwerke verkaufen ihr Produkt nicht an ihre Nutzer. Stattdessen verkaufen sie Werbefläche an Werbetreibende, die Nutzer werden bekanntlich zu den eigentlichen Produkten. Dass eine Einzelperson mit zu viel Geld einen derartigen Schaden an digitaler, und irgendwie auch öffentlicher Infrastruktur anrichten kann, macht mir Sorgen.
Natürlich kann man über diese sagenhafte Geldverschwendung lachen – und weinen will zumindest ich dabei auch ein bisschen: Was hätte man mit den Millionen, die Musk in Twitter versenkt hat, alles umsetzen können? Ich möchte gar nicht an all die sozialen und gemeinnützigen Projekte, Initiativen, Vereine und Organisationen denken, denen dieses Geld nicht zu gute gekommen ist. Nein, stattdessen musste Musk aus einer Laune heraus ein Stück digitaler Infrastruktur kaufen. Ich habe meine Meinung zu diesem Thema schon klar dargelegt. Unter anderem in dem oben verlinkten Artikel, den ich seinerzeit relativ aktuell verfasst habe. Doch je länger ich über die dahinterstehende Diskussion und die neuen Meldungen diesbezüglich denke, desto mehr muss ich dem Thema hinterhergrübeln: Dass sich Twitter mal vertraglich, mal aus willkürlichem Gusto nicht an Moderationsverpflichtungen oder -abmachungen hält, hat etwas Bezeichnendes. In erster Linie ist es aber traurig, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Dass „unser“ Wirtschaftssystem für eine so fragwürdige Situation Platz geschaffen hat.
Für mich ist es unglaublich schwer, die Situation zu beurteilen: Ja, ich interessiere mich für soziale Medien, auch aus einer ganz persönlichen Perspektive. Aber ich bin kein Wirtschaftsverständer. Ich kann nur beschreiben, dass ich mehr und mehr hinterfragen muss, ob politisch bisher genug getan wurde, um eine solche Machtausnutzung im digitalen Raum zu verhindern. Natürlich kommen dabei auch Fragen digitaler Abhängigkeit auf. Und natürlich lässt sich bei dieser Gelegenheit auch einmal mehr hinterfragen, ob soziale Netzwerke wirklich so „sozial“ sind, wie sie sich gern geben. Ich habe Twitter selbst über zwei oder drei Jahre genutzt – und ehrlich gesagt bin ich froh, das jetzt nicht mehr zu tun. Die Diskussion rund um dieses Thema kann schnell sehr persönlich werden: Selbst, wenn man zu dem Schluss kommt, dass sich die kommerziellen Netzwerke nicht für sozialen Austausch eignen, werden sie doch von vielen dafür genutzt. Hier liegt der Knackpunkt, hier wird privates Eigentum zu einer wirklich öffentlichen Infrastruktur im Digitalen, und genau hier offenbart sich irgendwie auch die Verantwortung, die den Betreibern sozialer Netzwerke zukommt.
Ich bin in dieser Thematik zu einem Beobachter geworden – und hinterfrage in dieser Position immer mehr das, was ich zu diesem Thema mitbekomme. Ich bin als Fediverse-Nutzer froh, nicht von dieser Form der Willkür betroffen zu sein. Doch vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich so sehr dafür interessiere, wie das sinkende Schiff Twitter weiter und weiter, immer weiter untergeht. Wie seht ihr die Thematik?
In den letzten Wochen ist mir mein Blog immer weiter ans Herz gewachsen – noch mehr also, als das zuvor bereits der Fall war. Das klassische Bloggen an sich ist für mich zu etwas ganz besonderem geworden, was viele Internetnutzer heute zu unterschätzen scheinen. Instagram, Facebook und Konsorten sind sehr große Plattformen – und natürlich erzählen auch dort Nutzer ihre Geschichten, teilen Gedanken und Beiträge. Doch ein klassischer Blog ist meiner Meinung nach doch noch etwas ganz anderes, ganz besonderes. Ich selbst habe zum Beispiel Instagram auch schon genutzt – doch jetzt bin ich umso mehr froh, keine Zeit mehr auf dieser Plattform zu verbringen. Über die Zeit sind die kommerziellen „sozialen“ Medien, vor allem Twitter und Instagram, für mich irgendwie weniger erträglich geworden. Bis ich das Fediverse kennengelernt habe, war das mein Eindruck von dem, was andere ein soziales Netzwerk nennen. Doch seitdem ich mich mehr auf meinen Blog konzentriere, und meine Zeit statt auf Instagram und Twitter im Fediverse verbringe, hat sich meine Haltung insgesamt ein gutes Stück geändert.
Werbung hier, Selbstdarstellung da, und überall Menschen, von denen man glaubt, befreundet zu sein, obwohl man es vielleicht gar nicht ist – das war der Eindruck, den Instagram und Twitter bei mir hinterlassen haben. Im Fediverse dagegen lerne ich fast täglich Menschen kennen, die sich für ähnliche Themen wie ich interessieren. Dabei kann ich dann auch über die Themen selbst lernen, konstruktive Diskussionen führen, und es kommt eben nicht darauf an, wer den verzerrenderen Bild-Filter verwendet hat. Das Fediverse hat mir gezeigt, das soziale Medien tatsächlich Spaß machen können. Und mein Blog hat mir gezeigt, wie kreativ sich das Web nutzen lässt, zwischen all den Unternehmens-Webseiten. Für mich ist mein Blog über die Zeit immer wichtiger geworden, auch weil es für mich eine Art inhaltlichen Zufluchtspunkt darstellt. Diese Webseite ist meine kleine Ecke im Netz, über die ich meine Texte, Ideen und Gedanken teilen kann. Und ich freue mich jeden Tag wieder, diese Chance nutzen zu können.
Ich glaube, dass das Web mehr sein kann, als kommerzielle Plattformen vermitteln. Wer nur danach sucht, findet schnell kreative Mittel und Wege, wie Menschen das Potential des Internets ausschöpfen, ohne das es dabei um Werbung, SEO oder sonstige kommerzielle Interessen geht. Auch der Kommerz hat seinen Platz im Web gefunden, und der Erfolg mag diesem Ansatz vielleicht Recht geben. Trotzdem bin ich froh, dass der ursprüngliche Gedanke eines freien Internets bis heute fortbestand hat. Ich freue mich auch, ein Teil davon sein zu können. Denn nur indem ich teilnehme, kann ich selbst dazu beitragen, das Web zumindest in Teilen mitzugestalten. Die Zugänglichkeit, die im Internet hier und da, wenn auch nicht immer Vorherrscht, ist dabei beachtlich. So viele, die nur genug danach suchen, können heute Wege finden, am und im Web teilzunehmen. Das ist eigentlich schon faszinierend.
Übrigens nutze auch ich hier und da „große“ Plattformen – denn es kommt immer auch darauf an, wie man diese nutzt. Richtig damit umgegangen finde ich beispielsweise Reddit sehr interessant, weil es aufzeigen kann, was Menschen interessiert, weil es Menschen interessiert. Ich habe auch einen Account auf Tumblr, weil ich mitverfolgen möchte, wann und wie die Plattform das Fediverse-Protokoll ActivityPub implementiert, die das vor ein paar Monaten versprochen worden ist. Das Internet ist für mich ein sehr interessanter digitaler Raum, und ich freue mich Tag für Tag, darin wohnen zu dürfen. Das schöne ist: Jede noch so kleine Gemeinschaft, und irgendwie auch jedes Individuum im Web kann dieses mitgestalten. Und ich bin froh, dass auch andere diese Möglichkeiten nutzen. Kleine Webseiten, Blogs oder auch das dezentrale Fediverse haben gezeigt, dass das möglich ist. Und ich bin gespannt zu sehen, wohin sich das Web vor dem Hintergrund einer Nutzergemeinschaft weiterentwickeln kann.
Heute hat der Blogger Mike Kuketz, der manchen vielleicht auch aus dem Fediverse bekannt ist, eine neue Version seines Fediverse-Schaubilds veröffentlicht. Dieses ist in Zusammenarbeit mit Imke Senst entstanden. Interessant ist, dass das Schaubild neben der Vorstellung der verschiedenen Fediverse-Dienste auch die verwendeten Protokolle behandelt. So wird auch Einsteigern ein guter Überblick über das dezentrale Netzwerk verschafft. Ich habe das Schaubild daher auch in meinem Fediverse-FAQ verwendet, seinerzeit noch in einer älteren Version.
Die neue Grafik hat Mike Kuketz unlängst auf Mastodon geteilt. Ich kann Fediverse-Einsteigern und Enthusiasten nur empfehlen einen Blick darauf zu werfen. Die neuen Änderungen schließen insbesondere die dargestellten Dienste ein, besonders interessant ist zum Beispiel, dass auch das moderne „Streams“-Projekt genannt wird.
Das Fediverse erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch viele Neulinge haben Schwierigkeiten, sich mit den Besonderheiten des Netzwerks zurechtzufinden. Es gibt aber keine „dummen“ Fragen, sondern nur dumme Antworten. Daher möchte ich hier einen kleinen Überblick über die Vielfalt des Fediverse geben. Das folgende FAQ richtet sich vor allem an Ein- und Umsteiger.
Falls jemand schon etwas Erfahrung mit dem Fediverse gesammelt hat, freue ich mich über Anregungen und Kritik.
Mein Name ist Fabian, ich bin Blogger und seit April 2021 im Fediverse aktiv. Ich finde das Netzwerk sehr interessant, weil es eine freie Alternative zu den großen sozialen Netzwerken darstellt.
Hier möchte ich aber auch noch einmal ganz klar sagen: Niemand weiß alles, das gilt auch für mich.
Was ist das Fediverse?
Das Fediverse ist ein Verbund aus verschiedenen Internetdiensten zur dezentralen Kommunikation. Die einzelnen Dienste des Fediverse sind mit standardisierten Protokollen wie ActivityPub oder DFRN miteinander verbunden. Das Besondere ist dabei, dass es nicht „das eine“ Fediverse gibt. Stattdessen setzt sich das Netzwerk aus unterschiedlichen Plattformen zusammen, die in der Regel unter freien Softwarelizenzen zur Verfügung stehen. Jeder kann seine eigene „Instanz“ eines Fedi-Dienstes eröffnen, indem die entsprechende Software auf einem Server installiert wird.
Hinweis: Mittlerweile ist ein aktuellere Version der obigen Grafik erschienen.
Obwohl sich die verschiedenen Dienste teils stark spezialisiert haben, können sie stets miteinander Kommunizieren, weil die eigentlichen Inhalte über die Fediverse-Protokolle übertragen werden. Dieses Konzept nennt man „Föderation“. Es ist also möglich, dass die Nutzerinnen des Dienstes A mit den Nutzern des Dienstes B föderieren. Diese dezentrale Kommunikation ist aber nicht nur zwischen den Diensten, sondern auch zwischen den einzelnen Servern der jeweiligen Software möglich. So kann zum Beispiel Alice einen Server mit der Serversoftware A aufsetzen und mit Bob kommunizieren, der einen anderen Server mit der Software nutzt.
Hier eine kleine Zusammenfassung:
das Fediverse besteht aus verschiedenen Diensten
diese Dienste föderieren über allgemeine Internet-Protokolle
eine Serversoftware kann auf mehreren Servern laufen, den „Instanzen“
Fediverse-Dienste sind in der Regel frei lizenziert
Welche Funktionen übernehmen die einzelnen Dienste?
Die Fediverse-Dienste haben sich oft auf konkrete Anwendungsfälle spezialisiert. So gibt es beispielsweise Dienste zum Microbloggen, die Twitter ähneln. Andere Dienste funktionieren nach dem „Macroblogging“-Prinzip und können daher Facebook ersetzen. Wieder andere haben sich auf das Veröffentlichen von Blogs, Bildern oder auch Videos ausgerichtet. Außerdem bietet das Fediverse Dienste zum Rezensieren von Büchern oder zum Betreiben eines Podcasts. Selbst soziale Nachrichten-Aggregatoren wurden über das Fediverse umgesetzt.
Im Folgenden möchte ich eine Auswahl der angesprochenen Dienste vorstellen. Vollständigere Listen bieten zum Beispiel die Webseiten „The Federation“ oder „Fediverse Observer„.
Was ist Mastodon?
Mastodon ist ein Fediverse-Dienst, der mit dem AcitivityPub-Protokoll arbeitet. Die Software ist in erster Linie zum dezentralen Microbloggen gedacht und erfreut sich heute großer Beliebtheit.
Seit 2016 wird der Dienst federführend von Eugen Rochko und der Mastodon gGmbH mit Sitz in Berlin weiterentwickelt.
Mastodon kann als eine freie Alternative zu Twitter gesehen werden. Der Dienst hat insbesondere nachdem Elon Musk Twitter gekauft hat, an Popularität gewonnen. Ähnlich wie bei Twitter sind Mastodon-Nutzer auf ein Zeichenlimit für Beiträge beschränkt. Standardmäßig liegt dieses bei 500 Zeichen, wobei manche Instanzen diese Grenze angepasst haben. Neben dem Verbreiten von Textnachrichten erlaubt Mastodon auch das Teilen von Bildern, GIFs oder Videos. Nutzer können ihre Beiträge mit Hashtags bestimmten Themen zuordnen.
Grundsätzlich kann Mastodon neue Beiträge in drei Timelines darstellen: Jeder Nutzer verfügt über eine eigene Timeline, in der Beiträge von Profilen oder Hashtags angezeigt werden, denen der Nutzer folgt. Desweiteren werden die Beiträge eines Servers in der „lokalen Timeline“ zusammengefasst. Nutzer des Servers „dresden.network“ sehen hier also zum Beispiel nur Beiträge von anderen Nutzern des Servers dresden.network. Um neue Inhalte entdecken zu können, verfügt Mastodon zudem über eine „föderierte Timeline“. Dort werden alle Beiträge aus dem dezentralen Netzwerk angezeigt, die von Servern stammen, die die eigene Instanz kennt.
Alle Timelines werden chronologisch sortiert und verfügen nicht über Content-Algorithmen, wie diese zum Beispiel von Twitter, Instagram oder YouTube bekannt sind.
Mastodon hat auch eine eingebaute Tweetdeck-Ansicht, diese erlaubt weitere Anpassungen. So kann man bis zu fünf Suchbegriffe als extra Spalte „anheften“ und die An- und Übersicht erweitern (nahezu wörtlich übernommene Ergänzung).
Nutzer können sich außerdem Listen anlegen, zu denen dann einzelne Profile hinzugefügt werden können. Den jeweiligen Profilen muss man aber folgen (nahezu wörtlich übernommene Ergänzung). Diese ähneln der Listen-Funktion auf Twitter. Unter dem Reiter „Entdecken“ zeigt Mastodon momentan populäre Hashtags und Beiträge an. Ein Unterabschnitt der Entdecken-Seite heißt „Neuigkeiten“. Hier werden aktuelle journalistische Beiträge angezeigt, die derzeit im dezentralen Netzwerk geteilt und diskutiert werden. Ferner bietet der Entdecken-Abschnitt „Für dich“ eine Liste an Profilen, denen Nutzer folgen können.
Wie bereits erwähnt ist Mastodon auf ActivityPub als Protokoll ausgelegt. Daher ist es möglich, anderen Mastodon-Nutzern sowie jenen von anderen Diensten zu folgen, die ActivityPub unterstützen. Dienste, die ActivityPub nicht implementieren, sind von der Föderation mit Mastodon ausgeschlossen. So können auf Diaspora* zum Beispiel keine Mastodon-Beiträge empfangen werden – und umgekehrt.
Insgesamt gilt Mastodon dank seiner intuitiven Benutzeroberfläche als ein einsteigerfreundlicher Fediverse-Dienst.
Was ist Friendica?
Friendica ist ein freier Macroblogging-Dienst im Fediverse, der mehrere Protokolle unterstützt. Friendica verfügt so über das hauseigene „DFRN“-Protokoll, spricht aber auch ActivityPub und kann mit Diaspora föderieren.
Anders als Mastodon implementiert Friendica kein (relevantes) Zeichenlimit für Beiträge. Friendica-Beiträge können folglich wesentlich länger sein, mit Markdown oder BBCode formatiert werden (nahezu wörtlich übernommene Ergänzung), und dann eher als klassische Blogbeiträge verstanden werden. Ähnlich wie Mastodon verfügt auch Friendica über mehrere Timelines und ein funktionsreiches Benachrichtigungs-System. Friendica ist in seinem Funktionsumfang wesentlich umfangreicher als Mastodon und kann fein eingestellt werden. Aufgrund der Fülle an Einstellungsmöglichkeiten kann Friendica etwas mehr Einarbeitungszeit erfordern, bleibt aber in der Regel übersichtlich.
Writefreely ist eine dezentrale Blogging-Software, die mit ActivityPub angetrieben wird. Grundlegend versucht die Software, Blogautoren eine einfache und dezentrale Plattform zu bieten, ablenkungsfrei Texte zu schreiben und zu veröffentlichen.
Während Nutzer von anderen Fediverse-Diensten Writefreely-Blogs folgen können, konzentriert sich die Software selbst auf das eigentliche Schreiben und Veröffentlichen von Texten. Writefreely-Blogs können öffentlich in einem instanzweiten „Reader“ angezeigt, nicht gelistet oder nur privat hochgeladen werden.
Einen genaueren Überblick über Writefreely findet ihr in einem meinem Screencast zum Thema, sowie in einem Text auf GNU/Linux.ch. Eine weitere Fediverse-Bloggingsoftware ist „Plume“. Auch dieser Dienst wurde auf GNU/Linux.ch vorgestellt, derzeit ist die zukünftige Entwicklung der Plattform aber etwas unklarer als bei Writefreely.
Was ist PeerTube?
PeerTube ist ein dezentraler Video-Dienst, der funktional an YouTube erinnert. Nutzer können hier Videos hochladen und Livestreams veranstalten.
PeerTube föderiert über ActivityPub und verteilt einzelne Videos über Peer-To-Peer-Technologie. Auch PeerTube wurde bereits auf GNU/Linux.ch vorgestellt.
Gibt es noch weitere Dienste?
Ja! Das Fediverse besteht aus dutzenden Diensten, die miteinander in Verbindung stehen. Leider kann ich hier nur eine Auswahl genauer beschreiben. Auch interessant sind zum Beispiel:
Hubzilla – Fediverse-Kommunikation mit wirklich allen Funktionen
Eine Vielzahl interessanter Fediverse-Dienste wurde auf GNU/Linux.ch vorgestellt. Die entsprechende Liste der Serien-Einträge findet ihr unter diesem Artikel.
Brauche ich einen Account bei allen Diensten?
Nein. Oder jain. Je nach dem: Eine der größten Stärken des Fediverse ist es, dass die einzelnen Dienste- und Instanzen miteinander föderieren. So kann ein Mastodon-Nutzer wie anderen Mastodon-Nutzern folgen, ohne auf deren Server sein zu müssen. Diese Föderation funktioniert auch Instanz-übergreifend. Was die unterschiedlichen Dienste angeht, kann es trotzdem sinnvoll sein, mehrere Accounts anzulegen, da jeder Dienst spezielle Funktionen bietet. Je nach dem werden Beiträge des Dienstes A in der Darstellung von Dienst B auch anders angezeigt. Hier lautet meine Empfehlung: Probiert euch einfach aus, das Fediverse ist frei und offen. Ich nutze beispielsweise Mastodon und Friendica parallel.
Ist das Fediverse barrierefrei?
Sagen wir es mal so: Man ist bemüht. Im Fediverse gehört es zum Beispiel zum guten Ton, Alternativ-Text zu Bildern hinzuzufügen, um Menschen mit eingeschränkter Sicht den Zugang zum dezentralen Netzwerk zu erleichtern. Bisher habe ich das Fediverse als sehr offen wahrgenommen. Ich hoffe, dass die Gemeinschaft auch in Zukunft darum bemüht sein wird, das Fediverse für alle zugänglich zu machen und halten.
Eignet sich das Fediverse für private Chats?
Die Fediverse-Dienste sind in der Regel soziale Netzwerke, also auf öffentliche Kommunikation ausgelegt. Auch wenn es hier Abweichungen geben mag, eignet sich das Fediverse daher nur bedingt für (sehr) private Chats. Das liegt vor allem daran, dass Direktnachrichten im Fediverse (in der Regel) nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt werden.
Theoretisch kann also zum Beispiel ein Instanz-Administrator jede Direktnachricht der Nutzer mitlesen. Für dezentrale Chats bietet sich dagegen das Matrix-Protokoll an.
Ist wirklich alles schön im Fediverse?
Das Fediverse funktioniert anders, als die großen sozialen Netzwerke. Hier und da gibt es Besonderheiten, die die Fedi-Dienste von ihren kommerziellen Mitbewerbern unterscheiden. Meiner Erfahrung nach gehört die Gemeinschaft im Fediverse zu den freundlichsten Internet-Communities überhaupt. Doch natürlich ist auch das Fediverse von den Nutzern abhängig, die sich darin aufhalten. In der Regel können Fediverse-Nutzer andere Nutzer stummschalten, blockieren oder melden, falls sie die entsprechenden Inhalte nicht wahrnehmen möchten.
Wie sieht es mit der Moderation aus?
Die einzelnen Fediverse-Dienste bieten teils sehr umfangreiche Werkzeuge für Administratoren und Moderatoren. Ich möchte hier beispielhaft Mastodon erwähnen: Jede Instanz kann die Server-Regeln festschreiben und außerdem einstellen, mit welchen anderen Servern föderiert werden soll. Dadurch ist es bei der Moderation möglich, Nutzern sehr unterschiedliche Inhalte zugänglich zu machen oder zu verbergen. Wenn Nutzer damit nicht einverstanden sind, können sie die Instanz einfach wechseln – das wäre auf zentralen Plattformen wie Twitter nicht möglich.
Beispielsweise werden rechtsextreme Instanzen wie „Gab“ oder Donald Trumps „Truth Social“ konsequent von eigentlich allen Fediverse-Instanzen deföderiert und somit aus dem dezentralen Diskurs ausgeblendet. Sicherlich können rechte Instanzen unter sich weiter föderieren, bleiben aber dem Großteil des Fediverse erspart.
Gibt es Spam im Fediverse?
Ja, leider. Nachdem Elon Musk Twitter übernommen, und Mastodon.social zu einer der größten Instanzen geworden ist, hat sich dort ein kleines Spam-Problem entwickelt. Da die meisten Fediverse-Nutzer derartige Beiträge aber schnell melden, werden die Spam-Accounts in der Regel zeitnah ausfindig gemacht. Trotzdem zeigt das Problem, wie wichtig es ist, dass das Fediverse dezentral bleibt: Erst wenn ein Server zu groß ist, wird er für Spam-Bots „attraktiv“. Zu große Server können auch für die Nutzer der betroffenen Instanz negative Folgen haben. Das zeigt zum Beispiel der folgende Beitrag von Ückück, einer Mastodon-Moderatorin von Dresden.Network:
Datenschutz, Werbung, Privatsphäre?
Aber natürlich! Wie bereits beschrieben sind die einzelnen Fediverse-Dienste in aller Regel frei lizenziert. Somit ist der Quellcode einsehbar und kann auch in Hinblick auf den Datenschutz überprüft werden. Bei Mastodon ist es zum Beispiel möglich, die Datenschutzregeln einzelner Server einzusehen. Insgesamt wird der Datenschutz im Fediverse ziemlich groß geschrieben, zumindest nach meiner Erfahrung. Ist ja auch ein Substantiv.
Das Fediverse wurde als datenschutzfreundlicher Raum entworfen und auch bisher so verstanden. Dazu zählt auch, dass man Links nicht zu „problematischen“ Diensten setzt, sondern die über sogenannte Verschleierungsplattformen umleitet. So können „Nitter“ für Twitter-Links oder Individous für Youtube-Links verwendet werden. So möchte man sicherstellen, dass Menschen ohne das nötige Vorwissen nicht für interessante Inhalte von dritten Seiten ihre Anonymität aufgeben müssen. (Dieser ergänzende Absatz wurde unter inhaltlichen und stilistischen Anpassungen aus dem zugehörigen Etherpad übernommen.)
Werbung spielt im Fediverse eigentlich keine Rolle. Die bekannten Dienste spielen keine Werbung aus. Daher verbessert sich natürlich auch die Privatsphäre der Nutzer: Wo es keine Werbung gibt, muss auch keine personalisiert werden. Was den Inhalt angeht, kommt es immer auf die einzelnen Instanzen an, inwiefern Werbung in eigenen Beiträgen erlaubt ist.
Je nach Fediverse-Dienst können die eigenen Inhalte auch nur privat veröffentlicht werden, oder die Möglichkeit zum Folgen eingegrenzt werden. Ich empfehle hierbei einen Blick in die Dokumentation der einzelnen Dienste.
Wo soll ich anfangen?
Wer diese Frage stellt, der hat schon etwas richtig gemacht! Das Fediverse bietet unzählige Möglichkeiten, dezentrale Kommunikationswege zu nutzen. Für den Einstieg bieten sich die verschiedenen Dienste je nach dem an, was man bereits gewohnt ist. Wer zum Beispiel Twitter kennt, sollte sich bei Mastodon schnell aufgehoben fühlen, an Facebook kommt Friendica hingegen näher heran, was die Aufmachung angeht. Wer Instagram bevorzugt, kann sich Pixelfed einmal anschauen. Für einen allgemeinen Einstieg empfehle ich Mastodon oder Friendica, auch wenn das andere Menschen aus dem Fediverse vielleicht anders sehen würden.
Sobald man sich für einen Fediverse-Dienst entschieden hat, kann man sich auf die Suche nach einer passenden Instanz machen. Viele Dienste stellen Referenz-Instanzen zur Verfügung, zum Beispiel betreiben die Mastodon-Entwickler mastodon.social und mastodon.online. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass es vor allem in den letzten Monaten sehr viele zu diesen Referenz-Servern gezogen hat. Die Folgen waren eine allgemeine Verlangsamung der Server und eine teilweise Zentralisierung der Nutzerschaft. Daher empfehle ich für Mastodon das offizielle Serververzeichnis und für andere Dienste die Webseite Fediverse.Observer.
Instanzen können meistens in drei Kategorien unterschieden werden: Zum einen gibt es allgemeine Instanzen. Diese lassen alle Inhalte entsprechend der Serverregeln zu und richten sich an ein allgemeines Publikum. Themenspezifische Instanzen richten sich in der Regel an ein bestimmtes oder bestimmteres Publikum. Zum Beispiel existieren Instanzen für freie Software oder auch Vogelbeobachtung. Je nach dem ist es aber auch möglich, andere Inhalte über diese Instanzen zu veröffentlichen.
Außerdem gibt es regionale oder lokale Instanzen. Meistens kann auch hier alles mögliche veröffentlicht werden, aber in der lokalen Timeline tauchen teils auch lokale Themen auf.
Was genau auf einem Server hochgeladen werden darf, hängt von den jeweiligen Regeln ab.
Ist meine Server-Auswahl bindend?
Das kommt darauf an. Mastodon ermöglicht es beispielsweise, einen Account von einer Mastodon-Instanz zu einer anderen umzuziehen. Dabei werden insbesondere die eigenen Follower übertragen, auch die Liste der gefolgten Profile lässt sich in das neue Konto importieren. Ein derartiger Umzug von Mastodon zu einem anderen Dienst ist aber nicht oder nur bedingt möglich. Immerhin können zum Beispiel alle eigenen Inhalte aus einem Mastodon-Profil heraus exportiert werden.
Politische Fragen hinter dem Fediverse
Da soziale Netzwerke menschliche Kommunikation abbilden, werfen sie natürlich auch politische Fragen auf.
Ich möchte dieses FAQ nicht zu einem Meinungsartikel werden lassen und beschränke mich daher auf einige grundsätzliche Aspekte:
Hinter dem Fediverse steht kein zentrales Unternehmen und keine Einzelperson. Auch wenn die Entwicklung von einzelnen Diensten durch Unternehmen vorangetrieben werden kann, hängen diese eigentlich nicht wirklich davon ab. Immerhin kann jeder einen eigenen Server aufsetzen, den Quellcode einsehen und dementsprechend auch in Eigenregie weiterentwickeln. Da das Fediverse dezentral aufgebaut ist, halte ich eine Übernahme wie bei Twitter für de facto ausgeschlossen.
Was die Moderation angeht, habe ich bereits oben angesprochen, dass jede Instanz hier prinzipiell ihr eigenes Süppchen kochen kann. Andere Instanzen können dann entsprechend ihrer Moderationsmittel darauf reagieren. Manche Instanzen werden strenger moderiert als andere, was in Einzelfällen auch Auswirkungen auf die Föderation haben kann. Bevor man also einen Server auswählt, sollte man unbedingt einen Blick auf das Regelwerk werfen.
Hinweise zu diesem FAQ
Dieses FAQ befindet sich unter fortlaufender Bearbeitung und sollte nicht als bindend angesehen werden. Ich habe die entsprechenden Texte nach bestem Wissen verfasst, möchte aber nichts garantieren. Die verwendeten Bilder unterliegen gegebenenfalls einer anderen Lizenz als der von mir verfasste Text.
Um sicherzustellen, dass die hier geteilten Inhalte fachlich richtig sind, habe ich ein Etherpad eingerichtet. Dieses ist nach einer Änderung ein weiteres Jahr „haltbar“ bevor es gelöscht wird. Ich freue mich über Vorschläge im Pad, möchte aber auch darauf hinweisen, dass dieser Text einer CreativeCommons-BY-SA-Lizenz unterliegt. Textabschnitte, die ich wörtlich oder nahezu wörtlich übernommen habe, habe ich mit einem Verweis in Klammern, also zum Beispiel (nahezu wörtlich übernommene Ergänzung), gekennzeichnet. „Nahezu wörtlich“ kann hierbei stilistische Änderungen oder leichte inhaltliche Anpassungen umfassen. Ein Diskussions-Thread zu diesem FAQ befindet sich auf Mastodon.
Wenn ich etwas ins Fediverse schreibe, bin ich oft überrascht, wie viele Leute freundlich zurückschreiben und ihre Meinungen teilen. Und Neulingen, denen ich Mastodon empfohlen habe, ging es bisher sehr ähnlich. Gerade im Vergleich zu den kommerziellen sozialen Medien ist es wirklich faszinierend, wie viele sich unter Fediverse-Beiträgen melden: Selbst, wenn man noch nie voneinander gehört hat, kommt man schnell miteinander ins Gespräch. Ich selbst habe mir über die Zeit auch angewöhnt, hin und wieder in meinen Timelines einfach so vielen wie möglich zurückzuschreiben. Irgendwie scheint diese freundliche Interaktion das Fediverse auch ein Stück weit auszumachen. Oft habe ich das Gefühl, dass es diese aktive Form einer Community auf anderen sozialen Netzwerken nicht gibt.
Mal ein Beispiel: In den letzten Tagen habe ich auf Mastodon zwei Tröts bezüglich dieser Webseite geteilt. Konkret ging es mir um die Fragen in Sachen Webdesign, die sich mir bei dieser Seite wieder und wieder stellen. Mittlerweile habe ich einen ganz akzeptablen Weg gefunden, die wichtigsten Seitenelemente sinnvoll darzustellen – und dabei hat mich nicht zuletzt das Fediverse unterstützt. Hier und da eine kleine Rückmeldung, das ist sinnvoll. Denn selbst wenn mir eine Seite gefällt, aber alle anderen sich am liebsten darüber beschweren würden – dann ist niemandem geholfen. Daher möchte ich mich an dieser Stelle bei den Menschen im Fediverse bedanken, aber natürlich auch bei allen anderen, die mir ihre Meinungen zu dieser Webseite mitteilen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Nischenfaktor des Fediverse noch weiter dafür sorgt, dass die Gespräche dort freundlicher werden. Manchmal müssen wir im Fediverse mehr darüber erklären, als es auf anderen Netzwerken der Fall wäre. #neuhier-Beiträge sind im Fediverse ein Stück Alltag geworden – Tröts mit diesem Hashtag werden oft sehr freundlich und aktiv kommentiert. Erfahrungsgemäß macht das Einsteigern viel Spaß – aber vermutlich nicht nur Einsteigern: Irgendwie macht es Spaß, Neulinge im Fediverse zu begrüßen. Dadurch ergibt sich irgendwie ein sehr freundlicher Grundcharakter des Fediverse. Mir bleibt nur zu hoffen, dass diese Haltung auch noch lange fortbesteht: Danke Fediverse!
Was geschieht eigentlich, wenn ich mal keine Textideen habe? Richtig, dann schreibe ich darüber, was bei dieser Frage am nächsten liegt: Darüber, wie ich eigentlich zu meinen Textideen komme. Heute möchte ich einerseits beschreiben, woher ich meine Ideen nehme – mich interessiert aber andererseits auch, wie andere neue Textideen finden und wie bei anderen der Prozess bis zu einem fertigen Artikel aussieht. Schreibt das gern in die Kommentare.
Politische Texte
Wenn ich politische Texte schreibe, brauche ich meist einen Anlass: Irgendetwas muss bei mir oftmals eine Meinung provozieren. Denn dann habe ich manchmal einfach so ein inneres Bedürfnis, meine Meinung aufzuschreiben: Meinungsbeiträge können nur dann entstehen, wenn man selbst eine Meinung hat. Sei es durch Nachrichten, Gespräche oder Diskussionen: Mir hilft es meistens, irgendwie mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Nur wenn ich hier und da mitbekomme, was um mich herum geschieht, kann ich dazu schreiben. Nur wenn ich weiß, wo es Probleme gibt, kann ich mich darüber aufregen.
Früher habe ich mich, glaube ich, häufiger und vor allem schneller aufgeregt. Heute sieht das anders aus. Denn wo ich früher einfach in die Tasten gehauen habe, überdenke ich die Ideen für politische Artikel heute viel gründlicher. Weiß ich wirklich genug, um mich zu einem Thema auszulassen? Kenne ich wirklich genug Details, um das Gesamtbild kritisieren zu können? Derartige Fragen schießen mir vorm, aber auch beim Schreiben politischer Texte durch den Kopf. Das Ergebnis: Meinungsbeiträge werden seltener, aber ich bin nach ein paar Wochen wenigstens noch mit meiner eigenen Meinung im Reinen.
Zuletzt ist es mir immer schwerer gefallen, mich auf einen politischen Standpunkt festzulegen. Einerseits sind deswegen Texte genau über diese Unentschiedenheit entstanden. Andererseits habe ich es manchmal auch vorgezogen, einfach mal meinen Mund zu halten und lieber etwas anderes in Worte zu fassen. Mal bin ich danach froh darüber gewesen, mal habe ich mich insgeheim geärgert, nicht früher etwas dazu geschrieben zu haben. Das beste Beispiel um nachzuvollziehen, wie sich der Prozess meiner Meinungsbildung über die Zeit verändert hat, ist wohl mein politischer Blog „other society„.
Technische Artikel
Wenn ich zu technischen Themen schreibe, ist meine„innere Hemmschwelle“ oft deutlich geringer. Oft fällt es mir leichter, einen technischen Artikel, zum Beispiel zu freier Software zu verfassen, da ich mich dann schlicht an objektive Fakten halten kann. Diese sind als Tatsachen nicht so verhandelbar wie politische Ansichten und Meinungen. Natürlich habe ich auch Meinungen zu technischen Themen – und auch darüber diskutiere ich viel und gern. Aber: Politische Meinungen werden oft viel persönlicher debattiert. Zumindest habe ich da so ein Gefühl. Vielleicht sehe ich das falsch. Natürlich bauen manche auch eine Art Bindung zu der Software auf, die sie nutzen. Und dann kann es natürlich auch schnell persönlich werden. Aber das sind dann doch noch einmal „andere Hausnummern“.
Persönliche Beiträge
Bei persönlichen Beiträgen kenne ich vor allem eine Frage: Was ist noch persönlich, und was ist schon privat? Manchmal ist das ein schmaler Grat – und eine Entscheidung fällt nicht immer leicht. Doch bei Blogeinträgen wie diesem, die sich schwer den obigen Kategorien zuordnen lassen, kann ich oft einfach drauf los tippen. Das hat etwas befreiendes. Genau deswegen versuche ich auch, so oft wie möglich zu schreiben. Ja, zu diesem Thema habe ich schon einige Texte verfasst. Deshalb möchte ich es hier nur kurz zusammenfassen: Persönliche Texte entstehen bei mir (erschreckend) oft sehr spontan.
Social Media
Hin und wieder schreibe ich hier und da Beiträge in sozialen Netzwerken. Klar, das ist oft nicht sonderlich weitschweifig. Aber irgendwie ist diese Abwechslung auch spannend. Irgendwie macht es Spaß, hin und wieder etwas anderes in die Tastatur zu zimmern, als einen seitenlangen Text oder einen Blogartikel mit hunderten von Worten. Hin und wieder macht es Spaß, das Medium eines Microblogs auszuprobieren. Wenn meine persönlichen Texte spontan sind, dann sind meine Fediverse-Einträge vermutlich wilde Hirngespinste – vielleicht könnte man es auch so sagen: Das, was ich im Fediverse schreibe, ist das, was mir in diesem Augenblick durch den Kopf schießt. Ob das dann so sinnvoll ist, sei mal dahingestellt.
Gestern Abend habe ich meinen Mastodon-Account von der (tollen) Instanz social.anoxinon.de zur (ebenfalls tollen) Instanz Dresden.Network umgezogen. Heute möchte ich ein bisschen Kontext zu meinen Beweggründen darlegen. Ich halte das irgendwie für wichtig: social.anoxinon.de ist eine sehr freundliche Instanz und hat nichts falschgemacht. Es liegt also nicht wirklich an Anoxinon, dass ich die Instanz gewechselt habe.
Ja, in letzter Zeit gab es hier und da ein paar holprige Stunden, in denen der Server einfach nicht so schnell lief, wie ich das gewohnt war. Aber zum Wechsel hätte mich das allein nicht wirklich bewegt.
Im Fediverse ist es immer ein schmaler Grat, wann man eine Instanz für „zu groß“ einschätzt, wann sie „genau richtig“ groß ist und wann sie „zu klein“ sein sollte: Server wie mastodon.social wirken schon irgendwie etwas zu groß – andere Server sind so klein, dass sich die lokale Timeline vielleicht nur einmal am Tag fortbewegt. Hier gilt es das Mittelmaß zu finden. Das ist aber oft nicht wirklich einfach: Mit seinen 2.600 Mitglieder würde ich den Anoxinon-Server nicht als rießig einschätzen. Aber dass Dresden.Network kleiner ist, lässt sich nicht abstreiten. Wenn ich mir die großen Instanzen anschaue, bin ich oft froh, auf kleine Instanzen zu setzen. Natürlich sollte eine Instanz eine sichere Bank sein, die nicht einfach so, von heute auf morgen verschwindet. Aber dann sofort zu mastodon.social zu gehen, muss nicht immer die Lösung sein.
Auch kleinere Server bestehen schon sehr lange und sehr verlässlich im Fediverse. Daher halte ich es für eine gute Idee, kleinere Server zu bevorzugen. Natürlich setzt das voraus, dass man sich ein wenig über eine Instanz informiert. Das sehe ich aber nicht als Nachteil, eigentlich eher im Gegenteil. Ich weiß selbst nicht, wo ich hier die Grenze ziehen würde. Vielleicht ist ein Server mit mehr als 10.000 Mitgliedern schon zu groß? Vielleicht ist das genau richtig? Vielleicht kommt es auch ein wenig auf den Server selbst drauf an. Bisher habe ich mich oft gefragt, wie Menschen auf sehr großen Servern mit den lokalen Timelines umgehen: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich dann sehr viel mehr filtern müsste. Schlicht und ergreifend, weil ich kein Japanisch, Spanisch oder Portugiesisch spreche. Sowohl social.anoxinon.de als auch Dresden.Network würde ich als mittelgroße oder eher kleinere Server einordnen. Beide scheinen eine sehr freundliche lokale Community zu haben. Aber: Dresden.Network ist kleiner, daher sehe ich einen kleinen Vorteil: Was ist, wenn selbst die Moderatoren irgendwann nicht mehr hinterherkommen? Lohnt es sich dann wirklich, auf einen großen Server zu setzen?
Ein weiterer Aspekt, der mich an Dresden.Network ist, dass der Server eher lokal gehalten ist. Bisher bin ich immer auf allgemeinen Instanzen unterwegs gewesen. Natürlich ist das auch kein Problem. Aber irgendwie ist es interessant, ein soziales Netzwerk sozusagen vor der eigenen Haustür finden zu können. Ich wohne zwar nicht in Dresden, aber irgendwo in den Untiefen Sachsens. Das habe ich auch schon in meinem ersten Beitrag auf dem „neuen“ Server geschrieben. Von den lokalen bzw. regionalen Servern liegt Dresden am nächsten. Von daher ist es irgendwie spannend, das Fediverse auf einer so lokalen Ebene zu entdecken. Als ich mir das Profilverzeichnis angesehen habe, habe ich festgestellt, dass auf Dresden.Network nicht nur Dresdner „wohnen“. Hier und da findet sich jemand aus dem Bundesland, mal scheinen Menschen von ganz anderen Orten zu stammen. Das ist das Internet: Ich wohne jetzt irgendwie digital in Dresden. Aber irgendwie auch überhaupt nicht.
Das schöne am Fediverse ist, dass man sich nicht so festlegen muss, wie bei anderen sozialen Medien. Das Fediverse stellt irgendwie auch ein Netzwerk der Möglichkeiten dar. Und mir macht es Spaß, die Möglichkeiten eines näher gelegenen Servers zu erkunden. Nachdem ich meine digitalen Umzugskartons ausgepackt und einen kleinen #neuhier-Post abgesetzt habe, war der Empfang wirklich überwältigend. Irgendwie sind ziemlich viele auf meinen kleinen Toot aufmerksam geworden. Meine Inbox ist bis heute Mittag förmlich explodiert, bevor sich die Situation langsam etwas entspannt hat. Auf einmal hat es aus irgendeinem Grund Retoots und Favs geregnet – ich weiß gar nicht warum. Mal ehrlich: So spannend war der Toot jetzt auch nicht. 😉
In diesem Zuge habe ich gleich auch einmal meine Folgelisten importiert, also sowohl die Menschen, denen ich auf social.anoxinon.de gefolgt bin, aber auch die Liste von denjenigen, denen ich über Friendica folge. Ich sage es mal so: Meine Feeds sind sehr bunt. Und das ist sehr gut. Da ich aber auch die Friendica-Folgeliste importiert habe, kam es zu ein wenig Verwirrung. Zumindest habe ich das Gefühl. Zum Beispiel wurde ich gefragt, was denn mit dem Friendica-Account geschehen wird. Die Antwort ist: Das bleibt einfach alles so. Ich fahre schon seit einigen Monaten ein paralleles Modell aus Friendica und Mastodon. Das funktioniert sehr gut. Mal nutze ich eher Mastodon, mal eher Friendica. Und wer meinem Friendica-Profil folgt, bekommt ohnehin alle Toots, Friendica-Posts, Blogeinträge und die neuesten Nachrichten, wenn in China ein Sack Reis umfällt, mit: Ich spiegele die meisten meiner Fediverse-Aktivitäten auch zu Friendica. Ich kann aber verstehen, wenn manche davon verwirrt sind, so üblich ist das ja nun auch nicht. Insgesamt freue ich mich auf die kommende Zeit auf dem „neuen“ Mastodon-Server. Denn egal, was da noch so kommt: Der Einstieg hat schon mal Spaß gemacht. 🙂
Bonus: Die Theme-Saga…
Ich habe ja eigentlich geschrieben, dass ich die Theme-Saga zu einem Ende bringen möchte. Tja, wer den Blog hier aufmerksam ließt und betrachtet, wird festgestellt haben, dass ich das Theme geändert habe. Erneut. Die Welt der WordPress-Themes ist sehr faszinierend, zumindest für mich. Da ich aber davon ausgehe, dass ich solches Zeug überdurchschnittlich spannend finde, möchte ich hier keinen langweilen. Wenn ich also etwas zur Theme-Saga schreibe, dann vermutlich in diesem Format. Das heißt konkret also unter irgendeinem gehaltvolleren Artikel. 🙂