Eine Software, die ich wirklich nicht mehr missen möchte, kann vielleicht als der Klassiker unter den Web-basierten Texteditoren angesehen werden: Das Etherpad ist einfach toll. Wer schon einmal mit Google Docs arbeiten musste, und die kollaborativen Funktionen halbwegs gut fand, der ist beim Etherpad wirklich gut aufgehoben. Wie die proprietäre Konkurrenz ermöglicht auch diese freie Software das gemeinsame Editieren eines Dokuments über den Webbrowser – und das in Echtzeit. Dabei bekommen alle Co-Autoren eine eigene Farbe zugewiesen und können sogar über eine integrierte Chat-Funktion miteinander schreiben.

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das Etherpad entdeckt habe. Aber seitdem ich es kenne, finde ich es wirklich super. Und da scheine ich nicht allein zu sein. Wenn es beispielsweise daran geht, kooperativ einen Vortrag oder eine Präsentation auszuarbeiten, lässt sich die Materialsammlung wunderbar über einen Etherpad-Tab lösen. Und bisher hat noch jede und jeder, der von mir ein Etherpad vor die Nase gesetzt bekommen hat, sofort mit der Software losschreiben können: Das funktioniert so intuitiv, dass es fast schon ein bisschen erschreckend wirkt. Vielleicht liegt das an der Verbreitung von Diensten wie Google Docs, die gemeinsames Schreiben über den Browser schon von Haus aus mitbringen? Womöglich kann sich das auch das intuitive Design des Etherpad einstreichen – immerhin kommt diese Web-Anwendung wie ein ganz gewöhnlicher und einfacher Texteditor daher.

Auch wenn die Anwendung zu Beginn keinesfalls überfordert, fallen beim genaueren Hinsehen doch einige interessante Funktionen auf. Neben Formatierungsoptionen für Fettschrift, kursiven, unter- und durchgestrichenenen Text, finden sich auch Knöpfe zum Anlegen von Listen oder dem Ein- und Ausrücken von Text. Außerdem können die Zeilennummerierung, die Autorenfarben oder auch die Kommentare ein und ausgeblendet werden. Ja, richtig gelesen, selbst Textkommentare unterstützt das Etherpad. Auch die Schriftart und die Pad-Sprache lassen sich konfigurieren. Desweiteren stehen einige Funktionen zur Bearbeitungsgeschichte bereit. An Funktionalität für ein einfaches Kooperieren im Web fehlt es also wirklich nicht. Wenn man dann fertig ist, seine Gedanken aufzuschreiben, kann das Pad auch in verschiedenen Formaten exportiert, über einen Link mit vollem oder eingeschränktem Zugriff geteilt und somit einfach an andere weitergegeben werden. Natürlich lässt sich so ein Pad auch einfach auf einer eigenen Seite einbetten. Das funktioniert ganz einfach über einen IFrame.

Ihr merkt es mir sicherlich an: Das Etherpad begeistert mich. Sonst würde ich es ja auch nicht so regelmäßig und gerne nutzen. Meiner Meinung nach steht mit dem Etherpad eine tolle einfache und verständliche freie Software bereit, die sich beim gemeinsamen Sammeln von Ideen und Worten wirklich nicht in den Weg der Autoren stellt. Wenn ihr mir das nicht glauben wollt, ist das auch nicht so schlimm. Immerhin könnt ihr euch einfach auf einem der vielen öffentlich zugänglichen Etherpad-Servern mit der Software anfreunden. Bei Seiten wie pad.riseup.net oder yopad.eu lassen sich Etherpads mit unterschiedlichen Verfallsdaten, also mit einer Haltbarkeit von einem Tag, einem Monat oder auch einem Jahr anlegen. Diese werden gelöscht, sobald im angegebenen Zeitraum keine Bearbeitungen mehr stattgefunden haben. Man sollte nebenbei aber im Hinterkopf behalten, dass sich der Funktionsumfang je nach Server etwas unterscheiden kann, die Grundfunktionen gibt es aber immer. Die Instanz pad.riseup.net ist etwas einfacher, während die Instanz yopad.eu ein paar Funktionen mehr bietet. Spielt doch einfach mal damit, ihr werdet das Etherpad vermutlich ebenfalls lieben lernen.

Bild: Screenshot von yopad.eu.