Schlagwort: Desktop

  • Immer weiter mit zehn Fingern

    Immer weiter mit zehn Fingern

    Ich habe weiter geübt, mit zehn Fingern zu tippen. Dazu nutze ich, wie bereits beschrieben, in erster Linie das Lernprogramm „Tipp10“. Die Motivation, die mich anfangs dazu gebracht hat, mit dem Lernen zu beginnen, ist noch immer ungebrochen. Heute habe ich einen Großteil der Lektionen, die ich bereits absolviert habe, wiederholt. Einfach um am Ball zu bleiben, aber auch, um zu sehen, wie ich mich verbessert habe. Die Grundlagen sitzen mittlerweile eindeutig ohne Frage. Ich bin über die letzte Woche, die ich mit dem Lernen verbracht habe, deutlich sicherer geworden. Auch die Großschreibung mit beiden Shift-Tasten läuft jetzt wesentlich besser. Anfangs hatte ich damit noch große Probleme. Mittlerweile bin ich schon viel mehr daran gewohnt, die Tastatur wirklich auszuschöpfen. Bei einfachen Lektionen liegt meine Höchstgeschwindigkeit beim Tippen nunmehr sogar bei knapp 280 Anschlägen pro Minute. Bei den schwierigeren Lernabschnitten arbeite ich noch daran, ein derartiges Niveau zu erreichen. Trotzdem ist es motivierend zu sehen, was ich bereits erreicht habe: Vor ungefähr einer Woche hatte ich eigentlich noch gar keine Erfahrungen mit dem Zehnfingersystem. Doch im Selbststudium habe ich mir schon einen Großteil dessen angeeignet, was andere in (teuren?) Kursen lernen. Zu bemerken, dass man selbst etwas erreicht hat, weil man sich irgendwie disziplinieren konnte, hilft auch dabei, weiterhin dranzubleiben.

    Natürlich lerne ich noch immer. Natürlich bin ich noch nicht fertig mit dem Lernprozess. Und das bemerke ich auch hier und da im Alltag. Doch zumindest bin ich mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich weiß, warum ich überhaupt das Zehnfingerschreiben lerne. Zumindest kommt mir das Schreibmaschinen-Tippen nicht mehr wie ein Hindernis im Alltag vor. Stattdessen rückt das Ziel vom Anfang nun schon in greifbare Nähe. Zumindest habe ich das Gefühl. Ich bin auch umso dankbarer, dass es Programme wie Tipp10 gibt: Die Möglichkeit, sich selbst eine neue Fähigkeit anzueignen, scheint sich wirklich zu lohnen. Und Tipp10 ermöglicht das auf eine ziemlich spielerische Weise. Wenn ich selbst nicht gewusst hätte, dass und wie ich mich verbessere – wer weiß, ob ich dann überhaupt drangeblieben wäre. Auch KTouch, das Programm, mit dem mein Lernprozess angefangen hat, hat mir Spaß beim Lernen bereitet. Doch rückblickend gefällt mir der Lernweg und der Aufbau der Lektionen bei Tipp10 deutlich besser. Tipp10 fühlt sich im Vergleich etwas interaktiver an – und zu einem gewissen Maß ist es das ja auch. Immerhin werden die Lektionen ja teils direkt auf das eigene Tippen angepasst – während man tippt. Ich kann Tipp10 zum Lernen, und KTouch zum weiteren Wiederholen weiterempfehlen.

    Sicherlich kann es etwas anstrengend, bei jeder neuen Lektion ein wenig umlernen und umdenken zu müssen. Immerhin werden dabei ja aktiv alte Verhaltensmuster des Lernenden hinterfragt. Doch wenn man einmal damit klar gekommen ist, freut man sich umso mehr, wenn man sich doch verbessert. Ich bin sogar ziemlich überrascht gewesen, dass ich mich umgewöhnen konnte. Auch hier muss ich natürlich dazusagen, dass ich noch nicht ganz fertig bin. Aber schon in diesem Zwischenfazit kann ich die beschriebene Tendenz klar festhalten. Im Alltag komme ich jetzt wesentlich besser mit den Lernfortschritten klar, und muss mich nicht mehr ständig daran erinnern, wirklich die neu gelernte Technik zu verwenden. Ich bin froh, weitergemacht, und nicht direkt wieder aufgegeben zu haben. Vielleicht war der Anfang auch die Phase, in der ich mich am meisten motivieren musste. Ein direkter Vergleich ist dabei natürlich schwierig. Und messen kann man meine Motivation sicherlich ohnehin nicht.

    Sollte nach meinen Schilderungen hier noch jemand zögern: Traut euch! Mit den genannten freien Programmen macht das Lernen und Üben im Selbststudium wirklich viel Freude. Und das müsst ihr mir nicht einmal glauben, wenn ihr es selbst ausprobiert. Klar kann das Lernen einer neuen Tipp-Technik eine gewisse Umgewöhnung darstellen. Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wenn ich es hinbekomme, mich über eine so kurze Zeit umzugewöhnen, könnt ihr das auch. Das schöne an einem solchen Selbststudium ist auch, das jede und jeder nach seinem eigenen Tempo lernen kann. Probiert Tipp10 doch einfach einmal aus – es lohnt sich.

  • OpenSUSE Tumbleweed nach einer Woche

    OpenSUSE Tumbleweed nach einer Woche

    Vor etwas mehr als einer Woche habe ich openSUSE Tumbleweed auf meinem „Laptop für alles“ installiert und möchte jetzt ein paar Eindrücke teilen. Für mich ist openSUSE keine unvertraute Distribution mehr. In der Vergangenheit habe ich hier und da, immer mal wieder Tumbleweed, Leap oder sogar MicroOS verwendet. Meine Erfahrungen waren dabei eigentlich stets sehr positiv. Insbesondere Leap habe ich als sehr stabil in Erinnerung. Im Gegensatz zu Tumbleweed und MicroOS, welches darauf aufsetzt, bietet Leap aber keine besonders frischen Pakete. Als FLOSS-Enthusiast ist es für mich doch hin und wieder interessant, mit den neuesten Versionen herumspielen zu können.

    Tumbleweed ist für mich also stets eine interessante Distribution gewesen. Jetzt, da ich das System seit über einer Woche nutze, bin ich noch immer sehr angetan. Ich hatte ursprünglich einige Sorgen, ob ich ausreichend Zeit für ein rollendes System aufbringen kann. Immerhin sind Rolling Releases auch für ein gewisses Maß an zusätzlichem Arbeitsaufwand bekannt. Ich war mir unsicher, ob ich genug Zeit finden kann, mich im Alltag um ein rollendes System zu kümmern. Besonders die Vorsicht, dass ja doch irgendwann ein Ausnahmefall eintreten kann, in dem das System einfach nicht mehr funktioniert. Ja, in der Vergangenheit hatte ich noch keine riesigen Probleme mit Tumbleweed. Trotzdem hat mich diese gewisse Angst in den letzten Wochen eher an statisch veröffentlichte Distributionen gebunden.

    Der nervigste Fehler, den ich bei Tumbleweed hatte war wohl der mit LibreOffice: Als ich Tumbleweed vor ein paar Monaten ausprobiert habe, hat LibreOffice dutzende Sekunden gebraucht, bis es gestartet ist. Auch eine Nachfrage im opensuse-forum.de hat mich nicht wirklich weitergebracht, ich war frustriert. Nachdem ich seinerzeit wieder von openSUSE weggewechselt bin, scheint mein momentaner Versuch gut zu laufen. Neben ein paar Problemen beim automatischen Installieren von Paketabhängigkeiten bei nachinstallierter Software hatte ich eigentlich noch keine größeren Probleme. Bisher konnte ich sehr gut mit dem System durch den Alltag kommen. Auch die Aktualisierungen, die etwa täglich bereitstehen sind bisher stets problemlos durchgelaufen. Bisher kann ich mich wirklich kaum beschweren – ich habe sogar das Gefühl, dass Tumbleweed zuverlässiger läuft als die Ubuntu 23.04.

    Meine ursprüngliche Angst scheint unberechtigt gewesen zu sein. Darüber freue ich mich natürlich. Man muss natürlich auch die diversen Vorteile im Hinterkopf behalten, die openSUSE im Vergleich zu anderen rollenden Distributionen ganz klar bietet. Eine gewisse Sicherheit geben zum Beispiel die btrfs-Snapshots. Im Zweifelsfall kann ich das System ja einfach zurückrollen. Auf diese Sicherheit zählen zu können, tut einfach gut. Ganz nebenbei wirkt ein Rolling Release so auch weniger „gruselig“. Wenn man also ein rollendes System nutzen möchte, kann ich openSUSE Tumbleweed klar weiterempfehlen. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass ich einer Debian-12-Installation nicht widerstehen können werde, aber bis dahin hoffe ich, mit Tumbleweed weiterhin eine schöne Zeit haben zu dürfen.

  • So geht’s dem Chamäleon

    So geht’s dem Chamäleon

    Heute möchte ich noch ein paar weitere Ersteindrücke zu openSUSE Tumbleweed teilen. Böse Zungen sagen jetzt vielleicht, dass ich einfach keine anderen Textideen habe. Das mag sein, aber trotzdem möchte ich dem Chamäleon etwas mehr Raum in diesem Blog geben – irgendwie hat es ja verdient, beachtet zu werden. Nachdem ich in einem der letzten Blogeinträge bereits meine erfolgreiche Installation beschrieben habe, ist es jetzt an der Zeit für erste Eindrücke.

    Nachdem ich einen Tag mit dem System gearbeitet habe bin ich eigentlich sehr zufrieden: OpenSUSE macht, was es verspricht. Auch eine erste, kleinere Welle an Aktualisierungen lief problemlos durch. KDE läuft – wie erwartet – sehr flüssig. Was das angeht ist openSUSE wirklich das, was ich gesucht habe. KDE macht mir übrigens (wieder) viel Spaß, und es tut gut, nach den letzten Wochen mit Gnome wieder KDE zu nutzen. Hier und da habe ich den Desktop etwas angepasst – und anders als bei Gnome wirkt das bei KDE nicht „illegal“.

    Was openSUSE als Distribution angeht, kann ich mich zumeist nicht beschweren. Das Software-Angebot ist ausreichend, ich finde eigentlich alles, was ich brauche.

    Und wenn ich etwas nicht finde, könnte ich das theoretisch einfach über Flatpak nachinstallieren. Das wird dankbarer Weise mitinstalliert und unter KDE auch konfiguriert. Bei zwei Anwendungen hat zypper aus irgendeinem Grund vergessen ein paar Abhängigkeiten mitzuinstallieren. Konkret ist mir das bei ReText und Tokodon passiert. Zum Glück konnte ich mir aber einfach selbst helfen, indem ich die Anwendungen aus dem Terminal heraus angestoßen habe. Die entsprechenden Fehlermeldungen haben dann für sich gesprochen. Nach einer kurzen Paketsuche konnte ich die Abhängigkeiten einfach nachinstallieren – und jetzt laufen beide.

    Ein bisschen Angst hatte ich vor der Einrichtung unseres Netzwerkdruckers. Als ich das letzte Mal openSUSE verwendet habe, kam in unserem Haushalt noch ein alter Brother-Drucker zum Einsatz, der mit Hersteller-Treibern eingerichtet werden musste. Das hat unter openSUSE immer etwas Freude aufkommen lassen, nach ein bisschen Bastelei hat es aber irgendwann geklappt. Zum Glück habe ich die verzweifelten Websuchen seinerzeit nicht gezählt. Dieser ältere Brother-Drucker hat inzwischen aber den Geist aufgegeben und ein neuerer Brother-Drucker hat die Nachfolge angetreten. Das Gerät unterstützt „driverless printing“ – und ich bin davon schwer begeistert. Unter den meisten Distributionen läuft das Teil sofort, ohne irgendwelche Einstellungen und vor allem: Ohne das Installieren von Hersteller-Treibern. Unter openSUSE hatte ich mal wieder meine Aufgabe gefunden. Aber ich kann Entwarnung geben: Das Gerät druckt. Schuld war ursprünglich die zu rigeros eingestellte System-Firewall von openSUSE.

    Insgesamt wirkt openSUSE ehrlich gesagt sogar noch stabiler als Ubuntu 23.04 – und das bei einem rollenden Veröffentlichungsmodell. Nach einem Tag auf der Platte hat openSUSE durchaus überzeugt. Vielleicht sollten sich mehr Linux-Nutzer openSUSE widmen? Technisch ist das wirklich eine tolle Distribution.


    Bildnachweis:

    Richard Brown, Zvezdana Marjanovic, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

  • Hallo openSUSE Tumbleweed!

    Hallo openSUSE Tumbleweed!

    Gestern habe ich es bereits beschrieben: Ich hatte mal wieder Lust auf einen Wechsel zu KDE – und heute habe ich Wort gehalten. Welche Distribution bietet sich denn besser an, als openSUSE, wenn es um KDE geht? Natürlich fallen vielen jetzt einige Optionen ein. Das war ja auch rhetorisch gemeint. Unbestreitbar ist, das openSUSE eine der traditionsreichsten KDE-Distributionen überhaupt ist. Wer einen gut integrierten KDE-Desktop sucht, der wird häufig zu openSUSE geschickt, und das hat auch einen Grund. Ich habe mich für den rollenden Tumbleweed-Zweig entschieden, der bekanntlich das Flaggschiff des Projekts ist.

    Nachdem ich das Installationsabbild heruntergeladen und mit der Checksumme überprüft hatte, konnte es losgehen: Die Installation mit YaST2 war wie gewohnt einfach und verlässlich. Ich habe dem System die volle Platte überlassen und – wie gesagt – mit KDE installiert. Nach dem initialen Neustart hat sich openSUSE freundlich präsentiert: Das Standardhintergrundbild holt zwar keinen hinter dem Ofen hervor, und KDE folgt auch den Standardeinstellungen. Aber das für mich kein Problem. OpenSUSE wirkt solide und verlässlich – und das bei einer rollenden Distribution. In der Vergangenheit habe ich openSUSE schon oft verwendet, bin aber nur selten über längere Zeit bei der Distribution geblieben.

    Dieses mal möchte ich das ändern. Nachdem ich das System eingerichtet, die gesicherten Daten auf die Platte kopiert und die Multimedia-Codecs installiert habe, bin ich jetzt sehr zufrieden mit dem System.

    OpenSUSE liefert ein „naturbelassenes“ KDE aus – und mir ging es ja nicht zuletzt um KDE. Mit Tumbleweed läuft der Desktop mit K bei mir jetzt in der neusten Version, auf einer gut etablierten Distribution. Ich bin froh, mein Verlangen nach KDE gleich dafür genutzt zu haben, openSUSE mal wieder auszuprobieren. Das System macht Spaß und ist für mich eine interessante Abwechselung, nachdem ich in den letzten Monaten meistens Debian-basierte Systeme verwendet habe.

    Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an meine Artikel zu openSUSE MicroOS. Das System habe ich vor kurzem ja ebenfalls ausgiebig getestet, bin dann aber wieder zur Debian-Familie zurückgewechselt. Debian-basierte Systeme machen für mich einen Großteil meiner GNU/Linux-Erlebnisse aus. Aber ich bin trotzdem immer interessiert an anderen Distributionen. Jetzt, da ich wieder bei Tumbleweed gelandet bin, freue ich mich aber ebenfalls auf die kommenden Wochen – und vielleicht sogar Monate. Rollende Distributionen bringen natürlich immer eine gewisse Spannung mit sich. Regelmäßiges Aktualisieren ist hier natürlich Pflicht, aber ich bin jetzt einfach mal guter Dinge. Heute bin ich ohnehin sehr motiviert, da meine ersten Eindrücke zu dieser Tumbleweed-Installation so positiv waren. Hoffen wir mal, dass das so bleibt, richtig?


    Bildnachweis:

    Yemen Chameleon“ by wwarby is licensed under CC BY 2.0 .

  • Zeit für KDE

    Zeit für KDE

    Seitdem Ubuntu 23.04 herausgekommen ist, habe ich wieder Gnome genutzt. Ubuntu und Gnome machen schon Spaß – doch ich weiß nicht, ob Gnome wirklich der Desktop meiner Wahl ist. Ich weiß nicht, ob ich langfristig wirklich bei Gnome bleiben möchte. Hier und da kann ich einfach nicht mit der Design-Philosophie übereinstimmen. Dann wirkt KDE umso verlockender. Natürlich ist man nicht immer vollkommen zufrieden. Doch man kann sich auch umgewöhnen und anpassen, dazulernen und dann Spaß haben, womit man vorher nicht klar gekommen ist. Und bei KDE kommt immer ein Argument dazu: Ändere es doch einfach, wenn es dir nicht passt.

    Als ich KDE das erste mal genutzt habe, war ich heillos überfordert: Überall Menüs und vor allem Bezeichnungen, die ich von Gnome, Xfce und Cinnamon nicht kannte. Überall wirkte alles anders, irgendwie musste ich mich erst einarbeiten – und anfangs hatte ich dieses Gefühl ständig. Doch dann bin ich einmal tatsächlich drangeblieben. Dann habe ich mich irgendwann tatsächlich eingearbeitet. Und schon hat mir KDE mehr und mehr Spaß bereitet. Klar, Gnome bietet ganz eigene Vorzüge – aber bei KDE ist das ja nicht anders. Nach einigen Wochen Gnome bin ich heute wieder einmal in Wechsellaune. Vermutlich packe ich heute oder in den kommenden Tagen meine digitalen sieben Sachen und wandere mal wieder zu den Drachen ab. Konqi ich komme! 😉

    KDE macht Spaß, wo Gnome ein bisschen stur wirkt. Die Abläufe, mit denen man einen Gnome-Desktop nutzt, mögen ja nachvollziehbar sein – aber KDE wirkt irgendwie vertraut, irgendwie klassisch und doch modern; wie KDE eben. Ich fange schon wieder an zu schwärmen, und wenn das der Fall ist, bin ich meistens wirklich begeistert. Vermutlich ist es – mal wieder – Zeit für KDE.

  • Erste Eindrücke zu openSUSE MicroOS Desktop

    Gestern Abend habe ich mir openSUSE MicroOS Desktop installiert, mit Gnome, um genau zu sein. MicroOS reiht sich ein in die Familie der immutablen GNU/Linux-Distributionen und ähnelt dahingehend Fedora Silverblue oder auch VanillaOS: Die wichtigen Systemdateien und -verzeichnisse sind für die Nutzer, egal ob root oder nicht, nur lesbar eingehängt und können in der Regel nicht ohne weiteres überschrieben oder verändert werden. Stattdessen arbeiten „unveränderliche“ Distributionen primär mit Containerformaten, die Anwendungen auf der Nutzerebene zur Verfügung stellen sollen. Für grafische Anwendungen nutzt man bei MicroOS also in erster Linie Flatpaks aus dem Flathub. Anwendungen für die CLI lassen sich in virtualisierten bzw. containerisierten Umgebungen installieren, also zum Beispiel in einer Distro- oder Toolbox. Soll eine Anwendung persistenter Teil des unveränderlichen Betriebssystems werden, kann es in einen Snapshot eingebunden werden, über ein transaktionales Update. Nach einem Neustart kann dann der Computer mit diesem neuen Betriebssystem-Abbild gestartet werden.

    Mit dieser Vorgehensweise bieten immutable Distributionen einen großen Sicherheits- und Stabilitätsvorteil, können aber trotzdem sehr aktuell sein: Die kleinen Abbilder des unterliegenden Betriebssystems sind für Distributoren leichter zu warten, da sie überschaubarer sind als herkömmliche Distributionen. Für Nutzer wird das Software-Angebot auf die Container-Lösungen zusammengefasst, wobei allgemeine Paketquellen wie das Flathub eine sinnvolle Vereinfachung darstellen. Insgesamt bieten immutable Distributionen maßgebliche Vorteile für Desktop-Anwender. Diese werden aber nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich. Wer sich zum Beispiel die Diskussionen auf den einschlägen FLOSS-Portalen zu diesem Thema anschaut, wird schnell eine gewisse Skepsis feststellen können, die nicht immer begründet ist.

    Auch ich war lange Zeit skeptisch, ob immutable Distributionen wirklich die Zukunft für GNU/Linux darstellen sollten. Doch nachdem ich bereits Silverblue und mittlerweile auch MicroOS ausprobiert habe, kann ich beruhigt sagen: Das Potential, was viele dem immutablen Distributionsansatz zusprechen, ist in jedem Fall gegeben. Meiner Ansicht nach sollte sich jeder ein eigenes Bild von den Immutables machen – besten Falls auf dedizierter Hardware. Sicher, die Entwicklungen in diese Richtung steckt momentan noch in den Kinderschuhen. Nutzbar ist sie aber im Desktop-Bereich insbesondere mit Gnome schon heute. Wer sich also unsicher ist, dem steht eigentlich nichts im Weg, sich selbst ein Bild zu machen.

    Je nach Distribution unterscheiden sich aber auch die unveränderlichen GNU/Linux-Betriebssysteme, vor allem auf technischer Ebene: Fedora Silverblue baut auf dem Veröffentlichungs-Zyklus der Fedora-Hauptdistributionen auf, erscheint also alle sechs Monate. Diese statischen Veröffentlichungen werden dann genau so lang, wie die Fedora-Hauptdistributionen unterstützt. Sobald eine neue Silverblue-Version zur Verfügung steht, sollten Nutzer ein sogenanntes „Rebase“ vornehmen. Dabei wird das unterliegende Betriebssystem auf die neue Version angehoben. Hier fällt also auf: Wer Silverblue nutzt, ist daran gebunden, entsprechend des Support-Zeitraums Aktualisierungen vorzunehmen; Anwendungs-Updates kommen dabei noch oben drauf. Ein weiterer Unterschied zu MicroOS liegt darin, das Silverblue auf rpm-ostree als Layer-Technologie, also für die Erstellung der Betriebssystem-Abbilder setzt.

    openSUSE geht mit MicroOS einen etwas anderen Weg und setzt darauf, so viel wie nur möglich zu automatisieren: MicroOS basiert auf dem rollenden Tumbleweed-Zeig der Distribution, kann also fortlaufend aktualisiert werden. Hier sind keine zyklischen Versionssprünge nötig. Dabei versucht MicroOS entsprechend des Namens das Basis-Abbild so klein wie irgend möglich zu halten, „Micro“ eben. MicroOS aktualisiert sich stets von selbst und legt bei jeder Aktualisierung einen btrfs-Snapshot als neues Abbild an. Sollte beim Boot-Vorgang dann etwas schief laufen, fällt MicroOS automatisch auf den letzten funktionierenden Snapshot zurück. MicroOS ist also fortlaufend auf dem neuesten Stand der Software- und System-Entwicklung, aber trotzdem sehr gut abgesichert.

    MicroOS als rollende immutable Distribution löst damit das größte Problem rollender Distributionen: Wer openSUSE Tumbleweed, Arch Linux oder Debian Sid nutzen möchte, der muss manchmal gewisse Kompromisse hinnehmen, wenn es um die Stabilität oder Verlässlichkeit der jeweiligen Distribution angeht. Wer nun aber auf MicroOS setzt, der muss sich „keine Sorgen“ um sein System machen – zumindest wenn es nach den Entwicklern der Distribution geht. Man merkt mir vielleicht an: Ich bin ziemlich angetan von diesem System. Theoretisch könnte ich es jetzt einfach vergessen – denn es aktualisiert sich ja fortlaufend selbst, so weit ich weiß gilt das auch für Flatpaks. 🙂

    Dem entsprechend bin ich gespannt, wie sich openSUSE in Zukunft als immutable Distribution weiterentwickelt.

  • Gedanken zu GNOME, Teil 2

    Oh Mann, GNOME ist schon sehr kontrovers: Eine Arbeitsumgebung, die vorgibt, wo es auf dem eigenen Desktop langgehen soll, dass gefällt nicht jedem. GNOME hat sich, seit dem man den Weg des Minimalismus für sich entdeckt hat, nicht nur Freunde gemacht. Das steht fest. Das Konzept der GNOME-Erweiterungen wird von manchen daher als unerlässlich angesehen. Man kommt ja nicht drum herum, meinen einige. Doch ist das wirklich der richtige Weg?

    Traditionell machen diese GNOME-Erweiterungen nur Probleme. Mal wird eine nicht aktualisiert, mal bricht eine das gesamte Desktop-Schema, oftmals erkennt man Vanilla-GNOME gar nicht mehr wieder. Ja, auch ich habe schon GNOME-Erweiterungen eingesetzt, doch mittlerweile frage ich mich, ob das wirklich sonderlich sinnvoll ist.

    Es scheint Menschen, da möchte ich mich nicht ausnehmen, oft schwer, zu schwer zu fallen, sich selbst umzustellen. Der Gebrauch eines Desktop-Computers oder Laptops trieft nur von Gewohnheiten, die sich, einmal erlernt, nicht so schnell ablegen lassen. Und nein, man muss diese nicht ablegen. Doch GNOME lädt nun einmal dazu ein.

    GNOME stellt eine Alternative zur Gewohnheit dar, die natürlich mit der Zeit zu einer neuen Gewohnheit werden kann. Auch wenn GNOME-Shell einen massiven Bruch mit GNOME v2 darstellte, muss ich gestehen, dass sich GNOME im wesentlichen sehr kontinuierlich weiterentwickelt.

    GNOME v3 ist im Jahr 2011 erstmals veröffentlicht worden. Die damals etablierten Bedienkonzepte finden sich auch in den heutigen 4x-Shells wieder. Aktivitäten hier, eine Fensterübersicht da, die umfassende Desktop-Suche und das Dash mit Schnellstartern. Im Wesentlichen hat sich das seit der ersten 3er-Version nicht groß geändert.

    GNOME v2 war wohl dafür bekannt, sehr kontinuierlich weiterentwickelt worden zu sein. Von dem ursprünglichen harten Schnitt der GNOME-Shell einmal abgesehen, gilt das, wenn man genauer darüber nachdenkt, auch heute noch.

    GNOME ist heute zwar anders als KDE, Xfce oder frühere Versionen seiner selbst (v2). Aber: GNOME ist, wenn man sich einmal eingearbeitet hat, doch gut nutz- und auch erwartbar.

    Die Änderungen, die hier und da vorgenommen werden, schrecken auch mich manchmal auf den ersten Blick ab. Aber immer, wenn ich mich dann doch einmal darauf einlasse, anstatt panisch zu KDE oder Xfce zu rennen, kann ich die Entwickler besser nachvollziehen. GNOME fordert förmlich dazu auf, sich selbst zu hinterfragen. Das ist eine Stärke, die nicht jeder Desktop für sich verbuchen kann.

  • Jetzt bin ich schon wieder gehüpft…

    Ja, ich habe hier neulich einen Text veröffentlicht, in dem ich mich selbst ermahnt habe, bis zur Veröffentlichung von Debian 12 “Bookworm” auf der stabilen Kubuntu-Plattform zu bleiben, und ja, Kubuntu hat nicht wirklich irgendwelche gravierenden Fehler gehabt, die mich zum Wechsel hätten bewegen können. Und doch wollte ich, gerade, weil der Debian-Freeze immer weiter voranschreitet, wieder zu Debian zurück. Bei mir läuft jetzt ein Debian Testing mit GNOME 43, ich bin gespannt, ob ich nicht doch den ein oder anderen Fehler melden kann und werde. Debian ist und bleibt meine Lieblingsdistribution. Auch während meinen Experimenten in der GNU/Linux-Welt ist Debian sowohl als Projekt als auch als Betriebssystem eine Größe, die ihresgleichen sucht. Sowohl philosophisch als auch auf technologischer Ebene kann ich am ehesten mit Debian mitgehen, die verschiedenen Zweige der Distribution machen sie noch einmal viel interessanter, je nach dem, wie und zu welchen Zeitpunkt man das eigene System wie auch immer einsetzen möchte. Vielleicht bleibe ich einfach bei Debian, vielleicht springe ich doch hin und wieder, denn natürlich haben auch andere Distributionen ihren Reiz. Da wäre beispielsweise Ubuntu MATE als eine unglaublich nutzerfreundliche Distribution, oder Linux Mint, oder auch: meine erste Distribution überhaupt. Und dann gibt es Projekte wie Siduction, wie wahnsinnig interessant und immer wieder einen Blick wert sind.

    Gerade, weil ich mich auch gern tiefer mit GNU/Linux auseinandersetzen möchte und auseinandersetze — irgendwo hat jeder ein Hobby 😀 — fällt es mir schwer, einfach stehenzubleiben, auch wenn das, was zu einem gewissen Zeitpunkt auf der Platte ist in noch so vielen Punkten schlicht und ergreifend fantastisch funktioniert. Doch: Debian ist und bleibt meine Lieblingsdistribution. 😉

  • LibreOffice ist und bleibt gut

    In letzter Zeit habe ich mich viel mit ablenkungsfreien Editoren oder Textverarbeitungsprogrammen beschäftigt. Beispiele für derartige Programme wären etwa der „FocusWriter“ oder der Markdown-Editor „Ghostwriter“ aus dem KDE-Umfeld. Doch während ich mich mit diesen Anwendungen beschäftigt habe, ist mir aufgefallen, dass ich mich selbst durch die Funktionsweise, die ich ja erkunden wollte, ablenken lassen habe.

    Diesen Text schreibe ich wieder in LibreOffice Writer, ja, hier gibt es zwar eine Vielzahl an Knöpfen mehr, die Frage, ob man diese braucht, stellt sich weiterhin. Aber: LibreOffice stellt für mich eine sehr vertraute Schreibumgebung dar, und gerade diese Vertrautheit hilft dabei, sich konzentrieren zu können. Jede Software braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit, jede Software möchte anfangs erkundet werden, doch wenn man diesen Prozess einmal hinter sich hat, ist es besonders leicht, einfach daran kleben zu bleiben.

    LibreOffice ist für mich zu einem universalen Werkzeug geworden: Ich schreibe hier gerne Texte, bin für Präsentationen darauf angewiesen und nutze auch LibreOffice Draw für das Bearbeiten und Ergänzen von PDF-Dateien. LibreOffice ist eine richtige Büro-Suite und am Ende des Tages so vollständig, dass kaum Wünsche ausbleiben. Bevor ich GNU/Linux genutzt habe, habe ich Windows-bedingt auch Word benutzt, damit haben wir schon in der Grundschule einfache Dokumente verfasst, in der weiterführenden Schule ging es dann in dieser Richtung weiter. Doch als ich mich mit GNU/Linux auseinandergesetzt habe, viel mir der Übergang zu LibreOffice wirklich nicht schwer. Das ist eigentlich erstaunlich, gerade, wenn man die unterschiedliche Menüführung der einzelnen Büro-Suiten bedenkt.

    Mittlerweile habe ich die standardmäßige Menüführung von LibreOffice derartige verinnerlicht, dass ich andere Anwendungen zu gern damit vergleiche. Word scheint mir mit seinen Registerkarten wahnsinnig umständlich. Hier mal ein Beispiel: Ich habe meinen Eltern ihr LibreOffice mit der Registerkarten-Ansicht konfiguriert, um ihnen den Einstieg ein bisschen zu erleichtern. Als ich dann aber gefragt wurde, wie man Sache XY umsetzt, habe ich mich schlicht und ergreifend selbst nicht reingefunden und schnell auf die Standardansicht zurückgestellt.

    Mittlerweile bin ich so sehr an diese Ansicht gewöhnt, dass sie mich nicht mehr wirklich ablenkt. Mittlerweile weiß ich, wo die Funktionen sind, die ich tatsächliche brauche und welche ich dann doch ignorieren kann, sollte, aber nicht unbedingt muss. Libreoffice ist eben eine Textverarbeitungssoftware, und das ist auch kein Problem.