Kategorie: Tagebuch

Tagebuch-Einträge

  • Tägliches Bloggen: Ein Rückblick

    Tägliches Bloggen: Ein Rückblick

    Ich habe tatsächlich den gesamten Monat lang täglich Texte auf diesem Blog veröffentlicht. Ich habe das Ziel, das ich mir vor mehr als vier Wochen gestellt habe, erreicht. Das ist ein schönes Gefühl! Vor einem Monat wusste ich noch nicht, ob ich da so konsequent dranbleiben würde. Ich habe vor allem bezweifelt, dass ich jeden Tag Zeit dafür finden könnte. Doch scheinbar hat das funktioniert. Scheinbar habe ich irgendetwas richtig gemacht, so dass ich mein Ziel erreichen konnte. Schon gestern habe dazu geschrieben, dass es wohl die beste Entscheidung überhaupt war, die Grenzen dieser Herausforderung nicht so eng zu stecken. Während ich Tag für Tag mindestens einen Text geschrieben habe, habe ich bemerkt, wie gut mir das tut. Gestern habe ich außerdem vom sogenannten „Flow“-Zustand gehört, wenn Menschen sich so sehr in eine bestimmte Aufgabe vertiefen, dass sie sich vollkommen darauf konzentrieren und sich ihrer vollkommen annehmen können: Genau das ist das Gefühl, welches mir das tägliche Bloggen wieder und wieder vermittelt hat. Oft ist die Zeit, in der ich Beiträge geschrieben habe, einfach an mir vorbeigezogen – aber nicht, weil sie mir durch die Finger geronnen ist. Nein, ich habe mein offenes Ziel erreicht, kein Ziel erreichen zu müssen.

    Das tägliche Bloggen ist für mich mehr geworden, als die Herausforderung, die es anfangs einmal war. Ich würde sogar so weit gehen, dass das tägliche Schreiben eher zu einem kreativen Spielraum geworden ist, den ich jeden Tag nutzen konnte, weil ich ihn nutzen wollte. Über die Zeit hat das ganze den Charackter eines trotzigen Experiments verloren: Wo ich anfangs noch dachte, dass ich das nur einmal ausprobieren wollen würde, weiß ich jetzt, dass ich es fast schon ausprobieren musste. Getrieben von der Motivation, die mir die Migration dieses Blogs zu WordPress gegeben hat, habe ich einfach weitergeschrieben. Die 30 Texte, die ich unbedingt veröffentlichen wollte, waren für mich zu Beginn schon eine ziemliche Hausnummer. Vielleicht habe ich mich selbst unterschätzt – oder aber die Herausforderung überschätzt. In den letzten Wochen habe ich einfach weitergeschrieben. Diesen Monat habe ich bereits 45 Texte veröffentlicht, also wesentlich mehr, als ich mich selbst herausgefordert habe.

    Ich bin selbst ein kleines bisschen beeindruckt, wie gut der letzte Monat in dieser Hinsicht verlaufen ist. Ich hätte selbst eher erwartet, dass ich von der selbst-gestellten Aufgabe überfordert gewesen wäre. Stattdessen habe ich, ohne es zu bemerken, eher das Gegenteil bewirkt: Ich war nicht überfordert mit dem täglichen Schreiben – ich habe es vielmehr genossen, schreiben zu können, wenn ich überfordert war. Vielleicht war es die Möglichkeit, auf andere Gedanken zu kommen. Vielleicht war es die Möglichkeit, andere Gedanken teilen zu können. Doch egal, woran es gelegen haben mag: Ich habe es genossen, täglich zu schreiben. Und genau darüber war ich vor einem Monat noch sehr unsicher. Auch vor diesem besonderen Monat habe ich sehr gern geschrieben, jetzt aber weiß ich noch mehr, warum eigentlich.

    Wenn ich an die letzten Wochen zurückdenke, scheinen sie wie im Flug vorbeigezogen zu sein. Doch mit den Texten, die ich hier veröffentlicht habe, weiß ich jetzt auch, dass der letzte Monat nicht ereignislos war. Ich weiß, dass ich keinen Monat hinter mir habe, in dem ich nur vor mich hingelebt habe. Die hier erschienen Blogartikel sind für mich auch ein kleiner Beweis, dass ich mich über die letzten Wochen nicht ständig im Kreis gedreht habe. Ich weiß nicht, ob eine derartige Herausforderung für andere ebenso gut funktionieren würde. Für mich war das aber so. Ich glaube auch nicht, dass ich das ausschweifend begründen muss. Doch je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr freue ich mich über das, was ich im letzten Monat auf diesem Blog erreicht habe, ohne es erreichen zu wollen.

    Der Weg war in den letzten Wochen also wirklich das Ziel auf diesem Blog. Und genau das ist es, was mich so sehr am persönlichen Bloggen fasziniert. Die Möglichkeit, einer Tätigkeit nachgehen zu können, bei der der Weg das Ziel ist – das finde ich irgendwie beeindruckend. Ich möchte es wirklich nicht mehr missen, diesen kleinen digitalen Ort für meine Gedanken gefunden zu haben. Die Schlussfolgerung, dass andere das unbedingt ebenfalls ausprobieren sollten, liegt mir gerade sehr, sehr nahe. Doch ich weiß nicht, ob das wirklich der Fall wäre. Vermutlich motivieren sich andere ganz anders als ich – und das ist vollkommen in Ordnung. Ich möchte trotzdem ein wenig ermuntern: Lasst euch bitte nicht davon entmutigen, dass manch ein kreatives Projekt zu ambitioniert wirkt. Ich bin froh, mich hier nicht ständig selbst festlegen zu müssen. Und ich merke Tag für Tag, dass es so umso besser funktioniert. Vielleicht wollt ihr auch einfach einmal mit einem kreativen Raum ohne zu viele Vorgaben experimentieren? Vielleicht wisst ihr auch ganz genau, warum euch nichts ferner liegen würde.

    Wenn ich einen Text in diese Richtung schreibe, frage ich mich manchmal, ob sich andere überhaupt für das hier behandelte Thema interessieren. Einerseits ist das kein privates Thema. Aber im allgemeinen Interesse steht es glaube ich auch nicht. Trotzdem bin ich daran interessiert, dieses Thema zu behandeln – so ausführlich wie nötig, vielleicht auch so ausführlich wie nötig. Ich bin jedenfalls froh, dass ich die Möglichkeit dazu habe. Und jetzt könnt ihr euch die Frage stellen: Habt ihr diese Möglichkeit nicht auch? Vielleicht wollt ihr sie nutzen, vielleicht auch nicht. Auf den nächsten Monat, auf die nächsten Texte. 🙂

  • Tägliche Routinen

    Tägliche Routinen

    Manchmal muss ich mich wirklich selbst disziplinieren, wenn ich etwas schaffen möchte. Selbst, wenn ich ein Ziel den ganzen Tag nicht aus den Augen verlieren möchte, kann es doch schnell sein, dass ich mir unbewusst Zeit nehme, die ich mir nicht nehmen wollte. Versteht mich nicht falsch: Vermutlich ist es wichtig, nicht immer dem hinterherzurennen, von dem man glaubt, es erreichen zu müssen. Doch manchmal steckt dahinter auch eine gewisse Berechtigung. Manchmal möchte ich Zielen hinterherrennen, egal wie weit entfernt sie scheinen. Ich kann mich manchmal ziemlich über mich selbst ärgern: Wenn ich mir selbst gesteckte Ziele nicht erreiche, gebe ich mir schnell selbst die Schuld. Jeder ist sich wohl selbst am nähesten – vielleicht kann man sich daher so schnell selbst verurteilen.

    In den letzten Wochen habe ich hier und da tägliche Routinen in meinen Alltag eingebaut. Und als hätte ich das so gewollt, kann ich bis heute meiner Routine, täglich einen Text zu schreiben, folgen. Als hätte ich das so geplant, habe ich in den letzten Tagen täglich das Zehnfingersystem geübt. Natürlich habe ich das gewollt. Doch die täglichen Routinen haben mich auch daran gehindert, ständig abzuwägen, ob ich dieses Ziel wirklich ausreichend erreichen möchte. Weil ich mir selbst die Routine, täglich zu schreiben, auferlegt habe, ist sie jetzt Teil meines Alltags geworden. Wäre das nicht der Fall, würde ich jetzt vielleicht nicht diesen Text schreiben. Für mich scheinen gewisse Routinen, die auch in sich einen gewissen Spielraum erlauben, gut zu funktionieren: Ich möchte ja nicht zu streng mit mir sein. Also habe ich mir kein Ziel gesetzt, wie lange ich schreiben, oder tippen üben möchte. Die Offenheit meiner Routinen und der Interpretationsraum dieser macht sie für mich umso effektiver.

    Vielleicht hat das schon etwas von einer Art Selbstfindungstendenz. Je länger ich darüber nachdenke, desto stärker bemerke ich, wie sich meine Routinen bei einer bestimmten Ausprägung einpendeln – obwohl ich diese zu Anfang eben nicht festgelegt habe. Während ich versucht habe, meinen Alltag ein wenig umzugestalten, habe ich bemerkt, wie ich das am günstigsten umsetzen kann. Und das vollkommen ohne eine theoretische Überlegung im Hinterkopf. Die Gedanken die ich hier gerade zu diesem Thema aufschreibe, sind also vielmehr Feststellungen. Ich habe mir nicht im Voraus ein (unerreichbares) Ziel gesetzt, sondern nur einen Plan angelegt und das Ziel offen gelassen. Ich hätte auch vor einem Monat nicht gedacht, dass ich diesen Plan wirklich zu einer Gewohnheit machen könnte. Vor ein paar Monaten habe ich Menschen bewundert, die täglich Texte geschrieben haben. Jetzt weiß ich, dass ich das nur einmal selbst ausprobieren musste, um festzustellen, wie gut mir das tun kann.

    Am Ende eines solchen Blogartikels erwartet mancher vielleicht eine Handlungsaufforderung. Aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie ich diese formulieren sollte. Vielleicht sollten wir uns alle nur einen Plan setzen und die ungefähre Richtung festlegen, zu der wir hinsteuern? Vielleicht funktioniert diese Methode auch nur für mich. Und vielleicht war dieser Text nur eine verkorkste Wahrnung dessen, was andere Disziplin nennen würden? Ich bin froh, mich selbst vor einem Monat herausgefordert zu haben, täglich zu schreiben. Und umso mehr freue ich mich, nunmehr täglich Texte veröffentlicht zu haben. Morgen ist der letzte Tag im Mai 2023 – also auch der Tag, an dem ich voraussichtlich den gesamten Mai „durchgeschrieben“ werden habe. Wie genau ich dieses Experiment bewerte, werde ich also morgen aufschreiben. Doch schon heute kann ich festhalten: Ich möchte versuchen, auch über den Mai hinaus weiter täglich Texte zu schreiben.

  • 25. Mai 2023

    25. Mai 2023

    Manchmal habe ich das Gefühl, Dinge und Umstände, Probleme und Fragen, Diskussionen und Alltägliches etwas zu ernst zu nehmen. Oft denke ich, dass sich so vieles ins Negative entwickelt – und weiß am Ende des Tages nicht ganz damit umzugehen. Nicht, dass das die Regel wäre. Nicht, dass ich bei mir irgendein psychisches Problem vermuten würde. Ich habe nur festgestellt, dass ich manchmal eine sehr negative Sicht auf die (eigene) Zukunft einnehme. Hin und wieder bin ich dann selbst davon überrascht, dass doch nicht alles schlecht ist. Hier und da kommt dann nach Tagen an denen ich von mir selbst denke, nicht ganz „auf der Höhe“ sondern eher neben der Spur zu sein doch irgendetwas positives heraus. Und genau dann frage ich mich, wie auch heute, ob die Negativität wirklich gerechtfertigt war.

    Das ist das eine. Denn natürlich gibt es auch negative Tatsachen – Tatsachen, die sich schlicht nicht umkehren lassen. Ich mache mir häufig Gedanken um die Aussagen, die ich einst getätigt und die Dinge, die ich einst in die Tat umgesetzt habe. Das, was ich hier jetzt als „einst“ abstempele hat oft auch direkte Auswirkungen auf die Situationen, mit denen ich in der Gegenwart umgehen muss. Und so denke ich auch, dass das meine Zukunft beeinflussen kann. Das ist nicht egoistisch gemeint. Denn die eigene Zukunft ist immer auch zu einem Teil die Zukunft des eigenen Umfelds. „Die Welt ist klein“, vielleicht auch nicht. Aber in jedem Fall ist die Welt vernetzt, hängt zusammen und ist abhängig von denen, die sie ausmachen.

    Manchmal fällt es mir schwer, kurzfristig eine Entscheidung zu treffen – manchmal muss ich das aber und kann mich dann auch irgendwie überwinden. Noch viel schwieriger ist es für mich hingegen, ehemalige Entscheidungen vor mir selbst zu rechtfertigen. Im Nachhinein hinterfrage ich mich sehr oft selbst, dann kommen auch selbst Zweifel auf. Damit ist vielleicht auch klar, warum ich hin und wieder überrascht bin von den Tatsachen, die irgendwann die Realität stellen.

    Ich möchte es weniger verkopft ausdrücken: Manchmal weiß ich nicht sofort, wie ich mit Erlebtem umgehen soll. Auch wenn ich das könnte, wäge ich oft für und wider ab. Manchmal fällt es mir schwer, das was geschehen ist, Vergangenheit sein zu lassen. Diejenigen, die mit sich selbst im Reinen sind, haben meine absolute Bewunderung – weil ich es so oft nicht bin.

  • 24. Mai 2023

    24. Mai 2023

    Eigentlich hatte ich ja schon gestern über das Redesign dieses Blogs geschrieben – aber leider habe ich einige Fehler in meinem Layout entdeckt, die die Flexibilität eingeschränkt haben. Als dann noch ein Softwarefehler dazukam und die Seitenfarben falsch angezeigt wurden, war ich wieder so weit: Ich habe die Seite erneut umgestaltet. Schon wieder, ich weiß. Doch dieses Mal habe ich mir wesentlich mehr Gedanken zum Aufbau der Seite gemacht; in weiten Teilen habe ich mich an dem Layout orientiert, das Tumblr standardmäßig verwendet. Natürlich bin ich dabei dann nicht stehen geblieben, so habe ich die Seite um einige nützliche Funktionen ergänzt, und auf die Besonderheiten eines klassischen Blogs angepasst. Ich hoffe, das neue Layout gefällt – oberstes Ziel war auch hier natürlich wieder eine angenehme Lesbarkeit. Außerdem habe ich versucht, Verbesserungsvorschläge, die ich zum ersten Redesign bekommen habe, umzusetzen.

    Was lerne ich nun also aus meinem zweiten Versuch, die Kaffeediffusion umzugestalten? Nun, zunächst ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, systematisch an die Sache heranzugehen. Sicher macht es Spaß, einfach drauf los zu basteln, hier und dort etwas umzustellen. Eine kleine Anpassung da, eine größere dort. Einmal die Farben angepasst, einmal die Schriftarten umkonfiguriert. Natürlich macht es Spaß, sich einfach einmal durch- und auszuprobieren. Zumindest ging es mir so. Ich bin kein Webdesigner, und vermutlich auch kein begabter Grafiker. Trotzdem war es interessant und lehrreich, Gutenberg noch mehr auszureizen. Ich möchte hier auch nicht verschweigen, dass das Tumblr-Layout mich in der Tat sehr inspiriert hat. Aber ich denke nicht, dass das schlimm ist. Immerhin habe ich das ganze ja per Hand nachgebaut. Die Möglichkeit, auch Kleinigkeiten ändern zu können, weiß ich dabei sehr zu schätzen. Vergleicht gerne diesen Blog mit meinem Tumblr-Account. Letzterer ist auch am Seitenfuß verlinkt. Ich hoffe es fällt auf, das ich versucht habe, diesen Blog hier auch in sich konsistent und gut nutzbar zu gestalten.

    Weniger positiv ist mir allerdings aufgefallen, dass Gutenberg in den letzten Tagen ein wenig fehlerhafter wirkt, im Bearbeitungsmodus der gesamten Webseite. Wie oft habe ich gesehen, dass ein Block abgestürzt und dann nicht mehr bearbeitet werden konnte? Das bremst wirklich aus und macht auf Dauer auch keinen Spaß. Übrigens habe ich mir heute Hugo, einen statischen Seitengenerator noch etwas näher angesehen und erste Schritte gewagt. Als erstes fällt ganz klar auf: Ein statischer Seitengenerator ist kein CMS. Das ist Fakt, das lässt sich auch schlecht abstreiten. Natürlich ist Hugo nicht als CMS angelegt. Aber als Nutzer verschiedener CMS-Implementierungen fällt das doch auf. Ein interessantes Thema bleibt dieses aber ohne Frage.


    Jetzt aber erst einmal genug von meinen Webdesign-Versuchen. Ich bin wieder ein wenig vorangekommen bei meinem Versuch, das Zehn-Finger-Schreibsystem zu erlernen. Meine heutige Lektion habe ich sogar im ersten Versuch schon halbwegs passabel erledigen können. Mit den älteren Lernübungen komme ich ebenfalls immer besser zurecht. Meine Versuche nehmen also langsam aber sicher Form an. Bleibt mir nur zu hoffen, dass ich mich auch in Zukunft noch (so) gut disziplinieren kann, wie momentan. Irgendwann sind sicher alle wichtigen Lektionen absolviert. Im Moment bin ich schon über die Hälfte im Tipp10-Lernprogramm vorangeschritten. Nachdem ich die letzten Tage eigentlich sehr zuverlässig dran geblieben bin, kann ich eines mit Sicherheit sagen: Die Motivation ist noch da, sie scheint sogar von Tag zu Tag zu wachsen. Ich bin gespannt, wie ich in den nächsten Tagen tippen werde und werde vermutlich auch darüber tippen, äh schreiben.

  • 16. Mai 2023

    16. Mai 2023

    Ist es eine Kunst, sich selbst zu hinterfragen? Manchmal kommt es mir so vor. Über andere zu urteilen – das geht schnell, das geht einfach. Doch über sich selbst zu urteilen, und das auch noch fundiert? Da scheint es schon schwieriger zu werden. Ich möchte mich da gar nicht ausnehmen: Mal ehrlich, wie oft hatten wir schon einen vorschnellen Gedanken im Kopf, bei dem wir uns selbst gefragt haben, was er denn eigentlich soll? Klar, Vorurteile sind verpönt. Aber so wirklich abzulegen, wer traut sich das schon?

    Vielleicht geben Vorurteile Sicherheit. Die Sicherheit, eine andere Person anders, weniger gut einschätzen zu können, um sich selbst aufzuwerten. Vielleicht ist das eine Absicherung, die manche brauchen, von der andere sich lossagen. Doch manchmal ertappen sich vielleicht auch letztere bei einem Gedanken, den sie selbst nach Sekunden bereuen. Ich möchte hier nicht über irgendeine menschliche Natur schreiben: Ich bin kein Psychologe. Ich habe zwar meine Meinung – aber ist diese wirklich Wert, einfach so heraus posaunt zu werden? Ich weiß es nicht. Manchmal kommt es mir wie eine Kunst vor, sich selbst zu hinterfragen. Vielleicht müsste ich mich einmal selbst fragen, warum.

    Jetzt habe ich meine tägliche Dosis „vielleicht“ und „manchmal“ abgeladen – wieder ein Tag mehr, den ich täglich geschrieben habe. Noch ein paar rhetorische Fragen ins Internet abgeladen – Ziel erreicht. Doch die Frage, warum es uns hier und da schwer fällt, uns selbst zu hinterfragen, diese Frage bleibt. Braucht es immer eine rhetorische Frage, um aus den Menschen herauszubekommen, dass auch sie nicht immer „richtig“ handeln? Und was ist eigentlich dieses ominöse „richtig“? Fragen über Fragen, wie jeden Tag. Um philosophisch zu bleiben: Jede Frage eröffnet die Möglichkeit einer Antwort. Hin und wieder wird diese Antwort sogar provoziert. Wenn ich mir vorstelle, mich selbst häufiger zu hinterfragen – ich frage mich jetzt schon, ob ich dann vollkommen in Gedanken versinken, oder auf die Gedankenberge heraufsteigen könnte.

    Irgendwie habe ich es heute mit merkwürdigen Sätzen. Aber das muss wohl auch mal sein. Manchmal. Vielleicht. Wer weiß das schon? Ich?

  • 1. Mai 2023

    Das tägliche Schreiben geht weiter, ich versuche einfach mal, das wirklich durchzuziehen. Da der Tag ja noch lange nicht vergangen ist, aber ich komme jetzt schon zum Schreiben. Daher möchte ich jetzt ein wenig zu WordPress und meinen bisherigen Erfahrungen resümieren. Irgendwie ist es schon beachtlich, dass mein Umzug zu WordPress schon wieder einen ganzen Monat her ist. Meine ersten Eindrücke zu WordPress habe ich tatsächlich am 1. April geteilt, jetzt ist der April 2023 schon wieder Geschichte.

    Das schöne an diesem Blog ist, dass ich hier eigentlich alles selbst in der Hand habe. Vom Hosting mal abgesehen, kann ich hier meine WordPress-Installation, die Plugins, die Aufmachung der Seite und alles, was dazu gehört selbst verwalten. Das macht mir großen Spaß. Anfangs hatte ich ein wenig Bedenken, dass ich mich einmal mehr in den Untiefen der Einstellungsmöglichkeiten verlieren könnte. Ich hatte ein bisschen Angst, dass das eigentliche Schreiben dadurch auf der Strecke bleiben könnte. Ich konnte aber feststellen, dass so ziemlich das genaue Gegenteil eingetreten ist. Die Stunden, die ich bisher in diesen Blog investiert habe, waren allesamt sehr lehrreich. Ich habe viel gelernt über WordPress und den Aufbau eines Blogs – und lerne noch immer.

    Wer einen Blick auf das Archiv dieses Blogs wirft, kann schnell feststellen, wie mich dieser Blog zum Schreiben anregt. Im April 2023 habe ich so viele Texte geschrieben, wie in keinem Monat zuvor, wobei ich hier nur die Texte für die „Kaffeediffusion“ mitzähle. Fakt ist: Dieser Blog motiviert mich momentan ungemein, und tägliches Schreiben ist so zu einem noch größeren Bestandteil meines Alltags geworden. Für mich hat das eine sehr, sehr angenehme Auswirkung. Das Schreiben wird für mich schnell zu einer Art der Selbstverwirklichung. Schön ist auch, dass ich hier so ungebunden schreiben kann. Wo ich mich auf anderen Medien und Blogs an thematische Rahmenbedingungen halten möchte, ist es umso schöner, hier einfach drauf los schreiben zu können.

    Momentan bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich mich einfach vor den Laptop setzen und in den meisten Fällen einfach drauf los tippen kann. Das ist mir vor einem Monat noch wesentlich schwerer gefallen. Als ich die Idee für diesen Blog in seiner jetzigen Form im Kopf hatte, war es mir umso wichtiger, ihn nicht direkt in irgendwelche Vorgaben und Rahmenbedingungen einzusortieren. Und mittlerweile wage ich zu behaupten, dass das die absolut richtige Entscheidung war.

  • 30. April 2023

    Heute möchte ich etwas über eine meiner Angewohnheiten schreiben: Manchmal stehe ich sehr auf gewisse Wiederholungen im Alltag, mit denen ich mich hin und wieder aus stressigen Situationen verabschieden kann. Eine dieser Angewohnheiten sind meine Spaziergänge. Das ist natürlich nicht sonderlich ungewöhnlich, aber über die Zeit zu einem ziemlich festen Bestandteil meiner Freizeit geworden.

    Immer wenn ich allein durch die Gegend laufe, kann ich einfach nachdenken, schauen, was sich seit dem letzten Mal verändert hat oder einfach nur apathisch herumlaufen. Mal höre ich dabei Musik, mal lasse ich diese weg. Und ein Ziel habe ich eigentlich nie. Dann wird der Weg wortwörtlich zum Ziel, denn ich kann über eine gewisse Zeit einfach mal den Alltag vergessen. Vielleicht klingt es komisch, aber ich gehe fast immer die gleiche, oder zumindest eine sehr ähnliche Route.

    Egal zu welcher Jahreszeit, irgendwie habe ich eine gewisse Angewohnheit entwickelt, diese Spaziergänge zu machen. Und da ich diese nutze, um ein bisschen Abstand vom Alltag zu gewinnen, vergesse ich auch schnell die Zeit. Meistens dauert ein solcher Spaziergang mindestens eine Stunde, meistens länger. Ich bin zwar ansonsten alles andere als sportlich, aber meine apathischen, stundenlangen Spaziergänge empfinde ich eher als entspannenden. Nicht als anstrengend. Vielleicht ist es das, was mir daran so gut gefällt, vielleicht habe ich daher diese Angewohnheit entwickelt.

    Ich kann es nur weiterempfehlen, hin und wieder einen Spaziergang zu machen. Natürlich kann ich nicht beurteilen, ob es sinnvoller wäre, nicht immer allein, nicht immer auf der selben Strecke in der selben Umgebung durch die Gegend zu gehen. Aber eine wirkliche Notwendigkeit, etwas an meiner Gewohnheit ändern zu müssen, sehe ich auch nicht. Warum? Ich weiß es nicht.

  • 29. April 2023

    Das Bloggen hat bekanntermaßen immer einen gewissen Tagebuch-Charakter. Zumindest per Definition. In der Realität sieht das meistens anders aus. In einem vorangegangenen Beitrag habe ich bereits angesprochen, dass tägliches Schreiben für mich auch eine „therapierende“ Wirkung haben kann. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich irgendetwas therapieren möchte, aber trotzdem tut es meistens gut, die Gedanken eines Tages einfach „runterzuschreiben“. Ich denke daher eher, dass diese Art „Tagebuch“ eher eine gut gemeinte Herausforderung für mich selbst sein kann, täglich zu schreiben. Vielleicht kann ich das ja über einen längeren Zeitraum halten.

    Im Internet stelle ich mir oft die Frage, wie privat ich werden kann und für „meine Zukunft“ darf. Manchmal möchte ich über die Erlebnisse und Gedanken eines Tages reden und denke dann doch, dass das Internet vielleicht nicht der beste Ort dafür wäre. Im Internet gibt es oftmals einen nur sehr schmalen Grat, der die eigene Person von der eigenen Privatperson unterscheidet. Denn wo es noch als angemessen gerechtfertigt werden kann, sich an vermeintlichen Strukturen einer digitalen Demokratie als Person zu beteiligen, hört der Spaß bei der eigenen Privatsphäre doch irgendwann auf. Meistens schnell.

    Auch ich bin mir nicht sicher, was ich im Internet teilen möchte. Zumal ich die Tendenz habe, vergangene Entscheidungen erneut zu hinterfragen – und zu bereuen, nachdem ich sie schon längst getroffen habe. Daher verfalle ich schnell in einen gewissen Zustand individueller Ratlosigkeit: Bevor ich eine „falsche“ Entscheidung treffe, treffe ich lieber gar keine. Und das ist am Ende des Tages doch demotivierend. Wenn man die ganze Zeit vor einem Bildschirm sitzt, und jede Idee verwirft, weil man sie irgendwann doch bereuen könnte, kommt Frust auf. Frust, der sich nicht immer vermeiden lässt. Und manchmal, wenn ich so darüber nachdenke, könnte ich auch froh sein, gewisse Entscheidungen nicht getroffen zu haben. Manchmal habe ich das Gefühl, mich entscheiden zu müssen. Dass das gar nicht immer der Fall ist, wird mir oft erst bewusst, wenn ich mal wieder vorschnell „ja“ gesagt habe. Zu etwas, dass ich in diesem Moment doch bereue? Das ist Ansichtssache.