Kategorie: Tagebuch

Tagebuch-Einträge

  • 25. Juli 2023

    Als ich heute darüber überlegt habe, was für einen Text ich auf diesem Blog veröffentlichen könnte, habe ich zuerst an einen weiteren Artikel über meine Linux Mint-Installation gedacht. Aber was soll ich sagen, was soll ich schreiben: Dieses Betriebssystem läuft einfach nur, Bastelbedarf hatte ich bisher noch keinen. Hin und wieder wollen ein paar Aktualisierungen installiert werden, heute kam zum Beispiel ein Kernel-Update. Doch Probleme hat auch das nicht gemacht. Linux Mint verhält sich unauffällig, und das wollen viele Anwender dieser Distribution wohl auch.


    Heute habe ich auch die Marke von zweihundert Followern mit meinem Mastodon-Account gerissen. Oh Junge, das sind ganz schön viele Profile, die mir da folgen. Fragt sich nur, warum eigentlich… Naja, mir darf das ja egal sein. Gut, hier und da folgt mir sicherlich auch ein Testaccount von einer Fediverse-Bekanntschaft, wo es sich dann doppelt. Aber diese Zahl wirkt für mich trotzdem ziemlich hoch. Denn selbst auf den kommerziellen sozialen Medien hatte ich nie so viele Folgende – obwohl sich dort laut Statistik viel mehr Nutzerinnen und Nutzer tummeln sollten. Vielleicht liegt das aber auch ein bisschen daran, dass ich mich selbst einfach lieber im Fediverse aufhalte und beteilige.


    Ich habe nachdem ich den vorherigen Absatz fertig geschrieben habe, auf den Zeichenzähler in WordPress geschaut. Schon nach den ersten beiden Absätzen liege ich mit diesem Text über 1.200 Zeichen. Da fühle ich mich zurückerinnert: Vor wenigen Jahren habe ich für einige Monate ein Kolumne in einer Gratiszeitung in meiner Gegend geschrieben, da musste ich mich auch immer einem Zeichenlimit von 1.200 Zeichen mit Leerzeichen beugen. Das war immer richtig schwierig – deswegen bin ich jetzt auch umso glücklicher, dass ich sowohl online als auch im Print-Bereich mehr kreative Freiheit habe. Allerdings war diese Kolumne auch eine meiner ersten Erfahrungen im Bereich Printjournalismus. Meine ersten Schritte waren wirklich richtig holprig, aber es war wichtig, sie gemacht zu haben, denke ich.


    Ist es euch schon aufgefallen? Die Theme-Saga geht weiter, denn ich habe mal wieder ein neues Theme ausprobiert. Es trägt den schönen und irgendwie versöhnlichen Namen „Lovecraft“ und wurde von dem schwedischen Designer Anders Norén erstellt. Irgendwie bringt „Lovecraft“ genau den Charackter mit, den ich für diesen Blog gesucht habe. Ich habe noch ein paar Bedenken, was die Lesbarkeit angeht. Aber vielleicht lohnt es sich da ja auch, einfach nachzufragen: Was haltet ihr von diesem Theme?

  • 19. Juli 2023

    Ich habe heute mal wieder auf einen meiner Versuche zurückgeblickt, eine gute und frei verfügbare Blogging-Plattform zu finden. Besonders interessant finde ich ein Projekt namens „Dreamwidth.org“, wo ich unter https://fabians.dreamwidth.org einen Testblog angelegt habe. Als ich diesen heute angesurft habe, bin ich gleich zwei mal erschrocken.

    Dreamwidth.org ist was das Layout angeht wesentlich weniger flexibel als WordPress, insbesondere, wenn man ein Block-Theme für WP einsetzt. Ja, für mich war es schon sehr anstrengend, den Blog halbwegs in deutscher Sprache darzustellen. Denn Dreamwidth.org unterstützt anscheinend keine wirklich konsistente Lokalisierung bei den einzelnen Seitenteilen und -knöpfen. Diese lassen sich aber zum Glück per Hand übersetzen, was zwar ein bisschen nervt aber zumindest Abhilfe schaffen kann.

    Mir ist aber eines aufgefallen: Die Themes, die für Dreamwidth bereit stehen, sind so wunderbar einfach. Das kann ich bei WordPress nicht immer so unterschreiben. Besonders deutlich wird das, wenn sich im Theme-Repositorium auf die Suche begiebt nach einem einfach Theme für einen persönlichen Blog wie diesen: Gefühlt sind die meisten Themes entweder sehr spezifisch auf einen bestimmten Zweck ausgelegt – zum Beispiel für Unternehmenswebseiten. Auf der anderen Seite stehen die wahnsinnig flexiblen Themen, die für Anfänger manchmal gar nicht so einfach zu verstehen sind.

    Bei Dreamwidth sieht das ein bisschen anders aus: Da findet sich schnell ein recht einfaches Theme, dass sich nicht so schnell festlegt auf eine bestimmte Verwendung. Versteht mich nicht falsch: Dieser Eindruck von Dreamwidth basiert auf den Erinnerungen, die ich von meinem letzten Besuch auf dieser Seite vor einigen Monaten behalten habe. Und auch WordPress möchte ich nicht einfach so schlecht dastehen lassen, denn wenn man lange genug sucht findet man im Theme-Verzeichnis dieser tollen Plattform auch einige Perlen.

    Das zweit Mal bin ich erschrocken, als ich auf die Beiträge auf diesem Testjournal geschaut habe. Ich habe mal einen Eintrag darüber geschrieben, dass ich nicht ganz hinter den Begriff „Vielschreiber“ steigen würde. Und dass ich es nicht verstehen könnte, wie sich manche Leute täglich neue Themen und Ideen für neue Texte einfallen lassen können. Na, da bin ich aber froh, dass ich mich zumindest in dieser Hinsicht geändert habe: Happy blogging, happy writing!

  • 11. Juli 2023

    Literatur im Fediverse

    Im Fediverse habe ich mich in letzter Zeit mehr und mehr für die Literatur-Blase dort interessiert. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gut manche Leute microbloggen können; da muss ich ja bekanntlich noch üben. Besonders spannend finde ich es auch, wenn Menschen kleine Gedichte über diese sozialen Netzwerke teilen. Besonders gut lassen sich solche Fediverse-Literaten über die entsprechenden Hashtags verfolgen – und meine bunte Timeline spült ohnehin immer wieder interessante Inhalte zu Tage. So machen dann auch mir soziale Medien Spaß.

    Vielleicht ist es genau jetzt an der Zeit, doch einmal einen Ausflug zu machen in die Welt des kreativen oder kreativeren Schreibens. Ich weiß zwar nicht ganz, wie ich eine solche Geschichte angehen sollte, aber irgendwie könnte ich mich derzeit ziemlich gut dazu motivieren. Warum ich bisher nicht dazu gekommen bin, weiß ich ja selbst nicht so genau. Dazu habe ich auch schon einen Blogartikel verfasst. Jetzt, da ich so darüber nachdenke, bin ich versucht, diesen selbst noch einmal zu lesen…

    Meine Arch Linux-Installation

    Ich habe meine gestrigen Worte tatsächlich in die Tat umgesetzt: Diese Zeilen schreibe ich nun von einem frischen Arch Linux-System, das ich heute Vormittag aufgesetzt habe. Bei der Installation habe ich mich an der Kurzanleitung aus dem deutschsprachigen Wiki der Distribution entlang gehangelt. Und nach dieser Anleitung hat alles ziemlich gut funktioniert. Die Meta-Pakete für die KDE-Arbeitsumgebung Plasma musste ich auch erst einmal wieder verstehen, aber auch diese Hürde ist überwunden.

    Mein System läuft übrigens wieder mit einem LTS-Kernel, wie ich das bei den meisten Arch-Installationen vorziehe. Damit kann ich mir wieder ein Stückchen mehr Stabilität einreden. Auch LibreOffice habe ich in der etwas älteren Wartungsversion installiert. Zur Zeit ist das 7.4.7.2. Wenn man sich so ein eigenes System dann zusammen gestückelt hat, läuft das wirklich sehr gut – und dafür ist man ja bekanntlich selbst verantwortlich.

    Mal schauen, wie lange ich Arch auf meinem Laptop einsetzen werde. Derzeit bin ich vor allem auf die kommenden neuen Veröffentlichungen von Linux Mint, Linux Mint Debian Edition und MX Linux. Bis dahin: Viele Grüße von meinem Arch-Desktop mit KDE. 🙂

  • 25. Juni 2023

    Ich gehöre zu den Menschen, die kein Problem damit haben, lange vor einem Rechner zu sitzen. Im Gegenteil: An so einem Rechner kann ich mich unterhalten, kreativ werden, soziale Kontakte pflegen, eigenen Interessen nachgehen und mich weiterbilden. Nein, ich habe kein Problem damit, lange vor einem PC zu sitzen. Wenn anderen das nicht so geht, ist das für mich trotzdem irgendwie nachvollziehbar. Ich gehöre ja immerhin auch einer Generation an, die mit dem Internet, dem Web und mitten in der Digitalisierung groß geworden ist. Anderen geht das nicht so – da unterscheiden sich dann die Perspektiven. Manchmal scheinen Menschen digitale Entwicklungen aber auch als eine Art Bedrohung zu deuten. Vielleicht weil diese für sie unbekannt erscheinen, unergründet eben. Und eine gewisse Vorsicht ist natürlich in den meisten Lebenslagen nicht grundlegend fehl am Platz, zumindest meistens. Doch grundlegende Ablehnung, das ist doch noch einmal etwas anderes, finde ich.

    Vielleicht müssen wir manchmal das, was uns neu oder auch zu neu erscheint, erst in den Kontext setzen, bevor wir uns wirklich damit auseinandersetzen können. Grundlegende Ablehnung könnte doch auch dazu führen, dass sich das, was wir da ablehnen, niemals ändert, oder? Wie soll sich etwas ändern, wenn es nie die Chance hatte, anzukommen? Das ist eine optimistische Einstellung, und ich kann verstehen, wenn diese nicht jeder teilen kann. Ja, mir fällt es selbst oft schwer, so optimistisch zu bleiben. Wenn mich zum Beispiel ein Blick in die Geschichte anders stimmt. Oder ein Gespräch mit Leuten, die einen anderen Blick auf einen Sachverhalt haben. Dann optimistisch – oder überhaupt meinungsstark – zu bleiben, ist nicht wirklich leicht. Für mich jedenfalls. Klare Meinungen verblassen oft, wenn man sich die Vielfalt der Betrachtungsmöglichkeiten vor Augen führt. Im Alltag, bei grundlegenderen Fragen oder diesem großen Dazwischen, das ich hier nur schwer in Worte fassen kann.

    Jetzt habe ich wieder über diese Uneindeutigkeit geschrieben, die mir schon öfter aufgefallen ist. Wiederhole ich mich hier? Ich weiß es nicht, weil ich es nicht wirklich einschätzen kann. Nur habe ich das Gefühl, dass ich den Aspekt der unterschiedlichen Betrachtungsweisen bisher zu oft außer Acht gelassen habe. Weil ich ihn gerne ausgeblendet habe? Weil es so einfacher ist? Das sind gute, und doch auch berechtigte Fragen, finde ich. Aber leicht zu beantworten sind sie ja nicht wirklich. Vielleicht ist das auch die Gelegenheit, in der der Leser die Worte, die ich ihm hier vorsetze reflektieren könnte. Um sich selbst diese Fragen zu stellen. Aber das ist kein muss, und das ist wohl auch nicht falsch. Ich habe mich in diesem Blogeintrag einmal mehr dazu ausgelassen, wie uneindeutig Fragen sein können, die man manchmal ganz eindeutig beantworten möchte – aber das dann vielleicht doch nicht kann. Habe ich dazu jetzt einen Lösungsvorschlag? Soll ich mich dazu positionieren? Oder soll ich nur noch einmal darauf eingehen, dass keine direkte Position auch eine Position sein kann? Auf die Antwort warte ich gerade selbst noch. Irgendwie. Eigentlich wollte ich heute über ein technischeres Thema schreiben. Aber als ich dann angefangen habe zu tippen, unter einer nicht wirklich strikten Überschrift, konnte wohl nur etwas wenig striktes herauskommen. Schlimm? Wer weiß. 🙂

  • 16. Juni 2023

    In den letzten Tagen habe ich oft über Themen geschrieben, die sich eigentlich nicht so wirklich umreißen lassen. Ich habe das Gefühl, dass meine Texte in den letzten Tagen ein bisschen verschwommener waren, als sonst. So wirklich weiß ich auch noch nicht, woran das liegen könnte. Für mich ist es jedenfalls sehr interessant zu beobachten, wie sich meine Schreibe immer wieder hin und her entwickelt. Das meine ich weder positiv, noch negativ. Ich finde es nur spannend zu bemerken, wie sich meine Herangehensweise ändern kann.


    Ich habe gelernt: Einen Text über bloße Umstände zu schreiben, kann nicht ausreichen. Mir wurde beigebracht, dass eine Geschichte erst dann interessant wird, wenn darin Menschen vorkommen. Ich finde das sehr nachvollziehbar. Und irgendwie ist es doch auch schön zu hören, dass wir Menschen es interessanter finden, die Perspektiven von anderen zu hören, als nur die Umstände, die diese Ausmachen. Vor allem in politischen Diskussionen fällt schnell auch die ein oder andere Parole rund um eine „menschliche Politik“, oder einer Politik für die Menschen. Ich kann solche Formulierungen nachvollziehen. Ich würde sogar sagen, dass ich mich politisch damit anfreunden könnte.

    Im Stillen denke ich aber auch ein bisschen, dass das nicht an der eigentlichen Parole liegen könnte: Man kann Wahlsprüchen und Streitphrasen viel unterstellen, aber meistens stellt sich doch in erster Linie die Frage, ob dort überhaupt noch Inhalt drinsteckt. Mal ehrlich: Wenn wir von menschlicher Politik reden, geht es doch eigentlich um etwas anderes. Die Politik, die ich bisher kennengelernt habe, scheint eher aktiv gegen die Menschheit zu arbeiten. Zwischen Klimakrise und immer größeren werdenden sozialen Problemen ist diese vermeintlich „menschliche“ Politik, die man sich idealistisch ausmalen kann, doch manchmal auch ein kleiner Hoffnungsschimmer. Habe ich mich damit gerade wieder einmal vor mir selbst gerechtfertigt? Vielleicht. 🙂


    Kennt ihr noch die „Theme-Sage“, in der ich zu Beginn dieses WordPress-Blogs kleinlich dokumentiert habe, wenn ich das Theme der Seite angepasst habe? Irgendwann habe ich mich darauf festgelegt, die Theme-Sage wenn überhaupt, nur noch unter ein bisschen sinnvolleren Texten fortzuführen: Ich bin mal wieder zum „Twenty Thirteen“-Theme gewechselt, dass ich schon einmal verwendet habe. Ich kann mich einfach ziemlich schlecht festlegen. Vielleicht sollte ich mich in Zukunft eindringlicher daran erinnern.


    Schon seit geraumer Zeit nutze ich für diesen Blog kein Statistiken-Plugin mehr. Nachdem ich mich von Matomo getrennt habe, habe ich mich nicht mehr über die Aufrufzahlen dieser Seite informiert. Und wo ich mir seinerzeit schon recht sicher war, dass ich das eigentlich nicht brauche, kann ich hier noch eine kleine Bestätigung geben: Sicherlich mag es manchmal interessant sein, ein bisschen mehr über diejenigen zu lernen, die einen digital besuchen. Aber andererseits muss ich das auch nicht wissen. Und das ist wohl auch gut so.


    Vielleicht kann man mir anmerken, dass ich momentan etwas erschöpft bin. Das mag daran liegen, dass heute wieder viel passiert ist. Das mag daran liegen, dass es spät ist. Aber egal woran es liegt: Es ist nun einmal so. Vielleicht muss ich mich doch einmal, nur für einen Moment, nur für eine Ellipse, kürzer fassen: Gute Nacht. 🙂

  • Stress und Zeit

    In der nunmehr fast vergangenen Woche hatte ich wieder einiges zu tun. Solche Situationen regen mich in den freien Minuten, die mir in diesen Wochen bleiben, oft auch zum Nachdenken an: Was bedeutet es eigentlich für mich, Stress zu haben. Wie sehr besteht mein Alltag eigentlich aus Stress – und wo kommt dieser her. Immer wieder habe ich gehört und manchmal sogar behauptet, dass man sich selbst ebenso viel Stress machen kann. Und dieser Ansicht würde ich auch weiterhin zustimmen. Wer sich selbst anspornt, merkt manchmal vielleicht gar nicht, wie sehr der Bogen der eigenen Belastungsfähigkeit überspannt ist. Ich selbst habe auch hier und da das Gefühl, irgendetwas nicht zu schaffen, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Doch in solchen Situationen stehe zumindest ich auch ein bisschen, vielleicht nicht immer, aber hin und wieder ein wenig neben der Spur. Dann daran zu denken, dass man ja eigentlich nur darauf zu achten hätte, die eigene Zeit „besser“ einzuteilen, das macht die Lage dann auch nicht immer besser.

    Vermutlich muss man mit Stress manchmal auch einfach klarkommen. Ich möchte hier keine psychologische Diskussion vom Zaun brechen; da könnte ich vermutlich gar nicht so viel beitragen. Trotzdem stellt sich oft die Frage, ob Stress in bestimmten Situationen wirklich „gerechtfertigt“ ist. Aber diese Frage ist ja nicht die einzige. Es geht doch auch darum, wo der Stress eigentlich herkommt. Natürlich kann man über positiven, irgendwie motivierenden und negativen, also belastenden Stress diskutieren. Ich denke aber, dass das im Grunde eine Frage der eigenen Einschätzung bleibt. Um das hier noch einmal deutlicher zu formulieren: Der Selbstreflexion.

    Auf die Schnelle zumindest fällt mir so etwas nicht immer leicht. Und das ist vielleicht auch irgendwie nachvollziehbar, oder? Wenn man immer daran denkt, wie eine Situation aufgebaut und ein Problem gelöst werden kann, vergisst man vielleicht auch schnell, dass man selbst in diesen Lebenslagen steckt. Kommunikation, Austausch, Kontakte: Das ist ja keine Einbahnstraße. Aber in manchen Situationen wird das vielleicht nicht sofort deutlich. Dann einen Schritt zurück zu gehen, und von Ferne auf das eigene Handeln zu schauen, ist nicht so einfach. Zumindest empfinde ich das so. Nicht immer, aber manchmal. Und auch wenn man sich manchmal fragt, wie Leute ihr Handeln wohl vor sich selbst rechtfertigen können: Wann habe ich mich eigentlich zuletzt vor mir selbst gerechtfertigt?

    Momentan habe ich das Gefühl, dass ich zumindest weiß, warum ich manchmal ein bisschen Stress habe. Und für mich ist genau das einer der wichtigsten Punkte, ohne den ich mit manchen Situationen viel schwerer umgehen könnte. Das ist wohl eine Frage der eigenen Ziele. Wenn man diese im Hinterkopf behält, weiß man vielleicht auch schneller wieder von dem großen „Warum?“. Momentan kann ich dank der Ziele, die ich mir selbst gesteckt habe, auch ein bisschen besser an etwas dran bleiben. Mich jetzt zu den Begriffen „Überforderung“ und „Herausforderung“ auszulassen, halte ich für übertrieben: Ich habe manchmal ein bisschen Stress, manchmal mehr und manchmal weniger Zeit. Aber irgendwie versuche ich damit umzugehen. Das mag nicht immer leicht sein. Aber vielleicht sollte ich mir dahingehend einfach keinen Stress machen.

  • 14. Juni 2023

    Hurra, ich schreibe noch! Aber wie ich in einem vorherigen Blogartikel bereits ausgeführt habe, habe ich in den letzten Tagen nicht nur geschrieben. Die Podcast-Aufnahme für GNU/Linux.ch ist mittlerweile längst im Kasten und sogar schon auf der Webseite veröffentlicht: Zum Glück scheinen niemandem wegen der Audioqulität die Ohren ab- oder wegen unsinnigem Mumpitz den ich hätte erzählen können die Kinnlade heruntergefallen zu sein. Ihr könnt die neue Podcastfolge jetzt unter diesem Link nachhören. Das Thema waren neben unzähligen Hausmitteilungen auch die Neuerungen der Nextcloud-Version „Hub 5“. In dieser Veröffentlichung der freien Cloud hat sich einiges um das Thema der künstlichen Intelligenz gedreht. Darum scheint heute einfach keine Firma mehr herum zukommen. Davon kann man halten, was man möchte; genau Details hat Ralf in diesem Artikel aufgeschrieben.

    Jetzt, da ich den ersten Absatz fertig geschrieben habe, bemerke ich erst, wie gut sich dieser im Wochenrückblick für GNU/Linux.ch machen würde. Mal schauen, ob ich da ganz dreist meine eigenen Texte kopiere oder nicht. Wie dem auch sei: Das hier ist nicht der Wochenrückblick, sondern ein ganz eigener Text, auf diesem Blog. Gestern habe ich mich dazu mit einem Freund unterhalten, der sich meinen Artikel „Überdenken“ durchgelesen hat. Seine Bemerkung, dass ich selbst im Artikel über die Aussagen des vorherigen Satzes nachgedacht hätte, haben mich kurz nachdenken lassen – aber das stimmt schon irgendwie. Für mich heißt das Erstellen eigener Inhalte, gerade im Internet, auch, sich selbst zu reflektieren. Ich würde sogar behaupten, dass das eine meiner wichtigsten Motivationen ist. Sich selbst einschätzen zu können, das ist nicht immer leicht. Aber vermutlich ist es auch notwendig um sich psychologisch nicht ständig im Kreis zu drehen.

    Hatte das jetzt schon etwas von einer Selbstreflektion? Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß ist, dass ich gerade unglaublich gern vom Thema abschweifen möchte: Es ist nicht nur spannend über die „eigene“ Persönlichkeit nachzudenken. Nein, die menschliche Psyche ist als ganzes ziemlich spannend. Nicht, dass ich mich je tiefer damit beschäftigt hätte. Nein, mir ist nur aufgefallen, wie pseudo-tiefgehend ich darüber nachdenken kann, nur um anschließend festzustellen, dass ich bestenfalls kein Psychologe werden sollte. Denn dann würde der erste Patient wohl erst nach zwei Jahren die Praxis verlassen und wäre immer noch nicht behandelt. Ist ja auch egal, ich hatte das ohnehin nicht vor.

    Übrigens habe ich auch weiter mit den WordPress-Themes für diese Webseite experimentiert. Ich bin mittlerweile im Themes-Verzeichnis auf WordPress.org auf den Reiter für Community-Themes gestoßen. Nachdem ich mich in den letzten Wochen stundenlang durch viele, viele Themes gewühlt habe, die manchmal gar nicht mehr aktualisiert werden, hat es mir dieser Abschnitt des Verzeichnis‘ sehr angetan. Die Themes dort sind allesamt ziemlich gut gewartet, gut bewertet und eignen sich oftmals auch für traditionelles Bloggen. Was will man mehr? Gut, so viel Auswahl wie im gesamten Repositorium gibt es dort nicht. Das, was aber dort liegt, ist mit Sicherheit einen Blick wert.

  • 7. Juni 2023

    7. Juni 2023

    Heute ist wieder einer dieser Tage, an dem mir partout keine gute Textidee einfallen möchte. Wo ich manchmal nur Sekunden nachzudenken brauche, gab es heute leider keine dieser zündenden Ideen, die wohl jeder Blogger liebt. Auch wenn ich zu einem großen Teil für das Schreiben und Bloggen an sich Texte auf dieser Seite veröffentliche, so freue ich mich doch, wenn ich damit Menschen erreiche kann. Ich freue mich, wenn Leute mich im Fediverse finden und unter einem der Links zu diesen Beiträgen hier kommentieren. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich einen konstruktiven Kommentar zu einem Blogeintrag bekomme. Für diese Ergänzungen bin ich mittlerweile sehr dankbar. Bevor ich diesen Blog mit WordPress betrieben habe und bevor ich diese Texte vermehrt im Fediverse gepostet habe, sah auch für mich das was ich „Bloggen“ genannt habe anders aus.

    Für mich ist das Bloggen mittlerweile sehr viel interaktiver geworden. Einerseits ist es noch immer der selbst gefundene (digitale) Zufluchtsort, an dem ich einfach drauf losschreiben kann. Andererseits weiß ich mittlerweile, dass ich nicht der einzige bin. Und vermutlich auch nicht der einzige mit einer so speziellen Motivation eigene Texte auf diese Art und Weise zu teilen. Große Reichweite ist nicht das Thema, doch den Austausch möchte ich auch nicht mehr missen. Bevor ich zu WordPress gewechselt bin, konnte ich meine Artikel über writefreely zwar in das Fediverse teilen, und auch die automatische Spiegelung über Friendica konnte ich anschalten. Doch eine Kommentarsektion wie hier gab es zum Beispiel nicht. Insgesamt bin ich mit meiner Entscheidung für WordPress im Moment sehr zufrieden. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich mir schon ein-, zweimal die Haare wegen diesem Blogsystem gerauft habe, möchte ich derzeit nicht weg. Die Vorteile und irgendwie auch den Komfort, den WordPress bietet, möchte ich nicht mehr missen.

    Ich weiß natürlich nicht so ganz, wie dieser Blog von Leserinnen und Lesern wahrgenommen wird. Hier und da frage ich vielleicht in die Richtung – doch am Ende hängt das ja auch von der eigenen Wahrnehmung des Einzelnen ab. Ich kann nur für mich sagen, dass ich sehr froh bin, auch an diesem Blog drangeblieben zu sein. Während dieser Blog vor meinem WordPress wechsel nur sporadisch irgendwelche Einträge erhalten hat, sieht das momentan bekanntlich anders aus, und darüber bin ich froh. Ich muss auch gestehen, dass ich mich immer mehr mit dem Gedanken eines persönlichen Blogs angefreundet habe. Wo ich unlängst eher weniger mit dem Begriff anzufangen wusste, habe ich jetzt das Gefühl, meine eigene Beziehung dazu gefunden zu haben. Ich kann mich momentan gut in den Texten, die ich hier veröffentliche, wiederfinden. Woran das genau liegt? Gute Frage.

    Vielleicht ist es meine Herangehensweise, vielleicht liegt es noch viel mehr an den Rückmeldungen, die ich ohnehin schätze. Vielleicht liegt es daran, dass es über einen gewissen Zeitraum irgendwie funktioniert hat, und ich deswegen in eine Art Routine gelangt bin. Ich weiß es nicht, aber vielleicht erkenne ich das ja noch. Vielleicht bekomme ich irgendwann mit, woran es denn gelegen haben könnte. Allein schon der Umstand, dass ich heute ohne irgendeine konkrete Idee einen weiteren Text geschrieben habe, kann motivieren. Manchmal denke ich, dass ich sehr durchschaubar ticke – hin und wieder, unter manchen Umständen, in manchen Lebenssituationen. Und in einem anderen Moment verstehe ich mich selbst und eigene spontane Entscheidungen nach Minuten nicht mehr. Das zu erklären… Ich denke darüber könnte ich noch ein paar Texte schreiben.

  • Überdenken

    Überdenken

    Im Englischen gibt es den Begriff des „Overthinkings“; so populär wie dieser im Deutschen wird, man könnte ihn schon fast als neudeutsch bezeichnen. Sich zu sehr über etwas Gedanken machen – das kann man als eine Form der Paranoia interpretieren, der überhöhten Vor- oder vielleicht auch der übertriebenen Nachsicht ansehen. Doch so eine richtige Übersetzung habe ich für diesen Anglizismus bisher noch nicht gefunden. Ich weiß nicht so wirklich, wie ich das ganze im Deutschen nennen würde. Doch eigentlich tut das auch nicht so sehr zur Sache, immerhin geht es um das Prinzip. Dass ich mir selbst zu viel über Kleinigkeiten den Kopf zerbreche – das kenne ich auch ohne eine passende Vokabel nur zu gut. Auch ohne ein direktes deutsches Wort dafür komme ich mir selbst oft wie ein „Overthinker“ vor.

    Versteht mich nicht falsch. Ich habe schon oft genug Entscheidungen getroffen, die ich so ziemlich Sekunden später bereits bereut habe. Da hätte mir ein weiteres Überdenken – sozusagen das Overthinking im Wortsinne – vielleicht gut getan. Doch zu lernen, nicht sofort ja, und vielleicht auch einmal nein sagen zu können – das ist das eine. Doch das Nachdenken über Probleme, die sich so auch nicht lösen, das ist für mich etwas anderes. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mein Bauchgefühl zwar oft genug bereue, doch dann auch feststellen kann, dass ich es gar nicht hätte bereuen müssen. Hin und wieder sind Termine, denen man vorschnell zusagt, auch nicht so schlimm, wie man sie sich ausmalt. Und wo da vielleicht ein weiterer Gedanke im Voraus sinnvoll gewesen wäre, da hat ein panischer Gedanke im Gewusel auch nicht viel beigetragen. Zumindest geht es mir manchmal so.

    Für mich ist es nicht immer leicht, die schwere eigener Entscheidungen rechtzeitig einzuschätzen. Manchmal überschätze ich Probleme und bin im Nachhinein erleichtert – manchmal unterschätze ich Herausforderungen oder rede mir das zumindest so ein. Doch selbst dann muss ich ja irgendwie damit umgehen. Irgendwann gibt es oft diesen Moment, an dem ich einfach nicht mehr herum komme um das, was ich mir schrecklich vorstelle. Wenn es dann gar nicht so schlimm ist – umso besser. Wenn es wie erwartet abläuft, naja – selbst dann geht der Moment vorbei. Selbst dann weiß ich, dass ich mich irgendwann an diesen Moment zurückerinnern werde. Der Gedanke, dass dieses „Irgendwann“ auch näher rückt, kann doch ein bisschen unter die Arme greifen, wo man das braucht.

    Auch ein gutes Gespräch kann dabei helfen, irgendwie mit einer Situation klar zu kommen. Ich jedenfalls denke oft, dass ich mich schon hier und da darin verliere, was ich selbst als ein „Nachdenken“ ansehen würde. Wenn die Probleme scheinbar immer größer werden, je länger man darüber nachdenkt, dann kann ein gutes Gespräch auch sehr hilfreich sein. Ein guter Zuhörer weiß oft schon deswegen zu helfen, weil er in einer Situation auch außen stehen kann – und das ist manchmal ein großer Vorteil, finde ich. Wenn ich mit guten Freunden über Dinge Rede, die mich bewegen, dann bin ich hinterher oft froh, doch einmal losgelassen zu haben. Losgelassen zu haben, was mir zuvor oftmals als zu privat, zu intim, irgendwie zu kompliziert oder auch zu banal vorgekommen ist. Ich denke, dass man sich schnell selbst in eine Sache hineinfressen kann, ohne zu merken, wann man damit besser aufhören sollte. Vielleicht ist vorheriges Nachdenken besser als verzweifeltes Überdenken im Nachhinein. Doch das ist oft natürlich auch einfacher, schneller und leichter gesagt, als getan. Sich selbst dazu bewegen zu können, auch einmal hinnehmen zu können. Vielleicht ist es das, wonach ich mit diesem Text suche.