Kategorie: Netzkultur

Internet und WWW

  • Hallo Welt – Hallo WordPress!

    Hallo Welt! In diesem Blog möchte ich Einträge zu meinen Interessen und Lieblingsthemen sammeln: Einerseits soll dieser Blog ein Ort sein, an dem ich ohne viele Vorgaben „einfach drauf los“ schreiben kann, andererseits auch ein kleines Tagebuch, um festzuhalten, was mir hin und wieder so einfällt.

    Besonders interessiert bin ich an Politik, freier Software, GNU/Linux-Betriebssystemen und Netzkultur. Ich halte das klassische Bloggen für eine der schönsten Tätigkeiten, die das heutige Internet zu bieten hat: Ganz abseits von den großen Technologie- und Social-Media-Unternehmen. Ganz abseits, von Leistungsdruck und Stress, Selbstdarstellung und Online-Hass.

    In den kommenden Tagen werde ich außerdem einige Beiträge, die ich bereits auf anderen Blogs veröffentlicht habe, auf diese Seite umziehen bzw. kopieren. Ich bin gespannt, wie sich dieser Blog entwickelt.

    Happy Bloggin‘!

  • Newsbots im Fediverse: Fluch oder Segen?

    Im Fediverse findet man schnell ziemlich viele Newsbots, zum Beispiel von großen Tageszeitungen, Onlineportalen, Newsoutlets und vielen anderen. Fakt ist: Diese Newsbots liefern Unmengen Inhalte und füllen gerade bei Mastodon so eine lokale Timeline schon ziemlich schnell aus. Das könnte auch mit dem Aktualisierungsrhythmus dieser Bots zu tun haben, mir kommen deren automatisierte Posts immer sehr periodisch vor.

    Ich frage mich daher, ob wir im Fediverse und in den sozialen Netzwerken wirklich gewinnen, wenn wir solche Newsbots auf der Plattform dulden. Damit meine ich nicht, dass große Nachrichtenportale nicht auf sozialen Medien vertreten sein sollten, ich muss es aber für mich selbst abwiegen.

    Die lokalen und föderierten Zeitstrahle im Fediverse werden nuneinmal automatisch gefüllt. Das ist einerseits natürlich sehr praktisch, da es das “Entdecken” neuer Inhalte dann doch vereinfacht. Andererseits stellt sich die Frage, ob automatisierte Bots wirklich in soziale Netzwerke passen. Das wird beim Fediverse, das ja noch mehr auf Interaktion basiert als andere Netzwerke, vielleicht noch deutlicher spürbar.

    Redaktionen haben keine Kontrolle und natürlich auch keinen gemeinschaftlichen Interaktionswillen, wenn sie auf einer Plattform nur als inoffizieller Bot vertreten sind. Während Tageszeitungen wie die taz mittlerweile offiziell im Fediverse sind, ist das bei weitem nicht die Regel. Sicherlich sind die zusätzlichen Inhalte für manche interessant, doch ist eine Plattform wirklich lebendig, wenn eine Timeline hauptsächlich von großen Internetportalen befüllt wird?

    Die Frage bleibt, ob diese Bots die Diskussion anregen, oder allen einfach nur auf den Keks gehen: Ergänzen die Bots wirklich das Fediverse oder tragen sie nur dazu bei, die Plattform an die Mainstream-Medien anzugleichen?

    In der Vergangenheit habe ich das Fediverse als ein sehr stark von Diskussionen und der Gemeinschaft an sich geprägtes Netzwerk empfunden. Das mag auch damit zu tun haben, dass wir in unserer kleinen Nische immer einen Grund gefunden haben, das Fediverse zu nutzen. Sei es, weil es eine Privatsphäre-freundliche Alternative ist zu den großen Plattformen, sei es, weil sich hier lange Zeit ungestört über noch so nerdige Themen diskutieren ließ.

    Newsbots sind zwar nicht unbedingt neu, aber trotzdem stehen sie für mich zur Debatte, die sich nicht zuletzt um die Identität des Fediverse als ganzes dreht: Ein soziales Netzwerk hängt von seiner Nutzerschaft ab, darum wird auch das Fediverse nicht herumkommen. Das Interessante bleibt aber, dass sich das Fediverse ständig an vielen Ecken und Enden weiterentwickelt. Ob und wie das ganze später noch wiederzuerkennen ist, wird sich vermutlich früher oder später zeigen.

    Wollen wir also wirklich Newsbots in unseren Timelines dulden? Eine Frage, die sich nicht für ein vermeintliches “Wir” beantworten lässt. Das Fediverse ist bunt genug, um nicht kollektiv auf eine Frage in Sachen Nutzbarkeit oder auch Einsatzzweck antworten zu können. Und das ist sicherlich gut so. Ich jedenfalls frage mich immer noch, ob ich die Bots nicht lieber doch stummschalten soll: Wird die Debatte dadurch erweitert oder doch abgedreht?

  • Das Fediverse als Netzwerk der Freundlichkeit

    Manchmal fällt es mir schwer, mich auf den eigentlich zu vermittelnden Inhalt zu konzentrieren, wenn ich mich auf sozialen Plattformen im Netz bewege. Zu oft habe ich das Bedürfnis, mich mehr mit dem Rahmen, sprich: der Plattform an sich, auseinanderzusetzen und vergesse dann schnell, warum ich eigentlich dort bin. Sicherlich sind diese Gedanken dann nicht sinnlos, und doch kommt schnell eine gewisse Leere auf, immerhin beschäftigt man sich mit der Plattform und nutzt sie nicht nur als Werkzeug, um dritte Inhalte zu behandeln, einzubinden, zu anderen Themen zu schreiben.

    Diese Dränge, die Neugier nach den Funktionsweisen der Plattformen in sich, konnte ich bei mir auch im Bezug auf das Fediverse feststellen. So habe ich immer wieder unterschiedliche Plattformen ausprobiert, mir deren Sinn und Zweck angelesen. Ja, das war schon sehr interessant, und doch kann ein soziales Netzwerk nicht überleben, wenn alle so an die Sache herangehen würden. Wenn sich ein soziales Netzwerk also immer nur mit sich selbst beschäftigen würde, würde es vermutlich untergehen – natürlich schreibe ich hier im Konjunktiv von dieser Vorstellung, da sie zum Glück gerade auf das Fediverse nicht zutrifft.

    Insbesondere im Zuge des Twitter-Chaos in letzter Zeit hat das Fediverse einen nicht abstreitbaren Zulauf erhalten und bei mir wieder diese medientheoretische Neugier geweckt: Nachdem sich Neulinge kurz vorgestellt haben und erste Fragen geklärt waren, scheinen viele einfach so weiter gemacht zu haben, wie sie zuvor auf Twitter aufgehört haben. Während also neue Mastodon- und somit Fediverse-Nutzer die Plattform als Werkzeug für sich entdeckt haben, konnte ich gerade bei mir selbst feststellen, mich mehr damit zu beschäftigen, wie sich diese Nutzerentwicklung auf das dezentrale Netzwerk als ganzes auswirkt – mittlerweile ist mir bewusst geworden, dass mir das Fediverse irgendwie so sehr ans Herz gewachsen ist, dass ich die eigentliche Idee dahinter immer mehr verdrängt habe.

    Für mich ist das Fediverse nicht mehr ein soziales Netzwerk, mit dem ich mich digital hätte vernetzen können – das Fediverse ist für mich zu einer Art Meta-Plattform (im Sinne von übergeordnete Plattform) geworden, weil es den Gedanken eines freien Internets oder auch Webs hochzuhalten scheint in einer Zeit, in der kommerzielle Webseiten und Dienste unseren Alltag prägen. Mittlerweile projiziere ich gewisse Hoffnungen in das Fediverse hinein, auch oder vielleicht auch weil ich mich, vor meiner Zeit im Fediverse, selbst nie richtig in ein soziales Netzwerk eingebunden habe, obwohl so viele im Netz irgendwie sehr auf ihr persönliches Netzwerk, ihre „guten Kontakte“ bedacht zu sein scheinen.

    Demgegenüber kommen mir die sozialen Interaktionen im Fediverse immer sehr freundschaftlich vor, nicht so aggressiv, nicht so egozentrisch, wie auf anderen Diensten und Netzwerken durchaus üblich. Dem Fediverse hängt ein gewisser Grundgedanken von Freundlichkeit an, vermutlich weil es sich in der digitalen Nische bewegt. Und weil ich mich für diese digitale Nische so sehr interessiere, frage ich mich immer wieder, wie sie wohl von der zunehmenden Aufmerksamkeit beeinflusst werden könnte.

    Die ursprüngliche Euphorie, das Fediverse könne nun die großen proprietären Dienste ablösen, muss ich für mich selbst hinterfragen: Das hieße nämlich auch, dass das Fediverse anders wäre, als bisher, zumindest, wenn man davon ausgeht, dass auch die Nutzerinnen und Nutzer selbst ihre Plattform beeinflussen. Wenn man davon ausgeht, dass die Nutzergemeinschaft selbst ein soziales Netzwerk ausmacht, setzt man eine nicht aufzuhaltende Unbeständigkeit des Netzwerks selbst voraus – und nein, das ist nicht so negativ gemeint, wie es sich vielleicht anhören mag. Immerhin hieße diese Annahme auch, dass ein soziales Netzwerk selbst grundlegend auf den Interessen der Nutzer basierte.

    Die Frage ist aber, wie genau sich das in die bestehenden Landschaft der sozialen und weniger sozialen Dienste einfügen ließe. Große Plattformen bleiben nicht selten einfach nur groß, weil sie einmal groß geworden sind, immerhin „ist ja jeder dort“. Das schließt zwar keine Nutzerwanderungen aus – Mastodon und Twitter sind da das beste Beispiel – und doch bleibt abzuwarten, ob je der notwendige Kipppunkt erreicht werden kann. Die Frage ist vielleicht weniger, ob „wir“ wollen, dass dieser Wendepunkt erreicht wird; ich denke nicht, dass eine bestehende Nutzergemeinschaft einen wesentlichen Einfluss auf die Nutzerbewegungen anderer Plattformen haben kann.

    Dabei möchte ich aber auch nicht behaupten, dass das Fediverse keinen Einfluss auf neue Nutzer haben könnte oder hat. Vielleicht können wir gemeinschaftlich den Grundgedanken der Freundlichkeit im Fediverse beibehalten – vermutlich aber nur, wenn wir Neulinge nett empfangen. Sicherlich scheint diese Schlussfolgerung zu logisch, als dass man sie dediziert erörtern müsste – und doch scheint mir Freundlichkeit gerade im digitalen Raum nicht selbstverständlich. Vielleicht können „wir“ das ändern, zumindest im Fediverse.

  • Föderation, Ruhe und Danke

    Über die Zeit, in der ich diesen kleinen Blog hier geschrieben habe, ist er mir mehr und mehr ans Herz gewachsen. Anders als auf anderen Plattformen oder Blogs, in denen ich mich gezwungen sehe, auch mal sinnvolle Texte zu schreiben, habe ich diesen Blog bisher immer gut als einen gewissen Ausgleichsfaktor nutzen können.

    Gerade bei politischen Inhalten bin ich sehr vorsichtig geworden, bevor ich einen Text veröffentliche, schlicht und ergreifend weil viele politische Themen mittlerweile eine extrem differenzierte Auseinandersetzung zu fordern scheinen, die ich nicht immer gewährleisten kann, wenn ich mich aufrege, wütend, traurig, enttäuscht, hoffnungsvoll oder euphorisch bin.

    Dieser Blog hier hingegen kommt mir wesentlich persönlicher vor, wesentlich ruhiger, viel entspannender. Die ‚Kaffeediffusion‘ ist zu einem persönlichen Gedankentagebuch geworden. Doch obwohl, oder vielleicht gerade weil es so motivierend für mich sein kann, hier Texte zu veröffentlichen, Frage ich mich wieder und wieder, ob ich nicht doch die Fediverse-Föderation anschalten sollte, ich bin mir sehr sicher, dass die Texte hier dann tendenziell mehr Leuten angezeigt werden würden (da ich den Blog dann über mein Friendica-Profil spiegeln würde).

    Die Frage ist aber: Will ich das wirklich? Möchte ich wirklich mehr gelesen werden? Momentan verlinke ich in meinem Mastodon- und Friendica-Profil auf den Blog, teile aber keine Beiträge, wodurch wesentlich weniger Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden dürfte — natürlich wären die Neuansichten auch mit einem solchen Teilen nicht wirklich viel höher, aber doch bemerkbar für mich.

    Bevor ich auf diese Instanz umgezogen bin, habe ich meinen writefreely-Blog unter blog.fedi.tech auch föderiert und gespiegelt, und tatsächlich immer wieder Kommentare dazu bekommen. Mal abgesehen davon, dass diese ausnahmslos sehr nett und auf das Thema bezogen waren, frage ich mich, ob ich das mit diesem Blog hier wieder tun möchte.

    Momentan denke ich, dass ich die Föderationsfunktion ersteinmal nicht anschalten, konkret also keine einzelnen Artikel über Micro- oder Macrobloggingdienste teilen werde. Am Ende des Tages ist das einfach nicht sonderlich wichtig für mich, ich benutze diesen Blog hier primär, um mir das von der Seele zu schreiben, was ich auf anderen Plattformen und Blogs nicht loswerden will oder kann — und dafür eignet sich das ruhige writefreely-Umfeld wirklich sehr gut.

    Ich weiß nicht, ob es am integrierten Markdown-Editor, der Plattform an sich, der Gemeinschaft dahinter oder irgendeiner persönlichen Wahrnehmung liegt, aber: Wenn ich hier Texte schreibe, kann ich mich auf irgendeine Art und Weise entspannen und eine Auszeit nehmen von der Ernsthaftigkeit, die viele Teile des heutigen Webs einzunehmen scheint, die ich aber nicht immer adäquat ausfüllen kann und möchte.

    An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal ein großes Danke an Jan richten — danke für die erstklassige Moderation dieser writefreely-Instanz: Danke, dass ich hier in ruhe schreiben darf, und das nicht in mitten von Spamartikeln sondern zwischen interessanten anderen öffentlichen Blogeinträgen und Texten dieser Instanz. Auch dafür möchte ich mich bedanken, ich freue mich immer wieder über die Texte im Reader.

    Danke also an alle Beteiligten. 🙂

    Hinweis: Dieser Artikel wurde von writefreely importiert. Einige inhaltliche Aspekte beziehen sich auf diese Plattform.

  • Meta-Mastodon-Tagebuch, Eintrag 1

    Vor einiger Zeit habe ich hier einen Eintrag veröffentlicht, in dem ich beschrieben habe, in der kommenden, nunmehr vergangenen Zeit, weniger “micro-bloggen” zu wollen, und mich (wieder) mehr meinen längeren Texten widmen möchte. Dabei ist mir aufgefallen, wie sich mein Nutzungsverhalten von Mastodon mit der Zeit mehr und mehr gewandelt hat.

    Für mich war Mastodon lange Zeit ein Weg zum Veröffentlichen von irgendwelchen Gedankenschnipseln, das passt ja auch irgendwie zum Konzept derartiger Kurznachrichtendienste.

    Momentan fühlt sich Mastodon, zumindest für mich, mehr nach einer interaktiven Fragestunde an. Mal ein wenig nachfragen, unter fremden Beiträgen Interesse bekunden, schön und gut: So richtig veröffentlicht habe ich auf Mastodon aber seit längerem nicht so wirklich.

    Stattdessen schreibe ich mal hier, mal dort einen etwas längeren Text, oftmals in Intervallen auch mal hier den ein oder anderen Eintrag. Dieses Vorgehen scheint mir entschleunigend zu wirken, der schnellen Natur weiter Teile des Webs entgegen.

    Das ist auch mal interessant. 😀

  • Kurzweilige Texte, Teil 1

    Im Internet scheinen Extreme oftmals ihresgleichen zu suchen, egal, ob es dabei um skurrile oder politische Inhalte geht. Doch auch die Darstellungsformen sind in sich irgendwie kompromisslos: Die großen pseudo-sozialen Netzwerke bedienen nicht selten sehr spezifische Anwendungsszenarien, zum Beispiel Kurznachrichten oder Bilderfeeds.

    Mittellange Texte sind dabei wirklich nicht sonderlich verbreitet: Ein Twitter-Post eignet sich dazu nicht, andere Plattformen sind am Ende des Tages nicht auf derartige Versuche ausgelegt und Plattformen, die sich so etwas ähnliches auf die Fahnen schreiben, zum Beispiel medium.com, sind auch nicht wirklich bekannt, geschweige denn sonderlich international verbreitet.

    Für Texte, die nicht wahnsinnig kurz aber auch nicht wahnsinnig lang sind, scheint es nicht viele Plätze zu geben, die auch von der Internet-Bevölkerung angenommen werden: Obwohl es technisch wesentlich aufwendiger ist, Videos zu speichern und abzuspielen, Audio-Dateien zu horten oder Bilder festzuhalten, entscheiden sich viele Nutzerinnen und Nutzer tendenziell für derartige Plattformen.

    Wer dann Texte schreiben und trotzdem gesehen werden möchte, kann schnell in die Röhre schauen, gerade im nicht-englischsprachigen Teil des Webs. Aber muss das so sein? Hier auf writefreely beispielsweise lässt sich angenehm schreiben und veröffentlichen, geborgen in einer freundlichen Gemeinschaft. Doch der Mainstream ist unsere kleine dezentrale Community hier lange nicht — und ich glaube auch nicht, dass sie das sein muss oder in naher Zukunft sein wird.

    Trotzdem würde ich mich, als Verfechter des Veröffentlichungsmediums Text, darüber freuen, wenn das Konzept der geliebten Satzkonstellationen mit Inhalt (wieder) mehr Beachtung bekommt von denjenigen, die das Internet “einfach nur nutzen”.

  • Die Nachrichtenflut, Teil 1

    Es ist schwer, mit der täglichen Nachrichtenflut angemessen umzugehen: Einerseits möchte ich besser nichts verpassen, andererseits fehlen mir manchmal schlicht und ziemlich ergreifend Zeit und Energie, mich mit der gesamten Nachrichtenlage auseinanderzusetzen — in einem Maße, nach dem ich nicht nur mit Halbwissen um mich werfen könnte, würde ich einmal danach gefragt werden.

    Eine naheliegende Lösung für dieses Problem scheinen mir RSS-Feeds und -Reader zu sein, immerhin sind meine Anforderungen nicht sonderlich hoch: Einige Feeds sollen sich möglichst nach frei wählbaren Kategorien sortieren und chronologisch anzeigen lassen, so weit, so trivial. Doch wenn es um einen Web-Zugriff, Speicherfunktionen und das Lesen im Feed-Reader selbst geht, scheinen sich zumindest die kostenfreien Angebote der bekannten Dienstleister immer um durch den einen Wehrmutstropfen, die eine Beschränkung selbst auszuschließen.

    Am Desktop habe ich kein Problem mit irgendwelchen Feedreadern: Liferea und Akregator bieten mir alles, was ich mir nur wünschen könnte, sind aber nicht Web-basiert. Sprich: Von einem dritten Gerät darauf zuzugreifen, kann ich mir zumindest mit diesen Optionen schoneinmal abschminken.

    Die kommerziellen Feedreader im Web bewerben gerade heutzutage oftmals ihre Premium-Pläne mit fehlenden Funktionen der Testversionen: Die Suche wird dadurch natürlich alles andere als einfacher.

  • (Kurze) Gedanken zu künstlichen Pseudo-Intelligenzen

    In der letzten Zeit sind Web-Dienste, die auf künstlichen neuronalen Netzwerken, landläufig künstliche Intelligenzen genannt, immer bekannter geworden. Besonders hervor stechen dabei die künstlichen Künstler, Algorithmen also, die anhand bestimmter angegebener Kriterien und einer entsprechenden Datenbank Bilder generieren — in einem bestimmten Stil, zu einem bestimmten Thema, mit einer unbestimmten Intention. Ich persönlich weiß nicht, was ich davon halten soll:

    Einerseits sind derartige Dienste wirklich faszinierend, die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben scheinen unergründlich und irgendwie endlos, auch wenn natürlich klar ist, dass eine kI immer nur so “gut” sein kann, wie die Gesamtheit an Daten, mit denen sie gefüttert wurde. Die Frage ist: Geht die kI über diese Gesamtheit hinaus? Ist sie in der Lage, Informationen durch neuartige Kombinationen zu neuen Daten umzuformen? Ich weiß es nicht, in bin bei diesem Thema nun wirklich kein Experte, ich habe nicht das nötige Wissen, derartige Dienste und Ansätze zu bewerten, egal ob in technischer oder künstlerischer Hinsicht.

    Aber auch ich mache mir dazu meine Gedanken; allein schon weil sich kI-en so ein gutes Stück in die öffentliche Wahrnehmung meines Umfelds geschoben haben, gerade im Netz. Ich frage mich, ob künstliche Intelligenzen dieser Art ein Segen sind: Lebt nicht gerade Kunst davon, neu Erschaffen zu werden, zumindest in dem Glauben, eine vermeintlich eigene Idee kreativ umzusetzen? Lebt Kunst nicht zumindest in Teilen davon, die Intentionen der Künstlerin widerzuspiegeln? Ich weiß es nicht.

    Der neue heiße Kot scheint, nach der Umsetzung künstlicher Kunst, die Ummodellierung eigener Text durch eine kI zu sein: Caschy’s Blog thematisierte neulich zum Beispiel “DeepL Write”, das eigene Texte “verbessern” soll. Einfach einen Abschnitt markieren, einfach einen “besseren” Stil reingedrückt bekommen. Ich. Weiß. Nicht. Was. Das. Soll!

    Kann eine künstliche Intelligenz nicht auch nur so schlecht funktionieren, wie der Durchschnitt seiner Datengrundlagen? Warum wird es ernsthaft als Verbesserung gehandelt, wenn eine vielleicht angeschimmelte Datenbank, die deswegen auf einmal Beine bekommen hat, einen charackterlosen Stil in jeden Text presst, jede Individualität für einen vermeintlichen Vorteil aufgibt? Wie soll das ablaufen?

    Sage ich dann: Joa, liebe kI, schreibe das bitte in meinem Stil um, ach nee warte, den habe ich ja schon vor zwei Monaten an dich abgegeben; dann schreibe mir das bitte im unschlagbaren Stil eines Tweets von Donald Trump, der kann doch auch mit inhaltlichem Kot total viele Leute für sich gewinnen; liebste kI, sei doch so gnädig. Amen.

    Merkt ihr selbst, oder??

  • Gedanken zum Fediverse, Teil vier: Freiheit, Dezentralität und Kontrolle

    Momentan gehen Datenleaks und zugehörige DSGVO-Bußgelder durch die Techie-Presse, betroffen sind dabei insbesondere Twitter und Meta (formerly known as Facebook). Wenn es also um Sicherheit der eigenen Daten geht, sind die ehemals großen unsozialen Netzwerkplattformen alles andere als vertrauenswürdig — im Gegenteil.

    Und doch diskutiert meine Blase momentan über etwas anderes: Die Sicherheit im Fediverse, die Verantwortung, die die Betreiber einzelner Instanzen auf sich nehmen.

    Ich kann gut nachvollziehen, dass eine Fediverse-Instanz, sobald eine gewisse Größe erreicht ist, schnell über den Kopf der Betreiber/innen herauswachsen kann; klar ist auch, dass jeder, der Fediverse-Dienste nicht auf einem eigenen Server hostet ein gewisses Maß an Kontrolle abgibt und umso mehr Vertrauen gegenüber Instanzhostern aufbringen muss.

    Trotzdem halte ich das Fediverse unterm Strich für wesentlich angenehmer, was die bleibe der eigenen Daten angeht: Die meisten Fedi-Dienste sind auf Privatsphäre getrimmt, standardmäßig. Das hebt sie auch von ihren proprietären Mitbewerbern ab.

    Wer soziale Medien nutzen und gleichzeitig ein Mindestmaß an Kontrolle wahren oder erweitern möchte, wird an freien Plattformen nicht vorbei kommen.

    Die Plattformen des Fediverse sind in dieser Hinsicht der momentane Platzhirsch — auch wenn das große Webseiten vielleicht nicht wahrhaben wollen.

    Wer seine eigenen Daten im Netz behalten und eben nicht am Eingang abgeben möchte, sollte meiner Ansicht nach auf Dezentralität setzen: Der Exodus, die Abwärtsschleife, in der sich Twitter nunmehr seit Wochen befindet zeigt das ganz deutlich.

    Daten auf zentralisierten Plattformen hängen von der Sicherheit des jeweiligen Dienstes ab, auf Gedeih und Verderb sind die Nutzenden diesem ausgeliefert. Um in der Metapher der “Plattform” zu bleiben: Auf einer proprietären Plattform sammeln sich alle Nutzenden, werden dabei aber nur von einem Stützpfeiler gehalten. Sollte dann ein wild gewordener oder gebliebener Multimilliardär anfangen, aus Spaß die Säule Tag für Tag ein Stückchen weiter zu zersägen, sollte zu denken geben.

    Im Fediverse stehen wir zwar auch auf einzelnen Plattformen, von denen wir abhängen. Nur gibt es davon eben nicht nur eine. Wenn Plattform A in den Abgrund stürzt, können wir zumindest noch rechtzeitig unsere Sachen packen und auf Plattform B springen. Ein Twitter-Nutzer kann das nicht von sich behaupten.

    Zusammengefasst bietet das Fediverse drei wesentliche Vorteile:

    • die Freiheit und Offenheit des Quellcodes erlauben Überprüfungen auf Vorteile, Mängel, Schwachstellen und Sichtungen des Getriebes
    • die Dezentralität verhindert den vollkommenen Verlust eines persönlichen sozialen Netzwerks
    • die Option, selbst zu hosten kann Nutzerinnen und Nutzern eine vollständige Kontrolle über die eigenen Daten gewährleisten, sollte das nicht der Fall sein, sind sie zu einer hohen Wahrscheinlichkeit selbst schuld

    Um es nocheinmal zu Wiederholen: Die Nutzerinnen und Nutzer von Plattformen wie Twitter oder Facebook können diese elementaren und essentiellen Vorteile nicht genießen; im Fediverse hängt, so meine Sicht auf die Dinge, aber auch einiges davon ab, wie die wesentlichen Vorteile genutzt werden.

    Als nicht-Entwickler fällt es sicherlich schwer, den Quellcode vollständig oder zumindest an den wichtigen Stellen nachzuvollziehen, doch die anderen beiden Vorteile kann jeder Fediverse-Freund, wenn er denn nur will, für sich (und andere) umsetzen:

    Seit dem Twitter-Exodus wird die Dezentralität des Fediverse immer wichtiger zu betonen, die Performance-Probleme von mastodon.social können dahingehend als akutes Warnzeichen verstanden werden.

    Die Option, selbst zu hosten ist meiner Ansicht nach noch nicht genug erforscht und diskutiert worden. Ich persönlich sehe meine entsprechenden Fähigkeiten als (noch) nicht ausreichend, perspektivisch bin ich aber durchaus interessiert daran. Eine einsteigerfreundliche Debatte dazu im Fediverse würde diesem sicherlich nicht schaden.

    Einen Einstieg in das Fediverse kann jeder relativ leicht bekommen, indem er sich auf der nächstbesten Mastodon-Instanz anmeldet. Das Potential des Fediverse kann in seiner Gänze aber nur genutzt werden, wenn entsprechende Vorteile erkannt und individuell aber auch kollektiv in die Tat umgesetzt werden.

    Meine Meinung. 🙂