Mit seinem Archiv-Widget bietet mir WordPress eine erstaunlich interessante Möglichkeit, meine eigenen Blogging-Gewohnheiten nachzuvollziehen. Wenn ich so auf das Archiv schaue, fällt mir einmal mehr auf, wie zyklisch ich blogge oder schreibe – um diesen Artikel ein wenig allgemeiner zu fassen. In manchen Monaten schreibe ich zum Beispiel sehr wenig oder fast nichts. In anderen Monaten möchte ich gar nicht mehr aufhören. Sicherlich hat das auch etwas damit zu tun, dass ich teils andere Dinge zu tun habe – oder einfach Texte verwerfe, die ich eigentlich nicht verwerfen müsste. Aber ich kann, wenn ich so darüber nachdenke, auch feststellen, dass ich sehr zyklisch motiviert bin, gar richtige „Motivationsschübe“ haben kann.

In den letzten Tagen habe ich mich zum Beispiel stark mit WordPress auseinandergesetzt, und meinen „Entdeckungsprozess“ in diesem Blog festgehalten. Allein heute habe ich außerdem schon vier Texte veröffentlich, das hier ist gerade der fünfte. Meine Motivation zu schreiben hängt also auch davon ab, ob ich Themen habe, die mich ausreichend interessieren. Ein klassisches Tagebuch habe zum Beispiel noch nicht über einen Blog umgesetzt. Gestern Abend habe ich etwa MicroOS Desktop installiert – und heute habe ich viel darüber geschrieben. Mir ist dabei auch aufgefallen, dass Themen in sich eine teilweise sehr unterschiedliche „Hemmschwelle“ für mich bieten. Zu freier Software zu schreiben fällt mir beispielsweise sehr leicht, da ich mich dabei an technischen Details, gewissen Funktionen oder auch philosophischen Aspekten der jeweiligen Software oder Software-Gemeinschaft orientieren kann und an eben diesen Aspekten eigene Gedanken anknüpfen kann. Besonders angenehm gestalten lassen sich natürlich weniger formelle Artikel gestalten – zum Beispiel jene Texte in diesem Blog. Je mehr inhaltliche und formelle Verantwortung ich in einen Beitrag legen möchte oder muss, umso mehr durchdenke oder überdenke ich den jeweiligen Text.

Wenn ich also einen politischen Text schreiben möchte, lastet eine höhere inhaltliche Verantwortung auf dem eigentlichen Prozess des Schreibens. Diese lege ich mir zugegebener Maßen zum Großteil selbst auf. Übrigens nehme ich bei politischen Texten auch wesentlich schneller nachträgliche Änderungen an inhaltlichen Aspekten, Ausdrucksweisen oder Formulierungen vor. Nicht etwa, weil ich Leser in die Irre führen möchte, sondern weil ich solche Artikel noch wesentlich länger im Nachhinein überdenke und mich wesentlich schneller an etwaigen oder tatsächlichen Missverständnissen stoße. Damit einhergehend ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich im Nachhinein noch zu einem Thema diskutiere wesentlich höher, wenn es um politische Inhalte geht. Ich denke, das ist auch in gewisser Weise nachvollziehbar. Das Ende „vom Lied“ ist dann aber nicht selten auch, dass ich wesentlich weniger politische oder gesellschaftskritische Texte schreibe. Angesichts der aktuellen politischen (und informationellen) Gesamtlage halte ich vorschnelle Positionierungen, gerade bei meinen Artikeln, für überdurchschnittlich wahrscheinlich. Dann schreibe ich teils lieber darüber, dass ich das schwierig finde – es wird also wieder einmal Zeit dazu, ein bisschen kontroverser zu schreiben. 😉

Vermutlich werden hier auch in Zukunft noch einige Texte zu derartigen Themen erscheinen – davon kann und will ich mich einfach nicht lossagen. 🙂