Monat: Mai 2023

  • Matomo – MatoNo?

    Matomo – MatoNo?

    Bloggen zum Selbstzweck – so könnte man die Kaffeediffusion wohl zusammenfassen. Ich schreibe hier nicht, um Geld zu verdienen. Ich schreibe hier nicht, um berühmt oder in den Himmel gelobt zu werden. Nein, mir geht es vor allem um das Bloggen selbst: Ich möchte Texte und Recherchen teilen, Ideen und Gedanken festhalten, nicht zuletzt aber auch meinen Schreibstil verbessern. Daher schreibe ich täglich – und je länger ich das „durchhalte“, desto lieber schreibe ich, desto mehr wird das Schreiben ein Teil meines Alltags. Ich habe hier schon oft von diesem Experiment berichtet und schon oft darüber getextet, dass ich regelmäßig schreibe. Mit dieser Grundhaltung gehen aber auch andere Aspekte und Meinungen einher: Zum Beispiel kümmere ich mich nicht wirklich um die Suchmaschinen-Optimierung dieses Blogs, bei den Kategorien und Schlagworten auf dieser Seite hört es dann nämlich schon ganz schnell auf. Wenn jemand meine Texte lesen möchte, dann ist das eine schöne Sache, keine Frage. Wenn mir jemand einen Kommentar schreibt, dann freue ich mich darüber und antworte. Doch dafür muss ich nicht der erste in der Liste bei Google sein.

    Diese Grundhaltung macht das Bloggen für mich auch zu einer viel angenehmeren Möglichkeit, das Internet zu nutzen. Weil es mir weniger um Aufmerksamkeit geht, muss dieser Blog nicht viel Aufmerksamkeit bekommen. Ich kann zum Selbstzweck bloggen, weil ich mich dafür entschieden habe. Und diese Freiheit, eine eigene Idee ohne Einschränkungen umsetzen zu können, kommt mir wie etwas sehr besonderes vor. Heute habe ich oft das Gefühl, dass es viel zu oft um die Effekte der eigenen Präsenz geht, als um die Präsenz selbst. Heute hinterlassen so viele ihre Spuren im Internet. Doch der digitale Fußabdruck vieler scheint sich nicht durch Inhalte zu definieren – stattdessen geht es oft um die Person selbst. Vielleicht ist „Person“ schon zu viel gesagt. Vielleicht sollte ich hier gar nicht von einer Person ausgehen, sondern vielmehr von einem Charakter. Einem Avatar des eigenen Selbst.

    Ich habe mich schon in meinem Artikel zur Suchmaschinenoptimierung gefragt, ob ich eben diese wirklich brauche. Heute geht es mir ähnlich, und zwar mit dem Statistik-Werkzeug Matomo. Als WordPress-Plugin ist Matomo auf dieser Seite dafür verantwortlich, fleißig mitzuzählen, wenn Besucher auf diesen Blog stoßen, Artikel lesen, Links teilen und wieder wegsurfen. Matomo ist für mich das, was für andere Google Analytics ist – ein Statistik-Zähler. Der Clou bei Matomo ist indes, dass die Software frei lizenziert und wesentlich Datenschutz-freundlicher ist, als das Konkurrenzprodukt von Google. Genau deswegen habe ich mich auch für Matomo entschieden, als ich diesen Blog aufgesetzt habe. Matomo schreibt sich selbst auf die Fahnen, „ethische Statistiken“ liefern zu können. Im Vergleich zu Google Analytics ist das sicherlich gelungen: Ist es nicht schade, dass ein Produkt ethische Aspekte als Werbemittel verwenden kann? Nicht schade, weil es das falsche wäre – sondern schade, weil es so nötig erscheint. Da Matomo quelloffen ist, ist es von Grund auf schon viel transparenter als die proprietären Wettbewerber. Doch das Prinzip bleibt: Brauche ich wirklich ein Werkzeug, dass die Benutzerzahlen zählt? Egal, wie ethisch die Umsetzung sein mag – die grundlegende Frage bleibt die selbe.

    Vor kurzem hatte ich einmal mehr ein Problem mit der Seitenerreichbarkeit dieses Blogs. Ich habe dann auf Mastodon darüber informiert; so hat auch mein lieber Webhoster davon mitbekommen. Nach Angaben des Hosters sei Matomo sehr ressourcenhungrig, daran könnte es also liegen. Dieser Zwischenfall, der übrigens nicht der erste seiner Art war, hat mich zum Nachdenken gebracht. Brauche ist Matomo wirklich so dringend, dass es die zugeteilten Ressourcen meines Webhostings übersteigt? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Antwort „Nein!“ lauten sollte. Die Statistiken, die Matomo liefert sind sehr interessant. Manchmal sind sie vielleicht auch ganz hilfreich. Aber ich traue mich nicht, hier von einer Notwendigkeit zu sprechen. Ich erwäge ernsthaft, das Matomo-Plugin zu deaktivieren und darauf auch zu deinstallieren. Nicht nur, dass ich es nicht zwingend brauche: Klar ist auch, dass eine Seite ohne einen Besucherzähler datenschutzfreundlicher ist. Ich glaube, daran lässt sich nicht viel rütteln. Die Kaffeediffusion ist für mich ein digitaler Zufluchtspunkt geworden, an dem ich mich bewusst von den Schwierigkeiten und vom moralischen „Geschmäckle“ lossagen kann, die so viele moderne Webseiten plagen. Ein Statistik-Zähler ist hier nicht unbedingt nötig. Und ich habe das Gefühl, dass es ohne auch für Leserinnen und Leser irgendwie angenehmer werden könnte.

    Momentan läuft das Matomo-Plugin noch und zählt fleißig. Sollte ich mich dazu entscheiden, dass Plugin zu deaktivieren, werde ich darüber schreiben. Das gilt auch für weitere Datenschutz-Fragen zu diesem Blog. Hierbei übrigens noch ein kleiner Hinweis: Dieser Artikel richtet sich nicht gegen Matomo. Im Gegenteil würde ich es meilenweit bevorzugen, eine Seite mit Matomo anstelle von Google Analytics nutzen zu können. Ich denke aber, dass ich sowohl auf die unethische Google-Software als auch auf das ethischere Matomo verzichten kann. Wie gesagt, ich werde über Änderungen in diese Richtung informieren.

  • Kurzmeldung: Neue Version des Fediverse-Schaubilds

    Kurzmeldung: Neue Version des Fediverse-Schaubilds

    Heute hat der Blogger Mike Kuketz, der manchen vielleicht auch aus dem Fediverse bekannt ist, eine neue Version seines Fediverse-Schaubilds veröffentlicht. Dieses ist in Zusammenarbeit mit Imke Senst entstanden. Interessant ist, dass das Schaubild neben der Vorstellung der verschiedenen Fediverse-Dienste auch die verwendeten Protokolle behandelt. So wird auch Einsteigern ein guter Überblick über das dezentrale Netzwerk verschafft. Ich habe das Schaubild daher auch in meinem Fediverse-FAQ verwendet, seinerzeit noch in einer älteren Version.

    Die neue Grafik hat Mike Kuketz unlängst auf Mastodon geteilt. Ich kann Fediverse-Einsteigern und Enthusiasten nur empfehlen einen Blick darauf zu werfen. Die neuen Änderungen schließen insbesondere die dargestellten Dienste ein, besonders interessant ist zum Beispiel, dass auch das moderne „Streams“-Projekt genannt wird.

    Hier geht es noch einmal direkt zu besagtem Beitrag auf Mastodon: https://social.tchncs.de/@kuketzblog/110428640620752872

  • 25. Mai 2023

    25. Mai 2023

    Manchmal habe ich das Gefühl, Dinge und Umstände, Probleme und Fragen, Diskussionen und Alltägliches etwas zu ernst zu nehmen. Oft denke ich, dass sich so vieles ins Negative entwickelt – und weiß am Ende des Tages nicht ganz damit umzugehen. Nicht, dass das die Regel wäre. Nicht, dass ich bei mir irgendein psychisches Problem vermuten würde. Ich habe nur festgestellt, dass ich manchmal eine sehr negative Sicht auf die (eigene) Zukunft einnehme. Hin und wieder bin ich dann selbst davon überrascht, dass doch nicht alles schlecht ist. Hier und da kommt dann nach Tagen an denen ich von mir selbst denke, nicht ganz „auf der Höhe“ sondern eher neben der Spur zu sein doch irgendetwas positives heraus. Und genau dann frage ich mich, wie auch heute, ob die Negativität wirklich gerechtfertigt war.

    Das ist das eine. Denn natürlich gibt es auch negative Tatsachen – Tatsachen, die sich schlicht nicht umkehren lassen. Ich mache mir häufig Gedanken um die Aussagen, die ich einst getätigt und die Dinge, die ich einst in die Tat umgesetzt habe. Das, was ich hier jetzt als „einst“ abstempele hat oft auch direkte Auswirkungen auf die Situationen, mit denen ich in der Gegenwart umgehen muss. Und so denke ich auch, dass das meine Zukunft beeinflussen kann. Das ist nicht egoistisch gemeint. Denn die eigene Zukunft ist immer auch zu einem Teil die Zukunft des eigenen Umfelds. „Die Welt ist klein“, vielleicht auch nicht. Aber in jedem Fall ist die Welt vernetzt, hängt zusammen und ist abhängig von denen, die sie ausmachen.

    Manchmal fällt es mir schwer, kurzfristig eine Entscheidung zu treffen – manchmal muss ich das aber und kann mich dann auch irgendwie überwinden. Noch viel schwieriger ist es für mich hingegen, ehemalige Entscheidungen vor mir selbst zu rechtfertigen. Im Nachhinein hinterfrage ich mich sehr oft selbst, dann kommen auch selbst Zweifel auf. Damit ist vielleicht auch klar, warum ich hin und wieder überrascht bin von den Tatsachen, die irgendwann die Realität stellen.

    Ich möchte es weniger verkopft ausdrücken: Manchmal weiß ich nicht sofort, wie ich mit Erlebtem umgehen soll. Auch wenn ich das könnte, wäge ich oft für und wider ab. Manchmal fällt es mir schwer, das was geschehen ist, Vergangenheit sein zu lassen. Diejenigen, die mit sich selbst im Reinen sind, haben meine absolute Bewunderung – weil ich es so oft nicht bin.

  • 24. Mai 2023

    24. Mai 2023

    Eigentlich hatte ich ja schon gestern über das Redesign dieses Blogs geschrieben – aber leider habe ich einige Fehler in meinem Layout entdeckt, die die Flexibilität eingeschränkt haben. Als dann noch ein Softwarefehler dazukam und die Seitenfarben falsch angezeigt wurden, war ich wieder so weit: Ich habe die Seite erneut umgestaltet. Schon wieder, ich weiß. Doch dieses Mal habe ich mir wesentlich mehr Gedanken zum Aufbau der Seite gemacht; in weiten Teilen habe ich mich an dem Layout orientiert, das Tumblr standardmäßig verwendet. Natürlich bin ich dabei dann nicht stehen geblieben, so habe ich die Seite um einige nützliche Funktionen ergänzt, und auf die Besonderheiten eines klassischen Blogs angepasst. Ich hoffe, das neue Layout gefällt – oberstes Ziel war auch hier natürlich wieder eine angenehme Lesbarkeit. Außerdem habe ich versucht, Verbesserungsvorschläge, die ich zum ersten Redesign bekommen habe, umzusetzen.

    Was lerne ich nun also aus meinem zweiten Versuch, die Kaffeediffusion umzugestalten? Nun, zunächst ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, systematisch an die Sache heranzugehen. Sicher macht es Spaß, einfach drauf los zu basteln, hier und dort etwas umzustellen. Eine kleine Anpassung da, eine größere dort. Einmal die Farben angepasst, einmal die Schriftarten umkonfiguriert. Natürlich macht es Spaß, sich einfach einmal durch- und auszuprobieren. Zumindest ging es mir so. Ich bin kein Webdesigner, und vermutlich auch kein begabter Grafiker. Trotzdem war es interessant und lehrreich, Gutenberg noch mehr auszureizen. Ich möchte hier auch nicht verschweigen, dass das Tumblr-Layout mich in der Tat sehr inspiriert hat. Aber ich denke nicht, dass das schlimm ist. Immerhin habe ich das ganze ja per Hand nachgebaut. Die Möglichkeit, auch Kleinigkeiten ändern zu können, weiß ich dabei sehr zu schätzen. Vergleicht gerne diesen Blog mit meinem Tumblr-Account. Letzterer ist auch am Seitenfuß verlinkt. Ich hoffe es fällt auf, das ich versucht habe, diesen Blog hier auch in sich konsistent und gut nutzbar zu gestalten.

    Weniger positiv ist mir allerdings aufgefallen, dass Gutenberg in den letzten Tagen ein wenig fehlerhafter wirkt, im Bearbeitungsmodus der gesamten Webseite. Wie oft habe ich gesehen, dass ein Block abgestürzt und dann nicht mehr bearbeitet werden konnte? Das bremst wirklich aus und macht auf Dauer auch keinen Spaß. Übrigens habe ich mir heute Hugo, einen statischen Seitengenerator noch etwas näher angesehen und erste Schritte gewagt. Als erstes fällt ganz klar auf: Ein statischer Seitengenerator ist kein CMS. Das ist Fakt, das lässt sich auch schlecht abstreiten. Natürlich ist Hugo nicht als CMS angelegt. Aber als Nutzer verschiedener CMS-Implementierungen fällt das doch auf. Ein interessantes Thema bleibt dieses aber ohne Frage.


    Jetzt aber erst einmal genug von meinen Webdesign-Versuchen. Ich bin wieder ein wenig vorangekommen bei meinem Versuch, das Zehn-Finger-Schreibsystem zu erlernen. Meine heutige Lektion habe ich sogar im ersten Versuch schon halbwegs passabel erledigen können. Mit den älteren Lernübungen komme ich ebenfalls immer besser zurecht. Meine Versuche nehmen also langsam aber sicher Form an. Bleibt mir nur zu hoffen, dass ich mich auch in Zukunft noch (so) gut disziplinieren kann, wie momentan. Irgendwann sind sicher alle wichtigen Lektionen absolviert. Im Moment bin ich schon über die Hälfte im Tipp10-Lernprogramm vorangeschritten. Nachdem ich die letzten Tage eigentlich sehr zuverlässig dran geblieben bin, kann ich eines mit Sicherheit sagen: Die Motivation ist noch da, sie scheint sogar von Tag zu Tag zu wachsen. Ich bin gespannt, wie ich in den nächsten Tagen tippen werde und werde vermutlich auch darüber tippen, äh schreiben.

  • 23. Mai 2023

    23. Mai 2023

    Heute schreibe ich wieder einmal ohne einen bestimmten Titel – in diesem Beitrag möchte ich zu mehreren Themen bloggen. Zum einen ist es vielleicht schon aufgefallen: Ich habe ein wenig an der Seite gebastelt, hier und da ein paar Anpassungen getroffen, hier und da das Layout verändert. Interessanterweise basiert das neue Layout dieser Seite unverändert auf dem „Zoologist“-Block-Theme. Und genau das ist auch meine Ausrede, warum ich mich traue, hier einen Text zu einem Seiten-Theme zu schreiben: Gerade zu Anfang war ich sehr skeptisch, inwiefern sich die Block-Themes für WordPress auf diesem Blog beweisen könnten – oder ob ich es jemals „so weit kommen“ lassen sollte. Doch natürlich war ich, das ist kein Geheimnis mehr, sehr neugierig. Nachdem ich vor ein paar Wochen das erste Mal mit den Block-Themen gespielt habe, haben sich meine ersten Gehversuche noch sehr holprig angefühlt. Und so sahen auch die Seiten, die dabei herausgekommen sind, aus – so weit ich mich erinnere. Denn seitdem ist einiges geschehen: Ich habe mich mehr und mehr in den Full-Site-Gutenberg eingearbeitet. Mittlerweile bin ich wirklich überrascht, wie viel Flexibilität die Block-Themes bieten und gegenüber den klassischen Themen ergänzen.

    Seit gestern habe ich also noch etwas stärker an der Seite herumgebastelt. Das Ergebnis solltet ihr momentan im Blog sehen können – es sei denn, ich habe mich schon wieder umentschieden. In Anlehnung an das Beitrags-Design auf der Blogging-Seite Tumblr habe ich versucht, die einzelnen Beiträge auf der Startseite besser zu visualisieren und mit abgerundeten Ecken darzustellen. Außerdem habe ich angefangen, die Seitenfarben konsequenter durch den Blog zu ziehen. Das zeigt sich in erster Linie durch die Kästen am Seitenkopf und zum Ende, aber auch durch die Linkfarbe. Den Hintergrund habe ich mit dem selben Beige-Ton dargestellt, den ich seinerzeit schon mit writefreely genutzt habe. Zur Zeit nutze ich serifenlose Schriften, ferner sind übrigens auch die Überschriften dezenter geworden. Wie gesagt: Ich kann und will nicht versprechen, dass ich mich nicht doch für ein anderes Thema entscheide – mir hat es aber auf jeden Fall großen Spaß gemacht, mich noch etwas tiefer mit Gutenberg auseinander zu setzen. Das kann, glaube ich, keinesfalls schaden. Als ich mich einmal in Gutenberg eingearbeitet hatte, wurde die Nutzung des Editors auch immer leichter – und weniger anstrengend.


    Ungeachtet meiner obigen Schwärmerei für Gutenberg ist mein Interesse an Blogging-Software im Allgemeinen ungebrochen. Ich halte es zwar für wirklich sehr unwahrscheinlich, dass ich mich mit der Kaffeediffusion irgendwann von WordPress trenne, aber statische Seiten-Generatoren wie Hugo oder alternative Blog-Systeme wie Serendipity sind sehr interessant – aus der Sicht eines begeisterten WordPress-Nutzers. Falls irgendjemand interessante Reviews, Einführungen oder sogar Redebeiträge zu derartigen Themen in den Tiefen des Internets weiß: Immer her damit. 🙂


    Weiter geht es auch mit den Fingern an der Tastatur: Ich habe weiter an meinem Zehn-Finger-Schreiben geübt: Juhuu! Ich komme voran! Übrigens lügt Tipp10 nicht, wenn es sagt, dass es wesentlich sinnvoller ist, langsam zu üben. Das übereilende Tempo, dass ich anfangs beim Zehn-Finger-Tippen an den Tag gelegt habe, habe ich heute extra etwas heruntergedrosselt. Und zwar so, dass ich scheinbar wirklich effektiver geübt habe. Da ich wesentlich weniger falsche Anschläge in die Tastatur gehauen habe, konnte ich mich auch wesentlich besser konzentrieren. Übrigens hatte ich trotzdem ein Tempo zwischen 170 und 200 Anschlägen herausholen können, was für mich als einen Anfänger gar nicht so schlecht zu sein scheint. Sicher: Mit meinem bisherigen System wäre ich momentan vermutlich noch wesentlich schneller. Vor allem die Nutzung des rechten kleinen und Ring-Fingers fühlen sich derzeit noch ziemlich ungewohnt an. Trotzdem ist es beinahe erschreckend, wie sehr ich die Fortschritte von Tag zu Tag bemerken kann. Ich kann euch wirklich nur dazu raten, euch Tipp10 zumindest einmal anzuschauen. Hier aber auch eine Warnung: Irgendwie birgt das Programm eine gewisse Suchtgefahr – und fordert manchmal gleichzeitig eine ziemliche Disziplin. Ich denke, dass ich auch in den nächsten Tagen über meine Tipp-Abenteuer schreiben werde. Übrigens bin ich ganz vorbildlich und verfasse diesen Text hier momentan nicht mit meinem alten Tipp-System: Schreibmaschinen-Technik ich komme!


    Irgendwie habe ich es heute mit meinen Artikel-Abschnitten. Weiter geht es mit meinem derzeitigen Verhalten im Bereich der sozialen Netzwerke: Mittlerweile habe ich angefangen, meine Beiträge hier noch wesentlich stärker im Fediverse zu teilen. Zum einen werden diese natürlich automatisch auf Friendica geteilt. Auf Mastodon teile ich sie nunmehr oft auch manuell. Spätestens seit meinem Fediverse-FAQ ist mir klar geworden, wie sinnvoll es ist, Texte im dezentralen sozialen Netzwerk „zur Diskussion zu stellen“. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass die Beiträge tatsächlich wahrgenommen, gelesen – und auch beurteilt werden. Ich versuche auch so oft wie möglich auf die Kommentare im Fediverse zu antworten. Das gilt übrigens auch für Kommentare direkt auf diesem Blog. Ziel ist es natürlich immer, für beide Seiten irgendeinen „Mehrwert“ herauszuholen – was auch immer das sein soll. Ich jedenfalls freue mich immer wie ein Honigkuchenpferd, wenn ich Rückmeldungen zu meinen Texten bekomme: Keep it up! ?

    Neben den Fediverse-Diensten habe ich in den letzten Tagen auch wieder einmal mit Tumblr beschäftigt. An dieser Seite fasziniert mich insbesondere die Kombination aus dem sozialen Aspekt und den grundlegenden Eigenschaften des traditionellen Bloggings. Das schöne ist: Tumblr scheint für beides gleichermaßen nutzbar zu sein. Meine größte Hoffnung bezüglich Tumblr ist es, dass das Netzwerk dem Fediverse beitritt. Das wurde ja auch schon offiziell angekündigt oder zumindest durch Matt Mullenweg bestätigt. Das die Hoffnung zuletzt stirbt, daran muss ich jetzt nicht einmal mehr denken. Es scheint ja, als würde das ActivityPub-Tumblr in greifbare Nähe rücken. Ich bin jedenfalls gespannt. Meinen Mastodon- und Tumblr-Account findet ihr übrigens als Symbole neben der Suchleiste im Seitenkopf. Für Friendica bietet WordPress scheinbar kein Symbol an. Aber das ist spätestens in meinem Mastodon-Profil verlinkt.


    coffee-bean

    So, jetzt schreibe ich hier schon eine ganze Weile, immerhin bin ich ja derzeit noch etwas langsamer mit dem Zehn-Finger-System unterwegs. Mir bleibt abschließend noch eines zu fragen: Was haltet ihr von einem Beitragsformat wie diesem? Irgendwie hat es ganz schön Spaß gemacht, diesen Beitrag als eine kleine „Themensammlung“ zu schreiben.

  • Ein Zwischen-Bericht mit zehn Fingern

    Ein Zwischen-Bericht mit zehn Fingern

    Vor kurzem habe ich bereits beschrieben, dass ich angefangen habe, das Schreiben mit zehn Fingern zu üben. Heute möchte ich ein paar erste Ergebnisse teilen. Wo ich zunächst nur KTouch installiert habe, habe ich mir nunmehr auch Tipp10 auf die Platte gebannt. Tipp10 ist ebenfalls freie Software und der unangefochtene Platzhirsch unter den Lernprogrammen für das Tastschreiben. Wie schon in dem vorangegangenen Artikel beschrieben macht es mir zwar auch großen Spaß mit KTouch zu lernen – doch Tipp10 hat eine Funktion vorzuweisen, der ich einfach nicht widerstehen konnte: Laut Angaben der Entwickler passt Tipp10 den Inhalt der Lektionen beim Schreiben des Diktats an. Dadurch werden Tasten, die häufig falsch angeschlagen werden auch häufiger wiederholt. Ich vermute, dass ich so wesentlich effizienter lernen kann. Trotzdem habe ich noch immer beide Programme installiert, auch wenn ich nun vorwiegend mit Tipp10 „trainiere“.

    Bisher muss ich feststellen, dass ich erstaunlich gut vorankomme. Während meine ersten „Geh“- oder vielmehr Tipp-Versuche mit dem Zehnfingersystem noch sehr holprig waren, habe ich mich jetzt gebessert. Zumindest habe ich den Eindruck, dass ich immer besser mit den grundlegenden Konzepten des Schreibmaschinen-Schreibens zurechtkomme. Ich vermute dennoch, dass ich noch einen ziemlich weiten, oder vielmehr langen Weg zu tippen habe. Immerhin wiederhole ich die Lektionen, die ich abschließe auch in der Folge noch sehr gründlich. Die Grundstellung sitzt mittlerweile ziemlich solide, und auch mit den weiteren Tasten komme ich immer besser zurecht. Was für mich zu Anfang noch undenkbar war, rückt jetzt zumindest in Gedanken in greifbare Nähe.

    Am meisten Probleme machen mir momentan die Großbuchstaben. Bisher habe ich eigentlich immer die linke Shift-Taste verwendet. Das Schreibmaschinenschreiben sieht jedoch vor, dass für Buchstaben auf der linken Tastaturhälfte die rechte Shift-Taste verwendet werden soll, und umgekehrt. Das ist für mich eine ziemliche Herausforderung. Denn wo ich die anderen Tasten vielleicht aus Zufall noch mit den richtigen Fingern getroffen habe, erscheint mir die Shift-Regel wie ein riesiger Aufwand. Immer wieder muss ich erst nachdenken, mich daran erinnern, dass ich auch die rechte Shift-Taste verwenden sollte. Nervenaufreibend ist auch die Feststelltaste geworden, die ich schon dutzende Male an Stelle der „a“-Taste getroffen habe.

    Das macht vor allem in den Lernprogrammen keinen Spaß, da ich dort dann wieder eine klitzekleine Pause einlegen muss. Ich hoffe jedenfalls, dass sich im Laufe der Zeit neue Gewohnheiten einstellen – das wird schon!

    Ich habe mich auch mit den Menschen aus meinem Umfeld über meine Tipp-Aktivitäten unterhalten. Stellt sich heraus, dass meine Oma scheinbar auch einen Schreibmaschinen-Kurs absolviert hat. Vermutlich aber mit einer richtigen Schreibmaschine – und sogar mit verbundenen Augen. Davon bin ich sicherlich noch ein gutes Stück, wenn nicht meilenweit entfernt. Aber immerhin gehe ich ein paar Schritte – und scheinbar sogar in die richtige Richtung. Es ist schon motivierend zu bemerken, dass ich Fortschritte mache. Übrigens versuche ich schon den ganzen Artikel über nicht in mein vorheriges Tipp-System zurückzufallen. Der Erfolg ist schwer zu beurteilen. Einerseits habe ich das Gefühl, meinem Ziel näher zu kommen. Andererseits wäre ich vermutlich mit meinem „alten“ System noch wesentlich schneller. Natürlich, weil ich das Zehn-Finger schreiben noch lerne. Großbuchstaben verlangsamen mich momentan, auch das ständige Erinnern, Selbt-Erinnern, wirkt sich auf meine Tipp-Geschwindigkeit aus. Aber: Ohne ausreichende Übung werden ich wohl nicht vorankommen. Bis dahin: Tipp on!


    Bildnachweis:

    Typewriter Letters“ by Laineys Repertoire is licensed under CC BY 2.0 .

  • Gedanken zu Schriftarten

    Gedanken zu Schriftarten

    In den letzten Tagen habe ich vermehrt über Schriftarten nachgedacht: Immer, wenn ich eine Schrift mit Serifen sehe, frage ich mich, ob ich nicht doch einmal serifenlose Schriften ausprobieren sollte – und umgekehrt könnte sicherlich das selbe gelten. Bisher habe ich die „Kaffeediffusion“ meistens in Schriften mit Serifen gehalten.

    Das habe ich jetzt umgestellt: Auf der Webseite kommt jetzt die „Open Sans“ für den Fließtext zum Einsatz, mein LibreOffice habe ich von der „Liberation Serif“-Schriftart zu „Liberation Sans“ umgestellt.

    Schritarten ohne Serifen wirken moderner und scheinen vor allem im Internet extrem populär zu sein. Wo findet man denn bitte noch eine Schrift mit Serifen, wenn man auf die populären Webseiten schaut? Ich selbst habe für meine eigenen Dokumente bisher vorwiegend Serifenschriften verwendet. Aber ich muss gestehen, dass ich immer wieder auch mit den Serifenlosen geliebäugelt habe. Jetzt, dachte ich mir, probiere ich das ganze einfach mal aus. Irgendwas muss ja dran sein. Irgendetwas müssen serifenlose Schriften ja mitbringen, was sie so beliebt macht.

    Ich würde mich sehr über ein paar Rückmeldungen freuen. Jetzt, da ich die Schriftarten auf der Kaffeediffusion angepasst habe, würde mich brennend interessieren, wie es um die Lesbarkeit steht. Mir kommt die Seite mit den serifenlosen Schriften leichter zu lesen vor. Irgendwie etwas weniger verschnörkelt. Die Schriften, die ich für die Kaffeediffusion ausgewählt habe, wirken angenehm einfach. Und genau darum soll es ja gehen: Eigentlich ist der Text das wichtigste auf der Webseite. Von daher ist die Typographie umso wichtiger. Jetzt, da ich sozusagen auf die Serifen verzichte, scheint sich die Schriftart etwas weniger aufzudrängen.

    Die Überschriften habe ich übrigens auf die „Rubik“-Schrift umgestellt. Diese wirkt etwas weniger starr, aber trotzdem nicht kitschig. Ich habe außerdem den Eindruck, dass diese Schriftart etwas besser zu der Linkfarbe passt, die ich vor kurzem festgelegt habe. Wie gesagt: Meldet euch gerne. Denn ich bin kein Grafiker und kein Designer, ich habe nur den Eindruck, dass die Seite so etwas dezenter und lesbarer ist.


    Bildnachweis:

    Wikipedia User:Sbp, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

  • Neu Tippen lernen

    Neu Tippen lernen

    Ich habe angefangen, das Zehn-Finger-Schreibsystem zu üben. Dazu nutze ich die tolle KDE-Software „KTouch“. Bis jetzt habe ich die ersten drei Lektionen abgeschlossen: Zuerst musste ich mich ziemlich umgewöhnen, um jeden Finger zu seinen vorgesehenen Tasten zu bewegen. Normalerweise tippe ich nämlich vorwiegend mit den Zeigefingern. Das fand ich aber auf Dauer etwas zu einseitig und habe ich gefragt, ob ich das nicht vielleicht etwas eleganter hinbekommen könnte. Daher habe ich angefangen, neu Tippen zu lernen. Zumindest fühlt sich das so an.

    Das schöne ist: Weil das Programm keine Fehler verzeiht, löst schon ein kleiner Erfolg ein ziemliches Glücksgefühl aus. Immer wenn ich im Durchschnitt um nur einen halben Prozentpunkt genauer getippt habe, freue ich mich wie ein Schneekönig. Immer wenn ich auch nur fünf Zeichen mehr in einer Minute schaffe, bin ich wirklich glücklich. Programme wie Tipp10 oder KTouch machen das Tippen-Lernen zum Spiel – und das mit ziemlichem Erfolg. Die Zeit verfliegt beim Lernen wie im Flug, und trotzdem möchte ich gar nicht aufhören.

    Zu sehen, dass man selbst Fortschritte macht, und eben nicht umsonst irgendwelche Silben in die Tastatur kloppt, motiviert mich unheimlich. Ich habe schon fast das Gefühl, eine gewisse Sucht nach dem Tippen-Lernen zu entwickeln. Umso schöner ist der ferne Gedanke, dass System eines Tages im Alltag einsetzen zu können. Wie viel Zeit ich wohl damit spare? Wie viel schneller und akkurater ich wohl damit tippe? Ich kann es kaum erwarten. Natürlich habe ich noch einen langen Weg zu tippen. Aber schon nach einem Tag Lernen bin ich mehr und mehr mit dem System vertraut geworden.

    Wie gesagt: Bisher war ich auch nicht unfassbar langsam. Aber zu sehen und zu merken, wie sehr ich vorankomme – das freut das Ego. Mir macht das Schreibmaschinen-Tippen von Minute zu Minute mehr Spaß. Vielleicht wollt ihr das auch einmal ausprobieren? Programme wie Tipp10 oder KTouch sind frei lizenziert und für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar. Ich kann KTouch wirklich nur weiterempfehlen. So, jetzt lerne ich weiter.

  • So geht’s dem Chamäleon

    So geht’s dem Chamäleon

    Heute möchte ich noch ein paar weitere Ersteindrücke zu openSUSE Tumbleweed teilen. Böse Zungen sagen jetzt vielleicht, dass ich einfach keine anderen Textideen habe. Das mag sein, aber trotzdem möchte ich dem Chamäleon etwas mehr Raum in diesem Blog geben – irgendwie hat es ja verdient, beachtet zu werden. Nachdem ich in einem der letzten Blogeinträge bereits meine erfolgreiche Installation beschrieben habe, ist es jetzt an der Zeit für erste Eindrücke.

    Nachdem ich einen Tag mit dem System gearbeitet habe bin ich eigentlich sehr zufrieden: OpenSUSE macht, was es verspricht. Auch eine erste, kleinere Welle an Aktualisierungen lief problemlos durch. KDE läuft – wie erwartet – sehr flüssig. Was das angeht ist openSUSE wirklich das, was ich gesucht habe. KDE macht mir übrigens (wieder) viel Spaß, und es tut gut, nach den letzten Wochen mit Gnome wieder KDE zu nutzen. Hier und da habe ich den Desktop etwas angepasst – und anders als bei Gnome wirkt das bei KDE nicht „illegal“.

    Was openSUSE als Distribution angeht, kann ich mich zumeist nicht beschweren. Das Software-Angebot ist ausreichend, ich finde eigentlich alles, was ich brauche.

    Und wenn ich etwas nicht finde, könnte ich das theoretisch einfach über Flatpak nachinstallieren. Das wird dankbarer Weise mitinstalliert und unter KDE auch konfiguriert. Bei zwei Anwendungen hat zypper aus irgendeinem Grund vergessen ein paar Abhängigkeiten mitzuinstallieren. Konkret ist mir das bei ReText und Tokodon passiert. Zum Glück konnte ich mir aber einfach selbst helfen, indem ich die Anwendungen aus dem Terminal heraus angestoßen habe. Die entsprechenden Fehlermeldungen haben dann für sich gesprochen. Nach einer kurzen Paketsuche konnte ich die Abhängigkeiten einfach nachinstallieren – und jetzt laufen beide.

    Ein bisschen Angst hatte ich vor der Einrichtung unseres Netzwerkdruckers. Als ich das letzte Mal openSUSE verwendet habe, kam in unserem Haushalt noch ein alter Brother-Drucker zum Einsatz, der mit Hersteller-Treibern eingerichtet werden musste. Das hat unter openSUSE immer etwas Freude aufkommen lassen, nach ein bisschen Bastelei hat es aber irgendwann geklappt. Zum Glück habe ich die verzweifelten Websuchen seinerzeit nicht gezählt. Dieser ältere Brother-Drucker hat inzwischen aber den Geist aufgegeben und ein neuerer Brother-Drucker hat die Nachfolge angetreten. Das Gerät unterstützt „driverless printing“ – und ich bin davon schwer begeistert. Unter den meisten Distributionen läuft das Teil sofort, ohne irgendwelche Einstellungen und vor allem: Ohne das Installieren von Hersteller-Treibern. Unter openSUSE hatte ich mal wieder meine Aufgabe gefunden. Aber ich kann Entwarnung geben: Das Gerät druckt. Schuld war ursprünglich die zu rigeros eingestellte System-Firewall von openSUSE.

    Insgesamt wirkt openSUSE ehrlich gesagt sogar noch stabiler als Ubuntu 23.04 – und das bei einem rollenden Veröffentlichungsmodell. Nach einem Tag auf der Platte hat openSUSE durchaus überzeugt. Vielleicht sollten sich mehr Linux-Nutzer openSUSE widmen? Technisch ist das wirklich eine tolle Distribution.


    Bildnachweis:

    Richard Brown, Zvezdana Marjanovic, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons